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Leselupe.de > Kurzprosa
Zwiesprache mit einem Engel
Eingestellt am 14. 12. 2007 23:22


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Odilo Plank
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

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Du sagst, du siehst den Glanz in den Augen des Sterbenden, du spürst seine Sehnsucht nach der anderen Welt.
Ich aber rieche seinen Angstschweiß, höre die Klagen über das zerfallende Leben, die Flüche.
Du nimmst wahr im Gestammel des Behinderten den Lobpreis des unbekannten Gottes.
Ich spüre nur den kalten Hauch ängstlicher Verachtung, der ihn anbläst.
Du lobst den weisen Ratschluss, den Lauf dieser Welt seiner Vollendung entgegenzuführen.
Ich sehe ihren Untergang in maßlosem Schrecken.

Du lächelst. Das soll wohl heißen, du weißt mehr als ich sehe.
Ach hättest du Recht – und ich wäre blind.

Du schaust etwas, was ich gern sehen möchte.
Du weißt etwas, was ich nicht glauben will.
Du hoffst etwas, was ich für Wahn erachte.

Du liebst die Welt?
Ich lieb sie auch.
Wer aber liebt, sieht richtig?

__________________
Odilo P.
"Wer über sein Leid spricht, tröstet sich bereits." A. Camus

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petrasmiles
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Registriert: Aug 2005

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Hallo Odilo,

sprachlich finde ich Deinen Text sehr schön und die Aussagen sind in sich stimmig.
Mir will nur nicht gefallen, dass Rede und Gegenrede so konstruiert sind aus Positionen heraus, die mir fremd sind.

Es entsteht bei mir nicht der Eindruck, ja, genauso reden Engel, sondern ich werde darüber informiert, dass Du Engel so siehst (in Deinem Text), oder dass Du zumindest eine Vorstellung von einem Engel hast.
Die habe ich nicht und ich würde auch keine Energie da hinein stecken wollen. Von daher mag es Leserreaktionen geben (werden), die da mit Dir auf einer Linie sind, und denen sich die von mir als Schwachpunkt empfundene Konstruiertheit nicht als solche darstellt.

Liebe Grüße
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug für Gutwerter!

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Odilo,

gefällt mir sehr gut.

quote:
Du nimmst wahr im Gestammel des Behinderten den Lobpreis des unbekannten Gottes.

Vielleicht: Du nimmst im Gestammel des Behinderten den Lobpreis des unbekannten Gottes wahr.

Der Engel - aus höherer Position - kann natürlich Optimist sein, aber der Mensch - aus gleicher Ebene - ist Realist.
Genau das finde ich gut an Deinem Text.
Der Endsatz: Wer aber liebt, sieht richtig? ist der I-Tupf. Ein göttlicher Spin...

LG, KaGeb

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