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Leselupe.de > Fantasy und MĂ€rchen
Zeitkritische Fabel
Eingestellt am 29. 12. 2018 12:46


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Zeitgeist
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2018

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Von HĂŒhnern und von FĂŒchsen

Vor langer Zeit lebte in einem fernen Land ein Bauer. Er war reich und zufrieden, und die Sonne schien auf sein Leben herab. Eines Abends saß er vor dem prasselnden Kamin und sinnierte: „Alle Tiere sind in ihrem Wesen doch gut und gleich. Jenseits unserer blĂŒhenden Gemeinschaft aber leiden viele Hunger. Ihnen muss geholfen werden.“

Also ging er zu seinen HĂŒhnern und sprach: „Mein geliebtes Federvieh, es ergeht uns allen wohl, doch im Land der FĂŒchse darben sie und viele ihrer Jungen sterben in jedem Jahr. Ich will ein paar FĂŒchse aufnehmen und sie gut versorgen, auf dass auch sie gedeihen mögen.“

Die HĂŒhner rannten ob der Neuigkeiten aufgeregt umher. Sie gackerten sehr und kehrten dann, eines nach dem anderen, zu ihren GeschĂ€ften zurĂŒck, wie es eben die Art von HĂŒhnern ist.

Noch am Abend zogen zwei FĂŒchse in ihren Verschlag. Die HĂŒhner empfingen sie freudig. Sie bereiteten ihnen prĂ€chtige Nester aus ihren weichsten Daunen, umsorgten sie und speisten sie von ihrem besten Korn.

Anderntags besuchte der Bauer den Stall und fand zwei JungfĂŒchse vor. Er freute sich sehr und alles war nach seiner Zufriedenheit.

Als er am folgenden Morgen zu dem Vieh eilte, hatte sich die Zahl der FĂŒchse erneut verdoppelt. Im HĂŒhnerstall herrschte große Unruhe und der Bauer suchte vergeblich nach Eiern in den Gelegen.

Da schalt der Bauer die HĂŒhner und sprach: „Oh du dummes Federvieh! Wie könnt ihr eure Eier nur herumliegen lassen und die armen FĂŒchse damit versuchen?“

Die HĂŒhner senkten betreten die Köpfe und gelobten Besserung.

Am dritten Tag hatte sich die Anzahl der FĂŒchse vervielfacht. Des Bauers HĂŒhner saßen verstört auf den höchsten Stangen, und viele derer die er lieb gewonnen, fehlten in ihren Reihen.

Da wandte sich der Bauer erbost an die FĂŒchse, doch die beklagten sich sogleich empört: „Herr Bauer, eure HĂŒhner haben uns provoziert. Sie benehmen sich vollkommen unschicklich." Da ermahnte der Bauer die HĂŒhner wiederum, und zog nachdenklich seiner Wege.

Als er am nĂ€chsten Morgen den Stall öffnete, drĂ€ngten sich nur noch wenige HĂŒhner unter dem höchsten Giebel, und sie weinten bitterlich. Der Bauer stapfte wĂŒtend zu den FĂŒchsen. Doch als er sie zur Rede stellte, griff ihn sogleich eine riesige Meute an. Der Bauer fĂŒrchtete um sein Leben, floh, und ward zeit Lebens nicht mehr gesehen.

Der Hof aber verkam, und wo einst blĂŒhende Freude war, herrschten fortan die wilden FĂŒchse.



Nachtrag:

Fabeln wurden immer dann geschrieben, wenn die Herrschenden freie Rede und Meinung unterdrĂŒckten oder gar verfolgten. Einer der berĂŒhmtesten Fabel-Dichter war Jean de Lafontaine (1621-1695), der in Frankreich jedem Schulkind bekannt ist. Werke wie „Grille und Ameise“ oder „Der Wolf als SchĂ€fer“ werden noch heute gelesen.



Version vom 29. 12. 2018 12:46
Version vom 30. 12. 2018 21:36
Version vom 31. 12. 2018 23:01

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flammarion
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Helene Persak
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LeseeindrĂŒcke

Hallo Zeitgeist,

die Aussage deines Textes ist klar, die Umsetzung könnte besser sein.

quote:
... Vor langer Zeit lebte in einem fernen Land ein Bauer. Er war reich und zufrieden, und die Sonne schien auf sein Leben herab. ...
FĂŒr meinen Geschmack, als Leser, sind hier zu viele „und“ enthalten.
Vorschlag:
Reich und zu frieden ist er gewesen in seinem sonnenbeschienen Leben.

quote:
... „Mein geliebtes Federvieh, es ergeht uns allen wohl, doch im Land der FĂŒchse darben sie und viele ihrer Jungen sterben in jedem Jahr. ...
Im Bezug auf den gesamten Text passt fĂŒr mich das Wort „darben“ nicht.

quote:
... Die HĂŒhner rannten ob der Neuigkeiten aufgeregt umher. Sie gackerten sehr und kehrten dann, eines nach dem anderen, zu ihren GeschĂ€ften zurĂŒck, wie es eben die Art von HĂŒhnern ist. ...
Warum hat die Neuigkeit sie dazu gebracht? Und zu was? Freudig aufgeregt? Ängstlich aufgeregt? FĂŒr meinen Geschmack fehlt hier was.

quote:
... Noch am Abend zogen zwei FĂŒchse in ihren Verschlag. Die HĂŒhner empfingen sie freudig. Sie bereiteten ihnen prĂ€chtige Nester aus ihren weichsten Daunen, umsorgten sie und speisten sie von ihrem besten Korn.
Anderntags besuchte der Bauer den Stall und fand zwei JungfĂŒchse vor. Er freute sich sehr und alles war nach seiner Zufriedenheit. ...
Sind die „zwei JungfĂŒchse“ die, die am Abend eingezogen sind? Der Nachwuchs? Oder sind die in der Nacht heimlich eingezogen(Eingebrochen)?

quote:
... Als er am folgenden Morgen zu dem Vieh eilte, hatte sich die Zahl der FĂŒchse erneut verdoppelt. ...
Wie verdoppelt? Weil die TĂŒren offen standen und jeder rein konnte oder wurden die abgeliefert oder sind die heimlich eingedrungen oder...? Wirkt nicht klar, sondern verwirrt nur und schwĂ€cht fĂŒr meine Begriffe die Geschichte.

quote:
... da schalt der Bauer die HĂŒhner und sprach: „Oh du dummes Federvieh! Wie könnt ihr eure Eier nur herumliegen lassen und die armen FĂŒchse damit versuchen?“ ...
Hier sehe ich keinen Grund fĂŒr diese Reaktion. Sicher, er ist erbost, dass keine Eier im Gehege sind, aber wie können dann welche herumliegen? Ist es nicht vielleicht logischer, dass sie keine Legen? Oder auf ihnen Sitzenbleiben? (Auch um sie vor den FĂŒchsen zu schĂŒtzen?)
Passt diese Szene nicht vielleicht besser an Tag drei?

Gruß
Helene P
__________________
Die Geschichte ist das Wichtigste.
Die Rechtschreibung ist das, womit ich kÀmpfe, um diese aufzuschreiben.
schöne GrĂŒĂŸe Helene P.

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