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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zum zweiten Mal neugeboren...
Eingestellt am 16. 05. 2012 00:44


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leave
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2012

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Ganz langsam kam ich wieder zu mir, nur in meinem Unterbewusstsein blieb noch der seltsame Eindruck, als w├╝rde ich nach einem unendlos langen Traum wieder erwachen und in die Realit├Ąt zur├╝ckfinden. Meine Augen hielt ich noch geschlossen und ich r├╝hrte mich nicht, sondern verharrte noch kurz in meiner Stellung um dieses eigenartige Gef├╝hl noch ein wenig l├Ąnger festzuhalten. Dann versuchte ich mich zu strecken, doch meine Glieder stie├čen gegen etwas Hartes, doch gleichzeitig sehr Filigranes. Ich versuchte es noch einmal, diesmal mit etwas mehr Kraft, woraufhin ich ein leises Knacken vernahm, gefolgt von einem weiteren, und auf meinen Druck hin bekam die Wand, die mich umgab, lauter kleiner Risse. Schlie├člich zersprang sie wie Porzellan und fiel auf die Erde herab, wo sie in winzige Splitter zerbarst. Immer noch waren meine Augen fest geschlossen und als ich sie zum ersten Mal ├Âffnete, musste ich sie sofort wieder schlie├čen, so sehr blendete mich das glei├čende Licht, das mir in die Augen stach. Ich kniff sie vor Schmerz zusammen und es dauerte noch einen kurzen Moment, bevor ich mich traute, meine Augen erneut einen Spalt breit zu ├Âffnen um auf das zu sp├Ąhen, was vor mir lag; vorsichtig blinzelte ich unter meinen Augenlidern hervor und versuchte zu erkennen, wo ich war.
Alles, an was ich mich bisher erinnern konnte, war ein Ort, der mir jetzt so weit entfernt schien, dass ich mich fragte, ob ich jemals dort gewesen war, ob es ihn denn wirklich gab oder ob sich nicht alles nur in meiner Fantasie abgespielt hatte. In meiner Erinnerung war es ein ruhiger, friedlicher Ort gewesen, der v├Âllig in reines Wei├č getaucht war. Eine Melodie ert├Ânte in meinem Kopf, eine Melodie, von der man dort st├Ąndig umgeben gewesen war und die einen wie eine sanfte Umarmung gewiegt hatte. Bei ihrem Klang hatte ich mich geborgen gef├╝hlt, sicher und aufgehoben, und au├čer dieser Melodie und der Ruhe hatte es dort nichts gegeben; selbst wenn ich jetzt, wo auch immer ich mich nun befand, an diesen Ort dachte, erf├╝llte mich ein innerer Frieden, dessen Ursache mir aber nicht ganz klar war.
Die Landschaft, die sich mir nun zeigte, hatte jedoch nichts mit dem Ort in meiner Erinnerung gemein: Ein Meer aus Farben lag vor mir, Zirpger├Ąusche drangen an mein Ohr und ein s├╝├člicher, wilder Duft, den ich noch nie zuvor wahrgenommen hatte, erf├╝llte die Luft. Ich blickte auf eine weite Graslandschaft, die in einem satten Gr├╝n erstrahlte und nur so durchsetzt war von bunten Tupfern. Pr├Ąchtig schillernde Farben von zig Arten von Blumen; L├Âwenzahn, Maigl├Âckchen, H├Ąnsel und Gretel, Veilchen, Glockenblumen, Goldsterne, wilde Krokusbl├╝ten, Margeriten, Hahnenfu├č und unz├Ąhlige mehr leuchteten mir entgegen. Der liebliche Duft der Blumen und der w├╝rzige, frische Geruch der Wiese ergaben ein einzigartiges Aroma, das ich gierig aufsog und von dem ich gar nicht genug bekommen konnte. Ich sp├╝rte f├Ârmlich, wie meine Sinne belebt wurden und sich alles in mir zu regen begann, meine Glieder wach wurden und mein Verstand immer mehr von meiner Umgebung registrierte. Ich sp├╝rte den Windhauch, der mich sanft streifte, h├Ârte das Pl├Ątschern eines B├Ąchleins ganz in meiner N├Ąhe und das emsige Treiben unz├Ąhliger kleiner Wesen, die die Landschaft vor mir bev├Âlkerten, sah, wie die Bl├╝ten und Grashalme sachte im Takt des Windes hin und her schwangen und L├Âwenzahnsamen, die von ihm in die Ferne fortgetragen wurden, hin zu einer Reise ins Unbekannte. Und alles leuchtete im hellen Licht der Sonne, an das sich meine Augen nunmehr gew├Âhnt hatten und deren wohliges Gef├╝hl der W├Ąrme mir ein L├Ącheln ins Gesicht zauberte.
Ich verga├č den ruhigen Ort, an dem ich mich eben noch zu befinden geglaubt hatte und der nicht Teil dieser sich vor mir auszubreitenden Welt zu sein schien und war mir nur mehr dieser einen Sache absolut gewiss: Ich war zuhause. Dann breitete ich meine Fl├╝gel, deren Schattierungen und Muster im Licht ein einzigartiges Farbspiel ergaben, aus und schwang mich hoch in die L├╝fte, der Sonne entgegen.

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