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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zünde dein Licht an...
Eingestellt am 28. 09. 2009 20:41


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Das Licht
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2002

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Zünde dein Licht an

Der September neigt sich dem Ende…

Der Herbst ist leis erwacht und mischt schon voller Freude die neuen Farben für das Blattwerk. Kleine Feuer leuchten in der Dämmerung und knisternde Kamine entlassen ihren Rauch in den klaren, kühlen Abendhimmel. Man versammelt sich in den Lichtkegel der Flammen, rückt nah zusammen um die Wärme an sich zu halten.

Die Stimmen werden leiser, das Treiben auf den Straßen wird ruhiger. Abendnebel streifen durch die Wälder und hüllen diese in Magische Gewänder.

Ich sitze in meinem Sessel, eingehüllt in meinen Gedanken, weit weg von all dem Tun. Ich schweife durch meine Gefühle und erkenne, dass ich ihnen schon lange kein Gehör mehr gegeben habe.

Die Wanduhr tickt leis vor sich hin… tick… tack… tick …tack…

Ich stoße einen Seufzer der Schwere aus.
Ich bin so müde, immer so müde… müde… mühe… müh… m… mhmmm…

Ich spüre das etwas an meine Seele klopft…

Klopf… klopf…

„Ja… herein…!“

Die Tür geht auf.

„Hallo mein guter Freund, bitte komm doch hinein und setzte dich für ein Moment zu mir. Schön dich wieder zu sehen, ich habe dich schon seit Wochen gespürt und nun besuchst du mich“

Wir setzen uns, es ist still um uns denn wir brauchen keine Worte um uns zu verstehen. Wir tauschen uns in unseren Gedanken aus. Wie angenehm das doch ist…

Mein Gast hat noch ganz verschlafene Augen, er reckt und streckt sich und gähnt ganz entspannt in den Raum. Ich muss lachen, es sieht so lustig aus.

„Sag mir mein guter alter Freund, was hast du geträumt, wie ist es dir ergangen in all der Sommerzeit“? Er erzählte mir das er von der großen Mutter geträumt hatte, von seinem Freund dem Frost und von dem wunderschönen Schnee. Er erzählte mir wie er tief im Erdreich ruhte und ab und zu dem hellen Treiben oben lauschte.

Ich fragte ihm wie er denn immer wüste wann er erwachen müsste?!

Er lächelte und sagte das es die Bäume sind die ihm mit ihren langen Wurzeln vorsichtig kitzeln. Sie sind es die ihm das Zeichen geben zu erwachen.

„Und wie fühlt sich das an…?“, frage ich.

„Es ist wie ein warmer Schauer“ erwidert er. „Ich spüre dass die Bäume müde werden. Wenn die Tage kälter und kürzer werden, beginnen sie ihre Energien in ihren Ästen und Stämmen zurück zu ziehen. Das gesammelte Licht fließt dann durch ihre Fasern zu mir ins Erdreich und sammelt sich dort. Zuerst fühlt sie diese Energie ganz durcheinander an, verflochten und laut. Erst ganz langsam, nach und nach beruhige und sortiereich ich sie. Danach werden sie ganz eben und ruhig mit der Erde. Ich spüre dann wie die Pflanzen und Bäume aufatmen und ihre Schwere von sich fallen lassen. Sie recken und strecken sich noch einmal und dann beginnen sie zu träumen“.

“Das ist ja so, als ob du ihnen das Bett vorbereitest, damit sie sich ausruhen und sammeln können !?“, frage ich.

„Ja, so kann man das sehen“...

Stille um uns…

Er schaut mich lange schweigen an.

Dann sagt er mit ruhiger Stimme in mein Herz:“ Du weist warum ich hier bin“?!

„Ja, ich weiß warum du mich wieder besucht hast“…

„Du möchtest das ich meine Blätter abwerfe und mich sortiere, oder“?!

„Ja, deswegen bin ich bei dir. Du weist das es nötig ist… du weist das du in dich gehen must, dich sammeln und eben mit der Erde werden sollst. Ich werde dir helfen und dich durch diese Zeit begleiten“.

Ich schaue ihn an und ein Gefühl der Angst steigt in mir auf. Ich weiß zu gut wie sich das anfühlt, wenn man lange in sich nicht hineingehört hat, wenn man sich nicht die Zeit genommen hat über das Jahr seine Schwäre an die Erde abzugeben.

Wenn die Stille einen umarmt und leis in dein Ohr flüstert: “Es ist Zeit… lass nun alles los, gib auf und lasse dich fallen“… dann birgt dieser Moment oft Schmerz und Angst. So vieles hat sich über das Jahr und noch länger in einem angesammelt. So viele Gefühle haben sich übereinander gestapelt, so viele Worte wurden nicht mit der Seele geteilt.

Wir blieben noch eine Weile zusammen und erzählten uns unsere Träume und erlebten Abenteuer… Wir lachten und weinten miteinander. Wir freuten uns um das Erreichte und betrauerten die Verluste die wir erlebt musten…

Dann stand mein guter alter Freund auf. Ich führte ihn zu Tür.
Ich öffnete ihm, in dem Moment schaute er über seine Schulter und streichelte über mein Haar…

Mit ruhiger Stimme sagte er zum Abschied zu mir:

„Mein guter Freund, ich weiß wie alleine du dich fühlst, ich spüre deinen Schmerz, ich höre deine Gebete, ich sehe dein Bemühen und ich weiß wer du in unter dieser Hülle bist. Wie schön dass du mit mir bist, das du meine Stimme hier oben über der Erde bist, das du es bist der sich über meine Farben freut, der durch meine Nachtnebel ohne Angst streift, der meine Stimme in sich spürt… Du bist nicht allein, ich werde an deine Seite weilen und dich durch das Laub tragen, so wie ich es schon immer tat“.

Er drehte sich um und verschwand langsam in der Abenddämmerung.

Ich ging zu meinem Fenster und zündete eine Kerze an.

Eine Kerze für all jene die angst haben, wenn mein Freund auch an ihrer Tür klopft und um Einlass bittet. Ein Licht für die kommende dunkle aber auch bunte Zeit. Damit sie erkennen das es doch nötig ist, seine Blätter fallen zu lassen um somit wieder leicht zu werden. Gestärkt mit dem inneren Wissen, das wir dadurch dem Himmel im Frühjahr wieder ein Stück näher kommen und unserer Wurzeln wieder ein Stück tiefer und kräftiger mit unserer Mutter Erde verbunden sind.

Es ist Zeit…. zünde dein Licht (in dir) an…


Version vom 28. 09. 2009 20:41

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Gernot Jennerwein
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Der September neigt sich dem Ende…

Der Herbst ist leise erwacht und mischt schon voller Freude die neuen Farben für das Blattwerk. Kleine Feuer leuchten in der Dämmerung und knisternde Kamine entlassen ihren Rauch in den klaren, kühlen Abendhimmel. Man versammelt sich in denim Lichtkegel der Flammen, rückt nah zusammen um die Wärme an sich zu halten.

Die Stimmen werden leiser, das Getreibe auf den Straßen wird ruhiger. Abendnebel streifen durch die Wälder und hüllen diese in Mmagische Gewänder.

Ich sitze in meinem Sessel, eingehüllt in meinen Gedanken, weit weg von all dem Tun. Ich schweife durchin meine Gefühle ab und erkenne, dass ich ihnen schon lange kein Gehör mehr gegeben habe.

Die Wanduhr tickt leis vor sich hin… tick… tack… tick …tack…

Ich stoße einen Seufzer der Schwere aus.
Ich bin so müde, immer so müde… müde… mühe… müh… m… mhmmm…

Ich spüre(,) dass etwas an meine Seele klopft…

Klopf… klopf…

„Ja… herein…!“

Die Tür geht auf.

„Hallo mein guter Freund, bitte komm doch hineinherein und setzte dich für ein Moment zu mir. Schön(,) dich wieder zu sehen, ich habe dich schon seit Wochen gespürt und nun besuchst du mich“

Wir setzen uns, es ist still um uns(,) denn wir brauchen keine Worte(,) um uns zu verstehen. Wir tauschen uns in unserenden Gedanken aus. Wie angenehm das doch ist…

Mein Gast hat noch ganz verschlafene Augen, er reckt und streckt sich und gähnt ganz entspannt in den Raum. Ich muss lachen, es sieht so lustig aus.

„Sag mir(,) mein guter alter Freund, was hast du geträumt, wie ist es dir ergangen in all der Sommerzeit?" Er erzählte mir, dass er von der großen Mutter geträumt habe, von seinem Freund dem Frost und von dem wunderschönen Schnee. Er erzählte mir(,) wie er tief im Erdreich ruhte und ab und zu dem hellen Treiben oben lauschte.

Ich fragte ihn, wie er denn immer wüste wann er erwachen müsste?!


liebes Licht, ich breche jetzt hier ab. Es gibt im Netz viele Lernhilfen zur Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik. Du solltest dich damit ein bisschen beschäftigen, denn das gehört zum Schreiben eben auch dazu.

liebe grüße
gernot

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