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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Zittern
Eingestellt am 19. 12. 2004 11:00


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schwestalein
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2004

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Ich umarme sie, doch weiß ich nicht, ob sie mich tröstet, oder ich sie.


Vier Kerzen. Eine brennt. Was wĂŒnscht du dir zu Weihnachten? "Im April ist der Geburtstermin. Mein Großvater soll meinem Kind aus meinem Lieblingsbuch vorlesen, so wie er es bei mir getan hat."

Aufbruchstimmung - am heutigen Morgen betritt meine Schwester das Zimmer und fragt mich, was am Mittwoch, 15.12. denn passieren werde. Sie fand nichts im Time Planer und auch nichts in ihren Notizen. Ich kannte die Antwort noch nicht.

Kopfschmerzen. Weshalb kann ich mich nicht konzentrieren?

"Sag, warum bist du so bleich? Wirst du krank?"


Das Telefon lÀutet. Gleich darauf ein kurzer Aufschrei. Ich verlasse das Zimmer und versuche die Laute zu identifizieren. Zögernd betrete ich das Studio im 2. Stock: mein Bruder kniet neben meiner Mutter. "Ich kann es nicht glauben ... Es ist unmöglich! ... Er ist mein Vater. ... Es kann nicht sein ..."

Ich ĂŒberlege, wen ich anrufen muss. Was wird die nĂ€chste Handlung sein? Ein Klopfen auf die Schulter, ein verzweifelter Blick, ein FlĂŒchten ins verschließbare Zimmer. Das Auge bleibt trocken. Nur dieses Kraft raubende Zittern. Wie gerne wĂŒrde ich weinen.
UnterdrĂŒcken der Gedanken verhindert den Ausbruch der TrĂ€nen.

Die eine erreiche ich nicht. Die andere will mich auf spÀter vertrösten, doch ich kann ihr die Nachricht nicht vorenthalten. Er ist tot. Ich vernehme ihr Weinen.


Keiner konnte damit rechnen. Ein bösartiger Tumor in der SpeicheldrĂŒse. Innerhalb der letzten Tage hat er sich enorm vergrĂ¶ĂŸert. Kein Schlucken möglich, spĂ€ter kein Atmen. Rettende Operation möglich? Nein. Patient tot. Es sollte eine Routineuntersuchung sein. Eintritt des Todes: 13:17


Ist es dieses Zimmer? Es ist so still. "Kein Eintritt fĂŒr Besucher". Ich klopfe an. Keine Reaktion. Eine Schwester mit fragendem Blick - "Bitte, treten Sie ein!" "Hier?"
Sie stehen in einem Kreis rund um das Sterbebett. Geneigte Köpfe. "Denkt an eine schöne Erinnerung". Es ist also wahr.


Wie konnten er es wissen? Wie konnte sie es spĂŒren? Was war mit mir heute morgen?


Jetzt tritt es wieder ein. Zittern. Gib mir Kraft. Hilf mir!

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hopeless-1
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Mar 2002

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Hallo

Tja, was soll ich sagen, ich bin berĂŒhert...
Am Anfang kam ich mit deinem Stil nicht klar, die Striche und auch deine GedankengÀnge waren etwas verwirrend.
Doch dann wurde es deutlich und dann war auch dein Stil begreifbar und auch diese Verwirrung. Deshalb kann ich nur sagen: gut!

(Doch die Striche lass doch das nÀchste Mal weg, AbsÀtze tun es auch)

Hopeless-1
__________________
Ein Raum ohne BĂŒcher ist ein Körper ohne Seele (Cicero)

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