Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
216 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Zwiegespräch
Eingestellt am 28. 05. 2003 17:03


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Carmen
???
Registriert: Jul 2001

Werke: 35
Kommentare: 114
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

"Wohin rennst du denn so schnell?"
"Ich renne weg."
"Weg?"
"Ja."
"Warum?"
"Weil ich sterben werde."
"Du wirst sterben?"
"Ja."
"Warum?"
"Es wird sich nicht vermeiden lassen."
"Woran wirst du sterben?"
"An Apathie."
"Apathie?"
"Ja."
"Das ist deine Krankheit?"
"Nein, nicht meine."
"Wessen dann?"
"Die der anderen."
"Also bist du gesund?"
"Nein."
"Nein?"
"Nein."
"Was ist deine Krankheit?"
"Ich leide an einer Psychose."
"Psychose?"
"Ja."
"Welche?"
"Egalhaltung."
"Egalhaltung?"
"Ja."
"Was ist dir egal?"
"Alles."
"Alles?"
"Ja."
"Wie meinst du das?"
"Ich bin mir nicht wichtig genug, um nur für mich zu leben. Und trotzdem bin ich ein Egoist."
"Dann sind dir doch auch die anderen und deren Apathie egal und du müsstest nicht deswegen sterben."
"Doch."
"Doch?"
"Ja."
"Warum?"
"Weil ich allein wegrenne."
"Vor der Apathie.?"
"Vor dem Leben."
"Dem Leben?"
"Vor dem Sterben."
"Wovor denn nun!?"
"Vor beidem."
"Vor beidem?"
"Beides ist eins."
"Leben und Sterben??"
"Ja."
"Warum?"
"Weil ich am Leben sterbe."
"Ach so. Hm..."
...
"Wir sehen uns dann morgen im Büro."
"Ja..."

__________________
Man sollte keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist.
F.W. Nietzsche

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Carmen,

als Experiment sicher gut gelungen. Ich habe mir Gedanken machen müssen.
Diese Zwiegespräch käme bestimmt auch mit einer kleinen Rahmenhandlung gut rüber.

Gruss
Socke

Bearbeiten/Löschen    


Carmen
???
Registriert: Jul 2001

Werke: 35
Kommentare: 114
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

hallo socke,
ich danke für deine einschätzung.
ich habe von einer rahmenhandlung abgesehen (ist mir auch in den sinn gekommen) weil der text dann nicht mehr allgemeingültig wäre. ich müßte z.b. charaktere entwerfen, orte, eine zeit. das würde der aussage abträglich sein, denke ich.

würde mich interessieren, was so deine gedankengänge waren

salve, carmen
__________________
Man sollte keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist.
F.W. Nietzsche

Bearbeiten/Löschen    


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Na ja Carmen,

gelese habe ich es mal mit Interesse, zu erfahren wo die Reise hingeht. Wenn ich ein knappes Fazit ziehe, so dreht sich eben alles um diese gewisse Leere und Gleichgültigkeit. Natürlich ist die Ursache nicht erkennbar (Anfang) und wie es ausgeht (Ende). Das ist aber nicht schlimm, denn beides hat vielfältige Gründe/Möglichkeiten.

Der Schluss ist mir hier sehr neutral gehalten. Der Gesprächspartner müsste eigentlich verdutzt drein schauen. So stelle ich mir das vor. Oder einen Versuch unternehmen die/den Wegrennenden aufzuhalten. Die Gefahr zu erkennen.

Meine persönliche Message daraus: Jemand läuft davon und in unserer Gesellschaft hält ihn niemand auf.

Das sind meine Gedanken dazu.

LG
Socke

Bearbeiten/Löschen    


kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

ich fand den text auch gut und berührend. vor allem den unterschied zwischen apathie und egalhaltung. toll. *applaudiert*
ein bisschen leichter lesbar wäre der text vielleicht, wenn du eine der beiden stimmen kursiv setzt.


die k.

Bearbeiten/Löschen    


Carmen
???
Registriert: Jul 2001

Werke: 35
Kommentare: 114
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

vielen dank, k.
dieser "unterschied" ist der kernpunkt des textes und das eigentliche problem.
du hast recht, man sollte wirklich eine person kursiv sprechen lassen. kann man das irgendwie ändern?
liebe grüße, carmen
__________________
Man sollte keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist.
F.W. Nietzsche

Bearbeiten/Löschen    


kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

ja du klickst unter deinem beitrag auf edit/delete und kannst das ändern.
wenn du was kursiv eingibst, gibst du immer vorher eckige klammer auf i eckige klammer zu
und danach eckige klammer auf schrägstrich i eckige klammer zu ein.
ist ein bisschen kompliziert.

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Experimentelle Lyrik Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!