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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zuhause
Eingestellt am 10. 09. 2002 23:45


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Ingwer
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2001

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Er lenkt seinen festen Blick in meine Richtung.
Haben wir uns verstanden?
Ja, nat├╝rlich.
(Ich wusste auch vorher schon, was Sie sagen wollten, da seien Sie sicher. Ich kannte jeden Buchstaben Ihrer Worte. Sogar die Nuancen Ihrer Stimme.)

Ich stehe auf dem Gang, habe sanft die T├╝r hinter mir geschlossen, bin bedr├Âppelt. Meine Schritte sind kleiner als sonst, mein Schatten klebt kaum sichtbar an meinen F├╝├čen- wie zur Mittagszeit, wenn die Sonne am h├Âchsten steht.
T├╝ren├Âffnen, und man merkt dass Schulferien sind. Menschen str├Âmen durch die glasumrandeten Eing├Ąnge. Meine Abteilung ist nicht einmal die gr├Â├čte. Kosmetik und co. Viele junge M├Ądchen, viele M├Ąnner auf der Suche nach Geschenken. Ich w├╝nschte, ich k├Ânnte ihnen sagen, dass magentarot selten richtig ist.
Ich habe mich zur Kaltbl├╝tigkeit entschlossen heute. Ich habe schlie├člich ein Leben, das es zu verteidigen gilt. Ein Mensch bin ich, wie alle anderen. Vielleicht ist das unser wahres Wesen.

Es dauert nicht lange; da sehe ich sie. Sie ist noch jung, eher ein M├Ądchen als eine Frau. In ihren Gesichtsz├╝gen die angestrengte Gleichg├╝ltigkeit, die ich zu gut kenne. Nur Momente sp├Ąter schon die rasche Bewegung.
Auf dem Mittelgang stelle ich mich ihr in den Weg. Ihre Augen sind rehbraun; sanft und voller Angst. Ich lade mein Gewehr und ziele. Treibe sie in die Ecke.
W├╝rden Sie mir bitte folgen, sage ich. Leider ist meine Stimme nicht so autorit├Ątsgeladen, wie ich es gerne h├Ątte. Meinen Ausweis halte ich nur halbhoch, so dass sie gerade einen Blick darauf werfen kann. Sowas muss ja nicht jeder mitkriegen.
Panik gl├Ąnzt in ihren Augen. Ein stummes Nicken nur, und wir sind auf dem Weg zum Treppenhaus zur "Inneren Abteilung".
Halten Sie ihre Arbeit f├╝r effizient, hatte er mich gefragt, mit diesem sarkastischen L├Ącheln, dass sein Gesicht zu einer Fratze verzieht. Leider gab es darauf nur eine Antwort. Schlecht f├╝r ihn und schlimm f├╝r mich.

Ich schlie├če die T├╝r zur Inneren auf. Sie steht immer noch hinter mir, hat nicht einen Versuch gemacht, zu entwischen. Langsam nimmt das Abendessen in meinem Kopf Form an, ich werde es diesmal schaffen, ich werde ihm und allen beweisen, dass ich mein Geld wert bin.
Oh, Bitte... Ihre Stimme ist die eines Kindes. Ich blicke ihr in die Augen- FEHLER FEHLER- sehe ihr Weinen, ihr Zittern.
Sicher wohnt sie noch zuhause.
Sicher hat sie es finanziell nicht n├Âtig, Lidschatten zu stehlen. Sie kann doch nichts daf├╝r.
Schnitzel in Sahneso├če.
Halten Sie sich f├╝r effizient?
Ihr fehlt doch etwas anderes.
Es ist Ihre letzte Chance.

Ich schaffe es noch bis vors B├╝ro. Dann lasse ich sie gehen.
Und bin furchtbar w├╝tend.

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

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Hallo Ingwer,

da f├Ąllt mir ein: Harte Schale, weicher Kern.

Der Detektiv gef├Ąllt mir, zeigt Menschlichkeit, hat eine hohe Sozialekompetenz und leidet darunter, weil er dadurch seinen Job nicht ordentlich machen kann. Vorschlag: Sozialarbeiter.

Mir hat die Geschichte gut gefallen.

liebe Gr├╝├če
Rene├Ę

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Ingwer
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2001

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Hallo Renee,

danke f├╝r Deinen Kommentar:
Genau darum geht es ja- Menschen mit hoher Sozialkompetenz (oder emotionaler Intelligenz oder wie immer man es nennen mag) sind meistens zum Scheitern in und an unserer Gesellschaft verurteilt. Sozialarbeiter w├Ąre da schon der (beinahe) einzige geeignete Beruf... aber irgendwann gibts auch davon genug ;-)
Freut mich, dass es Dir gefallen hat.

Liebe Gr├╝├če
Ingwer

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flammarion
Foren-Redakteur
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Registriert: Jan 2001

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hm,

sehr nette geschichte. aber wo wohnt man sonst, wenn nicht zu hause? bei muttern, unter einer br├╝cke, im internat . . . an der stelle solltest du etwas deutlicher werden. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Ingwer
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2001

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Danke f├╝r Deine ├äu├čerung, flammarion. Du hast recht, das "zuhause" ist ein bisschen unklar- andererseits muss an dieser Stelle dieses Wort stehen, um den Satz "Ihr fehlt doch etwas anderes" hervorzuheben. Dadurch, dass die Geschichte "Zuhause" hei├čt und das Wort kurz vorher auftaucht, wird klar, dass dem M├Ądchen genau das fehlt. Ein richtiges Zuhause.
Wird das beim Lesen nicht klar? Dann muss ich den Schluss wohl doch nochmal ├Ąndern...

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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nee,

gib lieber der geschichte einen anderen titel. lg
__________________
Old Icke

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