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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Zeitbeben von Kurt Vonnegut
Eingestellt am 31. 07. 2002 13:33


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ZEITBEBEN von Kurt Vonnegut,
Goldmann Verlag, ISBN 3-442-44507-8

Ich gestehe: Bis dato hatte ich noch nichts von Karl Vonnegut gelesen – noch nicht einmal seinen ber├╝chtigten Roman „Schlachthof 5“, in dem der 1922 geborene Autor seine Erlebnisse im 2. Weltkrieg schildert. Kein geringerer als Harry Rowohlt ├╝bersetzte die etwas wirre Geschichte, in der es um ein Zeitbeben geht, welches alle Menschen auf der Erde dazu zwingt, die Jahre von 1991 bis 2001 noch einmal zu durchleben. Man befindet sich sozusagen auf „Autopilot“, bis dann 2001 der „freie Wille wieder voll reinhaut“ und viele Menschen Opfer der PTA (Post-Timequake Apathy) werden.
„Zeitbeben“ ist nur am Rande eine Science Fiction-Story; vielmehr soll es das letzte Buch des inzwischen 78j├Ąhrigen sein und bislang hat er, so ist jedenfalls dem Klappentext zu entnehmen, vorwiegend utopische Storys geschrieben. „Zeitbeben“ ist – und das wird vor allem am Schlu├č des 210-seitigen Bandes deutlich – eine Abrechnung mit seiner (Lebens)Zeit, mit seinen Freunden; ein Abschiedsgeschenk, so scheint es, f├╝r seine Familie.
Nichts desto trotz ist es auch f├╝r den ┬┤Au├čenstehenden┬┤, den ┬┤Allerweltsleser┬┤, von Bedeutung, wenn misantrophisch anmutende S├Ątze wie „Nie und nimmer kann einem menschlichen Gehirn, welches nicht mehr ist als ein Hundefr├╝hst├╝ck, ein dreieinhalb Pfund schwerer, blutgetr├Ąnkter Schwamm, ohne fremde Hilfe so etwas entschl├╝pft sein wie >Stardust< - von Beethovens Neunter Symphonie ganz zu schweigen.“ aus dem Text hervorbrechen, nur, um sich dann in einen absurden Running-Gag zu verlieren.
Vielleicht w├Ąre ich von „Zeitbeben“ entt├Ąuscht, h├Ątte ich SF oder eine Weiterf├╝hrung Vonneguts Schreibgepflogenheiten erwartet. Mich traf dieser Autor v├Âllig unvorbereitet. Endlich mal wieder ein witzig-nachdenklich-stimmendes Buch mit Pepp!
Zum Abschluss und als kleiner Anreiz nur noch einige der vielen Stellen, die ich in meinem Exemplar dick angestrichen habe:
„Keine sch├Âne Frau kann die Erwartungen, die wegen ihres Aussehens in sie gesetzt wurden, ├╝ber einen annehmbaren Zeitraum hinweg rechtfertigen.“
„Es hei├čt, das Erste, was im Alter nicht mehr funktioniert, sind die Beine oder die Augen. Das stimmt nicht. Das Erste, was nicht mehr funktioniert, ist r├╝ckw├Ąrts Einparken.“
„Wenn Sie Ihre Eltern wirklich kr├Ąnken wollen und nicht den Nerv haben, homosexuell zu werden, k├Ânnten Sie wenigstens eine k├╝nstlerische Laufbahn einschlagen.“

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
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Da bin ich ja mal gespannt, ich habe das Buch noch im Regal stehen und dein Beitrag hat mein Interesse geweckt. Werde es mal in Angriff nehmen.

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