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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Zwei Seiten
Eingestellt am 07. 09. 2016 19:14


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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2309
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Ich schnitt
ein Blatt Papier
- es hatte zwei Seiten -
spiralförrmig
in einen langen Streifen.

Ich klebte das vordere
und das hintere
Ende
des Streifens
aneinander.

Dumm nur,
dass ich dabei
eine der Seiten
verlor.

Wie ist unsere Welt verklebt?
Dort hinten am großen Ende
und da drinnen am kleinen Ende?

Möbius kann ich nicht mehr fragen.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 654
Kommentare: 4214
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Umschlag in der dritten Dimension

Eine fruchtbare Metapher, das Möbiusband. Habe ich selbst oft genutzt. Z.B. fĂŒr die Frage, ob die Beziehungen der kommunikativen Wesen (z.B. der Menschen) untereinander die von zwei Seiten eines in sich identischen Wesens sind. Der Umschlag erfolgt in einer anderen (zusĂ€tzlichen, höheren) Dimension, beim Papierstreifen in der dritten ĂŒber die beiden Dimensionen der PapieroberflĂ€che hinaus.
Zumal es auch gemeinsame Sprachen, GesprĂ€chsaustĂ€usche, SimultaneitĂ€ten und treffende Auseinandersetzungen gibt, so die Differenz der Kommunizierenden gerade das GefĂ€lle ausmacht, durch das das Wasser des Lebens fließt, oder den TiefdruckauslĂ€ufer treibt, der den fruchtbaren Regen bringt.

Es ist zunĂ€chst eine heitere Idee, daß da eine Seite "verloren gegangen" sei.
Aber in Wirklichkeit hat es eben nur eine Seite; die "andere" erscheint nur als "andere", ist es aber eben nicht, sobald das Band durchlaufen wird.
So gesehen scheint eine Seite verloren gegangen zu sein, ist es aber nicht. Obwohl es in der Tat die Ober- und die Unterseite des Streifens gibt, wohlunterschieden, aktuell komplementÀr, erst im Gesamtdurchlauf offensichtlich identisch.
Hegel pur.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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