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Leselupe.de > Horror und Psycho
Zwei Welten
Eingestellt am 13. 01. 2004 16:45


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LuziferKyrill
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Registriert: Dec 2003

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ein stetiges klopfen hämmerte gegen meine stirn.
es war kalt und dunkel. die feuchtigkeit des raumes kroch unter meinen mantel, oder war es wasser, in dem ich lag? das klopfen h√∂rte nicht auf. klopf...klopf klopf. mehr als k√§lte und dieses klopfen sp√ľrte ich nicht. und das wasser.
ich hörte nichts, sah nichts, roch nichts. nicht einmal bewegen konnte ich mich.
meine gedanken drehten sich im kreis und ich konnte sie nichtmehr fassen. ich hatte irgendwann aufgehört, bewusst ihnen zu folgen.
jetzt aber hagelten sie in stetigem rrhythmus des klopfens auf mich ein. jeder klopf ein gedanke, der fiehl. und auch die reihenfolge blieb die gleiche.
ich versuchte sie zu fassen, mich auf sie zu konzentrieren, doch schon folgte das nächste klopfen und wieder glittenb sie mir aus dem bewusstsein.
das einzige, was blieb, waren bruchst√ľcke, verzerrte bilder meines wirren gedankenlaufes: ein gesicht, aufgequollen von wasser und zerfresen von kleinstlebewesen und algen. dann wieder nur SIE, in den armen eines anderen. dann wieder sein grinsen, leer und siegessicher. Leichen, hunderte aufgequollene k√∂rper, bla√ü und kahl, die wie bojen bewegungslos durch das wasser trieben.
klopf klopf...
und wieder waren die bilder fort. ich konnte mich nicht daran erinnern, wann sie begannen und wo es endete. ich konnte auch nicht sagen, ob ich sie als visionen sah oder sie mir einredete. nichteinmal, was ich dazu dachte blieb h√§ngen. es fiel alles mit jedem weiteren klopfen auf meiner stirn. ich wusste nichteinmal, ob ich √ľberhaupt atmete, oder wie lang ich schon in diesem zustand war.

pl√∂tzlich durchzuckte ein blitz die finsternis des raumes und tauchte meine umgebung f√ľr den bruchteil eines augenblickes in glei√üendes weis. es schien jedoch von der finsternis geschluckt zu werden, einfach aufgesogen. was ich sah waren nur schemenhafte bruchst√ľcke des raumes.
doch brachte der blitz mich soweit zu bewusstsein, dass ich wieder h√∂ren konnte und mehr f√ľhlen, als nur das klopfen und das wasser. mein herz schlug jetzt von innen gegen meine rippen. mein brustkorb hob und senkte sich.
es war tats√§chlich wasser, das unter meinen mantel kroch und sich in meine sachen fl√ľchtete. wasser, ein schwarzer see in dem ich lag. nicht tief, doch war er da. noch immer konnte ich mich nicht bewegen. meinen k√∂rper sp√ľrte ich nur, als blickte ich zu ihm herauf aus der unsichtbaren tiefe des wassers.
das klopfen auf meiner stirn wurde zum tropfen von wasser. jetzt klang es nicht mehr nach klopfen sondern plitschte leise auf meinen kopf. die kälte jedoch wich nicht, ganz im gegenteil, sie wurde sogar noch stärker.

dann kamen die schreie. schreie der schatten. sie drangen aus meinem kopf durch die finsternis. meine trommelfelle dr√∂hnten. mit ihnen kam auch der schmerz. mein k√∂rper bebte. ich b√§umte mich innerlich auf. dem inneren aufb√§umen folgte meine bewegung. mein k√∂rper wurde von schmerzen durchfahren und zuckte willk√ľrlich in jede richtung. das wasser um mich herum geriet in bewegung. doch in der stille klang das leise pl√§tschern wie brandung, die sich an steilklippen festzuhalten sucht und mit jedem scheitern einen neuen anlauf wagt. das tropfen erscholl von allen seiten her und h√§mmerte sich in meine gedanken. noch immer l√∂sten die gedanken, die bilder sich mit jedem tropfen ab. mein aufb√§umen schien sich dem rhythmus des klopfen an zu passen und doch auch wieder nicht. dann trat ruhe ein.

ein lichtschimmer tr√§nkte die schwarzges√§ttigte luft silbern. die finsternis wich vor ihm zur√ľck und schloss sich hinter ihm wieder. es sah aus, wie eine kleine perle, mamorwei√ü, die auf mich zuschwebte. langsam und beharrlich. panik √ľberkam mich. das blanke ensetzen entriss mir jegliche gesichtsz√ľge. meine haut schmerzte, als sei sie zum zerrei√üen gespannt. ich wich zur√ľck. langsam, st√ľck f√ľr st√ľck, ebenso wie der lichschimmer auf mich zukam. dann stie√ü ich gegen eine kalte wand. die panik lie√ü mich nahezu ernblinden, sodass ich nur noch den hellen fleck wahrnahm, nichts weiter mehr. ich h√∂rte wieder nichts und sp√ľhrte nichts. nur dieser lichtschimmer, der stetig auf mich zukam.
als die perle fast meine stirn ber√ľhrte, schlugen mir bilder fast ins gesicht. bilder von leichen, bilder von qualen, bilder des schreckens. doch das war noch nichts im vergleich zu dem, was sich hinter der perle verbarg. ich konnte es nun deutlich sp√ľhren. die perle war nur eine lichtquelle hinter deren finsternis sich etwas oder jemand verbarg. irgendjemand, dessen gegenwart s√§mtliches licht au√üer das der perle in sich aufsog. ich wagte nicht, mich zu bewegen.
die perle lag nun fast auf meiner haut und ihr licht versengte mir meine stirn. grellstechender, weißer schmerz brannte sich tief in meine gedanken. dann wurde es schwarz und ich sackte zusammen.

wieder lag ich in dem wasser. es war kalt und jeder noch so kleine lufthauch trieb mir die schneidende k√§lte unter den mantel. nur meine stirn war warm und etwas warmes und weiches flo√ü langsam herab zu meiner nase. als es meinen mundwinkel ber√ľhrte, schmeckte ich blut. warmes, weiches blut. um mich herum nur das monotone tropfen. doch diesmal l√∂sten sich keine gedanken ab. kein bild klopfte an das n√§chste. nichts. vollkommene leere herrschte in meinem kopf. wie lang ich so dalag, wusste ich nicht. irgendwann jedoch zuckte ich zusammen und begann wieder zu atmen, als sei ich gerade nach langem tauchgang an die wasseroberfl√§che gekommen. schnappte nach luft wie ein fisch an land. jetzt endlich kam ich auch wieder in meinen k√∂rper zur√ľck. jetzt endlich sp√ľhrte ich jede faser und jedes organ in mir. ich sp√ľrte, wie das blut durch meine adern floss, wie mein herz schlug und wie die luft in meine lunge str√∂hmte und wieder herausgepresst wurde.
der erste gedanke, der kam; ich musste hier raus. mit m√ľhe richtete ich mich auf, zog mich halb an der wand hoch und stand, wenn auch auf wackeligen beinen. doch mit jedem augenblick wurde es besser trotz des schwindelanfalls. wie ein schlag ins gesicht war ich wieder in der eigentlichen welt aller dinge. das blut auf meiner stirn war weg, als h√§tte es dort nie eine wunde gegeben. keine narbe blieb, nur die gedanken. das wasser pl√§tscherte wieder wie wasser, die tropfen tropften wieder wie tropfen. der raum war wieder nur ein kellergew√∂√§lbe, in dem sich etwas regenwasser gesammelt hatte. das einzige, was blieb, war das wissen um das geschehene.
nur mit m√ľhe fand ich den ausgang und sprang √ľber die hofmauer auf die stra√üe. der heimweg war weit und f√ľhre am wasser vorbei. wieder h√∂rte ich die schreie und die stimmen, die nach mir riefen. der fluss zog mich f√∂rmlich an, doch ich blieb bei bewusstsein.
es begann zu regnen. und jeder tropfen barg einen schrei...

...
in der finsternis fand ich einen verb√ľndeten. sie verbarg mich vor den augen dieser welt. niemand sollte mich sehen.
grell schien die sonne und ich kniff meine augen zusammen trotz der dunklen sonnenbrille. die menschen dieser stadt waren mir alle zuwider. ich mied jede menschenmenge, soweit es ging. um nichteinmal unbekannt erkannt zu werden, hatte ich mir ein schwarzes tuch √ľber mund und nase gebunden. meine augen waren von der sonnenbrille verdeckt. jeder blick stach auf meiner haut, traf mein herz. doch was dort war, wo mein herz sitzen sollte, blieb kalt.
mein herzschlag war leer und mein blut war nicht warm. jeder atemzug schmerzte.
doch hier draußen kannte mich keiner, sah mich keiner. ich bleib anonym genug, dass ich jedem der mich anschaute nicht lang im gedächtnis blieb.

mein zimmer mied ich,. soweit es ging. allein dort zu bleiben, war die reinste qual. in jeder ecke lauerte ein schatten. die luft war schwer getränkt von ihren schreien und den stimmen, die mich riefen. in jeder niesche schien es zu tropfen. dieses unentwegte hämmern blieb tief in meinem kopf. und wieder schlug jedes klopfen bilder in meine gedanken, wie ein beitel schrift in marmor schlug.
auch die nacht war darin verewigt. auf die gleiche weise.

ich fand keinen schlaf und fl√ľchtete mich doch in meine tr√§ume. und wenn ich erwachte, blieb diese allumfassende leere wie damals, nachdem die perle meine stirn durchbohrte. ich konnte nicht sofort erwachen, blieb mit offenen augen noch lang in meinen tr√§umen gefangen.

blickte ich in einen spiegel, sah ich mich nicht. mich blickte stets ein fremder an. als w√§re ich einfach aus der welt gestrichen und an meiner statt ein anderer hinein gesetzt. jemand, der mir zum verwechseln √§hnlich war. nur eben nicht ich. als w√ľrde ich mich wie in einem buch als dritte person betrachten. wie ein bild, ein dreidimensionales bild meiner selbst.

er schlummerte nicht mehr in mir. er war längst erwacht, wirklich erwacht. es waren nichtmehr seine träume und erinnerungen, die ich trug. ich trug ihn. noch war er schwach und erhob sich nicht, doch er war wach und seine aura legte sich auf meine seele wie ein schwarzes tuch, dass sie verbarg und nur noch erahnen ließ. ich kämpfte nicht gegen ihn an. ich setzte mich nicht zur wehr. ich konnte es nicht.
allein hatte ich nicht die kraft dazu. und vor ihm fliehen ging nicht.

meine tr√§ume waren l√§ngst nicht mehr wie die, meines fr√ľheren lebens. ich sp√ľrte keinen hass mehr, keinen zorn. nur noch leere und stets wurde diese leere begleitet von der angst. einfache, intensive angst. wovor wusste ich nicht. sie lie√ü mich jedoch erblinden. mein handeln wurde zeitweilig nur von ihr bestimmt.

ich versank in einem stummen schrei...


doch plözlich war da ein kuss, plötzlich war da ein lächeln. und plötzlich war ich nichtmehr allein.
auch wenn ich nicht war wo ich hätte sein sollen, so war ich doch wieder weiter hier als irgendwo anders.

die sonne schien wieder etwas angenehmer, die luft war klarer und mein zimmer erträglicher. die nacht war wieder leichter und mein schlaf ruhiger.
doch wie lang?

noch kam die leere und die angst wie sie wollte. noch kamen die bilder und gedanken wie sie wollten. noch schrie ich im stillen und weinte allein. noch brach ich in mir zusammen wärend ich vor ihr sitzen blieb, den kopf geneigt im schneidersitz. die ellbogen auf die beine gelegt.

noch war ich nicht wieder hier, noch hielt mich etwas gefangen...


wieder war es da. das monotone klopfen in meinem zimmer. ich wusste woher es kam. doch wusste ich nicht was es war. ich konnte nichteinmal mit bestimmtheit sagen, ob nur ich allein es höre oder ob es real ist.
vielleicht is es lediglich etwas luft im heizungsrohr. warum aber dann p√ľnktlich zur gleichen uhrzeit? jeden tag? m√∂glich, dass es daran lag, dass die leute, die √ľber uns wohnen jeden abend um diese uhrzeit die heizung ausschalteten.
aber das war es nicht. nicht, dass ich es wusste, ich sp√ľrte, dass es das nicht war.
die abstände zwischen den klopfen wurden größer. das klopfen wurde dadurch jedoch nicht beruhigender. denn dadurch wurde es lauter.
ich sa√ü da und lauschte gespannt in die stille. ab und an rauschte leise ein auto unter meinem fenster entlang oder eine elektrische polterte zur haltestelle. doch das klopfen blieb. je mehr ich mich darauf konzentrierte, je mehr ich auf das folgene klopfen wartete, desto lauter wurde es. und es kam trotzdem jedesmal √ľberraschend. stets, wenn es scheinbar verschwunden schien, kam es wieder.

vielleicht √ľbertrug ich einfach meine gedankenwelt in diese hier. vielleicht war ich auch nicht wirklich in dieser welt. vielleicht spielten mir meine tr√§ume einen streich und schufen illusionen, die echter wahren als jede realit√§t. war ich noch in der lage, realit√§t und phantasie zu unterscheiden? oder wurden die tr√§ume greifbarer als die wirklichkeit? was war wirklich?
ich erkannte die grenzen nicht mehr. die grenze, eine hauchd√ľnne bariere zwischen dieser welt und der phantasie, war scheinbar einfach zerflossen und beide welten tr√§nkten sich in die jeweilig andere welt. sie schienen sich zu √ľberschneiden. nachtmahre suchten mich am tage heim, als g√§be es keine regelung, sich nur an tr√§ume zu halten. ich war stets angespannt, erwartete jeden moment das unfassbare...

aber es bleib aus. statt dessen schreckte ich schon allein von klopfen in meiner heizung hoch. nur eine winzige ber√ľhrung von anderen gen√ľgte, dass ich jede faser meines k√∂rpers spannt und ich in abwehr war. ich war verspannt, hatte seit tagen nicht richtig geschlafen und wenn, dann so tief, dass ich nicht tr√§umte und am n√§chsten morgen genau so ger√§dert aufwachte, wie ich schlafen ging.

verdammt, wie war es denn fr√ľher? was gab mir denn da kraft? war nicht sogar er es? oder ist meine kraft einfach aufgebraucht? ich muss hier raus. nicht aus diesem zimmer, aus dieser √ľberschneidung der welten. ich musste meine welt und die hiesige wieder trennen und die grenze wieder schlie√üen. doch dazu fehlte mir noch die kraft.

wieder das klopfen. es macht einen fast wahnsinnig, zumindest in diesem zustand. in welchem zustand auch immer...

solang ich allein in meinem zimmer war, blieb alles ruhig. zumindest das. mittlerweile geht immerhin das. sobald jedoch auch nur irgendwer wagte, an meine t√ľr zu klopfen, schreckte ich auf und war wieder angespannt. es war wie ein stetiges auf-der-hut-sein. und immer wieder schatten im augenwinkel. schatten, die an mir vorbeihuschen. ich wei√ü, dass hinter mir einer von ihnen steht und seine scherze treibt, aber ich habe nichtmehr die lust auf diesen schabernack. immer wenn ich sie verjage, kommen sie zur√ľck. und es wird nicht besser. die kleinen sind unliebsame gesellen. doch ein schatten von ihnen ist nicht hier: ER!

er ist nicht von irgendwo gekommen. er kam auch nicht. er war schon immer da. er war schon immer tief in mir verborgen. ich kann nichteinmal sagen, seit wann ich ihn sp√ľre. aber er war schon immer da. und tief in mir brennt seit einigen tagen seine flamme, als wolle er heraus. noch ist er gefangen und liegt ruhig, wenn auch wach. sehr wach. noch spricht er nicht, doch ich sp√ľre seine gedanken. tief in mir drin...

schei√üe....das telefon. ich schrecke hoch. pl√∂tzlich ist mir eiskalt und mein herz hast. ich muss mich in den griff bekommen. es war nur das verdammt telefon, nichts weiter mehr. als ich auflege, geht mein atem wieder langsamer. doch langsam beschleicht mich eine tiefe, schwelende angst. nicht, dass mein puls rasen w√ľrde oder ich schwerer atme. ich bin dahingehend sogar ziemlich ruhig, fast zu ruhig. wie eine vorahnung frisst sich die angst unter mein herz. wie ein alter kolben schl√§gt dieses organ schwerer und schwerer. eigentlich kann es nicht aufh√∂ren zu schlagen, zumindest nicht wirklich. es kann auch nicht einfach so langsamer werden. aber es wird langsamer, schwerer. und lauter wird das klopfen...



so unendlich m√ľde. f√ľhle mich, als h√§tte ich keine kraft mehr.

doch schließe ich die augen und lausche der stille, schlagen die tropfen wieder gegen meine stirn.

stille ist zu still und schreit nach mir...


die musik stampfte ihren massiven rhythmus. im nachtschatten des raumes zuckten die lichter der Anlage im tackt. vereinzelt rissen die lichtgewitter schwarze gestalten aus dem schwarz, sodass deren bewegungen schemenhaft und abgehackt wirkten. zur musik mengte sich das unstete plätschern der gespräche um mich.
der raum war voller menschen. nur wenige tanzten. der rest stand umher und unterhielt sich oder starrte gebannt auf die flackernde tanzfl√§che. ich sp√ľrte jeden einzelnen in diesem raum, je nach intensit√§t ihrer selbst. aber ich sp√ľrte jeden einzelnen.
die menschenmenge bildete keinen durchlass bis auf eine kleine gasse zwischen der t√ľr, dem podest und dem thresen. das podest bildete die mitte des raumes und von seiner h√∂he aus konnte man des ganzen raum √ľberblicken. doch am fu√üe, wo ich sa√ü, sah man nichts au√üer der zuckenden leiber.

der nebel kroch aus dem wasser heraus und h√ľllte das ufer und die b√§ume in sein undurchsichtiges gewand. tr√§ge woll das wasser dahin, durch den nebel ungesehen. die ger√§usche der stra√üe wurden von den b√§umen aufgefangen und purzelten in den nebel, der sie verschlang.

glei√üend hell war das neonlicht im treppenhaus. auch hier vor dem drugstore sa√üen schwarze gestalten im blendenden wei√ü der w√§nde. der kontrast machte ihre gesichter noch bleicher, als sie schon waren. das allgemeine stimmengewirr pl√§tscherte auch hier munter weiter. nur die musik war nicht so laut. ich betrat wieder den club. doch diesmal trug ich mein halsband. so konnte mich...nein so konnte IHN keiner von denen wahrnehmen. zumindest nicht so einfach. es half mir, ihn zu verbergen und zur√ľck zu halten. ich setzte mich am fu√üe des podests auf einen sessel zwischen die menschenmenge. ich konnte ihren schwei√ü fast riechen. das m√§dchen neben mir str√∂hmte einen warmen duft aus, der mich trotz seiner weichen note stach. auf der anderen seite der kleinen gasse, die zu meinen f√ľ√üen entlanglief stand jemand mit niveah√§nden und einer CK-fahne, die sich mit bier und zigaretten gemischt hatte. eine eigenartige duftkombination hier im drugstore, das CK.
k√ľnstlicher nebel wallte von der b√ľhne her √ľber die tanzfl√§che und verbarg die h√§lfteder tanzenden im zuckenden schein der lichter, die den nebel zum schimmern brachten. seine schwachwerdenden arme erreichten mich fast und wollten mich umschlie√üen.

hier konnte ich nicht entdeckt werden. zumindest glaubte ich das. also nahm ich das halsband ab. mit einem mal war der raum wie leer gefegt. das halfband verbarg nicht nur ihn sondern schw√§chte auch meine f√§higkeiten, die ich durch ihn hatte. ich schloss die augen. obwohl ich von meinem platz aus die t√ľr nicht sehen konnte, sp√ľrte ich sie, sah sie f√∂rmlich durch meine lider hindurch als beobachte ich sie von der decke aus. ein schatten zeigte sich in ihr. ein heller schatten der eine glei√üende aura zu haben schien. als er einige schritte in den raum herein tat, sah ich auch seine fl√ľgel; blendend wei√ü. ihr lich blendete mich fast. seine aura war so intensiv, dass die anderen im raum einfach verschwinden mussten. der schatten kam n√§her. es war keiner der finsteren schatten, die mit schrecken auf panik ziehlten. es war ein wei√üer schatten, der durch seine pr√§senz alle finsternis vertreibt. doch ohne finsternis war ich nackt, f√ľhlte mich zumindest so. in mir stieg ein unbekanntes gef√ľhl von entsetzen auf. kein entsetzen aus angst. vielmehr war es entsetzen, entdeckt zu werden und aus ungewissheit √ľber das dannach.
der schatten n√§herte sich unaufh√∂rlich. jetzt konnte ich sogar seinen tr√§ger sehen. ein m√§dchen. sie war zu nah, als dass sie mich nicht h√§tte sehen k√∂nnen. trotzdem legte ich mein halsband wieder an und √∂ffnete die augen. dort, wo der schatten war, kam nur ein hochgewachsenes m√§dchen von etwa 17 jahren auf mich zu. sein langes schwarzes haar wallte glatt √ľber ihre nackten schulter. ich wandte mich ab, dass sie mich nicht erkennen konnte. sie ging unbeirrt an mir vorbei.

die luft war kalt und die nacht wieder angenehm dunkel. nur die stadt schimmerte kupfernrot unter den wolken. ich war √ľberhastet aufgebrochen, nachdem sie an mir vorbeilief. doch ich wusste, obwohl sie mich nicht ansah, dass sie mich wahrgenommen hatte, dass sie IHN wahrgenommen hatte. und nun fl√ľchtete ich wieder in die nacht. versteckte ihn vor der welt und mich ebenfalls.
meine gedanken flohen mit mir und sponnen mich ein in ihrem wirren netz.
nur ein gedanke, einer der klarsten, fl√ľchtete weithin nach westen. vielleicht war es sogar der klarste von allen, denn er floh ohne furcht, etwas falsches zu erleben sonder einzig nur, um da zu sein.
das emblem auf meinem halsband brannte und dr√ľckte das kreuz unter ihm tief in meinen hals...



der wind wehte schneidende k√§lte in mein gesicht. ich zog meinen mantel fester um mich herum. obwohl er nicht gerade dick gef√ľttert war, w√§rmte er, nein, sie. mara nannte ich sie vor kurzem, doch schien es, als trage sie diesen namen schon seit langem. sie war noch keineswegs alt und trotz der kratzer am saum sah sie auch noch wirklich neu aus.
von ihr umschlungen stapfte ich durch den tifen schnee. meine langen haare peitschten um mein gesicht und verst√§rkten den schmerz der k√§lte. eine tr√§ne, die √ľber meine wange gelaufen war, glitzerte gefroren auf meinem schwarzen tuch.

es hatte am späten nachmittag angefangen zu scheien. die straße und die häuser lagen erst im pulverschnee, wenn der auch schon eine beachtliche höhe hatte, trotz der wenigen stunden. der verkehr lag still. kaum ein auto kam durch das schneegestöber. obwohl noch vereinzelt autos auf der straße fuhren, hörte man kaum ein geräusch. der schnee verschluckte alles.

der flu√ü lag schwarz unter der br√ľcke. er schien zu stehen, doch die treibenden eisschollen zeigten das gegenteil: er flo√ü wie immer tr√§ge dahin. doch irgendetwas war anders als sonst. nicht, dass er anders aussah. was ich sp√ľrte war anders, fast gespenstisch. als ob irgendetwas, oder irgendjemand neben mir stand. doch dort war niemand. ich sah zumindest keinen. allein vom logischen denken konnte dort keiner sein. eine kleine stimme in mir behauptete dennoch das gegenteil. ich wandte mich wieder dem fluss zu. jetzt wurde das gef√ľhl st√§rker, doch nichtmehr, als st√ľnde jemand neben mir, es kam vom fluss her. ein leichter schauer huschte √ľber meinen nacken. der wind frischte auf. jetzt h√∂rte ich pl√∂tzlich stimmen. doch sie klangen nicht on irgendwo her. sie kamen aus mir heraus und dranken durch meinen kopf direkt in meine gedanken. es war nur ein kleines fl√ľstern, vielmehr tuscheln. leise, ganz sacht. als ich mich darauf konzentrierte verschwanden sie jedoch sofort. nichts was blieb au√üer dem gef√ľhl, der fluss beobachte mich. ich starrte in das schwarze wasser. doch au√üer den eisschollen war dort nichts.

etwas verunsichert wandte ich mich ab, fast im begriff das alles wieder zu vergessen, wären da nicht wieder diese stimmen gewesen. diesmal jedoch waren sie lauter. es waren eigentlich keine stimmen sondern vielmehr das rauschen von wellen, die zu mir sprachen, nach mir riefen.


wie ein feiner riss in glas. oder vielmehr, als w√ľrde d√ľnnes eis zerspringen, hallte ein klares klirren durch meinen kopf.
ein weiterer riss. wie ein glas, das porös wird doch einfach nicht brechen will.

niemand hat mich gefragt noch habe ich darum gebeten w√§chter zu sein. ich wurde es einfach. lange versuchte ich meine aufgabe so gut es ging zu erf√ľllen. doch wer fragte, wie es mir ging? wer hielt mich ohne zu fragen und wusste dennoch, was mich st√ľrzte?

wie lang hielt ich noch durch?

schlagendes stimmengewirr wurde von dumpfer musik √ľberdeckt und legte sich klebrig √ľber die tische der bar, schloss mich ein. die luft stand. kein wirkliches licht drang durch die dunstwand um mich herum, nur schemen. ein oder zwei gesichter erkannte ich, doch kannte ich sie wiederum nicht gut genug, sie zu gr√ľ√üen. dazu war ich auch nicht in der stimmung. die vergangenen ereignisse lie√üen mich selbst hjier nicht ruhen. bis vor kurzem noch hatte ich skat gespielt mit ein paar bekannten gesichtern. doch auch diese waren gegangen. nun war ich allein unter fremden. ich h√§tte gehen k√∂nnen, doch irgendetwas hielt mich fest. der gefilterte rauch meiner zigarette schnitt nur noch wenige gedanken aus der finsternis. ich dachte l√§ngst nichtmehr nach.

in irgendeiner ecke tickte eine uhr. ich konnte sie trotz der lauten musik hören. sie war irgendwo in der hinteren hälfte der bar verborgen und lag nicht in meinem blickfeld, doch ihr ticken schien so durchdringend, dass ich es bis hierher hörte. es machte mich nervös. jeder schlag erinnerte mich mehr und mehr an das tropfen des wassers in dem keller vor zwei nächten.

ich konnte nicht gehen. draußen erwartete mich die nacht und der regen. und regen ertrug ich nicht. jeder tropfen barg einen schrei. und es goß in ströhmen...

die nacht war zu dumpf. die ger√§usche drangen scheinbar wie gefiltert an mein ohr, als ob dicker nebel sich √ľber die stadt gesenkt h√§tte. doch es war sternenklare nacht.
die lichter schimmerten wie durch eine dicke wand hindurch und alles erschien nur zweidmensional. alles wirkte wie ein schlecher farbfilm mit zwielichten gestalten als hauptfiguren.


an irgendeiner straßenecke rauften sich ein paar jugendliche. zwischen all dem straßenlerm hörte man vereinzelt fernseher oder stereoanlagen, die viel zu laut aufgedreht waren.
aber es klang nicht echt.
und details, kleinste details schienen ausgelassen, als seien es anschlussfehler. so wehte die jacke eines mannes im wind eines fahrenden wagens und h√∂rte genauso pl√∂tzlich wieder auf, ohne dass sie zurr√ľckpendelte. auf der anderen stra√üenseite ging eine laterne aus und wurde missachtet, als sei sie schon immer ohne licht.. ein kleines st√ľck alufolie, vermutlich von einem d√∂ner, wurde vom wind √ľber den bordstein getragen, doch es verursachte kein ger√§usch. als h√§tte man einfach einige hintergrundger√§usche wegen zu kleinen budgets ausgelassen.

aber es war wirklich sternenklar und kein nebel. nichteinmal im ansatz. sogar der fluss kroch durch die stadt ohne auch nur einen faden seines wei√üen atems auszusto√üen. obendrein war es nichteinmal kalt, obwohl sich der winter l√§ngst ank√ľndigte.

tr√§ge trottete ich durch die stra√üen. mein linker arm, mit dem ich die gitarre trug, hing schon fast taub herab. ich sp√ľrte ihn nicht. auch nicht das gewicht der gitarre. nur heim, nur heim. pl√∂tzlich wurde mein arm warm, als tauchte er in eine z√§he fl√ľssigkeit. ich missachtete es phlegmatisch. die w√§rme kroch herab zu meiner hand, langsam, als fl√∂sse die fl√ľssigkeit beharrlich der schwerkraft entgegen. dann tropfte sie in meinen handteller. ich erschrack, denn der tropfen brannte wie gl√ľhendes eisen auf meiner haut. fast h√§tte ich die gitarre fallengelassen, doch ich setzte sie noch rechtzeitig ab. meine hand brannte. mir war, als k√∂nnte ich die flammen fast sehen. die w√§rme, die ich f√ľr fl√ľssigkeit hielt, war blut. schwarzes, brennendes blut, dass meinen arm herablief in schier nicht enden wollenden str√§hnen. und jede str√§hne fra√ü sich tiefer in mein fleich. ich wollte schrein, doch kein laut drang √ľber meine lippen. mein mund allein war verzerrt. jede faser meines gesichts spannte. mit einer zitternder rechten streifte ich irgendwie meinen mantel von der linken schulter. sie sah aus, als w√§re irgendetwas in ihr explodiert. ein krater von der gr√∂√üe einer faust klaffte direkt √ľber dem gelenk und zeigte mir den wei√üen knochen. mir wurde schwindelig und ich taumelte warscheinlich, denn irgendein passant fing mich kurzerhand auf und blaffte mich an, wass ich ihn denn anrempeln k√∂nne. ich h√∂rte seine worte kaum, starrte nur weiter auf meine schulter. dann erklang ein schuss. nicht von irgendwoher, sondern direkt aus meinem kopf heraus und ich fiel. innerlich machte ich mich darauf gefasst, jeden moment auf das pflaster auf zu schlagen, doch das bleib aus. nichts geschah. absolut garnichts, es war totenstill um mich herum. kein stra√üenl√§rm, nichts. dann h√∂rte ich tief in mir eine fl√ľsternde stimme. wach auf, raunte sie. und ein schatten glitt √ľber meine augen. mit einem schalg war ich wieder bei vollem bewusstsein. das leben um mich herum ging wieder seinen gewohnten gang und das blut war verschwunden, als habe es nie meinen arm verbrannt.
noch immer schien die stadt in nebel geh√ľllt, aber es wirkte nichtmehr wie ein schlechter film sondern wie ein gewimmel von schatten, die alles √ľberlagerten.
diesmal war er es, der mich wieder zu bewusstsein brachte.
diesmal war er es, der sich nicht gegen mich auflehnte. lehnte er sich wirklich auf, oder bin ich es, der ihn ablehnt?

die nacht ging wieder ihren gewohnten gang...

die zeilen flie√üen weiter. die tage streichen dahin. das licht bl√§ht sich auf wie ein eiterndes geschw√ľhr und verbreitet seinen √§tzenden glanz. bei√üend in den augen schimmert es scheinbar in jede ritze. kein schatten ist tief genug, es vor meinen augen zu verbergen. oder ist kein schatten tief genug, meine augen davor zu verbergen?

sehe ich, weil ich sehen kann, oder weil alles sich sehen lässt?
die visionen verebben in der nichtigkeit der finsternis und vergrabven sich im licht. schatten können nur bei lichtschein sein. und DIESE schatten sind nicht in der völligen finsternis. hier dringen ihre schreie nicht hin. hier gibt es keinen laut. hier gibt es nichts, nur leere. völlige leere. keine gedanken, keine worte. und alles, was ich äußere entwindet sich meiner kehle, ohne dass ich daran denke. fast wird es zur faszination, sich selbst reden zu höreen und interesse an dem, was man als nächstes sagt, als lausche man einem fremden oder lese die worte eines anderen, der gerade in dem moment schreibt, in dem man ließt.

jeder buchstabe h√§mmert sich in meinen kopf wie das tropfen damal. jeder tropfen der f√§llt ist wieder ein gedanke. irgendeiner, kein bestimmter. ich bin zu letargisch sie zu halten oder es √ľberhaupt zu versuchen. apathisch schreiben in willder manie. zwei worte, zwei welten.

ein meer aus rosen, schwarze rosen. man sieht kein anfang und kein ende. un mitten darin thront ein schloss auf einem felsen zu dessen f√ľ√üen wei√üe nebel √ľber die k√∂pfe der rosen streichen und sie verh√ľllen und an anderen orten wieder preisgeben. es sind die seelen der vergessenen. der wesen ohne zeit und raum. sie weinten einst zahllose tr√§nen und verschenkten ihre sch√∂nheit. die tr√§nen ergossen sich in das meer und verwandelten es in das meer der schwarzen rosen. hindurch f√ľhrt nur ein weg. wie ein wei√üer faden schl√§ngelt er sich durch das rosengewirr. schimmert fast silbern im lichte Lunas. hier herrscht ewige nacht. umd im einsamen tumr, oben im verlie√ü, weit √ľber der rosen, herrscht noch immer weder zeit noch raum, noch realit√§t. von hier kann man mit dem fl√ľgeln der phantasie an die grenzen meines reiches sehen.die wei√üen gestade, die vier grenzt√ľrme. kein winkel Mond√°es bleibt dem blick aus dem fenster des verlie√ües verborgen. zu lang war ich nichtmehr hier. zu lang habe ich den blick in meine welt gescheut und noch immer schrecke ich davor zur√ľck. man sieht alles. das sch√∂ne, wie das h√§ssliche. doch leider bleibt der blick der des beob<chtes und wird nicht ungetr√ľbt. so sieht man, was man sehen will, nicht das was ist. nicht das was war. und hier herrschen gedanken, hier ist nicht schwarz und dunkelheit. hier leuchtet die finsternis und licht wird schatten. und jeder tote winkel schimmert im silber des mondes schwarz. und jeder lichfleck wird zu einem schwarzen loch ohne g√§hnende leere.

ich kann nur sehen, worauf ich blicke. sehe nicht die welt umher. nur der punkt, der meinen blick fesselt. es scheint wie scheuklappen, die einem den blick nach links und rechts verwehren. musik...


musik, klingende töne, wohlgesank von geräuschen, bändigt alles um mich herum...

schlaf, bleierner, scherer schlaf...

ein schatten breitet sich √ľber mich, seine schwingen streichen sanft mein ich und betten mich zu ruhe. heut nacht ist er, nicht ich, der f√ľhrer unsres handelns...



gefangen bin ich in einer welt und fliehe in die andere. das hier ist nicht mein reich, das dort ist nicht das, wonach ich suchen sollte.

schritte streifen durch den raum, schritte ohne körper. nur die schritte. das vibrieren des bodens lässt den spiegel erzittern. die kristalle am fenster klirren leise im windhauch, als ginge jemand daran vorbei. und irgendjemand ist im raum.

hinter mir ein schatten, nicht meiner, nicht der eines lebenden gesch√∂pfes. ich sp√ľhre nur seine bedrohung, sein dominantes wesen.

die rosenbl√§tter sind l√§ngst getrocknet. aber wollte ich es? oder handelt er? handle ich? oder lasse ich handeln? ich wei√ü es nicht. k√ľsse meine lider, damit sie sich im schlafe schlie√üen.

freiheit...




‚ÄěSchlaf umf√§ngt mich mit seinen eisigen F√§ngen. L√§√üt mich nicht mehr gehen. So schwer sind meine Glieder, da√ü ich sie weder sp√ľre noch den Drang habe, sie zu bewegen. Und immer wieder werde ich wach. ich wei√ü ich sollte mich losrei√üen. ich wei√ü ich sollte dem Schalf entfliehen, denn er zerst√∂rt mich. zerst√∂rt mein Leben und l√§√üt alles versinken, was mir wichtig ist, wichtig sein sollte. Es ist so warm hier, l√§hmende W√§rme umf√§ngt mich. Umf√§ngen, spinnenweben, str√§nge, oder einfach nur schatten meiner selbst, welche ihren weg nach drau√üen suchen. Das Unterbewu√ütsein ausnutzen um zu wandern, zu √§rgern, sich in U-bahnen rumzutreiben und in meinem Zimmer auf und ab zu laufen.Ihr k√∂rperlosen schritte kann ich nicht h√∂ren, kann ich nicht sp√ľren. Gegen ihre furchteinfl√∂√üenden Str√§nge bin ich immun.‚Äú La‚Äė√°sa



schwei√ügebadet wache ich auf. als ich die augen aufschlege, kommt es mir vor, als tauche ich aus tiefem wasser auf. schneidend kalt ist die luft, die ich gierig einsauge. jede faser meines k√∂rpers schmerzt und ist bis zum zerrei√üen gespannt. doch liege ich steif und unbeweglich wie ein f√∂tus in der finstersten ecke des bettes. trotz ge√∂ffneter augen kehren die tr√§ume zur√ľck.

irgendwo schl√§gt eine glocke. die gegend um mich herum ist schneewei√ü. meine kameraden ziehen friehrend neben mir her. meine kalaschnikof h√§ngt mir achtlos √ľber die schulter und schl√§gt mit ihrem kolben gegen meine h√ľfte. der riehmen schneidet trotz des mantels in meine brust. zwei bananenmagazine h√§ngen mit klebeband gesichert an dem dritten, das im anschlag und durchgeldaeen in der waffe steckt. wir bilden die front. hinter und rumpeln die eimerketten der panzer und deren monotones motorenfr√∂hnen. sonst gibt es kein ger√§usch. kein laut, nichteinmal der einer kr√§he. w√§ren doch wenigstens die kr√§hen geblieben. doh der krieg verjagt alles leben. die meisten meines batallions w√§ren auch gern kr√§hen oder v√∂gel, die sich in die luft schwingen k√∂nnen. aber wir sind menschen und k√§mpfen. wir sind auf dem weg unsere komunistischen kameraden in nazideutschland zu befreihen und im namen des vaterlandes den sieg zu erringen.

wie ein scxhlag ins gesicht ist wieder die w√§rme da. wieder liege ich wach im bett, neben ihr. sie jedoch schl√§ft und etwas h√§lt mich davon ab, sie zu wecken. noch ist es dunkel drau√üen und kaum ein laut dringt durch den innenhof. die nacht ist heut mild. doch trotz der decke friehre ich. meine schulter schmerzt, als ich mich auf den r√ľcken drehe und in meiner rechten brust sticht es, als habe sich ein riehmen darin eingeschnitten. doch weiter kann ich dar√ľber nicht nachdenken, der schlaf f√§ngt mich bereits wieder.

wir kamen direkt in den kugelhagel. die vorderen fiehlen und ihr blut spritzte auf den zertrampelen schnee und f√§rbten ihn schmutzig rot. wir anderen warfen uns hinter die toten, die unsere einzige deckung waren. der feind war nicht zu entdecken, doch irgendwo zwanzig, vielleicht drei√üig meter vor uns musste er im schnee gr√§ben gegraben haben und auf uns lauern. die panzer ratterten vor unsere stellung und jagten granaten in die vermeindliche richtung. die detonationen ersch√ľtterten die erde, verbrannten den schnee. doch nach dem bombardement blieb wieder alles ruhig. wir sprankegn hinter die panzer, da fiehl hinter uns eine granate nieder und zerpfl√ľgte die leichen und den schnee. die druckwelle warf uns nieder. ich konnte einen gewaltigen splitter auf mich zurasen sehen. irgendjemand schrie meinen namen...

..."hey! was ist denn los? du zitterst ja am ganzen k√∂rper? ist dir kalt?" sie lehnte √ľber mir und ihre augensterne schimmerten mir entgegen. ich brachte kein wort hervor sondern verkroch mich in ihre arme und schlief wieder ein...

...schwarz und mitten drin ein roter strich, der langsam auf mich zurann. ein tropfen blut...

...schneidende k√§lte. der wind pfiff schreiend √ľber den schnee hinweg...

jede faser meines körpers war bis zum zerreißen gespannt.


die u-bahn war √ľberf√ľllt. von meinem sitzplatz aus konnte ich das plakat nur zum teil sehen. "vaterl√§ndischer krieg" lugte in roten lettern zwischen den k√∂pfen und schultern der fahrg√§ste hervor. ich betrachtete es mit gemischten gef√ľhlen. noch nie hatte ich sosehr das gef√ľhl, dabeigewesen zu sein, noch nie...





die träume und die visionen verstummen. kein schatten schreit nach mir. doch wiederkehren alte fluchten, alte träume und längst vergessene angst.



still, ganz still dringt von weither das rauschen des meeres an mein ohr. die logische erkl√§rung, es sei die stra√üe, beruhigt mich keineswegs, da mein fenster auf der rechten seite von mir liegt, das wellenrauschen aber von √ľberall her zu mir dringt. langsam erlischt das licht um mich herum und verdreht die welten, wiedereinmal.

die worte hallen noch immer in meinem kopf: "hast du sehnsucht nach ihr? sehnsucht nach dem tod?" und wieder erscheint das bild des grauen storches vor mir, wie er im schnee ausdem kohlfeld auftaucht...

das land lag tiefverschneit im morgengrauen. fern ab des kleinen dorfes wellten sich sanft die h√ľgel und ein breiter hohlweg verbarg sich schl√§ngelnd unter den wehen. stille umgab die wiesen und w√§lder, obwohl ein gewaltiges insekt mit achtfl√ľgeln √ľber die landschaft jagte. es trug an einem langen tau eine schwarze gestalt mit einem brett an den f√ľ√üen. ich schaute mir selbst beim getragen werden zu. ich betrachtete meine eigene gestalt, wie sie sich von dem rieseninsekt durch die l√ľfte tragen lie√ü. kalter wind pfiff lautlos um mein gesicht und meine ohren stachen vor k√§lte. doch noch immer war kein ger√§usch zu h√∂ren. dann lie√ü ich mich in den hohlweg fallen, versank im schnee. zumindest sa ich, wie ich im schnee versank und wenigie meter sp√§ter wieder auftauchte un dem tal zujagte. pl√∂tzlich f√ľhlte ich mich nahezu erschlagen und taumelte. die perspektive √§nderte sich. pl√∂tzlich sah ich wieder aus meinen eigenen augen in meinem eigenem k√∂rper. der hohlweg gl√§ttete sich zu einem breiten lehmweg, der auf das dorf zulief. am ersten haus stand ein bauer in blauen latzhosen. seine worte waren nur: wer den grauen storch sieht, wird sterben! damit verschwand er und ich blieb stehen. jetzt schrie der wind und der schnee scharrte und rieselte auf den feldweg. und irgendwo dort im kohlfeld bewegte sich etwas. etwas graues. und obwohl ich wusste, dass es falsch war, obwohl ich wusste, was der alte eben sagte, trat ich an den feldrand und vor mir tauchte im kohl der graue storch auf...

das wellenrauschen verschwand so plötzlich, wie es kam. es nahm jedoch alles mit, was bis dahin noch in mir existierte, außer der worte des grauen storches...


seine worte drangen tief in meine seele ein. ich konnte nicht widerstehen, sosehr ich auch wollte, die worte riefen nach mir, zogen mich an...

kalt schlug der regen in mein gesicht. die diskussion, ob es schneeregt oder regen scheit ist fahrl√§ssig geworden, da es keinen mehr interessiert. so kalt wie der wind f√ľhlte sich mein herz an. so lehr wie die stra√üen, waren meine gedanken. und getr√ľbt wurde alles durch den einzigen verbliebenen satzes in meinem inneren: nicht lang werde ich noch leben...

mir blieb nichts weiter √ľbrig, als zu antworten, obwohl ich wusste, dass die antwort mein tod ist. die worte lie√üen mich nicht wieder los. mit einem mahle bohrte sich der schnabel in meine brust...

keuchend erwachte ich, unf√§hig mich zu bewegen, doch meine augen waren weit aufgerissen und mein rachen trocken. schwarz war die nacht, doch irgendwo im osten glomm das erste morgenlicht und k√ľndete vom neuen tag...

ich lebe













die berge lagen ruhig im nebel der nahenden nacht. sie versprach, mich zu heiraten. die hochzeit war standesamtlich, doch dieser ring an meinem finger...in wollte ihn nichtmehr. er brannte. "steuerliche verg√ľnstigung" und nie gewesene liebe lie√üen ihn wei√ü gl√ľhen. ich hasste sie. ich f√ľhlte mich betrogen und hintergangen. √ľber mir verschwanden die sterne hinter schwarzen wolken.
die nacht brachte regen. wind frischte auf und der nebel stieg h√∂her. k√§lte griff nach meinem mantel. ich lag in einem kleinem erdloch, direkt neben dem toten. in meine gedanken dr√§ngte sich wieder das bild der d√∂rfler, wie sie mich hetzten, weil ich der m√∂rder gewesen sei. sie h√∂rten mich nichteinmal an. in meinem herzen steckte noch der pfeil. oder war es sein herz und ich f√ľhlte mich in ihm? ich sp√ľrte den wind und die regentropfen, doch mir war warm. ich sah mich um:
nichts, nur schwarze nacht und grauer nebel. und fern √ľber den d√§chern des dorfes leuchteten die blitze. dann begann es zu hageln. die eisk√∂rner trommelten auf die erde und lie√üen sie erzittern wie kurz zuvor die hufe der reiter.

die armee ritt geradewegs auf das dorf zu und m√§hte alles nieder, was ihr in die f√§nge kam. kinder, frauen, greise. sogar die pferde und ochsen der bauern schlachteten sie ab, wie die menschen zuvor. doch sie lie√üen alles zur√ľck, ohne es zu verbrennen. sie z√ľndeten keine h√§user an, brandscharzten nicht. nur ihre kalten stahlklingen, speere und pfeile s√§hten tot. und was ihnen entging, zertrampelten ihre in beschmiedeten panzern geh√ľllten streitr√∂sser.
das dorf blieb schwarz in der nacht und kein roter schein kreuzigte den himmel. das blut sickerte ebenso schwarz in die farblose erde und tränkte sie mit unfrucktbarkeit. das einzige feuer, das hier brannte, war das feuer des blutes auf der toten erde. die schreie der gemetzelten hingen wie trocknende wäsche im wind. ihnen wurde nichteinmal die gelegenheit gegeben, in panischer angst aus der kehle des sterbenden zu entfliehen. sie blieben als zeuge des stummen toten unter ihnen.

der reden schlug auf den harten asphalt wie schwere bluttropfen. die elektrische kam nicht, stattdessen hielt ein bus vor meinem bruder und mir. die luft war schwer. es gab keine weiteren fahrg√§ste. wir fuhren direkt aus den bergen ins zentrum der stadt. eine viertelstunde sp√§ter hatten wir schon unser ziel erreicht. der platz war verheert. √ľberall brannten feuer. menschen schrieen in panischer angst oder aus histerischer freude. die gesch√§fte wurden gepl√ľndert. die nacht strahlte rot und l√§rm lag in der rauschgeschw√§rzten luft. wir rannten √ľber den platz um unseren anschlussbus noch zu erwischen. die elektrischen fuhren nicht mehr. die schienenstr√§nge waren demoliert oder einfach nichtmehr da. doch die verkehrsbetriebe gaben alles, um das nahverkehrsnetz aufrecht zu erhalten. das war also der ausnahmezustand. die fahrg√§ste jauchzten bei jedem schlagloch, dass in der sonst so ebenen stra√üe war und riefen immer wieder laut: die braut war wundersch√∂n, der br√§utigam ist unbekannt!" ja, die braut war wundersch√∂n gewesen. sie war dreimal so gro√ü wie ihre brautjungfernschar, die sich um sie versammelt hatte. vom br√§utigam hingegen war nur ein schwarzer fleck in meiner erinnerung geblieben. niemand hatte das gesicht der braut sehen k√∂nnen, au√üer mir. ich sa√ü vor dem altar, hielt die kerzen und die sakramente. als ich aufblickte umd die eheringe zu reichen, gelang mir ein blick unter den schleier, der in zweieinhalb metern h√∂he √ľber mir endete und das gesicht verbergen sollte. ein gesicht, was keines war; blas, ebenm√§√üig und ohne jegliche konturen. man erkannte nase augen und mund, aber man konnte keinen charakterzug ausmachen. nach der hochzeit wurde der ausnahmezustand ausgerufen. die erde wunde von den hufen der reiter ersch√ľttert und die menschen rannten in heller aufruhr um die b√§nke und st√ľhle herum. vor der trauung wurde den g√§sten wein gereicht und weihrauch verbrannt. mein brunder und ich waren die messdiener und blieben als einzige davon verschont.
in dieser luft viel das atmen schwer. der buss holperte noch immer √ľber die schlaglochpiste, oder war es l√§ngst nur noch kopfsteinpflaster? mir war es egal, ich wollte nur heim. dort im fahrstuhl meines hauses brannten, als ich ging, drei einsame kerzen. drei katzen waren am morgen im haus gestorben. die menschen im bus kreischten nun, als auch sie mitbekamen, das wir √ľber kopfsteinpflaster rollten. der bus holperte wie eine alte postkutsche. dann blieb er stehen. der busfahrer drehte sich in den fahrgastraum und grinste beh√§mmert in meine richtung: wie war der wein? die braut war wundersch√∂n! - nein, wie konnte er nur. was war mit dem wein? die ganze stadt hatte davon getrunken. der boden des busses war getr√§nkt mit der klebrigen fl√ľssigkeit. er war schwarz wie blut auf verbrannter erde. mein bruder stimmte allm√§hlig in das lachen der fahrg√§ste ein. mir wurde das zuviel. die leute schienen sich mit jedem "die braut war wundersch√∂n!" zu verdoppeln. ich trat die t√ľr ein und sprang aus dem bus w√§rend der fahrer mir hinterhergrinste.

im fahrstuhl brannten bereits neun kerzen an der hinteren wand. und auch hier war der boden mit wein nur so √ľberflutet.
in der k√ľche stand meine mutter und lachte laut: "Die braut war wundersch√∂n!" ja, wahrlich, wundersch√∂n war sie, und grausam.

- wie ein schlag ins gesicht wehte kalter wind vom fenster her und riss mich in die wirklichkeit. "die braut war wunbdersch√∂n" hallte es. ich blickte aus dem fenster, dessen vorh√§nge zur seite geweht wurden. auf dem hausdach gegen√ľber sa√ü ein drache, feuerrot und gewaltig. sie sah wundersch√∂n aus. ihre schuppen schimmerten wie feuer im licht der stadt. sie hatte kupferne, lederne schwingen, die gewaltig genug waren, mit ihrer kraft das haus des daches abzurei√üen wie papier. ihr atem brannte und versengte die luft. und es roch nach schwefel und pech.
wer sagt, drachen seien grausam,. der irrt. sie sind weise und friedfertig.



ich legte mich wieder schlafen, suchte meinen traum doch ich fand nur ein gewaltiges schwarzbraunes eisentor, das mir den zugang verwehrte. ich sah den krieg und die verheerung dahinter, doch so sehr ich auch wusste, wie ich den weltuntergang verhindern konnte, so sehr verwehrte mir das tor den zugang. teufel bewachten den zugang zu meinem traum, der nun ohne mich von statten ging. und engel lachten √ľber mein geschick. verlassen und ausgeschlossen aus meiner welt lag ich vor dem tor. klein und h√§sslich, vergessen und verloren.

verlorene, verwandte seele...


- "krieg ist nicht der kinder gedanken. es ist den erwachsenen eigen!"
- "aber kinder sind nicht minder grausam!"

sie waren einst ein volk wie wir menschen. jeder war einzigartig, und dennoch waren sie ein ganzes. ihre st√§mme teilten sich einst, wie die unseren. und es entwickelten sich wie bei den menschen verschiedene...wie sagen sie? ...rassen. auch sie f√ľhrten kriege. rasse gegen rasse, volk gegen volk. doch ein volk von ihnen sah sich, wie auch bei uns, als die √ľberlegene rasse. sie bauten die herrlichsten st√§dte, sie hatten die beste entwicklung und waren am vortschrittlichsten und dr√§ngten den weniger "entwickelten" ihre macht auf und unterwarfen sie den zw√§ngen des fortschritts. sie flogen zu fremden planeten, entdeckten auch die erde und besiedelten sie. ihr planet war nicht weit des unseren.
irgendwann jedoch √ľberwiegte die macht der "herrlichsten" wie sie sich nannten. sie wollten alles f√ľr sich besitzen und veranstalteten ein wahres gemetzel, das sie friedensmission nannten. ihre waffentechnologie war die beste und effektivste. bald war ihre rasse die einzige auf dem planeten und sie machten sich breit. doch ihre herrlichkeit bestand aus der macht √ľber den "niederen" v√∂lkern, die sie nun vernichtet hatten. man erfand virtuelle gegner. doch aus diesem virtuellen krieg wurde bald blutiger ernst. Sie bauten sternenkreutze, mit denen sie tourismusk√§mpfe abwickelten. Nur das dabei wirklich tote gefordert wurden. Nach und nach vernichtete sich das volk selbst im glauben, es sei nur ein spiel. Irgendwann begannen die admir√§le ihre soldaten gegen sich selbst loszuschicken, nur damit irgend ein feindbild vorhanden war. Man hetzte gegen andere haarfarben, nach fremden kopfbedeckungen und alles was beie hatte wurde in k√§fige gepfercht und verbrannt. Man sah in seinem nachbarn den √§rgsten feind. Der beste freund wurde zum erzrivalen. So vernichtete sich ein ganzes volk nur aus habgier nach macht.

Als wir kinder noch klein waren, h√∂rten wir von unserem gro√üvater oft diese geschichte. Und unsere eltern schalten ihn dann immer einen wirren kopf. Er solle uns nicht solche flausen in den kopf setzen. Wir w√ľrden nicht verstehen, was er uns damit sagen wolle. Doch wenn ere wieder mit uns allein war, nahm er uns auf seinen scho√ü und redete uns ins gewissen: ‚Äěwenn ihr allein seid und euch von euren eltern und euren freunden versto√üen f√ľhlt, wenn ihr glaubt, keiner mag euch, dann kommen sie zu euch und reden euch ein, sie w√§ren eure freunde. Sie verprechen euch, mit euch zu spielen und alles zu tun, damit ihr gl√ľcklich seid. Aber glaubt ihnen kein wort. Sie wollen nur weiter nach macht suchen, die sie aus√ľben k√∂nnen. Sie leben in kellern und im ausfluss der badewannen und waschbecken und in toiletten. Das abwassersystem unseres planeten ist von ihren untoten seelen bev√∂lkert. Sie fanden keine ruhe und vertrieben sich gegenseitig hierher. Sie lauern im dunklen und hinter jedem vorhang auf euch, um euch zu sich zu holen.‚Äú Wir kinder hatten damal angst davor und hielten uns √§ngstlich am saum seines pullovers fest, wenn er erz√§hlte. Doch unsere eltern redeten uns diese flausen (ich musste damals bei dem wort unweigerlich an fussel oder flusen denken, die in meinem kopf sind) aus. Zumindest versuchten sie es, doch ins geheim hielten wir kinder stets zusammen. Nie gab es situationen, in denen wir den anderen im stich gelassen h√§tten.

Es war nie so, dass mich meine eltern nicht liebten, oder mir das gef√ľhl gaben, ich sei ihnen nicht recht. Ich hatte nie das gef√ľhl, dass sie mich im stich gelassen h√§tten, aber ich hatte ihnen nie die chace gegeben, mich wirklich zu kennen. Wir entfremdeten uns. Sie verstanden mich kaum noch, oder versuchten auf ihre art, mich zu verstehen. Das ging nat√ľrlich voll in die hose. So kam es oft zum sreit und ich rannte wutentbrannt aus dem zimmer. So war es auch diesmal. Ich f√ľhlte mich unverstanden und versto√üen. Keiner war da, mit dem ich h√§tte reden k√∂nnen. Ausgerechnet am abendbrottisch brach der streit los. Keiner der anderen sagte dazu etwas. Und ich hatte wieder das gef√ľhl, der b√∂se zu sein. Was k√ľmmerte es mich? Ich will auch meine ruhe. Die stubent√ľr flog hinter mir zu. Ich verkroch mich in meinem zimmer. Sollen sie doch denken, ich w√ľrde ihnen mit voller boshaftigkeit weh tun. Nein, ich bin nichtmehr ihr kleiner sohn. Verdammt ich war erwachsen.
Wutentbrannt warf ich die kissen von meinem bett und vergrub mich in die decken und begann zu weinen.

Vorsichtig legte sich eine hand auf meine schulter. Ich fuhr zusammen. Diese hand war kalt und gef√ľhllos. Erschrocken wandte ich mich um. Es war weder meine mutter noch meine schwester. Ein v√∂llig fremder stand in meinem zimmer, etwas eigenwillig gekleidet und dennoch vertraut. Verlegen l√§chelte er mich an. ‚Äěweine nicht, du bist nicht allein. Wir k√∂nnen doch deine freunde sein!‚Äú sein l√§cheln wirkte wie eingefrohren. Ich erstarrte. Ob ich in panik schreien sollte oder beruhigt zur√ľcksinken entschied sich erst in den n√§chsten sekunden. Diese nutzte der fremde, mir behutsam mit der hand √ľber die schl√§fe zu sreichen. Bet√§ubende mattigkeit befiehl mich, als w√ľrde ich einschlafen. Doch ich schlief nicht, ich blieb wach. Zumindest wach genug, alles um mich herum zu erleben und dar√ľber nachzudenken, doch zu matt, mich zu bewegen. W√§rend der fremde weiter auf mich einredete, vielen mir die worte meines gro√üvaters ein. Hatte ich ihn gerufen? Mit meiner wut und meinem unverst√§ndnis? War es einer von denen, die uns mein gro√üvater als das gescheiterte volk vorstellte? Was andres kam eigentlich nicht in frage. Ich hatte keine g√§ste erwartet und meine mutter w√ľrde kaum einen psychologen hierher bestellen. Ich habe auch keine klingel geh√∂rt. Er ist als einfach aufgetaucht. (wie simpel die gedankeng√§nge verliefen, wurde mir im gleichen moment bewusst). Trotz der geschichten meines opas und trotz der ungewissen ahnung, die mich beschlich, befiehl mich keine angst. Nichteinmal, als vor meinen augen ein tunnel auftauchte, genau dort, wo vor wenigen augenblicken noch mein fernseher stand. Ein tunnel aus weicher, klebriger materie, die ein wenig an ged√§rme und innereien erinnerte und nach vanillepudding roch. Der fremde packte mich mit einem mal mit seinem eisigen griff und warf mich in den wabernden strudel.


Ich wachte in unserem keller wieder auf. Das licht war aus und au√üer eines kleinen kellerfensters sah ich nichts. Ich lag mit dem r√ľcken auf der erde und glaubte, mich nicht bewegen zu k√∂nnen. Doch mit ein wenig anstrengung gelang es mir besser, als ich erwartet hatte. Mit ein wenig m√ľhe richtete ich mich auf und tastete nach dem lichtschalter. Das licht flammte auf und ich taumelte kurz vor schmerz. Das licht war heller, als ich erwartet hatte, doch bald hatte ich mich daran gew√∂hnt. Der flur im keller war wie immer mit brauinem holz get√§felt. An seiner linken seite gingen hinter und vor mir zwei g√§nge ab, die zu den einzelnen parzellen f√ľhrten. Bis auf einen kleinen blauen fleck lings neben dem lichtschalter war alles beim alten. Rechts von mir wehte der alte vorhang des kellers unserer nachbarn. Was geschehen war, wusste ich nicht mehr. Ich war aber ganz sicher nicht eingeschlafen und bin im schlaf in den keller gegangen.
Noch ehe ich mich wirklich besinnen konnte, was √ľberhaupt passiert sein musste, h√∂rte ich ein rauschen wie von einem transistorradio, begleitet von vereinzelten wortfetzen in einer unverst√§ndlichen sprache. Vielleicht nuschelte der sprecher auch nur. Um mich zu beruhigen, schob ich den vorhang beiseite, doch ich sah nichts, au√üer einem gro√üen abwasserrohr, das senkrecht im boden steckte. Das war gestern noch nicht dagewesen. Ich hatte auch nicht die leiseste ahnung, wann das hier hergeschleppt wurde. Aber das transistorrauschen kam eindeutig aus dem rohr. Ich trat n√§her heran. In dem rohr sah ich zun√§chst nichts, doch ein schwacher, kalter wind wehte zu mir herauf, als ob sich dort irgendwo in der tiefe ein windhauch verfangen h√§tte. Dann sah ich wieder die breiige masse, aus der auch der tunnel bestand.
Ich fuhr zusammen. Panik befiehl mich und ich konnte nur noch schwer atmen. Mit aller kraft hielt ich mich am rand des rohres fest, asl sich aus der wabernden masse eine stahlhand suchend und tastend erhob. Obwohl sie mich nicht sehen KONNTE, tastete sie sich direkt in meine richtung vor. dann sah ich am mittelfinger eine kleine nase, die schn√ľffelnd auf mich zukam. Sie RCOH mich. Die verfluchte hand roch mich und steuerte meinem geruch nach.
Mehr verbl√ľfft als erschrocken zog ich meine hand zur√ľck. Ich sah die hand noch eine weile auf mich zukommen, dann drehte ich mich um und rannte die treppe hinauf zum fahrstuhl.

Es war bereits mitternacht, doch ich konnte beim besten willen nicht schlafen. Ich hatte angst,m dass der tunel und die hand wieder vor meinem bett auftauchten. Doch das taten sie nicht. Das taten sie die ganze nacht nicht und auch die n√§chte dannach nicht. Doch ich konnte lange zeit nicht duschen. Jedesmal, wenn ich in die wanne sah, sp√ľrte ich die wabernde masse direkt unter dem ausfluss. √úberhaupt auf toilette gehen war der blanke horror. Ich sah im wasser stets die wabernden ged√§rme und die stahlhand. Doch meist blieben es nur haluzinationen. Doch nicht lang. Irgendwann begann das blaubrote zeug aus der wannde zu kriechen und √ľber die t√ľren zu laufen.nichts schien sie aufhalten zu k√∂nnen. Doch war ich stets allein, wenn sie mich holen wollten. Niemand war bei mir. Noch konnte ich davon laufen, doch f√ľr wie lange?

Das letzte, woran ich mich erinnere, ist ein gewaltiger strudel aus wabernder materie und zwei gewaltige tentakel, die nach mir greifen und mich in den strudel zerren. Doch kurz bevor ich die ged√§rme ber√ľhre...


Ich schlage meine augen auf, das hei√üt, ich versuche es, doch der schlaf f√§ngt mich immer wieder. Mein r√ľcken ist kalt und scheinbare augen stechen mir tiefe mahle hinein.
Nimm mich in deine arme, sch√ľtzende nachtigal. Ich will dem schlaf entfliehen.





Luzifer
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Marcus Richter
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Hallo Kyrill,
ich habe festgestellt, daß du bei verschiedenen anderen Texten, die du auf der LL eingestellt hast, so etwas wie Groß- und Kleinschreibung beachtet hast.
Warum also nicht hier? War dir der Text zu lang, um ihn zu √ľberarbeiten? War er vielleicht nicht gut genug?
Wenn es so ist, solltest du ihn hier auch nicht einstellen.
Vielleicht nimmst du dir die Zeit, den Text gleich in eine Form zu bringen. Sehe in einer Woche nochmal rein.

Wenn sich dann nichts geändert hat, muss ich ihn leider in die Textklinik verschieben.

Gruss, Marcus
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr√ľnbein

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LuziferKyrill
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ähm

nach langem hin und her wurde ich √ľberzeugt (oder √ľberredet) meine texte rechtschreiblich zu korrigieren. oft bin ich aber zu faul, √ľberhaupt meine geschichten gro√ü zu schreiben. das ganze wurde mit der zeit ein kleines manko, dass ich mir als amateurk√ľnstler zu erlauben gedachte.

es wurde nicht geduldet.

wenn du es beantsandest, werde ich mich dazu durchringen, es zu korrigieren. (und da ud es beanstandest, tu ich das auch)


Luzifer
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