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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zu zweit allein
Eingestellt am 19. 10. 2008 16:11


Autor
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seelenstimme
???
Registriert: Sep 2008

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Er steht da und schaut aus dem Fenster. Die Zigarette in seiner Hand gl├╝ht auf, als er an ihr zieht. Gen├╝sslich atmet er den Rauch wieder aus. Sein Gesicht ist starr. Ausdruckslos sieht er dem n├Ąchsten Zug entgegen. Das donnernde Ger├Ąusch kommt n├Ąher und wird immer lauter.
Sie hasst den L├Ąrm einer Eisenbahn, aber er hatte auf dieses Hotel bestanden. Es sei das billigste, meinte er nur, als sie ihre Bedenken wegen des L├Ąrms ├Ąu├čerte. Sie solle sich mal nicht so anstellen.
Nun sitzt sie hier. Das gemeinsame Wochenende mit Charlotte ist eigentlich ganz sch├Ân gewesen. Sie haben sich mit ihrer Tochter die Stadt angesehen und ist mit ihr einkaufen gegangen. ÔÇ×FrauentageÔÇť nennen sie diese Tage ohne ihn. Er hat sich in eine Bar gesetzt und gewartet.
Aber nun ist sie wieder weg. Sie hat ihr nachgewunken, bis der Zug hinter der Kurve verschwunden ist, dann sind sie und ihr Mann zur├╝ck gefahren, ohne auch nur ein Wort miteinander zu reden. Er ist gefahren und sie hat neben ihm gesessen und auf ihre H├Ąnde geschaut.
Sie sitzt in dem alten Sessel des Hotelzimmers und versucht zu lesen. Der Sessel riecht muffig, wenn man auf die Lehnen klopft wirbelt Staub auf. Aber es ist die einzige Sitzm├Âglichkeit in diesem Zimmer. Sie schaut wieder auf ihr Buch. Die Buchstaben verschwimmen und sie wischt sich schnell mit der Hand ├╝ber die Augen.
Wor├╝ber handelt das Buch noch mal?
Im Zimmer ist es still. Noch nicht mal der L├Ąrm eines Zuges durchbricht die gespannte Stimmung. Totenstille, denkt sie und ihr l├Ąuft ein Schauer ├╝ber den R├╝cken.
Er schaut immer noch aus dem Fenster und raucht.
Ob er es merken w├╝rde wenn sie einfach aufstehen und rausgehen w├╝rde?
Sie macht den Mund auf, will etwas sagen, doch dann schlie├čt sie ihn wieder.
Was soll sie schon sagen?
Seine Zigarette ist zu Ende geraucht und er schnipst sie aus dem Fester. Er dreht sich um, geht zu dem kleinem K├╝hlschrank in der Ecke und nimmt sich ein Bier.
Er geht an ihr vorbei, als w├Ąre sie gar nicht da. So macht er es immer und sie fragt sich jedes Mal ob er sie wirklich nicht sieht, oder ob er nur so tut.
Als ihr Handy klingelt, erschrickt sie. Es ist die Tochter. Sie sagt die habe ihren Pullover vergessen, ob sie ihn ihr schicken k├Ânnten.
Sie reden nicht viel. Es ist offensichtlich, dass er jedes Wort aufsaugt, was sie sagt, auch wenn er es sich nicht anmerken l├Ąsst.
ÔÇ×Wer war das?ÔÇť, fragt er mit gleichg├╝ltiger Stimme, kaum hat sie aufgelegt.
ÔÇ×CharlotteÔÇť, antwortet sie.
Er brummt. Das tut er immer, wenn es um die gemeinsame Tochter geht.
Sie sieht ihn an. Der Mann den sie vor 15 Jahren geheiratet hat, ist einem verschwiegenem und egoistischem Menschen gewichen, den sie nicht kennt.
Vielleicht sollte sie wirklich einfach ihre Koffer packen und Charlottes Rat befolgen...
Sie sieht ihn wieder an. Das Fenster scheint sein Lieblingsplatz zu sein, nur dass er mittlerweile die Zigarette gegen eine Flasche Bier eingetauscht hat. Er trinkt langsam und als die Flasche leer ist, stellt er sie einfach auf die Fensterbank.
Es ist selbstverst├Ąndlich, dass sie sie nachher wegr├Ąumen w├╝rde, w├Ąhrend er sich in dem kleinen Fernseher irgend einen Film ansehen wird.
__________________
Tr├Ąume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum! (Verfasser unbekannt)

Version vom 19. 10. 2008 16:11

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Melchior
???
Registriert: Oct 2001

Werke: 30
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Manchmal ist Einsamkeit nur ein Gef├╝hl

Hallo seelenstimme,

Ich will ehrlich sein, aber was du hier beschrieben hast erinnert mich fatal an f├╝nfzig bis siebzig Prozent der Ehepaare die ich kenne. Das ist jedoch kein Problem, was mich richtig irritiert ist folgendes: warum ist alles so eine Belastung f├╝r die Frau, den Mann, oder beide?
Beziehungen ver├Ąndern sich, weil sich Menschen ver├Ąndern. Ich wei├č nicht wie ich das sagen soll, das Thema des Textes ist nicht gerade neu, das ist kein Problem. Ich verstehe die Motivation des Textes nicht. Die Frau f├╝hlt sich unbeachtet, jedoch tut sich auch nichts Beachtenswertes. Ich bin sicher, es sind Dinge im Laufe der Ehe vorgefallen, welche die Figuren zu dem werden lie├čen, was sie jetzt sind, allerdings muss ich mir das als Leser selber ausmalen. Das ist als gebe ich ein Thema f├╝r einen Roman vor, schreibe das Ende und sagte dann zum Leser er/sie solle den Rest dazwischen selber f├╝llen. Der Text ist nicht pr├Ągnant genug, vielleicht kannst du ihn noch einmal dergestalt bearbeiten, dass du dem Leser die M├Âglichkeit gibst die Motivation f├╝r das Verhalten der Figuren zu verstehen, selbst wenn es schwer sein d├╝rfte diesem Thema etwas Originelles abzugewinnen. Man kann das aber positiv wenden und als Herausforderung verstehen.
__________________
Melchior

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

hallo @seelenstimme,

gott, was bin ich froh, dass nicht 50 bis 70 prozent der ehepaare, die ich kenne, nach 15 jahren bereits solche k├Ąfigsyndrome aufweisen!

ich finde zwar nicht, dass wichtig w├Ąre, gesagt zu bekommen, was die frau wohl einst dazu bewegt haben k├Ânnte, diesen deppen zu ehelichen, aber im ├╝brigen hat @melchior schon recht: wir bekommen plattes ziemlich platt geschildert - da ist nichts, was vom ├╝blichen, ziemlich langweiligen bilder- oder sprachklischee abweichen w├╝rde.

ein wenig belustigt hat mich

quote:
Im Zimmer ist es still. Noch nicht mal der L├Ąrm eines Zuges durchbricht die gespannte Stimmung. Totenstille, denkt sie und ihr l├Ąuft ein Schauer ├╝ber den R├╝cken.
wo soll denn die spannung pl├Âtzlich herkommen, wenn man sich dergestalt fadisiert?

ich geh mal davon aus, dass dieser text nur der teil von einem gr├Â├čeren ganzen ist oder wird ("im hotelzimmer" trifft man die beiden ja wieder, und da scheint's auf einen lover hinauszulaufen, der anklopft und wieder geht oder so).

bisschen mehr auf die bez├╝ge achten, liebe @seelenstimme, bisschen weniger umst├Ąndlich sein, sich noch ein bisschen was dazu ausdenken und, vor allem, in deiner signatur (den 1982 bereits verstorbenen) curd j├╝rgens angeben, dem das besagte zitat n├Ąmlich zugeschrieben wird.

liebe gr├╝├če aus dem geburtsort des normannischen kleinderschrankes

bluefin

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flammarion
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Registriert: Jan 2001

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also

langweilig ist die geschichte nun mal nicht.
wir haben da ein paar, das seit 15 jahren verheiratet ist und in eine andere stadt fuhr, um sich mit der gemeinsamen tochter zu treffen. wie alt mag sie sein? ist sie 15, dann hat sie sich verdammt fr├╝h von den eltern getrennt, aber warum?
ist sie ├Ąlter, dann haben sich die beiden lange gepr├╝ft, ehe sie sich zur heirat entschlossen. umso betr├╝blicher, dass sie sich nun so v├Âllig auseinandergelebt haben.
am ende r├Ąumt die frau sich selber weg - das sollte uns doch stark zu denken geben. oder liegt nur ein tippfehler vor?
fragen ├╝ber fragen, das ist doch nicht langweilig!
lg
__________________
Old Icke

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