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Leselupe.de > Ungereimtes
Zu sagen, ich sag halt, was ich mir denk, ist ein Oxymoron, denk ich mir halt
Eingestellt am 15. 08. 2006 15:22


Autor
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JMW
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2006

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In der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Kapitel
unterrichtender f├╝r Herz und Geist als das Anale seiner Verirrungen.

Ein pubert├Ąrer Scherz, den wir
sogleich hinter uns lassen.

Denn wir verzweifeln
am Alltag.

Ist nicht die Gr├Â├če
dieser Tat
zu gro├č f├╝r uns,
fragt Nietzsche
und vergreift sich
in der Pr├Ąsupposition

Weil:

Ist nicht die Gr├Â├če
jeder Tat
zu gro├č
f├╝r uns?

Ich mein, irgendwie sowieso?

Warum ├╝berhaupt
Dostojewski lesen
zum Beispiel
und Theodizee-Probleme w├Ąlzen
warum
mythische Vulven auf Kontoausz├╝ge malen
Konferenzraumt├╝rschnallen ablecken
Pulsuhren haben und Dachterassen und Meinungen
Kirchen eintreten oder aus welchen austreten
und sich die Zehenn├Ągel schneiden
wenn doch der erste
Profilneurotiker am B├Ąckertresen
(7:33, Schurli, alter Casanova, geht was mit die Weiber?)
einen regelm├Ą├čig
├╝ber drei Vollkornweckerln
verzweifeln l├Ąsst?

Wir kasteln uns ein
zwischen W├Ąnden
Menschen
Prinzipien
als der mit Sicherheit
tragischste aller Helden
zwischen unseren Ohren,
das k├Ânnen wir, oh ja,
das k├Ânnen wir gut.

Waschen Unterhosen
lackieren Autos
schlucken Amphetaminderivate in Tablettenform
kennen Lebensabschnittspartner
viel zu schnell
viel zu genau
und halten ihnen
die Haare beim Kotzen
bis sie keine Lebensabschnittspartner mehr sind,
das geht meistens pl├Âtzlich

Weil:

Wir sind Opfer von Bildungssystem
und freier Marktwirtschaft!

Sagen halt die, die sich als
Opfer sehen, andere halten
auch einfach die Pappn.

Oder Schneiden sich Gurken aufs Brot.

oder Bewerben sich f├╝r Garderobendienste an Theatern
oder finden Benzinpreise zu hoch
oder gehen ein Eis essen
oder stecken sich Dinge in K├Ârper├Âffnungen
oder werden Schriftsteller
oder werden ├Âsterreichische Schriftsteller
damit sie zwiezach von schwarzwei├čen
Buchumschl├Ągen schauen k├Ânnen
als versuchten sie sich zu erinnern,
ob sie Unterw├Ąsche tragen.

Das menschliche Ego ist ein Hund,
und nicht der sch├Ânste.

Es braucht Futter, Zuwendung, Best├Ątigung
und zwar kontinuierlich, von jedem.
Kriegt es das nicht, wird es bei├čen
oder wenn jeder hinschaut
die Meersau schw├Ąngern.

Gib ihm nichts, misstrau ihm,
leg nichts von dir, das wie
ein rohes Ei ist unter den
Vorschlaghammer seiner
Geltungssucht.

Ich kann ja nur raten,
aber wenn ich m├╝sste,
w├╝rd ich sagen
besser w├Ąren,
kleine Gesten, die Wunder sind weil sie sagen: Da mag dich jemand
besser w├Ąren auch,
mindestens 10 Deka mehr F├Ąhigkeit zur Selbstironie pro Nase und
helfen w├╝rde
├Âfter mal ein dezenter Arschtritt f├╝r diesen und jenes und diese,
eben zum problemloseren Durchschlafen

oder sowieso
gleich im Bett bleiben
und sich das B├╝geleisen
an seine fussballgrossen Lymphknoten
dr├╝cken.

Davon h├Ątten alle was:

Der Lymphknoten,
denn der hat nicht fussballgro├č zu sein.

Man selbst: eine Runde f├╝hlen.

Und das B├╝geleisen, das wird auch mal
wieder in Betrieb genommen,
daf├╝r ist es ja da.

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

hi jmw,

sch├Ân, dass du wieder da bist!

gestern las ich dein gedicht und fand es "irgendwie
gut", um halt mal zu sagen, was ich dachte, als ich
eine sieben gab. sie diente eher als zeichen: ich habe
gelesen. heute f├╝hle ich mich schon eher in der lage,
einen kommentar dazu abzugeben.
mir fiel es schwer, ein thema herauszulesen. deshalb
auch die bisher eher verhaltene reaktion. ich las und
es war eing├Ąngig, witzig stellenweise, aber eben ohne
dass mir ein thema erschien (warum ich eines suchte, ist
vielleicht eine andere frage).

mittlerweile lese ich ├╝ber die un-m├Âglichkeit des
subjekts, die fehlende f├Ąhigkeit, mit "sich selbst identisch
zu sein" (der satz kommt mir bekannt vor - entweder habe
ich ihn schon mal gelesen oder schon mal gedacht, deshalb
die strichelchen) und die absurden, daraus resultierenden,
versuche, diese ├╝bereinstimmung zu erreichen.
manches ist am├╝sant, manches romantisch, manches ekelhaft.
vorstellbar ist alles.

so empfinde ich deine zeilen als anregend, an einigen
stellen etwas blutarm, zu wenig leidenschaftlich, als
dass ich bedingungslos mitfiebern w├╝rde. meinem kopf
bekommen sie allerdings ausgezeichnet.

lg, denschie

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JMW
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2006

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Hallo Denschie.

Die "fehlende F├Ąhigkeit mit sich selbst identisch zu sein" ist allerdings eine spannende Interpretation. Vor allem mit sich selbst im Alltag. Haupts├Ąchlich wollte ich so ein Gef├╝hl des Scheiterns ausdr├╝cken, das mich diesbez├╝glich oft bef├Ąllt. Oder ├╝berf├Ąllt. Meistens versp├╝re ich dann das ├╝berw├Ąltigende Bed├╝rfnis, gar nicht erst aus dem Bett aufzustehen. Leider l├Ąsst mein Alltag das selten zu, die alte Sauzehe. Er und ich schlie├čen bestenfalls mal sowas wie einen fragilen Waffenstillstand.

Thema gibts nicht wirklich, das stimmt. H├Âchstens den Versuch eines Blickes auf das Leben aus einer bestimmten Perspektive. Kein Erkl├Ąrungsnotstand wegen irgendwelcher Bewertungen. Was ich will, sind Meinungen.

Danke f├╝r deine sehr interessante.




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Venus
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2003

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Ach, du lieber Himmel, was hab ich hier Themen gefunden, ├╝ber die ich gerne mitsch├╝mpfen t├Ąt, t├Ąt ich dich treffen, irgendwo. Oder auch dort, wo der Hund die Meersau schw├Ąngert. Hach! Was bin ich angetan, was freut mich diese herrliche Kunst, dieses grundelnde Gemecker, welches mich passagenweis an meinen geliebten, hochverehrten Robert Schindel erinnert; der auch ewig fremd ist, in sich selbst und doch nirgendwo anders zu Haus sein k├Ânnt!

Soziologie k├Ânnte ich mir vorstellen, das w├Ąre ein Fach, welches du studieren k├Ânntest und w├Ąre es so, dann t├Ąt mich deine Magisterarbeit ├╝ber die Ma├čen interessieren. Keine L├╝ge! Ich l├╝ge nie. Nachweisbar.

quote:
Es braucht Futter, Zuwendung, Best├Ątigung
und zwar kontinuierlich, von jedem.
Es, meinetwegen. Du auch.
Von mir aus!
Von mir aus gerne ÔÇô pfundweis!

Bitte, d├╝rfte ich mir dieses Werk kopieren und unters Kopfkissen legen. F├╝r schlaflose N├Ąchte. Und solche, die eh blo├č verschlafen werden ÔÇô

Herzlich,
angetan,

Gabriele

__________________
den wind im r├╝cken, sterb ich mich ein
in den gro├čpassat -
und lebe erst recht

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petrasmiles
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2005

Werke: 31
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Ich habe das nicht oft, dass ich einen komplexen Text meine, nicht ganz ausgelotet zu haben und doch davon ├╝berzeugt bin, dass jedes Wort wahr ist. Diese springende Vielfalt aller m├Âglichen Aspekte des Seins ohne Gewichtung und ohne Ziel kommt mir so bekannt vor, als g├Ąbe es Momente, in denen ich so denke. Ich w├Ąre aber (glaube ich) nicht in der Lage, dieses Abbild des Denkvorgangs bei der Dokumentation so stehen zu lassen. Ich w├╝rde ordnen wollen, ich w├╝rde einen Zielpunkt brauchen, und ich w├╝rde denken, dass man ihn von mir erwartet.
So gesehen stimmt der Titel f├╝r den Autor selbst eigentlich nicht, oder am wenigsten.
├ťber diesen Text werde ich noch ├Âfter nachdenken (m├╝ssen) (wollen). Ich bin beeindruckt.
Dar├╝ber hinaus kommt es mir so vor, als k├Ânne man diesen Text gar nicht ├╝berarbeiten - von au├čen. Wie soll man dem Autor sagen, dieses Wort passte besser, ein Gedanke sei nicht klar genug herausgearbeitet? Das ist ja eine Situation, als habe der Autor seine Sch├Ądeldecke angehoben und Besucher zum Eintreten gebeten. Da muss man hinnehmen, was man vorfindet. Oder w├╝rde jemand sagen, dieser rote Sessel da passt ja ├╝berhaupt nicht hierher, oder, die Farbe Deiner Gardinen harmoniert nicht mit dem Rest? Das verbietet sich einfach.
Ich bin sehr beeindruckt.

Liebe Gr├╝├če
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug f├╝r Gutwerter!

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

was f├╝r einen krampf hast du denn da zusammengebaut?
der joint ist zu lang geworden.
erst abgedrehtes kauderwelsch, wo du mit allerlei und
nichts um dich wirfst, und dann noch verdichtete
gesellschaftspolitik/kritik.
vollkommen wirr, irgendwie um eine pointe bem├╝ht.
an der decke h├Ąngt der titel wie eine demolierte neonr├Âhre.

bon.

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