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Leselupe.de > Ungereimtes
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Eingestellt am 07. 03. 2018 12:42


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Franke
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Die Wellen
recken die Hälse
um zu brechen
und fließen zurück
ins Unendliche

Vielleicht
wolltest du deshalb
immer ans Meer

(für Christine)



__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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Cellist
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quote:
das "unendliche" ist dem meer ja irgendwie inhärent und insofern verzichtbar. es macht m.e. auch einen zu abstrakt-großen raum auf. ich würde noch stärker verdichten:

Die Wellen
recken die Hälse
um zu brechen

und fließen dann
zurück

vielleicht
wolltest du deshalb
immer ans Meer



Nö,
ich kann "der Andere" nicht zustimmen. Zum einen geht damit die Wellenbewegung (Kommen und Gehen) im Textrhythmus verloren. Zum anderen ist hier wohl das "Unendliche" ein wichtiger Textbestandteil für den Autoren. So jedenfalls lese ich das.

Nein, man kann einen Text auch totverdichten. Verdichten ist gut (sage ich als Minimalist ;-)), aber selbst diese Kunst hat ihre Grenzen.

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Franke
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2009

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Hallo ihr beiden,

Cellist hat es richtig erkannt. Das Unendliche ist hier sehr wichtig, vor allem auch deswegen, weil es sich um einen sehr persönlichen Text handelt.

Danke und liebe Grüße
Manfred
__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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shoshin
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Die Wellen
recken die Hälse
um zu brechen
und fließen zurück
ins Unendliche

Vielleicht
wolltest du deshalb
immer ans Meer

(für Christine)

Hallo Franke,

Ich mag deine aphoristischen Texte; hier steckt wieder - wie in dem Schreibtisch-Junge/U2 Gedicht - viel drin.

Und mir gefällt auch dein Wille, dich einfach und klar auszudrücken und doch eine wichtige Botschaft mitschwingen zu lassen.

Ich weiß jetzt nicht so recht, ob ich zu diesem sehr persönlichen Text meine Eindrücke niederschreiben kann, ohne dir zu nahe zu treten.

Aber ja, das, was mir bei diesem Text nahe geht, trifft ja auf die meisten Menschen zu, deshalb sage ich es jetzt einfach:

Unsere kleinen Leben sind nicht Wellen, die sich gewaltig aufbäumen, sondern keine Wellchen, die nur die Hälse recken, um wenigstens ein bisschen was zu sehen/zu begreifen, bevor sie brechen. Das ist sehr traurig.

Das diskutierte "Unendliche" funktioniert hier mE gut: Für so eine kleine Welle erscheint das Meer unendlich und auch das Meer besteht letztlich aus den gleichen Bausteinen, wie das gesamte Universum. Ich persönlich denke ganz automatisch das "Meer aller Möglichkeiten" mit, also den großen Pool aller Wirklichkeit sozusagen.

Sehr gern gelesen

LG
soshin





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Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 567
Kommentare: 3961
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Mein erster Gedanke, lieber Franke,

war genau der des ersten Kommentars: "ins Unendliche" würde ich auch streichen. Aus folgenden Gründen:
1. Es ist ein viel zu großes und zugleich ein armselig inhaltsarmes Wort.
2. Es ist nicht einmal melodisch.
3. Wellen haben diese Schaumkämme, wenn sie brechen, und dann gibt es ein Zurückfließen, aber das reicht nur bis in die nächste, die nachfolgende Welle zurück, und nie und nimmer ins Unendliche.
4. Es war unmittelbar meine erste Idee, vor dem Lesen der Kommentare. Wäre ich der Dichter (und als Leser bin ich zwar ein nachschaffender Dichter; das ist das Wesen der Dichtung, daß sie den Leser zum Mit-Dichter macht), müßte ich mich an meinen ersten Einfall halten, denn der gilt als der beste (sagt Petronius zu seinem dichtenden Chef).
5. Es verliert seinen Grundgedanken, seinen Fluß, seinen Spannungsbogen nicht beim Streichen dieses Versbruchstücks, im Gegenteil: Es verliert eine aufgeblasene Backwerktüte, die irgendein Spötter (z.B. ein Philosoph, der von philosophischen Begriffen zum Gegengedanken gereizt wird) zwischen seinen Händen zerplatzen lassen könnte, des erschröcklichen Pengs wegen.

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Franke
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2009

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Hallo Hansz,

genau bei der Unendlichkeit bin ich bei diesem Gedicht auch ins Straucheln gekommen. Aber wenn die Wellen immer wieder zurückfließen und mit der nächsten neu ankommen, ist dies auch eine Form der Unendlichkeit - wenigstens aus der Sichtweise eines kleinen Menschen.
Wie du sehr richtig festgestellt hast, würde das Gedicht aber ohne diese Unendlichkeit den Sinn verlieren.
Vielen Dank für deinen tiefsinnigen Kommentar, der mich wie ins Nachdenken gebracht hat.

Liebe Grüße
Manfred
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Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

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