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Leselupe.de > Ungereimtes
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Eingestellt am 02. 08. 2004 23:30


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Alpha
One-Hit-Wonder-Autor
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In Fetzen gelegt

Die Lampe am Bett
wirft einen Lichtkegel
an die Decke
Darunter klingen
l├Ąngst verklungene T├Âne,
tanzen Spukgeistern gleich

Die Uhr tickt
langsam r├╝ckw├Ąrts
Ich ticke mit
und renne gegen den
Glockenschlag

Dann schweigt die Nacht
sich mir zum Vorbild empor


__________________
"Widme dich dem Klang meiner Kehle, wenn sie bricht; Es soll das letzte sein, was ich zu sagen habe" aus Wolf

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hallo Alpha,

Dein Text gef├Ąllt mir von der vermittelten Stimmung her ausgesprochen gut. Ich h├Ątte noch einige Anmerkungen:

> Darunter klingen
> l├Ąngst verklungene T├Âne,
> tanzen Spukgeistern gleich

Klingen von Verklungenem klingt - au├čer paradox - hier nach meinem Empfinden sprachlich ├╝berbetont. Wenn es nur darum geht, zu sagen, dass sich "Vergangenes" im Raum h├Ąlt und quasi wiederaufersteht, k├Ânnte man das vielleicht ein wenig umbauen bzw. abschw├Ąchen. Da die Bilderwelt in deinem Text insgesamt ein wenig "expressionistisch" wirkt, k├Ânnte ich mir hier z.B. gut vorstellen, das Verb klingen kurzerhand zum Substantiv umzudeuten, was eine sch├Âne Bedeutungsverschiebung mit sich bringt. Auch der Begriff Spukgeister scheint mir ein wenig ├╝berbetont: Gibt es Geister, die nicht spuken?

> Die Uhr tickt
> langsam r├╝ckw├Ąrts

Sicher ist Ticken ein Synonym f├╝r Zeit(gef├╝hl) und bewegte Zeiger, aber hat es tats├Ąchlich eine Richtung, die umkehrbar w├Ąre? Das ist schwierig vorstellbar und macht das Motiv sehr interessant. Ist fast so, als w├╝rde man sagen: Mein Puls schl├Ągt langsam r├╝ckw├Ąrts. Ich denke, bei deinem Text passt diese Art von gedanklich "widerhakenden" Metaphern ganz gut. Um diese Wirkung nicht zu st├Âren, w├╝rde ich aber das darauf folgende ticken herausnehmen.

> und renne gegen den
> Glockenschlag

Gegen den bzw. einen? Hier k├Ânnte man vielleicht weniger bescheiden sein und versuchen auf mehr(ere) zu verweisen. M├╝ssen ja nicht gleich 12 sein

> Dann schweigt die Nacht
> sich mir zum Vorbild empor

Finde ich als Abschlussbild ein wenig schwach. Da das lyrische Ich im ganzen Text nicht (mit sich oder anderen) spricht (also bereits schweigt), kann das Schweigen der Nacht an sich keine gro├če Vorbildfunktion mehr haben. F├╝r ein perspektivisch offen gehaltenes Ende k├Ânnte man vielleicht sogar die letzte Zeile v├Âllig streichen. In der Summe w├╝rde ich folgende ├änderungen vorschlagen und hoffe, damit deinem Text nicht v├Âllig unrecht getan zu haben

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In Fetzen gelegt

Die Lampe am Bett
wirft einen Lichtkegel
an die Decke
Darunter die Klingen
l├Ąngst verrosteter T├Âne,
tanzen [...]Geistern gleich

Die Uhr tickt
langsam r├╝ckw├Ąrts
und Ich [...] mit,
[...] renne gegen den
n├Ąchsten Glockenschlag

Dann schweigt die Nacht
[...]


Viele Gr├╝├če
Martin
__________________
Lyrik ist Logop├Ądie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Alpha
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Ich danke dir f├╝r deine M├╝hen, auch deine Version finde ich gut, nur aber entstammt sie weder meinem Geist noch lebt sie mit meinem Gef├╝hl... Schon daher werde ich es nicht mehr ├Ąndern.

Ein dankender Gru├č, Alpha
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Svalin
???
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Hallo Alpha,

Ich bin mir nicht sicher, was genau du von einem Feedback erwartest, aber vielleicht solltest du es n├Ąchstens lieber mit dazu schreiben. Das k├Ânnte helfen, Missverst├Ąndnisse zu vermeiden. Nat├╝rlich entwickelt jeder Leser eine eigene Textwahrnehmung und -empfindung, die doch aber zwangsl├Ąufig von der des Autors abweichen wird und muss, weil Lyrik eben stets nur Abbild, Dekonstruktion, Verdichtung und Chiffrierung des urspr├╝nglich Gef├╝hlten und Gedachten ist. Wenn man dem Leser also nur Ahnungen und Andeutungen ├╝berlassen kann, sollte man sich im Nachhinein als Autor weder wundern noch ├Ąrgern, wenn diese sich "verlaufen", d.h. eigene Wege gehn Das liegt in der Natur der Dinge ...

meint
Martin
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Lyrik ist Logop├Ądie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Alpha
One-Hit-Wonder-Autor
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Ich hingegen glaube nicht, dass du wei├čt, was ich in Kommentaren erwarte. Wei├čt du, Lob bekomme ich ├╝berall woanders, hier aber wei├č ich, dass jeder sofort einen Text auseinander klam├╝stert weil er denkt, er wisse besser, wie der Text aussehen sollte. Das ist typisch f├╝r dieses Forum. Und obwohl ich diese Tatsache an sich eher traurig finde, ist mir genau das aber bewusst, wenn ich einen TExt hier online stelle. Ich interessiere mich f├╝r die anderen Text-Empfindungen erfahrener Autoren. Aber das muss doch nicht hei├čen, dass ich meinen Text verbessern m├Âchte

So, und das meine ich. LG, Alpha
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Svalin
???
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Hallo Alpha,

Ich denke, man muss das vielleicht etwas gelassener sehen. Es hat nunmal jeder seine eigene Herangehensweise und Anspr├╝che an Lyrik: Die einen sezieren halt, die anderen interessieren sich mehr f├╝r psychologische Wirkungen und der n├Ąchste vielleicht f├╝r therapeutische Aspekte des Schreibens. Dagegen ist doch nichts zu sagen und all das sollte in einem Literaturforum auch gleichberechtigt nebeneinander stehen d├╝rfen. Nur, ich finde halt, wenn man grunds├Ątzlich keinen Wert auf einen "Chirurgen" legt, sollte man das vielleicht unter seinen Text schreiben. Dann zerpfl├╝ckt ihn auch niemand mehr

Viele Gr├╝├če
Martin
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