Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
242 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zum Nachdenken
Eingestellt am 22. 04. 2006 11:57


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
gorenalb
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2003

Werke: 10
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um gorenalb eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Mein erstes (und letztes) Auto

Endlich war es soweit. Ich war achtzehn! Wie lange hatte ich auf diesen Augenblick warten m├╝ssen? Achtzehn lange, von meinen Plattf├╝├čen und meines Vaters Wohlwollen
- er mu├čte mich ja schlie├člich herumchauffieren - abh├Ąngige, autolose Jahre!
Das war nun endg├╝ltig vorbei. Ich war jetzt mein eigener Herr und Fahrer.
Unabh├Ąngig von den Launen meines Herrn Vaters. Ich brauchte mir jetzt keine billigen Ausreden mehr anzuh├Âren, wie ÔÇ×ich bin jetzt zu m├╝deÔÇť oder ÔÇ×es ist schon sp├ĄtÔÇť.
Selbst medizinische Gr├╝nde wie Kopf- ,Nasen- und Halsschmerzen gingen mich nichts mehr an. Jetzt w├╝rde ich das Steuer in die Hand nehmen, die (Fahrt-) Richtung bestimmte jetzt ich. Stolz stieg ich in meinen BMW ein, die einf├Ąltigen Warnungen meiner immer-alles-besser-wissenden Eltern in den Wind schlagend, und steuerte zielbewu├čt auf die Autobahn zu. Jetzt, mit dem Auto unter dem Hintern war ich was, jetzt war ich wer.
Gestern noch ein Nobody, heute schon ein Verkehrsteilnehmer. Aber ich wollte nicht nur am Verkehr teilnehmen, ich wollte ihn an der Nase f├╝hren, sich ├╝ber ihn lustig machen, ihn ignorieren. Ich war besser als diese graue Masse, die jedem noch so d├Ąmlich unsinnigen Verkehrsschild gehorchte und sich pedant an alle Stra├čenregeln hielten. Diese Arschkriecher waren zum Kotzen.
Tempo 100, ├ťberholverbot, Achtung Stau, Vorsicht Kurve? Nicht mit mir.
Ich kann nicht bestreiten, dass mich dieser pl├Âtzliche Aufstieg von einem Zweif├╝├čler zum Vierr├Ąder etwas ├╝berheblich machte. Der Glaube an mich selbst kannte keine Grenzen. Ich ├╝berschritt die erlaubte Geschwindigkeitsbeschr├Ąnkungen ein ums andere Mal.
Wer sollte mich auch daran hindern? Die Polizei? Dass ich nicht lache.
Ich dr├Ąngelte, ├╝berholte, ja auch auf der Seitenspur. Platz da, jetzt komme ich!
Fu├čg├Ąnger├╝berweg, nicht bei mir. ├ťberholverbot? Mir verbietet keiner mehr was!
Oh, du herrliche Freiheit. Schnell hatte ich mich an das Gaspedal gew├Âhnt. Ich war von der Geschwindigkeit besessen. Von den Bremsen wollte ich nichts wissen.
Erster Gang, zweiter, dritter, vierter und dann f├╝nfter Gang, war das eine Freude.
Selbst der leichte Nieselregen, der schr├Ąg und aufdringlich von oben herabrieselte, konnte meine Lust nicht tr├╝ben. Ich war in meinem Milieu, auf der Autobahn.
Nein, ich war auf dem Hockenheim-Ring. Das Rennen hatte soeben begonnen.
Ich ├╝berholte einen Wagen nach dem anderen. Bald schon konnte ich die f├╝hrenden Autos vor mir sehen.
Der Regen wurde immer st├Ąrker. Mir sollte das nur Recht sein.
Das letzte Hindernis, ein schwarzer Audi, scherte nach rechts und machte mir den Weg frei. Endlich konnte ich die 200 Kmh ├╝berschritten. Wurde auch langsam Zeit.
Doch was war das? Vor mir tauchte, wie aus dem Nichts, ein querstehender LKW auf.
Schei├če, dachte ich, vielleicht schrie ich es auch.
Mein Herz machte einen letzten Sprung, und ich in die Hose.
Tja, lieber BMW, hier trennen sich nun unsere Wege. W├Ąhrend mein heute morgen noch nagelneuer Wagen zum Schrottplatz gebracht wurde, legte man mich behutsam in einen Zinksarg.
Langsam und bed├Ąchtig setzte sich der Leichenwagen in Bewegung.
Welch eine Ironie, ich wurde wieder gefahren. Herrgott nochmal! Es waren noch nicht einmal 6 Stunden
vergangen, seit ich mich zum ersten Mal alleine hinter das Steuer eines Wagens gesetzt hatte. Und jetzt das!
Ich w├╝nschte, mein Vater k├Ânnte mich wieder herumchauffieren.

Goren Albahari

__________________
Goren Albahari

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


heike von glockenklang
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 207
Kommentare: 2337
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um heike von glockenklang eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
hallo goralb

dein schreibstil ist klar und fl├╝ssig.
leider bremst du das lesetempo manchmal durch zuviele nebens├Ąchlichkeiten aus,
die ich schlichtweg streichen w├╝rde. den titel und den inhalt als erhobenen zeigefinger finde ich nicht gerade sehr spannend. was miaber gut gef├Ąllt ist der skurile schlu├č, das du deine story als r├╝ckblick aus dem sarg erz├Ąhlst.
heike

ich mache mal vorschl├Ąge in blau:
habe deinem text erkl├Ąrungen und nebens├Ąchliche kommentare weggenommen und denke er hat somit an schnelligkeit und spannung gewonnen.
hoffe du bist nicht sauer und verstehst was ichmeine.alles liebe dir.


Mein letztes Auto

Endlich war es soweit. Ich war achtzehn! Wie lange hatte ich auf diesen Augenblick warten m├╝ssen? Achtzehn lange, von meinen Plattf├╝├čen und meines Vaters Wohlwollen
abh├Ąngige, autolose Jahre!
jetzt war ich mein eigener Herr und Fahrer.Unabh├Ąngig von den Launen meines Herrn Vaters. Ich brauchte mir keine billigen Ausreden mehr anzuh├Âren. Selbst medizinische Gr├╝nde wie Kopf- ,Nasen- und Halsschmerzen gingen mich nichts mehr an. Ich das Steuer in die Hand nehmen, die Fahrtrichtung bestimmten. Stolz stieg ich in meinen BMW ein, und verga├č sogleich die einf├Ąltigen Warnungen meiner immer-alles-besser-wissenden Eltern. Zielbewu├čt steuerte ich auf die Autobahn zu.
Gestern noch ein Nobody, war ich heute schon ein Verkehrsteilnehmer. Aber ich wollte nicht nur am Verkehr teilnehmen, ich wollte ihn an der Nase f├╝hren, mich ├╝ber ihn lustig machen, ihn ignorieren. Ich war besser als die graue Masse, die jedem noch so unsinnigen Verkehrsschild gehorchte und sich pedant an alle Stra├čenregeln hielten. Diese Arschkriecher waren zum Kotzen.
Tempo 100, ├ťberholverbot, Achtung Stau, Vorsicht Kurve? Nichts f├╝r mich.
Ich kann nicht bestreiten, dass mich dieser pl├Âtzliche Aufstieg von einem Zweif├╝├čler zum Vierr├Ąder etwas ├╝berheblich machte. Der Glaube an mich selbst kannte keine Grenzen. Ich ├╝berschritt die erlaubte Geschwindigkeitsbeschr├Ąnkungen ein ums andere Mal.
Wer sollte mich auch daran hindern? Die Polizei?
Ich dr├Ąngelte, ├╝berholte, auch auf der Seitenspur. Platz da, ich komme!
Fu├čg├Ąnger├╝berweg, ├ťberholverbot? Lies mich v├Âllig kalt. Oh, du herrliche Freiheit. Schnell hatte ich mich an das Gaspedal gew├Âhnt. Ich war von der Geschwindigkeit besessen. Das Bremsen vermied ich wo es nur ging. Erster, zweiter, dritter, vierter und f├╝nfter Gang, waren meine Polsbeschleuniger. Selbst der leichte Nieselregen, konnte meine Lust nicht tr├╝ben. Auf der Autobahn war ich voll und ganz in meinem Element.
Ich inzenierte f├╝r mich ein Rennen wie auf dem Hockenheim-Ring und ├╝berholte einen Wagen nach dem anderen. Bald schon konnte ich die f├╝hrenden Autos vor mir sehen.
Der Regen wurde immer st├Ąrker. Mir war das nur Recht.
Ein schwarzer Audi, das letzte Hindernis scherte nach rechts aus und machte mir den Weg frei. Endlich konnte ich die 200 Kmh ├╝berschreiten.
Doch was war das? Vor mir tauchte, wie aus dem Nichts, ein querstehender LKW auf.
Schei├če, schrie ich es.
Ich sp├╝rrte wie meine Hose na├č wurde und mein Herz einen letzten Sprung machte.
Lieber BMW, hier trennten sich nun unsere Wege. W├Ąhrend mein nagelneuer Wagen zum Schrottplatz gebracht wurde, legte man mich behutsam in einen Zinksarg.
Langsam und bed├Ąchtig setzte sich der Leichenwagen in Bewegung.
Welch eine Ironie, ich wurde wieder gefahren. Herrgott nochmal! Es waren noch nicht einmal 6 Stunden
vergangen, und jetzt das!
Ich w├╝nschte, mein Vater k├Ânnte mich wieder herumchauffieren.

__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

Bearbeiten/Löschen    


Gorgonski
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

Werke: 2
Kommentare: 97
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo Gorenalb

Sch├Âne fl├╝ssige Geschichte mit einem absehbaren Ende. Nimm Heikes Korrekturen und sie ist nahezu perfekt.

MfG; Rocco
__________________
dEr Heftchenliterat und Poet aus dem Erzgebirge

Bearbeiten/Löschen    


heike von glockenklang
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 207
Kommentare: 2337
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um heike von glockenklang eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
hallo goralb,

leider mu├č ich mein lyout nochmal korrogieren, haben sich in sp├Ątger stunde kleinere konzentrationsfehler eingeschlichen.
heike

Mein letztes Auto

Endlich war es soweit. Ich war achtzehn! Wie lange hatte ich auf diesen Augenblick warten m├╝ssen? Achtzehn lange, von meinen Plattf├╝├čen und meines Vaters Wohlwollen
abh├Ąngige, autolose Jahre!Jetzt war ich mein eigener Herr und Fahrer. Unabh├Ąngig von den Launen meines Herrn Vaters. Ich brauchte mir keine billigen Ausreden mehr anzuh├Âren. Selbst seine medizinischen Gr├╝nde wie Kopf- ,Nasen- und Halsschmerzen gingen mich nichts mehr an. Ich konnte das Steuer selbst in die Hand nehmen,nat├╝rlich auch die Fahrtrichtung bestimmten. Stolz stieg ich in meinen BMW ein, und sogleich waren die einf├Ąltigen Warnungen meiner immer-alles-besser-wissenden Eltern vergessen. Zielbewu├čt steuerte ich auf die Autobahn zu.
Gestern war ich noch ein Nobody, doch heute schon ein Verkehrsteilnehmer. Aber ich wollte nicht nur am Verkehr teilnehmen, ich wollte ihn an der Nase herum f├╝hren, mich ├╝ber ihn lustig machen, ihn ignorieren. Ich war besser als die graue Masse, die jedem noch so unsinnigen Verkehrsschild gehorchte und sich pedant an alle Stra├čenregeln hielten. Diese Arschkriecher waren zum Kotzen.
Tempo 100, ├ťberholverbot, Achtung Stau, Vorsicht Kurve! Nichts f├╝r mich.
Ich kann nicht bestreiten, dass mich dieser pl├Âtzliche Aufstieg von einem Zweif├╝├čler zum Vierr├Ąder etwas ├╝berheblich machte. Der Glaube an mich selbst kannte keine Grenzen. Ich ├╝berschritt die erlaubte Geschwindigkeitsbeschr├Ąnkungen ein ums andere Mal.
Wer sollte mich auch daran hindern? Die Polizei etwa?
Ich dr├Ąngelte, ├╝berholte, auch auf der Seitenspur. Platz da, ich komme!
Fu├čg├Ąnger├╝berweg, ├ťberholverbot? Lies mich v├Âllig kalt. Oh, du herrliche Freiheit. Schnell hatte ich mich an das Gaspedal gew├Âhnt. Ich war von der Geschwindigkeit besessen. Das Bremsen vermied ich wo es nur ging. Erster, zweiter, dritter, vierter und f├╝nfter Gang, waren meine Pulsbeschleuniger. Selbst der leichte Nieselregen, konnte meine Lust nicht tr├╝ben. Auf der Autobahn war ich voll und ganz in meinem Element.
Ich inzenierte f├╝r mich ein Rennen wie auf dem Hockenheim-Ring und ├╝berholte einen Wagen nach dem anderen. Bald schon konnte ich die f├╝hrenden Autos vor mir sehen.
Der Regen wurde immer st├Ąrker. Mir war das sehr Recht.
Ein schwarzer Audi, das letzte Hindernis scherte nach rechts aus und machte mir in letzter Sekunde den Weg frei, puh, das war nochmal gutgegangen! Endlich konnte ich die 200 Kmh ├╝berschreiten.
Doch was war das? Vor mir tauchte, wie aus dem Nichts, ein querstehender LKW auf.
Schei├če, schrie ich.
Ich sp├╝rrte wie meine Hose na├č wurde und mein Herz einen letzten Sprung machte.
Lieber BMW, hier trennten sich nun unsere Wege. W├Ąhrend mein nagelneuer Wagen zum Schrottplatz gebracht wurde, legte man mich behutsam in einen Zinksarg.
Langsam und bed├Ąchtig setzte sich der Leichenwagen in Bewegung.
Welch eine Ironie, ich wurde wieder gefahren. Herrgott nochmal! Ich hatte mein Auto noch nicht einmal 6 Stunden
und jetzt das!
Ich w├╝nschte, mein Vater k├Ânnte mich wieder herumchauffieren.


freundlichst gemeint...
__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!