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Leselupe.de > Gereimtes
Zeilenfresser
Eingestellt am 07. 11. 2006 13:50


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Walther
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Zeilenfresser


Es fragt sich selbst die Welt nach ihrem Grund,
Wenn Greife schreiend durch die Winde jagen.
Es fragt sich der die Frage aller Fragen,
Der Verse reimt so schwer zu sp├Ąter Stund.

Ins Wort gegossen scheinen sch├Ân die Klagen,
Es laufen Metrum, Sprache, Endung rund.
Dem Leser wird das Klagen bald zu bunt:
Der Text will nicht den Durchschnitt ├╝berragen.

Doch sp├Ąt am Abend reimt sich einfach besser,
Wenn man die Trauer und den Schmerz besingt.
Die Analyse schneidet scharf wie Messer,

Der harte Tonfall wie geh├Ąmmert klingt.
Der Rest, er dient doch nur als Zeilenfresser,
Der diesen Vers zum letzten Reim bezwingt.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Otto Lenk
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liebe gemeint,

ich las dein werk und musste an Robert Gernhardt denken.

Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
da├č wer Sonette schreibt. Da├č wer den Mut

hat, heute noch soÔÇÖn dumpfen Schei├č zu bauen;
allein der Fakt, da├č so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

dar├╝ber, da├č soÔÇÖn abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichsereien blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.


In diesem Sinne

alles Liebe Otto

P.S. nachdenklich stimmt die melodie deiner worte.


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Walther
Routinierter Autor
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Lieber Otto,

Du solltest diesen obigen Reimsalat bitte nicht mit Robert Gernhardt vergleichen. Das ist nun wirklich zuviel der Ehre.

Im Ernst: Ein tolles Sonett ├╝ber das Sonetten, das sich selbst ad absurdum f├╝hrt. Denn der Inhalt und das souver├Ąne Beherrschen der Form stehen in totalem Gegensatz zum Inhalt. Einfach einsame Spitze!

Ich kenne es nat├╝rlich, weil bekennender Gernhardt Fan und im Besitz vieler B├╝cher dieses Autors. Dessen manchmal feine, manchmal krachlederne Ironie konnte man ja auch in der Titanic genie├čen, so gesehen ein echter Nachfolger der Dichter um den Simplizissimus, aber auch von Heine und Morgenstern.

Oben habe ich mich in ├Ąhnlicher Mission versucht. Es freut nat├╝rlich, da├č es gef├Ąllt, aber man sollte das nicht ├╝berbewerten. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Gru├č W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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