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Leselupe.de > Gereimtes
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Eingestellt am 22. 04. 2002 18:53


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 115
Kommentare: 81
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"Wenige werden von wenigen lange geliebt, weil nur wenige einen ganz freien Menschen dulden."

Sein Brustkorbbrodeln hat die Luft erhitzt. W├Ąre er nicht aus der Wohnung gefl├╝chtet, h├Ątten die Tapeten sicher Feuer gefangen. Seine Ohren, sein Gesicht f├╝hlen sich an wie mit Brennnesseln gepeitscht. Finger und Beine sind nichts als gekochte Spaghetti.
Ihre Trennung brauchte nur 98 Zeichen:
Es tut mir leid, ich
komme heute
Abend zum Schl├╝s
selaustausch.
Habe mich zum
Tingeln entschie
den.
Seiner Feigheit reichen 43:
Hol deine Sachen.
Ich werde nicht
da sein.
ÔÇÜWie du mir, so ich dir', denkt er, schickt dann aber eine Nachricht hinterher:
Prima Methode,
per SMS. Viel
Gl├╝ck beim
'Tingeln'!
Dieses Wort ist wie ein Irrlicht durch die letzten Jahre gezogen.
"Ich m├Âchte nicht mehr tingeln. Ich habe es lange genug getan. Auf die Dauer ist das nichts."
Er ist der von Dauer gewesen, bei dem ihre Entscheidung endlich g├╝ltig hat werden sollen, der Ausgew├Ąhlte, der ÔÇÜLieblingsmann'. Irgendwie h├Ârt er in dieser Bezeichnung immer noch mehr Silben, als sie eigentlich besitzt.
- Tingeln. Ein Begriff wie ein trockener Schwamm. Eine Zeitlang hat er geglaubt, sie bem├╝he sich einen Wesenszug einzustudieren. Wie andere Menschen Toleranz oder Besonnenheit, weil sie das Gef├╝hl haben, das w├╝rde gut zu ihnen passen. Als sei es chic. Wie ein neues Paar Schuhe, passend zu Ohrringen. Dieses Tingeln war ein Phantom, nicht greif-, nur sp├╝rbar. Es ist zu erwarten gewesen, dass es sich irgendwann von hinten anschlich, diese linke Ratte. "Meine Liebe, pseudonymen wir es Beziehungsm├╝digkeit, unbefriedigte Befriedigung, meinetwegen auch Willensschw├Ąche. Oder wollen wir es beim Namen nennen und Rumgeficke sagen?"
Die Betonplatten des Gehwegs drohen unter seinen Schritten zu schmelzen.
Es ist nichts geschehen, was nicht vorhersehbar war. Wut ist falsch, Erleichterung w├Ąre angebrachter. Die Unsicherheiten haben nun ein Ende. Du kannst dir sicher sein, demn├Ąchst in Erinnerungen und Onanieb├Ąchen zu ertrinken. Bravo! Sicherheit ist gut! Mehr davon!
Stopp! Er muss seinen Zynismus unter Kontrolle kriegen, bevor er von ihm erw├╝rgt wird.
Fr├╝hjahrsm├╝de w├╝hlen sich die Menschen durch den Schlussverkauf, ertr├Ąnken sich in den ersten Schokoeisshakes des Jahres. Er l├Ąuft durch die Fu├čg├Ąngerzone, weder ist sie sein Ziel gewesen, noch hat er eins, er hofft nur, dass ihn niemand sieht, den er kennt. ÔÇÜBlo├č keine Gespr├Ąche. Bitte, jetzt nur keinen Smalltalk. Geht nach Hause und best├╝ckt Winterklamotten mit Zedernholz!'
Nat├╝rlich wei├č er, was dieses Tingeln bedeutet. Ein Bed├╝rfnis, eine Unruhe. Bindungslimit. Ein Gef├╝hl, als stehe man mit dem Auto in einer Sackgasse, und die einzige Alternative zu wenden ist eine rot umrandete Anliegerdurchfahrt. Bei ihm hat es sich immer neun Monate nach dem ersten Herzgeflimmer einstellt. Dann begann das unruhige Embryo sich in ihm zu regen, mit dem Hintern zu wackeln und den Zeigefinger lockend in seinem Unterleibes zu kr├╝mmen. Dann hat Herr Rossi wieder auf Gl├╝cksuche gehen m├╝ssen.
Nun ja, dieses Mal nicht.
Im Grunde ist es mit ihr nicht anders gewesen. Die ausgelassenen Gelegenheiten haben in ihm getrommelt und geflucht - p├╝nktlich auf den Monat - aber irgendwie hat er es ausgesessen. Doppelt so lang wie sonst. Was nun in Zeitraffer durch seinen Kopf flimmert, macht den Film nicht k├╝rzer: Fetenlaune, ein paar Tage Balzen und schlie├člich schwuppdiwupp. Ehrlich gemeinte Ich-liebe-dich's, die Minderwertigkeit herausgerutschter Ich-habe-dich-lieb's sind zu Wortklaubereien erkl├Ąrt worden. "Ihr seid schon komisch, ihr zwei", hat sein Freund bemerkt, der h├Ąufig mitkam und ihr Vertrauter wurde. "Irgendwie habt ihr die Kuschelphase komplett ausgelassen, und seid sofort zum Was-sich-liebt-das-neckt-sich-Level ├╝bergegangen." - Eine Liebe wie ein Pingpong-Spiel. Kadack-kadack. Zusammenspiel um Punkte. Kadack-kadack. Feuerwerk-Dialoge wie aus Hollywood-Kom├Âdien. Kadack-kadack. Harry & Sally h├Ątten es nicht besser machen k├Ânnen. Kadack-kadack. Ihr entz├╝ckendes Schnauben nach seinem Verbal-Ass. "Es macht Spa├č, euch zu erleben." Kadack-kadack. Und dann: Tingelwarnung! Kadack-kadack. Aus!
T├╝-t├╝-t├╝ - T├╝-t├╝t - T├╝-t├╝-t├╝
Komme gegen
halb sieben. Ich
wollte dich nur
vorwarnen und
den Rest pers├Ân
lich ...
Ja, ja. - ÔÇÜJa, ja' hei├čt ÔÇÜLeck mich am Arsch.' Er versucht sich einzureden, dass er nie wirklich verliebt gewesen sei. Warum sonst hat es kein Gekuschel gegeben? Eine Laune, eine Tingelsingel-Finger├╝bung, die irgendwie eineinhalb Jahre l├Ąnger als gew├Âhnlich gedauert hat. K├╝nstler brauchen keine Beziehung, sondern Freiheit, weniger die Aff├Ąren als viel mehr die Trennungen. ÔÇÜMach mich blo├č nicht gl├╝cklich und st├Âr meine Dramaturgie.' "Ja, ja", sagt er zu sich selbst, w├Ąhrend seine Finger in der Hosentasche versuchen, den Schl├╝sselhals zu w├╝rgen.
"Und w├╝rdest du mich fragen, was wohl Zukunft mag sein, so w├╝rde ich dir sagen: ÔÇÜZukunft hei├čt: Niemals allein.'" - Woher kommt diese Zeile?
Er denkt an gemeinsames Aufwachen und an seine morgendlichen Arbeitswutanf├Ąlle. Wenn er, von einer Idee erweckt, an den Rechner geeilt ist, um die n├Ąchste Stunde wie besessen auf die Tastatur einzuh├Ąmmern, den Bildschirm mit Worten zu f├╝llen. Dann hat ihre Hand eine Tasse Tee vor ihn hingestellt, schwarz und gezuckert wie er ihn gerne trank. Er hat ihre k├╝hle Hand, die nie ganz warm wurde, an seinem Hals gesp├╝rt, ihren Kuss an seiner Schl├Ąfe, den Kopf nach hinten sinken lassen, ihn zwischen ihren noch bett-warmen Br├╝sten gewendet ... und schlie├člich den Winter bemerkt, der w├Ąhrend der Nacht die Welt da drau├čen bepudert hatte. - Ein Augenblick, der beinahe ein Heiratsantrag geworden w├Ąre. F├╝r sie muss es die Best├Ątigung gewesen sein, dass er ihr nie ganz allein geh├Ârt, ihr nie ganz und gar geh├Âren w├╝rde. Seine andere Geliebte besteht aus Worten.
"Ich mag es nicht, so weich zu sein", hat sie gesagt. - Er denkt an K├╝chentisch-Debatten ├╝ber Gott und die Welt (immer zwiegespalten und dadurch immer gut) und an P├Ąrchensitz-Vorbestellungen f├╝r Zeichentrickfilme, an Wasserpfeifenabende und Saunabesuche, an hungrige Blicke und scharfe Mahlzeiten, an ihre beiden von Fingern├Ągeln oder rauen T├╝rrahmen zerkratzten R├╝cken, an die zuckende Ekstase ihres biegsamen K├Ârpers, dem sich niemand entziehen kann. Auch andere nicht. Das hat er immer gewusst - und es genossen. Weil er sich ihrer sicher sein durfte. Weil zu dem zum hemmungslosen Flirt f├Ąhigen K├Ârper auch eine Schulter geh├Ârte, an die er sich lange hat anlehnen d├╝rfen, ohne sich Gedanken dar├╝ber machen zu m├╝ssen, wer sich gegen die andere Schulter stemmen k├Ânnte. Diese Sicherheit war n├Âtig. Das Land, das vor ihm liegt, mag frei sein, aber auch rau und beschwerlich. Wer nicht strampelt, strauchelt. Und die Schulter zum Ausruhen hat so gut getan. Ihnen beiden. Wie er dachte.
Er holt sein Handy aus der Seitentasche.
Dieses Hin&Her
ist so billig und
schwach. Dass
wir das noetig
haben ...
Ewige Lichter gibt es nun mal nicht. Es sind rechtzeitig ausgetauschte Talgkerzen. Ein Kollege hat mal geschrieben, Normalit├Ąt sei die Wolllust der Langeweile. Das hat was f├╝r sich. Liebe kann pl├Âtzlich kommen, aber Nicht-mehr-Liebe schleicht sich wie diese feige Tingel-Ratte von hinten an. - Sei es wegen dem Rauchen oder seiner marottenhaften Arbeitsmethoden, wegen ihrer wundgeschmusten Haut, weil er Rasieren abscheulich findet oder wegen seiner M├╝digkeit nach Schaffensphasen, sei es wegen seinem Zeitmangel, seiner Besessenheit, oder seinem Stil - die Liste lie├če sich fortf├╝hren. Er hatte auch Negativ-Listen ├╝ber sie, aber soweit er sich erinnern kann, hat er sie nach jeder Erstellung zerrissen. Auch wenn jeder einzelne Punkt mit spitzen Nadeln an seinem Ego pinnte, so hat er doch immerhin versucht, es zu ├Ąndern. - Sich zu ├Ąndern. Allerdings erst, nachdem sie ihm anvertraute, dass da eine Noch-Nummer 2 an ihrer anderen Schulter mit ihr einschlafen wollte ...
"Ich will es nicht wissen", hat er in sicheren Zeiten zu ihr gesagt. "Gesetzt den Fall, es k├Ąme zu einem Getingel, zu einem Betthupferl, und du w├Ąrst aber weiterhin dazu entschlossen, bei mir zu bleiben, und - gesetzt den Fall - es lie├če sich so gesichert verheimlichen, dass ich es nie im Leben herausfinden w├╝rde, dann will ich nichts dar├╝ber wissen."
Ignoranz? - Nein. Ein einfaches und uraltes Prinzip: Was er nicht wei├č, macht ihn nicht hei├č. ÔÇÜAlles oder nichts' statt ÔÇÜAlles nichts, ... oder?' Misstrauische Gedanken kann er sich im freien, rauen Land nicht erlauben. Die lassen straucheln und er muss mit beiden Beinen strampeln. Mit den Beinen, die sich nun anf├╝hlen wie Spaghettis zehn Minuten nach al dente.
T├╝-t├╝-t├╝ - T├╝-t├╝ - T├╝-t├╝-t├╝
Ich schaffe es
eine h sp├Ąter.
Das w├Ąre halb acht. Aber er will nicht. Was w├╝rden Erkl├Ąrungen denn noch bringen? Er will laufen und den Gehwegen von seiner brodelnden Hitze abtreten.
ÔÇÜIch habe einen Verstand, der viel zu gut funktioniert', loben ihn seine Gedanken und er bei├čt sich dabei auf die Zunge. Er erinnert sich an die einsame Nacht, in der er pl├Âtzlich aufwachte und ihm alles klar war. Das Herumgedruckse und Z├Âgern, die Berichte seines Freundes - ihres vertraut Gewordenen (Diese Bekanntmachung hat er schon lange bereut. Der Arme sa├č sicher nicht sonderlich gut zwischen ihren St├╝hlen.) Ihre Bemerkungen und Verhaltensweisen, die Mienenregungen, die er beobachtet hatte, ergaben Sinn. Kein Wunder! Tingeln hat ja auch sicheren Erfolg versprochen! Der Stier von der Nachbarkoppel hat schon lange mit den Hufen gescharrt. Obwohl er von dem Wiedertreffen mit ihrem Schulfreund wusste, haben seine Alarmglocken nicht fr├╝her geschrillt. Klar, ein Schulfreund hat den Mutterbonus. Ein Schulfreund hat schon vor zwei Jahrzehnten beim Topfschlagen das Pixi-Heftchen gewonnen, dass Mama unter die Tefalhaube gelegt hat. Ein armer Poet, der Hallo winkt statt Guten Tag sch├╝ttelt, der die Tochter ab und an um zwanzig Euro anpumpt, der kann nix sein, selbst wenn er das Geld immer zur├╝ckzahlt.
Heute gewinnt der Schulfreund Herzen, hat einen gesicherten Job, ist hilfsbereit, raucht nicht, (k├Ânnte es sich finanziell aber leisten), f├Ąhrt Motorrad, (was jedenfalls besser ist als auf Monatsfahrkarte) und - ganz wichtig - er hat Geduld mit ihr und klopft m├Âglicherweise noch immer gegen die Haube! Ergo: Ein Bilderbuch-Schwiegersohn. Wie geschaffen f├╝r die widerspenstig heiratsunwillige Tochter. Da kann der "K├╝nstler" - ein Wort, dass man wundervoll ausspucken kann - mit seinem gammeligen Lebensstil, dem ungesicherten Status und diesen spinnerten Ideen nicht mithalten. - Aus! Aufschlagwechsel. Kadack-kadack. Netz!
"Nun, du geh├Ârst vielleicht nicht zu meiner Zielgruppe", hat er zu ihr gesagt. Diskussionen ├╝ber seine Texte sind immer ├Âfter in destruktiver Kritik versandet. Bis sie sich bei Fragen nach ihrer Meinung umgewandt hat und zur Bauchtanzgruppe gegangen ist - weil sie ihn nicht kr├Ąnken wollte.
Hey, okay! Die Frau, die er liebte, ist f├╝r Identifikationsfiguren. Aragorn und Harry Potter. Er schreibt lieber ├╝ber Problemf├Ąlle und Anti-Helden. Was macht das? Die Frau, die er liebte, mag ja auch edle Weine, deren Bouquet man durch Schwenken und Mundsp├╝len genie├čen kann, was er als ÔÇÜaffigen Benimm-Firlefanz' bezeichnet und Zwei-Euro-f├╝nfzig-Lidl-Trocken trinkt, weil im frei-rauen Land Genuss keine Edel-Frage ist. Er will irgendwann Kinder, sie knirscht mit den Z├Ąhnen, wenn der T├╝rke unten im Haus seine ÔÇÜBlagen' nicht geb├Ąndigt bekommt. Was macht das? Nichts. - Nichts wirklich. Herrje, es gibt eine Menge Unterschiede zwischen Land- und Stadtkindern. Ist es denn unbedingt n├Âtig, sich zu m├Âgen und zu verstehen? Er kreiert Wortspielereien und prosaische Was-w├Ąre-wenn-Gedankenspielchen, die weder jedermanns Sache noch Hauptangelegenheiten einer Beziehung sind, oder? Was macht das alles, so lange Gemeinsamkeiten nicht ausnahmslos bedeuten, sich Asterix-Sprechblasen zu zitieren und an verbilligten Dienstagabenden ins Kino zu gehen. Immerhin war da noch verdammt guter und in jeder Hinsicht ausgef├╝llter Sex.
Er merkt, dass er sich selbst zu verarschen versucht. Ihre letzten gemeinsamen Erlebnisse waren Terminkalendervergleiche. Am Telefon. Seine Zigarette (die zigste nach jener, mit der er sich den Schei├č abgew├Âhnen wollte) landet im Rinnstein. - Es ist nichts geschehen, was nicht vorhersehbar war ...
Die Kirchturmuhr zeigt neunzehn Uhr zehn. Es sind f├╝nf Stra├čenbahnminuten bis zu ihm nach Hause. Er k├Ânnte noch eine Erkl├Ąrung h├Âren. Seine hei├čen F├╝├če setzen sich in Bewegung. An der Haltestelle kommt eine Bahn und f├Ąhrt ohne ihn weiter.
Immer ist Angriff seine beste Verteidigung gewesen. Ein "Was ist hier los? Sag mir was ich denken soll" kam immer von ihm. Auch nach jener Erkenntnisnacht, in der er nicht mehr hat weiterschlafen k├Ânnen; nach dem folgenden Tag, an dem er nur durch die Wohnung gependelt ist wie ein Tiger im K├Ąfig und sp├Ąt abends, nach stundenlangem Starrkampf gegen das Telefon, endlich kapituliert und zum H├Ârer gegriffen hat.
"Du wirst kleiner, wenn du weinst." Er hat die Bedeutung dieser Liedzeile schon fr├╝her begriffen, doch nie so erlebt. Immer sind es jene Neun-Monats-Beziehungen gewesen, die er hatte weinen h├Âren, bis er "trostlos, zwischen bitterkalten Fingern, letztes Mitleid wie ein welkes Blatt" zerrieb. Gro├čer Gott, er sei doch auch schwach, in diesem Falle sei er es ehrlich und gerne. Warum k├Ânne sie es nicht sein? ... Er liebe sie.
Jenes Mal haben sie die Kurve noch gekriegt. Das - immerhin - hat er an dem Abend erreicht. Doch einer Liebe immer wieder noch eine Chance zu geben, begradigt die Stra├če so lange, bis sie sich teilt. "Auf der Leinwand steht nicht ÔÇÜEnde', sondern ÔÇÜSchluss'."
T├╝-t├╝-t├╝ - T├╝-t├╝ - T├╝-t├╝-t├╝
Der Schl├╝ssel
liegt im Brief
kasten
Mit jedem Schritt zur├╝ck z├Ąhlt er sich Vorteile auf und kommt auf eine betr├Ąchtliche Anzahl. Nicht nur, dass er diese ungl├╝ckliche Bahnverbindung in die Nordstadt nun nicht mehr fahren muss. Endlich darf er ├╝ber alles schreiben. F├╝r seine Zielgruppe. Und er w├╝rde eine Weiche finden. Wieder vom Besiegten zum Geliebten werden.
Die Gleise verlaufen entlang der Strasse, die er geht. Er kommt an einen freien Platz, eigentlich mehr der Rest einer Baustelle. Wenn sie mit der Bahn zur├╝ck f├Ąhrt, muss sie hier vorbeikommen. Er lehnt sich an einen Bauzaun und wartet.
Sie sitzt in der ├ťbern├Ąchsten, sieht ihn aber nicht, wie er dort steht, die H├Ąnde tief in den eingerissenen Taschen der Cordjacke vergraben, seine Nase pathetisch gen Sonnenuntergang und sie beobachtet. Ein stolzes "Viel Gl├╝ck" in ihre Richtung verkneift er sich.



__________________
"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

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