Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92250
Momentan online:
72 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Zuckerschlecken
Eingestellt am 06. 02. 2010 20:30


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
Kommentare: 9781
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Zuckerschlecken


Was soll das Geschrei bezwecken?
Sterben nicht die letzten Recken?
Sag es laut und ohne Schmu:
Gutes geht, die TĂŒr fĂ€llt zu.

Narr zu sein - kein Zuckerschlecken:
Ehrlichkeit ist am Verrecken.
Wer noch sagt, was er sich denkt,
Wird am nÀchsten Ast gehenkt.

Den, der’s wagt, laut anzuecken,
Wird man in die Klapse stecken:
Geh mit Gott, geh in den Tod,
Halt den Mund, willst du vom Brot.

Achte drauf, dich zu verstecken,
ZĂŒngle nicht beim Ärschelecken:
Nimm nichts ernst, doch zeig es nicht.
Schweigen ist die höchste Pflicht.

Was will dein Geschrei bezwecken:
Enden nicht zuerst die Kecken?
Böses kommt, die TĂŒr geht auf.
Stell dich nicht in seinen Lauf.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 06. 02. 2010 20:30

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 200
Kommentare: 1762
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um presque_rien eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Oah, Walter, du Ferkel!

quote:
ZĂŒngle nicht beim Ärschelecken
UÀÀh, also .. nee ... ich bin ja wirklich fĂŒr alles offen, aber ... nee ... das geht nicht ... bzw. das geht schon, bei gaytube.com, aber doch nicht in der Lupe Mensch, also...

Und sonst?

Mir gefÀllt:
quote:
Sag es laut und ohne Schmu:
Gutes geht, die TĂŒr fĂ€llt zu
quote:
Geh mit Gott, geh in den Tod,
Halt den Mund, willst du vom Brot.
quote:
Nimm nichts ernst, doch zeig es nicht
quote:
die TĂŒr fĂ€llt zu [...] die TĂŒr geht auf

Mir gefÀllt nicht:
quote:
Wer es wagt, laut anzuecken,
Wird man in die Klapse stecken: (Satzbau)


quote:
Enden werden erst die Kecken. (Versteh ich nicht)
Und ich gebe Rhea Recht, bzw. wĂŒrde noch weiter gehen: Selbst mit einem Augenzwinkern kann man nicht wirklich sagen, dass es eine neue Entwicklung ist. Heute wird man gerade nicht direkt in die Klapse gesteckt, wenn man etwas anders ist als Andere. Ich weiß, das ist ein Spaßgedicht, aber es deckt sich einfach nicht mit meiner Empfindung.

Lg presque

PS.: Gerade gestern oder vorgestern habe ich noch darĂŒber nachgedacht, das Andersartigkeit, also der hervorstehende Nagel, die treibende Kraft jeder Evolution ist. Das Problem ist nur, dass niemals von Vorneherein klar ist, welcher der vielen hervorstehenden NĂ€geln sich zur neuen Norm entwickeln wird.

Bearbeiten/Löschen    


MarenS
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2005

Werke: 185
Kommentare: 2033
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um MarenS eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich fĂŒrchte, Walther hat mit diesem Gedicht die Erwartungen vieler GeschĂ€ftsleitungen, VorstĂ€nde und Teamleiter an ihre Mitarbeiter perfekt getroffen.
Presque liegt nicht falsch mit der Bemerkung, dass Anderssein heute bei weitem nicht mehr so schwierig ist wie frĂŒher...aber bitte nur im Privatleben!
Die Welt der Wirtschaft ist selten perfider gewesen und selten ist man derart ĂŒber Menschen gefahren, ĂŒber Leichen gegangen. Unsere Marktwirtschaft hat sich drastisch geĂ€ndert. Mitarbeiter sind Verbrauchsmaterial, Nachhaltigkeit ist ein Unwort geworden. Wir schĂŒtteln oft ĂŒber die Ausbeutung der Menschen in armen LĂ€ndern entsetzt den Kopf, sehen aber die Machenschaften im eigenen Lande nicht. Hier wird genauso brutal ausgebeutet, nur auf höherem Lohnniveau, da mĂŒsste man doch zufrieden sein...burnout oder einfach völlige Erschöpfung durch Überarbeitung, MĂ€delgejammer!

Was das ZĂŒngeln beim Ärschelecken angeht, das passt...auch in der Lupe, sonst verkommen wir irgendwann zum TeekrĂ€nzchen. Solange es inhaltlich so gut eingebaut ist wie hier und mit bösem Augenzwinkern kommt macht es mir keine Probleme.

Wider Willen nun noch folgendes:
Absolut gelungen fĂŒr mich der Beginn und das Ende, die TĂŒren.

Es grĂŒĂŸt die Maren

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
Kommentare: 9781
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Ihr Lieben,

angeregt wurde ich zu diesem Gedicht durch die Canisius AffĂ€re, China, Rußland, Iran - und die aktuelle Moral- und Ethikdebatte. Es gibt fĂŒr dieses Statement weder Zeit noch Ort. Es gibt allenfalls graduelle und regionale Unterschiedlichkeiten.

Politische Lyrik ist immer das Vorhalten von Spiegeln. Und am besten hÀlt man sie sich selbst vor.

Danke und lieber Gruß W.

Lb. Presque-rien,

Deine Anregungen haben ich aufgenommen und einige Formulierungen verbessert (hoffe ich ). Zur Formulierung in S5Z2: Die "Kecken" sind die Frechen, Vorlauten, Wunderfitzigen. Das ist ein nicht mehr so ganz gebrĂ€uchliches Wort, das hier aber wirklich gut paßt, und nicht nur des Reimes wegen.

Danke fĂŒr Deine Hinweise!

LG W.

Liebe Maren,

danke fĂŒr Deine Überlegungen. In der Tat ist der soziale Druck auf das Funktionieren ausgerichtet.

LG W.

Lb. Rhea-Gift,

danke fĂŒr Deine Überlegungen. Lyrik dieser Art reizt zum Weiterspinnen ihrer Anregungen ebenso wie zum Widerspruch.

Bester Gruß W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!