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Leselupe.de > Kurzprosa
Zustände schreiben das Lesen
Eingestellt am 23. 02. 2008 22:21


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Pola Lilith
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Zustände schreiben das Lesen



Zustände schreiben das Lesen. Von links nach rechts. Von rechts nach links. Von oben nach unten. Dabei sitzt einer in den Bäumen und singt. Das ist eine Geschichte, die in unseren Träumen wiederkehrt. Währenddessen putzt eine Katze ihr Fell, schreckt ein Hupen uns auf. Wer Bücher liest, sehnt sich und hat zu lesen gelernt. Andere schlafen. Oder arbeiten sich zu Tode, ringen um die Gegenwart, die keine Zukunft trägt. Wäre nicht der Glaube, die Hoffnung, die Liebe, die alles auf den Kopf stellt. Vagabundierend streicht die Zeit über die Zeilen, darauf Worte melancholisch sich vereinen. Darüber fallen Bomben, sterben Menschen, klonen sich Visionen. Die Welt ist klein geworden, nicht aber der Planet. Zahlen und Statistiken bestimmen das Gesetz der Veränderung, in dem es für die Sätze zunehmend schwerer wird, zueinander zu finden. Einst sang einer das Lied der Bäume und Worte bedeuteten Leben. Aber das ist eine alte Geschichte, die - wenn überhaupt - nur in unseren Träumen wiederkehrt.

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jon
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Ok, dann kommentiere ich mal: Ich versteh es nicht. Ich fühl mich, als würde jemand versuchen, mich in lauwarme schwammige Lappen zu hüllen, die sich bei Berührung auflösen, so dass der "Kokon" an dem einen Ende schon wieder zerfällt, während am andern noch geschlabbert wird.

Bitte versteh mich nicht falsch: Wahrscheinlich stecken hier ganz wichtige, großartige, originelle Gedanken drin – ich find sie nur nicht.

"Zustände schreiben das Lesen." Wenn sie es "prägen" würden, hätte ich eine ungefähre Idee, was gemeint sein könnte.

Wer sitzt wann in wie vielen Bäumen?

Wieso hat, wer Bücher liest, lesen gelernt? Ich denke mal, du meinst hier nicht die Fähigkeit, gedruckte Zeichen als Sprache zu dekodiereren (also das, was ABC-Schützen lernen). Wenn doch, ist der Satz überflüssig. Wenn du meinst, er habe gelernt, in Text Botschaften, Wissen, Schönheit etc. zu finden, dann ist die Behauptung kühn, weil mit Sicherheit wenigstens 60 % aller Leser sich nur unterhalten und Text nicht wirklich wahrnehmen.

"Andere … ringen um eine Gegenwart, die ohen Zukunft ist. Wäre nicht der Glaube, die Haffnung, die Liebe …" Also was denn nun? Ringen sie nun (unfd haben in Wirklichkeit eine Zukuft) oder würde sie nur ringen (und haben in wirklichkeit eine Zukunft)?

Worte stehen in Zeilen, oder?

Zahlen und Statistiken bestimmen die Gesetze nicht, können sie höchstens beschreiben.

Was meinst du mit "in dem Gesetz finden die Sätze schwerer zueinander"?

Und wann soll das gewesen sein, als Worte Leben bedeuteten?


Fragen über Fragen! Das ist die Crux mit solchen hochgradig verschlüsselten Texten – es klingt irgendwie flüssig, ergibt aber (wenn man den Schlüssel für den Code nicht hat) nur wenig Sinn.
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jon
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Kurzprosa spricht mich durchaus an. Wenn sie so viel Sinn ergibt, dass wenigstens ein Bild in mir entsteht.
Wenn das Zeigen der größten Stolpersteine für dich keine konstruktive Kritik ist, dann vielleicht so:

Du könntest schreiben: "Zustände prägen das Lesen", das ergäbe mehr Sinn. Innerhalb des Satzes zumindest, zum Rest passt es immer noch nicht.

Du solltest dem Leser für das Bild mit dem Sänger im Baum eine Entschlüsselungshilfe mitgeben. Zum Beispiel wäre interessant zu erfahren, ob es der Leser ist, der singt, der Autor, jemand, über den man liest, oder es parallel zum Lesen abläuft, ohne damit eigentlich zu tun zu haben. Die Aussage ändert sich dabei nämlich gravierend – im ersten Fall würde es zeigen, dass der Leser durchs Lesen vergnügt von oben auf die Welt herabschaut, im zweiten Fall, dass der Autor vergnügt zusieht, wie sein Werk verstanden/missverstanden wird, im dritten Fall wäre es eine Aussage über den Sinn des Textes, der gerade gelesen wird (was das Ganze auf eine spezielle Textart einschränkt), im vierten Fall heißt es: Lesen und Leben sind zwei verschiedene Sachen.

Du solltest präziser sein, welche Geschichte in den Träumen wiederkehrt: Dass das Lesen kreuz und quer geht (, was nicht sehr sinnvoll ist) während der Leser/Autor/Protagonist/Unbeteiligte singt? Oder ist "einer singt in allen Bäumen" die Geschichte? Du solltest andeuten, was daran so besonders ist, dass es uns (Wen? Alle? Leser? Autoren?) bis in die Träume verfolgt.

"Währenddessen putzt eine Katze ihr Fell, schreckt ein Hupen uns auf." Du solltest klarer machen, ob Katzengeschlecke und Hupen während des Singens stattfinden – wie es grammatikalisch richtig wäre (, denn "während es eine Geschichte ist" ergibt keinen Sinn), oder du doch eher meinst, dass es während des Träumens geschieht (, dann muss der Satz anders aussehen. Z.B.: Das ist eine Geschichte, die zurückkehrt in unseren Träumn, aus denen wir durch ein Hupen aufgeschreckt werden.)

Du solltest nach dem Aufschrecken einen Absatz machen, denn da findet offenbar ein Gedankensprung statt.

Du solltest "Oder arbeiten sich zu Tode, ringen um die Gegenwart, die keine Zukunft trägt. Wäre nicht der Glaube, die Hoffnung, die Liebe, die alles auf den Kopf stellt. " ändern, denn das ist semantisch sinnfrei. Es sagt: "Oder arbeiten sich Tode, wäre nicht der Glaube etc.", was gammatisch aber heißen müsste "Oder arbeiteten sich zu Tode, wäre nicht der Glaube etc" = "Sie arbeiten sich nicht zu Tode, denn es gibt ja den Glaube etc."

Du solltest andeuten, was du mit "vagabundierender Zeit" meinst. (Vagabundieren = Landstreicherei – das ergibt in Bezug auf Zeit oder Zeitgeist oder wofür immer Zeit noch stehen kann nicht viel Sinn. Gelinde ausgedrückt.)

Du solltest schreiben, "Zahlen und Statistiken sprechen vom/zeigen das/beschreiben das/offenbaren das Gesetz" – weil das im Gegensatz zu "sie bestimmen das Gesetz" Sinn ergeben würde.

Du solltest andeuten, was du damit meinst, dass die Sätze im Gesetz schwerer zueinander finden. Zum Beispiel: "Es aufzuschreiben, ist schwierig." "Es zu erkennen, ist schwierig" "Es zu beschreiben, ist schwierig." Vorausgesetzt, du meinst irgendwas davon.

Du solltest einen Absatz vor "Einst sang einer…" machen, denn da findet offenbar ein Gedankensprung statt.

Du solltest irgendwo zeigen, wo wir im Moment von der Natur abgerückt sind, wenn der Hinweis "früher sang man von Bäumen = von Natur" irgendwie mit dem Rest in Verbindung gebracht werden soll. Es sei denn, du meintest was ganz anderes. Dann solltest du sicher stellen, dass der Leser weiß, was du meinst.

Das ist überhaupt der wichtigste Hinweis: Stelle sicher, dass der Leser die Chance bekommt, zu wissen, was du meinst. Oder male wenigstens ein Bild, das (vielleicht ohne tiefere Botschaft, dafür aber) dekorativ ist. Bei dem Gemälde mit dem Punkt seh ich wenigstens einen Punkt – hier sehe ich (fast) gar nichts. Obwohl ich mir den Typen, der im Baum hockt und pfeift, während sich unten die Katze putzt, durchaus auch als Bild ins Zimmer hängen würde …


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