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Leselupe.de > Gereimtes
Zwiegespräch im Pressebüro des Weihnachtsgeistes mit unliebsam realistischem Kritike
Eingestellt am 21. 12. 2010 11:50


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leon heltau
Möchtegern-Schreiber
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Zwiegespräch im Pressebüro des Weihnachtsgeistes
mit unliebsam realistischem Kritiker

Es beginnt der Kritiker

Ein Drittel aber höchstens zwei
der Menschenheit sind nun dabei
ein Fest zu feiern, das im Grunde
nur für dich ist, lieber Kunde.

Ach, herrje, so eingefroren
kann die Sicht wohl doch nicht sein!
Wir sind nicht nur zum Kauf geboren,
mehr Aspekte strömen ein.

Sicher, denn nebst zig Milliarden —
lasst und Sparen, denn wir darben!
…wächst aus all dem Weihnachtsbrei
die streng verbotne Völlerei.

Nun hab ich dich, du anti-Wicht:
Wo alle Menschen Frieden haben,
zählt denn zum Fest die Liebe nicht?
zur Herzlichkeit nur ein, zwei Gaben —

Frieden sagst du, Frieden? Wo?
Nicht nur der Baum brennt lichterloh!
Da steht\'s in offenen Registern:
mehr als hundert Herde knistern.

Es gilt zu wollen, fest zu glauben,
stetig fromm und gut zu sein…
Was wir dem Bösen fortan rauben
bringt dem Frieden Dauer ein!

Für alle Weihnachtsbefürworter hört
das Zwiegespräch hier auf. Hinter
verschlossenen Lebkuchentüren konnte
der Widersacher noch ein vernichtendes
Plädoyer hinzufügen, ohne dass ein
Schreiberling es zur unfrohen Kunde
verarbeitete. Wer Weihnachten mag,
sollte es zum eigenen Wohl ungelesen
verdorren lassen.


Was du mir sagst klingt schön und gut
wär\'s wirklich so, was hätt ich Mut!
Doch brech ich ungeniert den Reim
und hau dir gleich drei Zeilen rein,
glaub mir, die vergisst du nie:
Nur eines zollt der Weihnachtszeit
und das ist niedere Bigotterie!


Version vom 21. 12. 2010 11:50

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Thylda
???
Registriert: Aug 2002

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Lieber Leon

Zunächst einmal ein herzliches Willkommen hier auf dem grünen Rasen.

Na, da haust Du uns zum Einstand ja eine schöne Grundsatzdiskussion um die Ohren.

Aber so ist das mit dem Glauben, Humbug sagen die Einen, das einzig Wahre sagen die Anderen.
Dank des Glaubens an einen Gott, der als Gebot aufgestellt hat, man solle nicht seines Nächsten Weib begehren, womit es erstaunlich wenig Stiefväter geben dürfte, ganz zu schweigen davon, ob Josef der Stiefvater ist, oder Gott selbst, hat sich die gute alte Wintersonnenwendfeier unserer Breitengrade erhalten. Was wäre der Winter grau und lang, wenn uns das Christentum das genommen hätte. Aber so dürfen wir Erntedank, Allerseelen, Weihnachten, Karneval und Ostern behalten und feiern. Des is doch arg schee. Gönn's uns doch
Was den Konsumwahn angeht muß ich Dir allerdings beipflichten, das ist auch meiner Meinung nach völliger Unsinn.

Liebe Grüße
Thylda
__________________
allgemeine Warnung: bei meinen Beiträgen ist Ironie nicht auszuschließen

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leon heltau
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Liebe Thylda,

vielen Dank für den warmen Empfang! Diskutieren ist gut, das nehme ich als Kompliment. Der Glaube — auch in säkularisierten Staaten — ist argumentativ nicht immer einfach zu greifen. Im deutschen Sprachraum hat die Gewohnheit etabliert, sich eigene Definitionen zu schaffen, Glaubensmodellierung zu betreiben. Ich selbst betrachte mich als optimistischen Glaubenden und schließe mich dieser Vorgehensweise an. Was all das jedoch mit einem Buch zu tun haben soll, von Menschen geschrieben, hunderte Male verändert, gekürzt, erweitert, verkehrt und politisch interpretiert... das hält einer kritischen Betrachtung nicht Stand. (Ein Gott, der in der Lage ist Welten zu erschaffen und sich dann rächt wie ein Saufbold, wenn etwas nicht seinen Vorstellungen entspricht? Ein weiser Welt-Erschaffer verfügt über eine schier unendliche Vielzahl von Instrumenten und Maßnahmen. Warum ausgerechnet Bestrafung durch Gewalt?)
Das Gedicht allerdings ist ironisch gemeint und greift im Grunde nichts Neues auf, unterhält also und bereitet im besten Fall ein Schmunzeln. Denn Feste sind im Grunde gut und wichtig. Nur ihre Verzahnung mit Politik, Marketing, Manipulation etc. ist bedauerlich.

Liebe Grüße,
leon k.h.

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