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Leselupe.de > Gereimtes
Zahn der Zeit
Eingestellt am 22. 05. 2003 23:32


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GerdaHaeusler
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ZAHN DER ZEIT

Ich seh in den Spiegel und das lässt mich erschauern,
das Bild vor mir ist nur zu bedauern.
Der Zahn der Zeit hat kräftig genagt,
oh Gott, nun bin ich wohl "betagt."
Die Falten kann ich schon nicht mehr zählen,
was soll ich mich auch damit quälen?
Die Augen, die haben doch einst gestrahlt,
und wer hat die Ränder darunter gemalt?
Mein Schmollmund ist nur noch ein dünner Strich,
die Nase war schon immer ein Fall fur sich
Dank meiner "Dritten" kann ich zwar feste zubeißen,
darf nur den Mund nicht zu weit mehr aufreißen..
Meine Haut,schuppig, glänzend, naturbelassen,
lässt jeden Fisch vor Neid erblassen.
Will ich meinem Hals Aufmeksamkeit schenken,
so muss ich an gerupfte Hühner denken.
An Huhn erinnert mich auch mein Busen,
der verführt heut wahrhaftig nicht mehr zum Schmusen.
Lasse ich meinen Blick noch tiefer schweifen,
entdecke ich ca 2 Millionen Schwangerschaftsstreifen.
Da schillern sie abwechselnd in sämtlichen Farben,
ja doch, schön bunt sind sie, die Narben.
Und von den Beinen wage ich gar nicht zu sprechen,
bei leichtem Wind hab ich schon Angst, sie brechen.
In Schuhen mit etwas dickerer Naht,
seh ich aus wie ein verhungerter Storch im Salat.
Alles in allem, das ist keine Frage,
sah diese Figur schon bessere Tage.

Der Zahn der Zeit ging also nicht spurlos vorüber,
doch, ehrlich gesagt, heut`mag ich mich lieber.
Denn vor lauter Schöhheitsstreben,
vergaß ich früher oft zu leben.
Gelassen, froh und munter
schau ich heute an mir runter.

Diese Gesellschaft ist am Schönheitswahn erkrankt.
und ich brauche es nicht mehr,
Gott sei es gedankt!

__________________
Jedes Bild ist nur so bunt,wie die Farben, an die sein Maler sich wagt

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

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Werke: 3
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Mit dem Alter ändern sich die Zeiten?

Hallo, Halloween-Queen, Gerda!

Also so schlimm kann das nicht sein!
Sagt mir mein Hühnerauge am linken Fuss
und streichelt dabei das rechte Bein!
Das ist ja wirklich kein Genuss!
Geht das denn wirklich alles schnelle
und schon hat man eine Delle
irgendwo am Bauch wie ein Gummischlauch?
Was ist das für ein Brauch?

Jetzt kommt das Hühneraug' zum Zug,
das rechts schon immer Lügen trug -
Es kratzt gerad' das linke Bein
und sagt: Das kann nicht sein!
Die Gerda übertreibt gern viel
und ebenso ist hier das Spiel,
das sie uns schildert, übertrieben -
Sie ist nämlich jung geblieben!


Nächtliche Grüsse und einen schönen Sonnenaufgang!
Schakim
__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufblühen <§§§

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Klopfstock
Guest
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Liebe Gerda,
ein sehr erfrischendes und befreiendes Gedicht -
da fühlt man sich als älteres Semester richtig verstanden.
Man lebt auf

Dir ein schönes Wochenende
und ganz liebe Grüße))

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GerdaHaeusler
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Hallo Schakim, hallo Klopfstock!

Schön, dass Ihr mich inzwischen so gut kennt, um zu wissen, dass ich zu Übertreibungen neige.
Nichtsdestrotrotz: Der Lack ist ab, die letzte Schublade ist gezogen.Heute pfeifft mir bestenfalls noch der Wasserkessel hinterher.
Das macht aber nichts, weil ich mich heute wesentlich wohler in meiner Haut fühle.Der Zahn der Zeit bildet eben nicht nur Falten, sondern auch Selbstbewusstsein.

Habt einen wunderschönen Tag
LG

Gerda

__________________
Jedes Bild ist nur so bunt,wie die Farben, an die sein Maler sich wagt

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Herr Müller
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Werke: 168
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Die Zähne ausbeissen

Vielleicht hat der Zahn der Zeit an Dir genagt, aber an Deinen Gedichten wird er sich selbst ausbeissen, denn dieses steht wie eine Eins im Leben. Gefällt mir sehr gut.

PS: Achtung: Schöhheitsstreben und Aufmeksamkeit ist flüchtig
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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GerdaHaeusler
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Lieber Herr Müller!

Ganz herzlichen Dank für die nette Antwort.
Macht mich ganz schön stolz, wenn meine Gedichte gefallen.
Der Humor in diesem Text gefällt mir selbst gut, muss ich in aller Bescheidenheit zugeben, aber mein Schreibstil lässt doch noch sehr zu wünschen übrig.
Deshalb vielen,vielen Dank
und einen wunderschönen Tag
wünscht

Gerda
__________________
Jedes Bild ist nur so bunt,wie die Farben, an die sein Maler sich wagt

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