Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
228 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Zaungasts Adventskalender, 21. u. 22. Kläppchen
Eingestellt am 21. 12. 2006 23:17


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Zaunkönig
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2006

Werke: 20
Kommentare: 31
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Zaunkönig eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Einundzwanzigstes Kläppchen

Na, da ist er ja, der unheilige Joseph, Joey Rotta (siehe zwölftes Kläppchen), als Miniatur für Zaungasts Krippe. Wie hat er sich denn da hinein geschlichen, in diesen ehrwürdigen Devotionalien- und Adventskalender? Ausgerechnet Joey Rotta, dieser Schurke und Mordbube, stets der höchsten politischen Instanz, der Korruptive verpflichtet, der sich Legislative, Judikative und Exekutive bedingungslos unterzuordnen haben. Insofern ist Joey also schon ein treuer Staatsdiener, das muß man ihm lassen, ein Stehaufmännchen, dem die Politiker immer wieder gern unter die Arme greifen. So wäscht halt eine Hand die andere.

Und Kommissar Zaungast möchte nicht wissen, was gerade im Dunstkreis der bevorstehenden Feiertage alles so den Weihnachtssegen der Korruptive erhält. Da ist es natürlich verlockend und auch recht einfach, gewisse Zuwendungen als Geschenke zu deklarieren. Ja, Ruprechts Geschenksack ist eine nahezu perfekte Tarnhülle für solche Dinge, ein richtiger Schmiergeldsack.

Aber nein, Kommissar Zaungast ist nicht bestechlich. Und Joey Rotta bekommt eben nicht die Rolle des heiligen Joseph zugewiesen, er bekommt die Rolle des Schwarzen Peters, des Mohren aus dem Morgenland. Wie heißt es doch so schön im „Struwwelpeter“? Da kommt der große Nikolas und tunkt ihn in sein Tintenfaß (oder so ähnlich). Genauso verfährt Kommissar Zaungast.


Zweiundzwanzigstes Kläppchen

Ein Marzipanschwein ... „denn nach seinem Ebenbild hat er sich das Schwein heran gezüchtet“, sinniert Zaungast. Das domestizierte Exemplar, das Hausschwein.

Und tatsächlich ähnelt das Schwein dem Menschen wie kein zweites Tier, man könnte es wahrhaftig als eine gelungene, lebendige Karikatur seines Herrn und Meisters bezeichnen. Oder ist es gar umgekehrt? Es sind auch nicht nur reine Äußerlichkeiten, wie die blaßrosa Hautfarbe, die Schweinsäuglein, der ausdrucksstarke Kopf, der Schmerbauch und so weiter, die die Ähnlichkeit von Mensch und Schwein ausmachen, man denke weiter nur an den zügellosen Appetit, die Freßsucht, die beiden zu eigen ist oder an das Sexualverhalten. Und das die Sodomie vorzugsweise mit Schweinen praktiziert wird, dürfte nun auch niemanden mehr verwundern.

Die verwandtschaftlichen Verhältnisse von Mensch und Schwein sind also von exorbitanter Intimität und hervorstechender Deutlichkeit. Diese Verwandtschaft erstreckt sich bis in die Bereiche der Biochemie und Genetik, experimentiert die Medizin doch bereits mit Organen von Schweinen, die man dem Menschen implantieren könnte.

Das Verzehren von Schweinefleisch stellt – unter diesen Gesichtspunkten betrachtet – ganz klar eine Vorstufe des Kannibalismus dar, der ja auch im Schweinestall durchaus an der Tagesordnung ist.

Aus allen diesen Tatsachen aber nun auch noch eine enge charakterliche Beziehung zwischen Mensch und Schwein zu konstruieren, hieße, die unschuldige und somit ehrenwerte Tierart Schwein zu beleidigen. Na, dann laßt euch mal den Schweinebraten zu Weihnachten schmecken.


__________________
Werner Fletcher

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


3 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!