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Leselupe.de > Science Fiction
Zu Besuch bei Petronius
Eingestellt am 19. 03. 2006 18:27


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bondit
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2005

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Zu Besuch bei Petronius:

Was es so alles gibt.

„Sieh Dir das an,“ wendet sich Petronius, der WĂ€chter des Himmelstores und Transpositionsrealisator aller Lebensformen mit einem SchĂŒtteln seiner Silberlocken an Smoky, den gestaltlosen und allgegenwĂ€rtigen Geistesherrscher der himmlischen Gefilde. „Da habe ich diesem Robby Ackerhoff zu seiner Wiedergeburt alle FĂ€higkeiten gegeben, glĂŒcklich zu werden - und was ist? Er ist uuuunglĂŒcklich!
Er ist unglĂŒcklich, weil er seinen Wehrdienst in Kosistan so erfolgreich abgeleistet hat, daß er zum Oberleutnant befördert und mit dem kleinen Ritterorden fĂŒr die Verhaftung von drei Banditen ausgezeichnet wurde. Sein Gewissen plagt ihn, weil er geholfen hat, drei TĂ€ter lebenslĂ€nglich hinter Gitter zu bringen.
Er hadert mit seinem Schicksal, weil er wegen seiner Verdienste fĂŒr die Firma vom Manager in den Vorstand des Konzerns aufgestiegen ist und nun mehr denn je Gewinne fĂŒr die AktionĂ€re einfahren muß anstatt fĂŒr das Wohl der Allgemeinheit sorgen zu können. Er verzweifelt fast, sich nicht genĂŒgend um seine drei wunderbaren Kinder und seine entzĂŒckende Ehefrau Susan Noire kĂŒmmern zu können. Alle bewundern und achten ihn, ja beneiden ihn beinahe. Er wird von Liebe und Hochachtung umgeben. Sein Sexualleben ist erfĂŒllt, aber nein, der Herr Robby Ackerhoff geruht unzufrieden zu sein.
Er möchte lieber Hausfrau, sprich Hausmann sein, sich seinen Kindern, seiner Familie und seinen privaten Interessen widmen und nebenbei SF-Stories schreiben. Er möchte liebend gern mit Susan tauschen. Schau nur, Smoky, mit welch flottem Wagen er die Auffahrt zu seiner edlen Villa hinauffÀhrt, wo ihm Frau und Kinder schon entgegen laufen. Er lÀchelt zwar und freut sich; wenn Du aber in sein Herz siehst, erkennst Du im Hyperbariebereich Unzufriedenheitsmodulationen.
Und Susan? Genau die gleichen Unzufriedenheitsemissionen. Smoky, sag selbst, was erblickst Du bei Susan? Sehnsucht nach Selbstverwirklichung. Verlangen nach beruflichen Erfolgen. Reisen möchte sie wie Ihr Mann, fremde LĂ€nder erleben, mal den tĂ€glichen familiĂ€ren Verpflichtungen entfliehen, keine Kinderfragen hören: Mammi, kannst Du mir mal helfen, Mammi, warum, Mammi guck mal undsoweiterundsofort. Die TĂ€tigkeit im Elternbeirat ödet sie an. Sie hat es satt, sich ĂŒber das Essen, das auf den Abendtisch kommen soll, Gedanken zu machen. Dabei kann sie bei der finanziellen Grundlage doch alle Möglichkeiten ausschöpfen.
Nein, sie möchte lieber Drachenfliegen, sich erheben ĂŒber den Alltag, mal frei sein, selber entscheiden, andere Menschen fĂŒhren. Hier, hier, hast Du das registriert?! Sie will echt Macht haben. Sie beneidet die MĂ€nner um ihre Freiheiten. Ha, sie will am liebsten ein Mann sein, noch mehr Mann als ihr Mann es ist. Jaja, sie liebt ihn und die Kinder, aber, aber, aber!!“
„ Mein lieber Petronius, das Problem kennen wir doch schon seit Äonen und haben es in einigen Religionen doch schon ganz gut gelöst. Die Aufstiegsmöglichkeiten bei einer Wiedergeburt bis hinauf zu Dschinns und anderen Geistern, sogar bis zu Marx und Engels, oh verzeih, mein lieber Petronius, ich meine natĂŒrlich bis in
die Engel-Hierarchie können wir voll ausnutzen, ebenso natĂŒrlich die Abstiegspfade bis hinunter zur staubfressenden Schlange oder gar zur kotmampfenden Schmeißfliege, ganz wie es der GefĂŒgelage, dem Verhalten der betreffenden Wesen zu ihren Lebzeiten und ihren potentiellen WĂŒnschen entspricht. Auch horizontale Reinkarnationen sind uns gegeben. Will eine Ente im nĂ€chsten Leben lieber ein Erpel sein, ein Fuchs lieber eine FĂ€he, warum nicht? Das Wesen muß nur zwei Bedingungen erfĂŒllen: Es muß sich im aktuellen Leben so bewĂ€hren, daß es die Transposition auch verdient hat, und es muß fest an die Transpostionsrealisation glauben. Aber, das weißt Du doch alles, lieber Petronius, falls es Dir nicht als steinaltem Transpositionsrealisator entfallen sein sollte.“

107 Jahre spÀter

Smoky, auf seinem gravitationslosen, watteweichen Formenergie-Diwan schwebend, blĂ€ttert im Transpositionsreporthologramm des letzten SĂ€culum. „Hey, Petronius,“ denkt er laut hallend. „Warum zum T.., also, warum hast Susan nach ihrem Hinscheiden nicht zum Mann transponiert wie sie es wollte“ - „ Oh, das hat sehr einleuchtende GrĂŒnde, lieber Smoky. Erstens haben Frauen inzwischen die gleichen Chancen wie die MĂ€nner, vielleicht sogar bessere und zweitens wollte sie keine mĂ€nnlichen Genitalien haben. Ich finde diese zwar recht lustig, aber Susan war anderer Meinung. Also ließ ich sie wie sie war. Sie ist jetzt PrĂ€sident des Eurorates, hat drei Töchter mit Roberta und ist absolut glĂŒcklich.“ „??????“
„Ach Du meinst, wie es fĂŒr ein lesbisches Paar möglich ist, Kinder zu bekommen. Nun statt mit einer Samenzelle wurde Robertas Eizelle im Reagenzglas mit Susans Eizelle befruchtet, bis Stadium 32 weiter gezĂŒchtet und dann Roberta implantiert. Das geht bei lesbischen Paaren natĂŒrlich nur mit Töchtern, bei MĂ€nnern...“
„ Ja, ja, ich weiß schon“, unterbrach ihn Smoky etwas unwillig. „Robby hast Du also transponiert. Bist also wieder einmal den mĂ€nnlichen WĂŒnschen bevorzugt entgegen gekommen, mmh? Ich sollte Dich bei nĂ€chster Gelegenheit auch einmal transponieren, z.B. in eine Petra“, provozierte Smoky seinen TorhĂŒter. „ Ist Roberta denn nun ebenso glĂŒcklich wie Susan?“ - „ Darauf kannst Du einen, Entschuldi-gung, Dich verlassen, Smoky. Abgesehen natĂŒrlich von den Schwangerenzeiten. Das aber wird im kommenden Jahrhundert auch geĂ€ndert. Da werden Hausschimpansen die Embryos austragen. So oder Ă€hnlich wird das Problem gelöst werden.“
„Und wie steht es mit dem Sex?“ bohrte Smoky weiter.
„Also,da kannst Du ganz beruhigt sein. Als Susan letzthin von einer Reise mit ihrem SekretĂ€r zurĂŒckkam, da wĂ€re beinahe eine kĂŒnstliche Befruchtung nicht mehr nötig gewesen. Die beiden haben die ganze Na.., Ă€h na, Du weißt schon. Schau nur in den Hologrammreport. Die ganze Familie ist jetzt zufrieden. Nur die jĂŒngste Tochter Petra hat einige Probleme und die „Nase voll von der Weiberwirtschaft“, wie sie sagt. Doch da mĂŒssen wir erst einmal abwarten.“

© Bonni Bondit
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bonni bondit

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flammarion
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oh,

welch wunderbare welt! könnte von mir aus noch ne stunde so weiter gehen. recht humorig.
lg
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Old Icke

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