Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
287 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Zwei Sternschnuppen nebeneinander (Brief an Karina)
Eingestellt am 19. 04. 2008 15:13


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

Werke: 114
Kommentare: 121
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um masterplan eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Als ich heute aufgestanden bin, habe ich gleich dieses Gefühl in mir gehabt, dass mir nicht gefallen hat. Ich habe schnell geduscht und mich ein bisschen „schön“ gemacht, weil ich das Gefühl nicht so richtig wahrhaben wollte, und trotzdem gehofft habe, dass dir (euch) die Wohnung in Waldshut vielleicht doch nicht so gefällt und wir beide noch ein wenig Zeit miteinander verbringen können. Ich habe mich noch sehr darauf gefreut, mit dir heute einen Kaffee trinken zu gehen, oder so. Aber das Gefühl hat sich nicht verdrängen lassen. Ich habe gewusst, was Du mir sagst, wenn Du nach Hause kommst. Also habe ich zwei Gedichte geschrieben – Verzweiflungsgedichte, wie ich sie nenne.

Dann warst Du zurück.
Seltsame, zu starke Empfindung: Ich freue mich für den Menschen, den ich liebe, wenn er etwas für sich erreicht hat. Ich freue mich sehr für dich... aber wenn meine tiefen Gefühle erkennen, dass ich sie damit wieder zurückgewiesen habe – dass ich ihnen ihre Grundlage nehme – dann werden sie gewaltig. Ein Ozean bricht über mich herein, der mich ertränkt in endloser Enttäuschung, Angst, Wut, Hoffung, Liebe und so viel Schmerz, dass ich schreien möchte.
Ich respektiere und akzeptiere deine Einstellung zu deinem Leben – so wie Du es umstellst. Nur weil ich mit in dieser Umstellung drinhänge, darf ich mich auch zu Wort melden...
Und ich wünschte, ich könnte einfach sagen: „Schön, dass Du dein Leben selbst in die Hand nimmst (wie man so sagt). Dass Du einen Weg gehst, der dir Freude bereitet. Ich bin stolz auf dich. Auf den Menschen, den ich jahrelang an meiner Seite hatte.“
Aber ich muss zu dir sprechen. Ich kann nur kämpfen. Wenn sich alles in mir vereint, um ein Teil von dir zu sein, dann kann ich nicht anders. Am liebsten würde ich dir meine Gedichte zeigen und mit dir stundenlang über uns sprechen – aber ich traue mich nicht. Ich darf es nicht, weil ich dich nicht beeinflussen will, und auch nicht will, dass Du aus Mitleid beigibst und deine Pläne so änderst, dass Du nicht mehr zufrieden bist. Aber ich will auch nicht leiden, weil ich weiß, dass wir beide eine Bedeutung haben. Einzeln, sowie speziell als Verbindung. Verdammt, ich kann mich nicht so sehr täuschen... außer ich bin vielleicht schon verrückt geworden. Wenn unser Wesen wirklich aus den drei Teilen besteht, dann sag mir bitte, warum mal ausnahmsweise ALLE DREI in mir eine Liebestrennung verhindern wollen!? So sehr habe ich noch nie gekämpft und gelitten. So viel Kraft habe ich bisher für nichts in der Welt aufgebracht. Sie wissen auch, dass ich keinen Menschen neben dir oder nach dir mehr lieben könnte. Es ist gewaltig und ich bin ganz verzweifelt, warum Du das nicht empfindest. Also bitte bitte bitte, wenn es noch in dir lebt und zu dir spricht, dann ignoriere es nicht. Es hat doch eine Bedeutung. Ich weiß, dass es DIE Bedeutung hat...

Ich bin losgefahren – viel zu schnell. Ich bin zu der Wiese gefahren, wo wir mal einen schönen Sommertag verbracht haben und Kräuter gesammelt haben. Zwei Rehe waren heute da. Sie haben nur zu mir herübergesehen. Dann habe ich mich auf den Boden gelegt und in die Baumspitzen gesehen. Ich habe Gott (den es wohl nicht gibt) wieder einmal gebeten, mich einfach einschlafen zu lassen. Die Gefühle in mir zerreißen mich, obwohl ich nicht einmal weiß, wozu LIEBE überhaupt da ist. Ich weiß es nicht...
Aber es ist wie wenn sich alle schönen und liebevollen Momente unserer Vergangenheit vereinen und an mir zerren auf mich einschlagen und wieder zum Leben erweckt werden möchten. Ich sage ihnen normalerweise, dass dies auch irgendwann wieder so weit sein wird... aber jetzt weiß ich das nicht. Jetzt kann ich es ihnen nicht sagen... und sie schlagen immer weiter auf mich ein. Mit dir hat sich mein Leben ausgefüllt angefühlt. Jemand, der da ist. Der einfach da ist. Egal, ob es eine schöne Zeit ist, oder nicht. Du warst einfach da. Und wenn wir mal für ein paar Wochen nicht im gleichen Bett geschlafen haben, dann warst Du trotzdem da.
Es erfüllt mich und die Verbindung außerdem mit der Bedeutung, die über allem steht. Das ist die eigentliche Kraft. Sie steht weit über unseren Vorstellungen und Darstellungen, wie Menschen leben müssten, wie sie sich lieben müssten und wieder auseinander gehen sollen, und den Gründen dazu.
Ich will aber nicht auf dich einreden, argumentieren oder deine Situation analysieren.

Warum ist es so schwer? Weiß Du noch, als Du am Anfang unserer Beziehung gesagt hast, dass Du mich verlassen würdest, wenn ich dich nicht mehr lieben würde, bzw. dir so etwas sagen würde?
Ironisch, oder? In schlimmen Momente, frage ich mich ständig, warum ich dich liebe. Warum es so unglaublich stark und bestimmend ist. Warum es so viel Sinn macht, dich zu lieben.
Ich weiß auch noch, wie Du vom „verschmelzen“ gesprochen hast. Ich habe diese Vorstellung auch gehabt, habe sie aber dir gegenüber bis zu diesem Zeitpunkt nie erwähnt – aus Angst, dass Du nicht so empfinden könntest.
Aber Du hast zuerst davon gesprochen. Und ich habe ab da gedacht, dass alles was ich mir immer vorgestellt habe, auch so passieren kann und irgendwann passieren wird...

Ich bin eine Belastung, das tut mir leid. Aber eine Belastung, die dich mehr liebt, das es das Leben selbst könnte. Bitte habe keine Angst davor, wenn es das sein sollte.

Mann, jetzt klinge ich wieder so verzweifelt. Na ja, bin ich ja wohl auch.
Ich muss zu dir schreiben, sprechen und um dich kämpfen. Ich muss es einfach. Es ist zu bedeutend. Du bist zu bedeutend... und ich weiß trotzdem nicht, warum.

In Liebe,
Patrick


After all this time
I never thought we'd be here
Never thought we'd be here
When my love for you was blind
But I couldn't make you see it
Couldn't make you see it
That I loved you more than you'll ever know
A part of me died when I let you go

(Teil aus Blind – Lifehouse)


__________________
Schön, dass wir einmal darüber sprechen konnten...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Tagebuch - Diary Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!