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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zauberstunde
Eingestellt am 17. 08. 2000 21:56


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Sensiro
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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Gewitter. Hagel. Und sie inmitten der Szenerie. NatĂŒrlich, sie war ja auch dafĂŒr verantwortlich. War sie das wirklich? Sie wollte doch den Baum zum wachsen bringen, den sie kurz zuvor zum Welken bebracht hatte, als sie sich am Feenzauberklassiker schlechthin probiert hatte: KĂŒrbis und MĂ€use in ein Fuhrwerk verwandeln. Ja, sie war sich sicher, alle anderen jungen Feen waren ja in der Zauberschule und die alten Feen bescherrten ihr Handwerk.
Und nun? Sollte sie sich einfach davon schleichen, hinaus aus dem Zauberwald, in dem sonst immer nur die Sonne schien. Und wie lange wĂŒrde ihr Zauberspruch anhalten? Na ja, sie war ja noch eine junge Fee, es sollte nicht allzu lange dauern. Und wenn doch?
„Also na dann versuchen wir es doch noch einmal“, dachte die Fee bei sich. Sie nahm ihren Zauberstab und schwang ihn umher, murmelte etwas und – siehe da, es hörte tatsĂ€chlich auf zu regnen. Aber was war das denn? Der Waldboden erzitterte. Und es schien stets nĂ€her zu kommen. Die Fee schaute sich um und erblaßte, als sie sah, was sie angerichtet hatte. Vor ihr stand ein riesiges UngetĂŒm und sie konnte nur die Beine sehen, denn der Rest ragte zu weit hinauf, als daß sie es sehen könnte. Aber die Beine kamen ihr merkwĂŒrdig vertraut vor. Es waren wohl die ihrer Mutter. Aber nein, das konnte nicht sein. Ihre Mutter war doch gerade unterwegs, um Menschen WĂŒnsche zu erfĂŒllen und böse FlĂŒche aufzuheben und lauter solche Sachen, von denen die junge Fee noch nichts verstand.
Die Fee wollte wegfliegen, aber sie konnte nicht- vor Angst. Sie sah stĂ€ndig nur die Beine an, die wie SĂ€ulen in den Himmel ragten und trotz ihrer GrĂ¶ĂŸe elegant und zierlich wirkten. Sie erschrak nochmals, als sich dieses riesige Etwas nach vorn ĂŒber beugte. Und da brach das Gesicht durch die Wolken. Und es war tatsĂ€chlich ihre Mutter. Sie wĂ€re am liebsten im Boden versunken vor Scham und weggelaufen vor der Angst, die sich nun nicht unerheblich gesteigert hatte, nachdem sie erkannt, wer die Riesin war.
„Was machst Du hier? Solltest Du nicht in der Zauberschule sein“, sprach die Mutter mit strenger Stimme. Sie beugte sich noch weiter vornĂŒber und ihr Gesicht, das sonst so zierlich und schön war wirkte sehr bedrohlich.
„Ich ... ich“, stotterte die junge Fee nur, denn mehr konnte sie gar nicht sagen wegen der Furcht, die ihren ganzen zauberhaften Körper beherrschte.
„Ja, ich weiß schon, Du hast große Fee gespielt. Und nun sie an, was du getan hast!“ sagte ihre Mutter grimmig. Sie stand wieder auf und es wurde sher windig, denn die Mutter wirbelte mit Ihrem Zauberstab durch die Luft. Und der Wind Verwandelte sich in einen Wirbelsturm, der plötzlich aufhörte. Die Mutter stand vor ihr so groß wie eh und je. Sie ging auf ihre Tochter zu, die inzwischen vollkommen aufglöst vor TrĂ€nen vor ihr stand. „... der Baum ... und dann das Gwitter ... und ... und ... und ich wollte doch ... alles wieder gut machen“, schluchtzte die kleine Fee.
Es war nicht zu ĂŒbersehen, daß die kleine Fee ihren Fehler einsah und so kam die Mutter auf ihre Feentochter zu und nahm sie in den Arm, erinnerte sie sich doch zurĂŒck, daß sie auch mal jung war und mindestens ebenso ĂŒbermĂŒtig. Sie mußte ein wenig lĂ€cheln dachte sie doch daran, daß sie dem alten BĂ€ren versehentlich einen Kuhkopf aufgezaubert hatte und er nur noch Gras essen konnte.
„Ich bringe Dich jetzt zur Feenschule zurĂŒck. Du mußt noch viel lernen, junges FrĂ€ulein! Ich hoffe aber, daß Du auch heute etwas gelernt hast, nĂ€mlich daß unser Zauber – richtig angewandt – vielen hilft, aber ein Zauber, den man nicht beherrscht, viel Unheil anrichten kann“, mahnte die Mutter. Die kleine Fee hörte auf zu weinen, sah ihrer Mutter in die Augen und nickte nur stumm.
Der alte BĂ€r, der in einiger Entfernung saß und alles beobachtet hatte, stand auf und dachte bei sich wie wunderbar es doch immer wieder ist, diesen ganz besonderen Zauber zu erleben.

(c) by Sensiro, Ludwigshafen 8/2000

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