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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zeugnisausgabe
Eingestellt am 11. 12. 2003 16:15


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Penelopeia
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Zeugnisausgabe

Der Göttervater, heißt es, zeugte neun Kinder mit Mnemosyne, der Göttin des GedĂ€chtnisses, wie sie in vornehmer Umschreibung genannt wird. (In Wirklichkeit war sie einfach nur nachtragend. Keine sonderlich angenehme Eigenschaft...)
Das Licht der Welt erblickten die neun am Nordfuß des Olymp. SpĂ€ter zogen sie um, und zwar ins Helikon-Gebirge.
Ihr Vorgesetzter und Lehrer war Apollon.

Die letzte Schulstunde mit Zeugnisausgabe und Empfehlungen fĂŒr den weiteren Lebensweg könnte wie folgt verlaufen sein:

Im Eilschritt betrat Apollon das Klassenzimmer. Er war ungekĂ€mmt, wirkte gehetzt. Ja, er hatte sich wieder einmal verspĂ€tet! ZunĂ€chst hatte er bei seinen AnnĂ€herungsversuchen an die neue Fachkollegin, die den schönen, aber seltenen Namen Dryope trug, ganz den Zeitfaktor aus den Augen verloren. Dann war ihm noch so ein Idiot und Besserkönner in die Quere gekommen: Da war einiges klarzustellen. Er hatte ihm gehörig das Fell ĂŒber die Hörner gezogen...
So schoß also Apollon ins Klassenzimmer herein. Und wie es so ist, wenn die Lehrer zu spĂ€t kommen: Es herrschte ein riesenhaftes Chaos, wie im Anfang – und wahrscheinlich zum Ende – von Allem: Die neun SchĂŒlerinnen der Spezialklasse, Schwerpunkte Kunst und humanistische Wissenschaften, tobten ĂŒber Tische und BĂ€nke, schrien wild durcheinander, warfen mit Buchrollen und KrummstĂ€ben, daß man Angst um die Zukunft jeglicher Kultur, Wissenschaft und Kunst – kurz: aller zivilisierten Gesellschaft – bekommen mußte...

WĂŒtend warf Apollon die Zeugnisse auf den Tisch. Man schien ihn gar nicht zu beachten: Des Tobens und fröhlichen Ausgelassenseins war kein Ende. „Ruhe!“, schrie Apollon verzweifelt und ein bißchen heiser, denn er litt noch an den Folgen eines anstrengenden Wettbewerbes, von dem bereits weiter oben andeutungsweise die Rede war. (Viele vorgebliche Kenner damaligen Geschehens behaupteten und behaupten bis in die heutige Zeit, solch profaner Ausruf in so unlyrischer Sprache wĂ€re niemals aus dem Munde eines Apollon gekommen. Aber man stelle sich vor, er hĂ€tte wirklich im homerischen Tonfall, etwa mit dem Satz: „Schweiget, oh Musen, daß Ruhe einkehret in die Aula“, die aufgescheuchte Bande zĂ€hmen wollen... So weit von der RealitĂ€t war nicht mal Apollon!)

Nach etlichen weiteren Rufen und Ermahnungen kehrte nun doch langsam Ruhe ein. Die Nymphen hatten zumindest ihre PlĂ€tze eingenommen, wenn sie auch nervös kippelten und mit unruhigen HĂ€nden stĂ€ndig irgendwelche Dinge aus ihren Federmappen holten und gleich wieder verschwinden ließen.
Schlechtgelaunt nahm Apollon das erste Zeugnisheft in die Hand. „Erato, komm nach vorn!“ SchĂŒchtern erhob sich die Genannte und lief gesenkten Hauptes nach vorn. Ihre Augen glĂ€nzten ein wenig unklar, um nicht von einem trĂŒben Schimmer zu reden. „Na, Erato,“ wandte sich Apollon an die SchĂŒlerin, „letzte Nacht lange gefeiert? Deinem verschwimmenden Blick nach muß die Fete ja grade eben geendet haben?.. Aber laß mal, vielleicht hĂ€ngt es auch mit deinem Wesen zusammen.“ Erato sah ihn fragend an. „Mit meinem We...“ – „Ja, ich denke, fĂŒr dich ist Unbestimmtheit, UnschĂ€rfe im Detail nicht unwesentlich. Wenn es dir damit allerdings auch oft gelingt, die Leute ins GrĂŒbeln und Sinnieren zu bringen. Aber laß man, ein bißchen schöne HĂŒlle kann nackten Tatsachen nicht schaden, wie will man sonst die Welt ertragen...“ Er griff in eine Kiste, wĂŒhlte lange herum und zog schließlich ein Saiteninstrument hervor. „Hier, Erato. Mein Abschiedsgeschenk. Mach irgendwas mit Lyrik, spiel dazu auf der Leier. Ich weiß zwar nicht, ob der Bedarf sehr groß ist, aber mir fĂ€llt fĂŒr deine berufliche Laufbahn sonst nichts weiter ein.“
Erato dankte mit einem Knicks, setzte sich. Apollon steckte einen Finger in den Mund und pfiff durchdringend. Wie von Dianas Pfeil getroffen, und zwar in ein empfindliches Körperteil, schoß eine SchĂŒlerin vom Stuhl hoch und lief nach vorn. „Euterpe, du weißt, was los ist. Musik: Eine glatte Eins. Den Rest können wir getrost vergessen... Hier, fĂŒr deinen weiteren Lebensweg.“ Er griff in die Kiste und drĂŒckte dem MĂ€dchen eine Doppelflöte in die Hand. TrĂ€llernd nahm die SchĂŒlerin wieder Platz.
Apollon zog das nĂ€chste Heft vom Stoß. „Kalliope. Komm nach vorn.“ Er wandte sich an die Klasse. „Freundinnen!“ Die MĂ€dchen sahen sich belustigt an. Jetzt wird er theatralisch... „Freundinnen“, wiederholte sich Apollon – und tatsĂ€chlich klang seine Stimme ungewohnt pathetisch –: „Mit unserer Kalliope verlieren wir ein Multitalent. Poesie, Philosophie, Rhetorik – in diesen FĂ€chern war sie einfach unschlagbar. Ich denke, sie hat die besten Vermittlungschancen, ihre Talente werden ĂŒberall gefragt sein. Selbst wenn es mit der Poesie oder der Philosophie mal nicht so laufen sollte – mit rhetorischen SchaumschlĂ€gereien wird unserer Kalliope immer ein BetĂ€tigungsfeld bleiben. SchönschwĂ€tzer waren zu allen Zeiten gefragt...“ Aus seiner Kiste angelte er eine Buchrolle und eine kleine Schreibtafel. Kalliope nahm die Geschenke und schlug bescheiden die Augen nieder. GerĂŒhrt trat Apollon an sie heran und kĂŒĂŸte sie zĂ€rtlich aufs blonde, volle Haar. „Ach, Kalliope..!“ seufzte es tief in seiner Seele und unhörbar fĂŒr den Rest der Klasse.
Er schlug ein neues Heft auf. „Klio. Mmh. Du warst ein fleißiges Kind. Gelernt hast du, gelernt. Ein Beispiel fĂŒr uns alle. Mit der schöpferischen Umsetzung des ganzen Stoffes gabs gelegentlich Schwierigkeiten... Ein bißchen hat auch der Hang zu Vergleich, Analogie und Systematisierung genervt, ich gebe es zu. Wir finden, schreibts euch noch mal hinter die Ohren, nicht fĂŒr jeden Vorgang die passende Schublade!“ Aus seiner Kiste angelte er einen Schreibgriffel, drĂŒckte ihn Klio in die Hand. „Hier, fĂŒr dich. Aber schmier‘ und klittere nicht gar zu viel damit herum. Arbeite an deinem Erscheinungsbild und an deiner Art: Manchmal kommt sie mir echt trocken vor. Oben im Lehrerzimmer steht ĂŒbrigens noch eine Kiste mit BĂŒchern. Haben wir aussortiert. Kannst du mitnehmen. Sicher wirst du dich in irgendeinem Archiv oder einer Bibliothek bewerben.“ Klio schwieg, rĂŒckte die Brille gerade, setzte sich. Sie schien beleidigt.
„Polyhymnia!“ Ein hĂŒbsches, gertenschlankes, elastisches MĂ€dchen tĂ€nzelte an Apollons Tisch heran. „Wir sahen dir alle gern zu, wenn du in Bewegung warst. Bleib, wie du bist. Tanz, singe oder sag was Schönes. Aber nicht zuviel der Lobhudelei!“ Er seufzte wieder unhörbar. „Wie schade“, ging es ihm durch den Kopf, „ daß die Lehrer nicht mit den SchĂŒlern dĂŒrfen... Was fĂŒr ein Körper!..“ Sanft berĂŒhrte er noch einmal Polyhymnias Wange. Sie lĂ€chelte, spitzte den Mund. „Man sieht sich!“ – „Ja“, sprach Apollon. „Komm anschließend in mein Vorbereitungszimmer. Ich hab da was fĂŒr dich.“ Er zwinkerte mit den Augen und lĂ€chelte ein eindeutiges LĂ€cheln. Polyhymnia erwiderte den Blick. Apollon sah nervös zur Uhr. „Mmh. Machen wir weiter. Die Zeit drĂ€ngt. Terpsichore!“ Ein MĂ€dchen, Ă€ußerlich der Polyhymnia recht Ă€hnlich, trat an Apollons Tisch. „Terpsichore, du eine meiner liebsten SchĂŒlerinnen“, sprach Apollon. „Auch dich werde ich vermissen. Getanzt hast du und gesungen. Ein bißchen hat mich manchmal dein mangelndes Selbstbwußtsein gestört. Nie konntest du alleine singen! Immer nur in Chören... Ach, hĂ€tt ich dich doch auch mal so getroffen. Schade...“ Er ĂŒberreichte der SchĂŒlerin das Zeugnisheft, eine Lyra und ein goldenes Plektron. „Hier. Du kannst die Teile gebrauchen. Wer sich heutzutage an öffentlichen Einrichtungen bewirbt, muß ein halbwegs brauchbares Instrument mitbringen. Sonst kann er die Stelle gleich vergessen...“
Er nahm das vorletzte Heft in die Hand. „Unsere Urania. Komm nach vorn!“ Ein blasses, schmĂ€chtiges MĂ€dchen mit dicken BrillenglĂ€sern erhob sich und lief zielstrebig zu Apollons Tisch. „Du warst eine eifrige SchĂŒlerin. Wir sind stolz auf dich. Himmelskunde: unĂŒbertroffen. Allgemeinbildung: ausgezeichnet. Ja, Vielleicht solltest du dir eine Karriere als freie Referentin aufbauen. Vielleicht wird aber auch einmal eine Stelle an einem Observatorium frei. Ich wĂŒnsch dir alles Gute. Laß dich nicht ins transzendental-astrologische Fach ziehen, das können andere besser!“ Er gab ihr einen Klaps auf den Hintern, lachte. Urania schwieg. „Ach so“, sprach Apollon. „HĂ€tte ich beinah vergessen. Hier: ein Globus fĂŒr dich.“ Urania nickte, nahm das Abschiedsgeschenk und steuerte zielstrebig zurĂŒck zu ihrem Platz.
Apollon sah auf die Uhr. „Feilsche nicht um die Sekunde, strecke, Chronos, diese Stunde“, murmelte er halblaut vor sich hin. Und zur Klasse gewandt: „ Wir haben noch ein bißchen Zeit. Wir haben ja auch noch eine SchĂŒlerin zu verabschieden. Er nahm das letzte Heft vom Tisch, sah lange auf den Umschlag. Im Raum wurde es sehr ruhig. Die MĂ€dchen drehten ihre Köpfe vorsichtig dahin, wo Thalia saß. Mit gesenktem Kopf saß sie, als schĂ€me sie sich. Doch plötzlich hob sie das Haupt, stand auf und trat entschlossen vor die Klasse. Auf Apollons sonst jugendlich glatter Gesichtshaut waren Sorgenfalten zu erkennen. Die Klasse schwieg und schaute gespannt. Apollon rĂ€usperte sich: „Ja, Thalia, mein MĂ€dchen. Du warst nicht die Schlechteste. Aber ich kann mich auch an keinerlei Höchstleistungen erinnern. Weder in der Wissenschaft noch in den Sprachen, weder in Geschichtsforschung oder Physik noch in der Astronomie... In all diesen FĂ€chern waren deine Leistungen ziemlich mittelmĂ€ĂŸig, die Herangehensweise an den Stoff kann man nur als oberflĂ€chlich ansehen... Anerkennen muß ich allerdings dein Improvisationstalent. Du konntest mit wenig Wissen viel vorspielen... Manchmal, wenn auch meist nur auf den ersten Blick, wirkte das Spiel sogar tĂ€uschend echt und ĂŒberzeugend... Was kann ich dir nur fĂŒr deinen weiteren Lebensweg empfehlen..?“ Thalia lĂ€chelte. Sie zog aus ihrem GĂŒrtel eine Schriftrolle. „Keine Sorge, mein Lehrer. Ich hab schon einen Vertrag.“ – „Was, du bist schon erfolgreich vermittelt..? Gibts doch noch freie Stellen an öffentlichen Theatern?“ Thalia lĂ€chelte. „Nein, ein Theater ist es nicht direkt. In irgendeinem Rathaus will man mich haben. Theater wird ja vielerorts und auf vielfĂ€ltigste Weise ge...“ Jemand klopfte an die TĂŒr. Apollon sah nach seinen MĂ€dchen. Da fehlt doch jemand... Aber auf dem Tisch lag kein Zeugnisheft mehr! Mit einem unguten GefĂŒhl und leichter Heiserkeit, die GrĂŒnde dafĂŒr sind bekannt, rief Apollon mit Blick zur TĂŒr ein „Ja?!“ Langsam öffnete sich diese, ein wunderschönes, hochgewachsenes, schwarzhaariges MĂ€dchen mit tieftraurigen Augen betrat vorsichtig den Klassenraum. „Melpomene!“ rief Apollon entrĂŒstet. „Hast du etwa verschlafen?“ Im Augenblick seiner EntrĂŒstung wurde Apollon jedoch sofort klar: Er hatte kein Recht fĂŒr VorwĂŒrfe. Denn auch ihm war ein Fehler unterlaufen. UnauffĂ€llig suchten seine Blicke den Bereich unterm Lehrertisch ab, die Stellen, an denen er sich bisher bewegt, als er ins Zimmer kam. Wo war das verdammte Zeugnisheft fĂŒr Melpomene..?
Mit TrĂ€nen in den Augen stellte die sich vor ihn hin. Riß plötzlich die Arme hoch, brach in ein herzerreißendes Klagen und Wimmern aus. „Melpomene!“ schrie Apollon in hoher Angst, „beruhige dich! Es wird alles gut. Ich hĂ€tte dir ohnehin bis jetzt keine Zeugnisse aushĂ€ndigen können. Irgendwie ist was mit deinem Heft schiefgelaufen...“ Melpomene jammerte noch intensiver. Die SchĂŒlerinnen im Raum hielten sich die Ohren zu. Das Geschrei erinnerte an einen Chor aus Sirenen, Erinnyen, Medusen und Skyllas. „Wachs!“ schrien einige und rauften sich die Haare. Apollon zitterten die HĂ€nde, Schweißperlen traten ihm auf die Stirn, durch dunkles Flimmern vor seinen Augen winkten ihm Hades und Charon...

Mit einem Schlag war Ruhe. UnglĂ€ubig wischte sich Apollon den Schweiß von der Stirn. Was kam jetzt. Vor ihm stand Melpomene, blinzelte munter. Sie hielt ein Heft in der Hand. Das Zeugnisheft! Sie habe es auf dem Flur vorm Lehrerzimmer gefunden... Apollon zitterten immer noch die Knie, aber er gewann die alte Fassung langsam zurĂŒck. „Meine liebe Melpomene“, sprach er feierlich. Das war ja ein echt kathartischer Schocker. Immer wieder erstaunlich, wie gelĂ€utert und frei von allen BedrĂŒckungen man sich nach deinen Auftritten fĂŒhlt... Melpomene verbeugte sich. „Ja“, fuhr Apollon in zunehmend besserer Laune fort, „fĂŒr dich trifft zu, was ich schon ĂŒber Thalia sagte: Keine besonderen Leistungen im Speziellen. Guter Durchschnitt. Aber deine Auftritte bei mĂŒndlichen Leistungskontrollen! Unvergesslich, es ging mir durch Mark und Bein, wie grade eben...Was ist schon Wissen gegen die tragische Pose, was rationales Denken gegen Tobsucht aus tiefster Überzeugung? – Nichts, wir wissen es. So wĂŒnsche ich dir fĂŒr deine Zukunft alles Gute, mögest du einen Mann finden, der dich auf Dauer ertrĂ€gt, und einen Job, in dem du deine FĂ€higkeiten anwenden kannst. Möglichkeiten sehe ich einige: Theater, Politik, Massenmedien...“ Er sah in seine Kiste. „Hier, Melpomene: eine Maske, eine Keule, ein Weinlaubkranz. Steht dir gut."
Ein Gong ertönte. Erschöpft sank Apollon auf seinen Stuhl. Die MĂ€dchen verließen lĂ€rmend das Zimmer...

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blaustrumpf
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Hallo, Penelopeia

Deine "Zeugnisausgabe" gefÀllt mir gut, besonders wegen der Schlusspointe.

Noch besser gefiele mir die Geschichte, wenn sie etwas ĂŒberdrehter einherkĂ€me. Vielleicht ist es der KĂŒrze des Textes geschuldet, dass er mir doch ein wenig (zu) "brav" erscheint?

Auch in dieser Fassung ist es natĂŒrlich flĂŒssig und mit Freude zu lesen. FĂŒr mich steckt aber erheblich mehr Potential sowohl in der Grundidee als auch in deiner Umsetzung.

Schöne GrĂŒĂŸe von blaustrumpf
__________________
DafĂŒr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Penelopeia
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Hallo Blaustrumpf,

Du hast recht, der Text ist wohl wirklich sehr knapp geraten... Das liegt einmal daran, daß ich die Geschichte mit der Absicht in die Tastatur gehĂ€mmert habe, zum Thema eine schnelle Skizze zu fertigen. (Vielleicht ist auch aufgefallen: Es sind nur acht MĂ€dels zugegen. Melpomene fehlt. - Unentschuldigt!)
Zum anderen ist die Zeit momentan sehr knapp fĂŒr epische Breitseiten...
Werde ĂŒberlegen, ob ich die Story bei Gelegenheit etwas ĂŒppiger ausmale.

Liebe GrĂŒĂŸe

Pen.

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Penelopeia
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Unentschuldigtes Fehlen...

Habe die Geschichte ein bissel ergÀnzt, Melpomene kommt jetzt auch zu ihrem dramatischen Auftritt...

Vielleicht noch zur ErlĂ€uterung: Der "AnnĂ€herungsversuch" Apollons an Dryope erfolgte durch Verwandlung Apollons in eine Schildkröte. Und der "Besserkönner", der ihm in die Quere kam, ist natĂŒrlich der arme Marsyas...

Pen.

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black sparrow
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Hallo Penelopeia,

ich mag Autoren, die die griechische Mythologie schÀtzen!
Und die Musen in eine Schulklasse zu versetzen, ist eine
gute Idee! Ich möchte mehr solcher Sachen lesen, in denen
Formulierungen vorkommen wie: kathartischer Schocker.
Gut gemacht!
Pass auf dich auf und warte nicht zulange auf Odysseus!

black sparrow

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Penelopeia
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kathartischer Schocker...

Hallo Black Sparrow,

ich hab vielleicht gelacht ĂŒber Deinen Hinweis, nicht zu lange auf Odysseus zu warten! - Find ich köstlich...

Zu dem Text noch ein paar Gedanken: Seit lĂ€ngerer Zeit beschĂ€ftigt mich die Frage, inwieweit es mit den Mitteln der Literatur möglich ist, sich Wirklichkeit zu erschließen bzw. "zu des Pudels Kern" vorzudringen. Eine Frage also nach dem erkenntnistheoretischen Wert von Literatur. Ausgelöst wurde diese Frage z.B. durch Erlebnisse in BuchlĂ€den - was da so herumliegt!.. - und andere, auf die ich hier nicht nĂ€her eingehen möchte. Mittlerweile habe ich Zweifel, daß Literatur, also die literarische Erfassung der Wirklichkeit, im Rahmen eines versuchten und gewollten Erkennnisprozesses, eines "Durchschauens der Dinge bis zum Grunde ihres wirklichen Wesens", ein halbwegs zuverlĂ€ssiges Instrument sein kann...
Nun versucht man natĂŒrlich, solche Zweifel auch in eine Form zu bringen bzw. mittels Schreibprozess zu konkretisieren - ev. ein "circulus vitiosus". Trotzdem: Die Musen boten sich dafĂŒr an, sind sie doch nichts weiter als eine bildhafte Darstellung kĂŒnstlerischer und wissenschaftlicher TĂ€tigkeiten. Meine ursprĂŒngliche Absicht war, der Muse der Literatur gewisse BeschrĂ€nktheiten nachzuweisen. Was ich bei der BeschĂ€ftigung mit dem Thema entdeckte: Es gibt keine ausschließliche Muse der Literatur... Kalliope z.B. ist nicht nur die Dame der Poesie, sondern auch die der Philosophie und Rhetorik...

Mittlerweile denke ich, jede der Damen hat ihre Berechtigung, wenn auch jede einzelne fĂŒr sich genommen Defizite hat. Vielleicht konnte ich mich verstĂ€ndlich machen...

Liebe GrĂŒĂŸe

Pen.


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black sparrow
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Au weia

da hast du dir ja was vorgenommen, penelopeia!
Ich glaube, es liegt nicht an der Literatur, dass
sie scheitert bei der "Durchschauung der Dinge".
Es liegt an der eigenen Wahrnehmung, die die Welt
wie in einem Rahmen erfasst.
Unser Sensorium ist beschrÀnkt, und so bleibt
Erkenntnis immer unvollstÀndig und fragmentarisch.
Aber sie hilft, sich zu orientieren.

Liebe GrĂŒĂŸe

black sparrow

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