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Leselupe.de > Ungereimtes
Zeitwinde
Eingestellt am 14. 11. 2004 20:41


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Aragorn
One-Hit-Wonder-Autor
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Zeitwinde

Heute ist mir so,
wie ich gestern nicht gedacht hatte,
dass es Morgen schon sein könnte.

Als ob fallende BlÀtter
nicht genug der KĂ€lte sind.

Im Vorbeirauschen wird mir bewusst,
wie Zeitwinde mich tragen,
mir zeigen wie spÀt es ist,
ganz nah am Zifferblatt.

Es ist wie lÀngst vergangen,
doch nah genug um zu frieren.

Ob ich es wage auf die Uhr zusehen,
oder meinen Blick senke,
bevor ich erkennen kann,
dass es vorbei ist?

Was schleppend angefangen hat
und dann doch rannte,
als sei es die Flucht meines Lebens.

Vor mir,
durch mich

immer wieder...


14.11.04
(c) Ara

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scarda
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Aragorn

Mehrmals durchgelesen, aber letztendlich immer noch nicht zu einem fĂŒr mich homogenen, einheitlichen Bild gekommen. Du beginnst mit einem Aphorismus und fĂ€hrst fort mit einem „als ob“-Vergleich, den ich nicht verstehe. „nicht genug DER KĂ€lte sein 
“ erschließt sich fĂŒr mich nicht wirklich.
Und auch im dritten Absatz komme ich mit dem Nebeneinander von Dynamik („Vorbeirauschen“) und Statik („tragen, zeigen“) nicht zurecht. Zeigen die Zeitwinde tatsĂ€chlich, wie spĂ€t es ist oder sind sie die Ursache fĂŒr das Vorbeirauschen und erlauben nur zufĂ€llig den Blick auf das Zifferblatt?
Du machst es deinen Lesern ganz schön schwer – wenn ich nur wĂŒsste, ob bewusst oder nur aus Unachtsamkeit.

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Aragorn
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liebe scarda,

es ist bewusst so gehalten, da ich nicht ĂŒberdeutlich das Thema welches ich umschreiben wollte, beschreiben will.
Ich denke, Jeder kann es fĂŒr sich erschließen und so sollte es letztlich auch sein. Es hat fĂŒr mich Bedeutung sogar ne ganze Menge...
Ich danke fĂŒr Deinen Kommentar
LG Ara

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

"Heut ist mir so,
wie ich gestern nicht gedacht hatte,
daß es Morgen schon sein kann."


Heute ist mir so zumute.... - mir wurde bewußt, daß Morgen
schon alles (mein Leben) vorbei sein kann.
Seltsam, gestern wÀre ich nicht auf solche Gedanken gekommen.

"Als ob fallende BlÀtter
nicht genug KĂ€lte sind"


Reicht nicht schon das nahe Ende des Jahres? Die sich
einschleichende KĂ€lte, das Sterben der Natur? -
Warum um Himmelswillen muß mir auch noch bewußt
werden, daß auch ich endlich bin - das es schon morgen
geschehen könnte?

"Im Vorbeirauschen wird mir bewußt,
wie Zeitwinde mich tragen,
mir zeigen wie spÀt es ist,
ganz nah am Zifferblatt."


Im Betrachten der AlltÀglichkeiten, der OberflÀchlichkeiten
des Lebens, erkenne ich, daß ich von der Zeit getragen
werde, wie von einem Wind, der mich ein wenig fliegen lĂ€ĂŸt,
um mich - ganz plötzlich vielleicht - fallen zu lassen.
Mir wird bewußt, daß mein Ende nĂ€her sein kann, als ich dachte.

"Es ist wie lÀngst vergangen,
doch nah genug um zu frieren."


Ich habe mich zwar mit der Erkenntnis der VergÀnglichkeit
abgefunden - und dennoch, ganz genau betrachtet,
macht sie mir Angst.

"Ob ich es wage auf die Uhr zu sehen,
oder meine Blicke senke,
bevor ich erkennen kann,
daß es vorbei ist?

Was schleppend angefangen hat
und dann doch rannte,
als sei es die Flucht meines Lebens.

Vor mir,
durch mich

immer wieder....."


Ob ich wohl den Mut habe, bewußt mit dem Rest des Lebens
noch genĂŒgend anzufangen - noch etwas daraus zu machen,
oder ob ich die Endlichkeit verdrĂ€nge und so tue, als ob es sie nicht gĂ€be? Bis ich wohl merken muß, daß mein Ende gekommen ist. Das Ende eines Lebens - in dem man Anfangs immer glaubt, man hĂ€tte Zeit in alle Ewigkeiten, dann jedoch merkt, wie diese immer schneller
vergeht, immer rasanter lĂ€uft, so als wollte sie vor mir und durch mein Tun flĂŒchten.

So in etwa habe ich Dein Gedicht verstanden, lieber Ara -
und es gefÀllt mir!!!

Liebe GrĂŒĂŸe
von Klopfstock

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Aragorn
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Hallo Klopfstock!

Also, ich weiss gar nicht was ich sagen soll, aber Du hast es verstanden, ich hÀtte es nicht besser umschreiben können und doch gilt der eine Zusatz des Verlustes noch in den Zeilen als bestimmend.
Es soll ein "nach vorne Schauen" sein, doch mit Blick zurĂŒck fĂ€llt es schwer das kalte des Jahres zu durchlaufen, wissend, es wird schon werden, doch Ă€ngstlich, manchmal mutig. Mutig genug?
Ja, ich hoffe es und trage am heutigen Tag, den Kopf oben, es gibt auch gute Tage, sie werden von Jahr zu Jahr mehr...es ist schön sich darauf zu freuen, auch wenn wie gesagt manchmal die Erinnerung vorraus ist und ich sie einholen und ĂŒberholen muss.
Ich danke Dir sehr, fĂŒr diese ausfĂŒhrliche und wunderbare Antwort, sie hat mich ungemein berĂŒhrt.
LG Ara

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scarda
Guest
Registriert: Not Yet

Nun denn – am Tag der Toleranz: Klopfstocks Prosa als eigenes, separates Werk eingestellt gefĂ€llt mir deutlich besser als die Lyrik, die sie interpretiert.
Von Lyrik erwarte ich mehr, dichteres, exakt bearbeitetes. Z.B eine eindeutige Festlegung, des lyrischen Ichs. Bei der Strophe „Ob ich es wage 
dass es vorbei ist?“ ist dies eindeutig nicht der Fall. Und bei der nĂ€chsten Strophe fehlt der zweite Teil des Satzes. „Was schleppend angefangen hat
“ das 
, ja was tut es denn?
So gestatte ich mir auch heute, am Tag der Toleranz, die Meinung zu haben, dass dieser Wind bei konsequenter Überarbeitung noch deutlich besser werden könnte.

LG scarda

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