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Leselupe.de > Humor und Satire
Zum Folgen geboren
Eingestellt am 23. 12. 2000 15:54


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JCC
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Zum Folgen geboren


W├Ąhlen ist eine feine Sache.
Jedem das Recht auf seine eigene falsche Meinung, und alle d├╝rfen danach streben, den gr├Â├čtm├Âglichen Unsinn zu machen.
Was gibt einem mehr Befriedigung als aus zwei ├ťbeln das schlimmere w├Ąhlen zu d├╝rfen?


K├Ânnte glatt ein zukunftstr├Ąchtiges Konzept sein - wenn W├Ąhlen nicht so verdammt gegen die Primaten-Natur ginge.
Auf die Dauer - soll hei├čen, nach den ersten zwei Versuchen - ist es eben doch sehr erm├╝dend, sich jedesmal eine neue Meinung am Kiosk kaufen zu m├╝ssen, wenn es zu entscheiden gilt, von wem man sich als n├Ąchstes mi├čverwalten lassen m├Âchte.
Die Tatsache, da├č alle, die sich anbieten, mehr Geld f├╝r jeden versprechen, zu Hause selbst einen Vormund, zwei Kinder und einen Dackel zu versorgen haben und irgendwie eigentlich doch ganz nett aussehen, macht die Sache auch nicht leichter, doch was tun?


Zugeben, da├č man keinen Durchblick hat, nie welchen hatte und niemals welchen haben wird, und damit die F├╝hrung des steuerlosen Bootes in genauso unf├Ąhige, aber engagiertere H├Ąnde abgeben?
Nat├╝rlich nicht. Wir sind ja schlie├člich bei Demokratens hier, und wir bilden uns 'ne Menge darauf ein, da├č wir frei und m├╝ndig und informiert sind und ganz gro├če W├Ąhler vor dem Herrn.
Irgendwie mu├č das P roblem also zu l├Âsen sein.


Eine Wahl - was braucht man eigentlich zu einer Wahl?
Per definitionem zwei M├Âglichkeiten, zwischen denen sich gef├Ąlligst entschieden wird.


Da in unserem freien, m├╝ndigen und informierten Land niemand von der Polizei abgeholt und an den Haaren zur Wahlurne - dem Grab aller m├╝hsam aus den Fingern gesogenen ÔÇ×EntscheidungenÔÇť - geschleift wird, steht es schon mal jedem frei, das W├Ąhlen ganz sein zu lassen.
Erste M├Âglichkeit.


Eine fehlt noch, aber daran soll's nicht scheitern. Die ganzen Gr├╝ppchen, die sich f├╝r Parteien und ihre Mitglieder f├╝r Politiker halten, schmei├čen wir erst mal raus aus dem Spiel, Auswahl (schon wieder das B├Âse Wort) stiftet nur Verwirrung, und die wollen wir ja gerade abschaffen.
Blanko-Wahlzettel sehen aber auch etwas d├╝rftig aus, also machen wir einen neuen Club auf, der dann gew├Ąhlt werden darf.
Demokratische Einheitspartei Deutschlands oder so. Netter, klangvoller Name, bi├čchen lang, aber Abk├╝rzungen brauchen wir auch nicht mehr, jetzt ist ja genug Platz auf den Wahlzetteln.
Zweite M├Âglichkeit, Soll erf├╝llt.


Man stelle sich vor, welche Kapazit├Ąten in einem Volk freiwerden, das auf so genial-einfache Weise von der Last des Nachdenkenm├╝ssens befreit worden ist!
Aber die Demokratische Einheitspartei Deutschlands wird schon ├╝ber diese Kapazit├Ąten zu verf├╝gen wissen - wenn die Wirtschaft zur Bl├╝te gebracht, die Stra├čen aufger├Ąumt und alle Kanalratten durchgez├Ąhlt und katalogisiert sind und die Leute dann immer noch nicht wissen, wohin mit der ganzen freien Zeit, k├Ânnte man mal vielleicht mal wieder die Nachbarl├Ąnder erobern und sich dann von da aus mit dem n├Âtigen Nachdruck an die Demokratische Weltrevolution machen, schlie├člich d├╝rfen wir unsere Real Existierende Demokratie niemandem da drau├čen vorenthalten. Man k├╝mmert sich ja auch schon seit ├╝ber f├╝nfzig Jahren r├╝hrend um uns und unsere erstaunlich freien Meinungs├Ąu├čerungen.


ÔÇ×Klingt ja gro├čartigÔÇť, mag man hier denken, ÔÇ×und wer soll das alles in die Wege leiten?ÔÇť
Keine Sorge, unsere demokratischen F├╝hrer k├╝mmern sich drum, wir m├╝ssen sie nur ein wenig unterst├╝tzen:


Ihr habt unsere Bed├╝rfnisse ganz richtig erkannt. Das Verbot dieser kleinen nationalen Kleckerpartei ist ein Schritt in die richtige Richtung, ein kleiner zwar nur f├╝r Deutschland, aber wir sind zuversichtlich, da├č Ihr Euch bald auch nach und nach den gr├Â├čeren Clubs annehmt, steter Tropfen h├Âhlt bekanntlich das Hirn, und auf jeden Fall ein gro├čer Schritt f├╝r die Gute Sache, auch bekannt als Freiheit, Verantwortung und Selbstbestimmung.


Mit einem lauten ÔÇ×Demokraten aller L├Ąnder, vereinigt Euch!ÔÇť und einem herzlichen ÔÇ×Bl├Âdfront!ÔÇť -
Die Verfasserin.

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Bernd
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Hallo, ein sch├Âner Beitrag zur Vertiefung der Demokratie w├Ąre es, wenn nicht das Volk seine Leiter w├Ąhlt, sondern die Leiter ihr Volk.

Nat├╝rlich kann es dann passieren, da├č so ein Leiter schon vorhanden ist -- daf├╝r gibt es eine alte bew├Ąhrte L├Âsung: Das Duell.

Es kann nur einen geben.

Im Morgengrauen auf der Wiese vor der Stadt.

Jedenfalls ficht der Verlierer die Wahl hinterher nicht an ... und das ist doch toll.

Ja, und ein guter Nebeneffekt, sie sind dann nicht mit der Administration besch├Ąftigt.

Nat├╝rlich alles nur nach streng demokratischen Regeln und mit Hilfe von Sekundanten.

(Dieser Text flatterte aus dem kosmischen Urrauschen auf den Bildschirm und ist nicht ernst zu nehmen.)

...

PS: Mir nach, ich folge! - Ein ber├╝hmter Ausruf Manfred Krugs in einem DEFA-Film... wenn mein Ged├Ąchtnis stimmt.

---


Ein frohes restliches Weihnachtsfest, und dann nieder mit den Tannen - ├Ą - Tyrannen


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Ralph Ronneberger
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Hie├č das nicht: "Mir nach Kanaillien?"
W├╝rde aber auch ganz gut zu dem Thema passen - oder?
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Bernd
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Mir nach, Kannaillien

Ich glaube, der Film hie├č so, der Spruch im Film war: "Mir nach, ich folge!", k├Ânnte auch Rolf Herricht gesagt haben.


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JCC
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Hey, ich dachte dabei nicht an die Amis.

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Bernd
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Ich dachte auch nicht an die Amis.

PS: Du erinnerst mich an was, JCC, und ich mu├č jetzt doch mal etwas ernsthafter widersprechen. Zur Wahl reicht eine M├Âglichkeit. Das wurde doch wohl hinl├Ąnglich bewiesen...

├ťbrigens ein sch├Âner Text, JCC, gef├Ąllt mir, ernsthaft. Er verk├╝rzt drastisch die Zeit vor dem Jahresende.

Gr├╝├če und einen guten Rutsch ins neue Jahrtausend.

Bernd
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