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Leselupe.de > Ungereimtes
Zeitpunkte
Eingestellt am 25. 07. 2008 08:49


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Zeitpunkte

Es ist sp├Ąt,
aber in der Fr├╝he
g├╝rtet sich die Hoffnung
mit einem Seidenschal,
immer zeitversetzt
sammelt sie ihre Kr├Ąfte.

Es ist nie zu sp├Ąt
dr├Âhnt es vom Kalenderblatt
und der Pirol
benennt sich st├╝ndlich
neu.

Es k├Ânnte sp├Ąt werden,
wenn der Sommer
in seine St├╝rme
strauchelt,
├ťberhastetes bei sich hat
in seinen Julitr├Ąnen.

Wie sp├Ąt ist es,
fragst du hinein
in den fr├╝h verbl├╝hten Holunder.

Seine aufquellenden jungen Beeren
kennen nur eine Antwort:
Es ist jetzt.



__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Version vom 25. 07. 2008 08:49

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Drew
gesperrt
Schriftsteller-Lehrling

Registriert: Jul 2008

Werke: 3
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Hallo,

ein wunderbares Gedicht.
Der Begriff "g├╝rtet" l├Ąsst einen Lederriemen ahnen, doch es ist ein Seidenschal. Wie sch├Ân.
"wenn der Scheidesommerin seine St├╝rme strauchelt"
W├╝rde man schreiben in "seinen" St├╝rmen strauchelt, w├╝rde es einen anderen Sinn ergeben, nicht wahr? Ich ├╝berlegte nur.
"├ťberhastetes bei sich hat"
K├Ânnte man nicht eher sagen "bei sich tr├Ągt". Klingt irgendwie sch├Âner.(?)

Ein wundersch├Âner Schluss.

Drew

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Hallo, ihr Lieben,

├╝ber Eure Antworten habe ich mich sehr gefreut.

@Drew,

ja, das sehe ich auch so: "er strauchelt in seinen St├╝rmen" w├╝rde eine andere Aussage machen, als wenn der Scheidesommer in seine St├╝rme (hinein)strauchelt.

"├ťberhastetes bei sich tr├Ągt" Danke f├╝r Deinen Vorschlag! Leider kann ich ihn nicht ├╝bernehmen, weil unter dem "tr├Ągt" dann die "Tr├Ąnen" zu stehen kommen, und diese zwei "├Ą" w├╝rden die Satzmelodie kaputt machen. Ich lese grunds├Ątzlich alle Gedichte s├Ąmtlicher Autoren laut. Erst dann entfalten sie ihren Reiz, ihre Sch├Ânheit und ihre F├╝lle f├╝r mich.

@Thys

Ja, nat├╝rlich, es ist jetzt, und je mehr "Jetzt", also je mehr Haltepunkte und Stille-werden wir in unser Leben die Kraft haben, einzuf├╝gen, umso erf├╝llter wird es.

@MarenS und Johanna

Es tut immer so gut, wenn ein Text bei Lesern etwas ausl├Âsen kann.

Euch Allen meinen herzlichen Dank!
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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penelope
Guest
Registriert: Not Yet

liebe vera-lena,

du hast hier ein gro├čes gedicht entworfen, indem du einen echten tonfall f├╝r erinnerungen und reminiszente stimmungen zu finden wagtest. ein zeitlicher ablauf, der sich mit ertastenden beschreibungen bewegt, der nur m├╝hsam mit momenten einer verkl├Ąrten erinnerung und versatzst├╝cken einer romantisch durchsehnten, lastenden dingwelt gef├╝llt wird, um sich am ende von vergangenheit und zukunft befreien zu k├Ânnen...

einige kleinigkeiten, die den sonst ungeheuer innewohnenden rhythmus st├Âren, will ich dir (nat├╝rlich nur als subjektiver vorschlag, da dein rhythmusgef├╝hl ein ganz anderer sein kann) versuchen aufzuzeigen: dabei geht es einige f├╝llw├Ârter zu streichen, die erkl├Ąrung mit der "anderen seite des globus" braucht der leser nicht so wirklich, da du in deinen anderen bildern ja auch vage bleibst (was ich wirklich hervorragend finde). und aus dem scheidesommer w├╝rde ich nur sommer machen, allein stehend hat es viel mehr wucht:

Zeitpunkte

Es ist sp├Ąt,
aber in der Fr├╝he
g├╝rtet sich die Hoffnung
mit einem Seidenschal
(auf der anderen Seite
des Globus,)
immer zeitversetzt
sammelt sie ihre Kr├Ąfte.

Es ist nie zu sp├Ąt
dr├Âhnt es von deinem vom Kalenderblatt
und der Pirol
benennt sich st├╝ndlich
neu.

Es k├Ânnte sp├Ąt werden,
wenn der Scheidesommer Sommer
in seine St├╝rme
strauchelt,
├ťberhastetes bei sich hat
in seinen Juli-Tr├Ąnen Julitr├Ąnen.

Wie sp├Ąt ist es,
fragst du hinein
in den fr├╝h verbl├╝hten Holunder.

Seine aufquellenden jungen Beeren
kennen nur eine Antwort:
Es ist jetzt.


alles nat├╝rlich ohne anspruch auf irgendetwas. f├╝r mich jedenfalls einer der wenigen gedichte in diesem forum, die mich echt umgehauen hat...

lg penelope

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Vera-Lena
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Liebe mitis, liebe Inu, liebe Moni,

danke f├╝r Eure freundlichen R├╝ckmeldungen!

Den Scheidesommer" werde ich herausnehmen. Liebe Inu, er war nicht gedacht als "scheidender Sommer", sondern eher als ein schmerzhaftes Erleben, das nahelegte, dass es sich hier um den letzten Sommer eines Menschen handeln k├Ânnte. Aber das kann man nat├╝rlich nicht in ein Wort hineinpacken, obgleich ich mir dachte, dass die Juli-Tr├Ąnen dazu in Beziehung gesetzt, vielleicht doch ein Ahnen davon heraufbeschw├Âren k├Ânnten.

Euch ein sch├Ânes Wochenende!
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
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Vera-Lena
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Liebe penelope,

danke f├╝r Deine Interpretation und f├╝r Deine deutlichen Kritikpunkte!

Es freut mich, dass der Text in Dir eine Leserin gefunden hat, die ein literarisches Vergn├╝gen daran haben kann.

Besonders dankbar bin ich f├╝r Deine konkreten Vorschl├Ąge, denn dabei handelt es sich, zumindest in den oberen Strophen um die Dinge, zu denen ich selbst noch keinen Abstand habe.

Ich werde einiges ├╝bernehmen.

Den"fr├╝h verbl├╝hten Holunder" und die"aufquellenden jungen Beeren" brauche ich aber um der Musikalit├Ąt willen. Der Text gewinnt an Melodik je n├Ąher er dem knappen aber inhaltsschweren "jetzt" entgegengeht. Das ist mir wichtig.

Dir ein sch├Ânes Wochenende!
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
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