Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
296 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Zwischen Traum und Tag
Eingestellt am 26. 08. 2006 19:52


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 850
Kommentare: 4772
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebe Traumkinder,

auch wenn es uns angeblich vernunftbegabten Wesen anders am liebsten wäre: Besonders kreativ sind wir bei vollem Bewusstsein nicht. Beim Dösen zwischen Schlaf und Erwachen, so wissen wir Schreiberinnen und Schreiber, strudelt der Gedankenfluss ungehindert von vernünftig-logischen Grenzen. Eine Idee purzelt aus der nächsten. Gedankenketten reihen sich aneinander.
Im Traumzustand kann offenbar das Hirn unkontrolliert vom Wachbewusstsein auch verrückte Hirngespinste produzieren, während das vor sich hin dämmernde Wachbewusstsein schon bereit ist, Denkweisen zu registrieren, die ihren Ursprung weit jenseits des allzu vernunftbegabten Wachbewusstseins haben.
Einen ähnlichen Schwebezustand erreichen Kinder beim Spiel, das sich auch nicht an den so genannten harten Tatsachen der Realität messen muss. Es kann manche Albernheit zulassen, die ausschließlich um sinnvolle Erziehungserfolge bemühte Eltern gelegentlich äußerst verächtlich kommentieren und zu unterbinden versuchen. Gerade diesen Müttern und Vätern geht dann das kindliche Gekicher infolge der Albernheiten auf den ach so vernünftigen Geist. Was zu mindestens in der Pubertät keinen Teenager daran hindert, sich besonders provozierend unlogisch zu geben, zu albern und zu kichern. Pubertät ist Machtkampf, vor allem auch der gegen die angeblich so vernünftigen Eltern.

Schriftstellerei ist in der Regel unter anderem der Versuch, Kindliches ins Erwachsenenleben und Träume in die Alltagsrealitäten zu retten, aber ebenso der linear-logischen Berechenbarkeit einen nachhaltigen Streich zu spielen, um dem Leben damit Zufälle zu retten - ob es sie nun gibt oder nicht.
Glück und Unglück kommen für die Betroffenen immer zufällig. Und Glück und Unglück sind die beiden Stoffe von denen Lyrik und Prosa sowie die Spannung ihrer Texte lebt.
Kaum etwas ist langweiliger als ein durchkonstruiertes Gedicht oder eine durchkonstruierte Geschichte. Langweilen sie doch ebenso die Sinne wie ein nach rein nĂĽtzlichen Gesichtspunkten errichteter moderner BĂĽrozweckbau.
Daher steige ich spielerisch schreibend in meine Geschichten ein, versuche in ihnen zu planen, auszuprobieren, in Sackgassen zu gehen, sie wieder zu verlassen und mich zum nächsten Ziel vorzutasten. Wie im richtigen Leben eben und dennoch hier in der Fantasie.
So bleibt Schreiben ein Abenteuer zwischen Traum und Wirklichkeit.


__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


petrasmiles
Häufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2005

Werke: 31
Kommentare: 868
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um petrasmiles eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Mhm!

Also eigentlich...
Ja, im Grunde genommen ...
Wenn ich ehrlich bin ...
... stimme ich Dir nicht zu.
Zwischen Wach- und Traumwelt findet bei mir etwas anderes statt und die Verquickung von kindlicher Wahrnehmung oder pubertärer Rebellion mit Schreiber-Inspiration (?) leuchtete mir nicht recht ein.
Ich glaube nicht, dass Kreativität mit Phantasie gleichzusetzen ist. Du schreibst, als sei das allgemeingültig. Ist es aber nicht.

Das tut mir jetzt richtiggehend leid, als hätte ich Dir lieber zugestimmt, weil ich Deinen Text nett finde.
DAS Phänomen hatte ich noch nicht. Eine neue Erfahrung.

Liebe GrĂĽĂźe
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug fĂĽr Gutwerter!

Bearbeiten/Löschen    


Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 850
Kommentare: 4772
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
offensichtlich nicht jeder

Liebe petrasmiles,

offensichtlich geht es dir anders. Ich habe aber schon sehr viele Autorinnen und Autoren gesprochen und sie haben mir jenes Phänomen zwischen Traum und Tag bestätigt.
Viele haben deswegen Schreibutensilien neben dem Bett liegen...
Also, werde ich meinen Text dahingehend abändern müssen, dass es vielen (aber nicht allen) der schreibenden Zunft entsprechend geht.
Ich danke dir fĂĽr deinen Hinweis.
Herzliche GrĂĽĂźe
Karl

__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Bearbeiten/Löschen    


jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6206
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Inhalt:
4 Punkte, denn das Ganze beschreibt bestenfalls (!) eine Spielart von Schreib-BeweggrĂĽnden, aber das will ich hier nicht diskutieren.


Handwerk:

quote:
Liebe Traumkinder,

auch wenn es uns angeblich vernunftbegabten Wesen anders am liebsten wäre: Besonders kreativ sind wir bei vollem Bewusstsein nicht.
Das heißt, bei vollem Bewusstsein ist niemand besonders kreativ – also auch kein Künstler, kein Wissenschaftler etc.. Das stimmt so nicht. Du meinst bestimmt: "… wäre: Wir sind nicht dann am kreativsten, wenn wir bei vollem Bewusstein sind." Das sind zwei verschiedene Aussagen – die eine sagt "wir können es so nicht" die andere sagt "wir können es so, aber anders können wir es besser".
(Wobei die zweite Aussage auch durchaus streitbar ist, was aber vor allem mit den Begriffen zu tun hat. "Rumgespinne“ {wie zwischen Traum und Wachen} ist weder identisch mit "Kreativität" einerseits noch mit – wie im Folgenden nahegelegt – "Trance" andererseits. Aber das würde zu sehr in die Inhaltsdiskussion führen.)

quote:
Beim Dösen zwischen Schlaf und Erwachen, so wissen wir Schreiberinnen und Schreiber, strudelt der Gedankenfluss ungehindert von vernünftig-logischen Grenzen.
Wieso schränkst du das hier auf Schreiber/innen ein? Diese Erfahrung hat doch wohl fast jeder schon mal gemacht …

quote:
Im Traumzustand kann offenbar das Hirn unkontrolliert vom Wachbewusstsein auch verrückte Hirngespinste produzieren, während das vor sich hin dämmernde Wachbewusstsein schon bereit ist, Denkweisen zu registrieren, die ihren Ursprung weit jenseits des allzu vernunftbegabten Wachbewusstseins haben.
Das purzelt ja mächtig durcheinander…
"Im Traumzustand kann das Hirn (dies und jenes tun), während das Wachbewusstsein schon (was anderes macht)" – ImTraumzustand gibt es kein Wachbewusstsein (auch kein dämmerndes – oder?) – es kann also nicht währenddessen irgendwas machen. Du meist "In diesem Zwischenzustand ist das Bewusstsein noch nicht wach genug, alle Hirn-"Ausdünstungen" [sorry, blödes Wort, ich hoffe, du weißt, was ich meine] zu kontrollieren, aber schon wach genug, die einzelnen Fragemente wahrzunehmen und zu Gespinsten zusammenzufügen."
Was meinst du mit "Denkweisen, die ihren Ursprung jenseits des Wachbewusstseins haben"?
Wieso "allzu vernunftbegabtes Wachbewusstsein"? Und: Das Wachbewusstsein kann ĂĽberhaupt nicht vernunftbegabt sein, also auch nicht "allzu".


quote:
Einen ähnlichen Schwebezustand erreichen Kinder beim Spiel, das sich auch nicht an den so genannten harten Tatsachen der Realität messen muss.
… das ist aber eine verdammt weit hergeholte Ähnlichkeit! Diese Art "Trance" ist nicht Unvermögen, die "Logik" / "Wirklichkeit" zu beachten (wie im Traum) und kontrolliert zu "benutzen", sondern gezieltes Nichtbenutzen der "offiziellen" Logik zugunsten der "Spiellogik". Wenn z.B. ein Mädchen den Papa spielt und "im Stehen pinkelt", dann nicht, weil es das Bewusstsein dafür verloren hat, wer es ist, sondern weil es bewusst ignoriert, dass es gar keinen Penis hat, weil die "Spiellogik" nun mal vorsieht, dass da einer ist. Frag das Kind – es wird dir sagen, dass es doch nur so tut. Reiß es aus einem Traum mit dieser Sequenz und es würde im ersten Moment – also noch vor dem richtig Wachwerden – wohl sagen, dass der Penis da ist.
Handwerkliches Problem: Wenn eine "Argumentation" so offensichtlich hinkt, leidet die GlaubwĂĽrdigkeit des gesamten Textes.

quote:
Es kann manche Albernheit zulassen, die ausschließlich um sinnvolle Erziehungserfolge bemühte Eltern gelegentlich äußerst verächtlich kommentieren und zu unterbinden versuchen. Gerade diesen Müttern und Vätern geht dann das kindliche Gekicher infolge der Albernheiten auf den ach so vernünftigen Geist.
… eh … Der Grad der "Albernheit" (im Sinne von "Sachen zum drüber Kichern") ist das Maß für "Kreativität"? Und: Dann hat der "Spielzustand" der Kids aber nun gaaaar nichts mit dem Schwebezustand zwischen Traum und Wachen zu tun – in diesem Schwebezustand wird nämlich höchst selten gekichert (, weil man nur kichert, wenn einem das Absurde bewusst ist – was im Halb-Traum eher selten den Fall ist.)

quote:
Was zu mindestens in der Pubertät keinen Teenager daran hindert, sich besonders provozierend unlogisch zu geben, zu albern und zu kichern.

(richtig: "Was zumindest … ")
… kühne Behauptung! Wirklich keiner lässt sich durch mosernde oder gar keifende Eltern einschränken? Und: Das mag das Pubertätsklischee für Mädchen sein – kichernde Kerle sind doch eher selten. Und: Hat das noch irgendwas mit dem Traum-Wach-Zwischenzustand zu tun?

quote:
Pubertät ist Machtkampf, vor allem auch der gegen die angeblich so vernünftigen Eltern.

… eben! Es hat nichts mit "Traum/Wach" zu tun. Höchstens mit "Instinkt/Vernunft" …

quote:
Schriftstellerei ist in der Regel unter anderem der Versuch, Kindliches ins Erwachsenenleben und Träume in die Alltagsrealitäten zu retten, aber ebenso der linear-logischen Berechenbarkeit einen nachhaltigen Streich zu spielen, um dem Leben damit Zufälle zu retten - ob es sie nun gibt oder nicht.

… das "unter anderem" tut zwar so, als würde es die Aussage ent-generalisieren, schafft es es aber nicht. Und: Wie kommst du darauf, dass Schriftstellerei in der Regel (!) der Versuch des Ausbrechens aus linear-logischer Berechenbarkeit ist? Ich behaupte, es ist wenigstens genauso oft der Versuch, diese Berechenbarkeit wieder herzustellen, die "chaotische Wirklichkeit" zu "sortieren". Der "handwerkliche Aspekt" dabei ist: Vorsicht mit Generalisierungen – sobald der Leser sagt "stimmt ja gar nicht!", kannste den ganzen Text vergessen…

quote:
Glück und Unglück kommen für die Betroffenen immer zufällig.

Stimmt nicht. Dann ist die "psychologische Wirkung" nur größer. Bei "Glück" jedenfalls – wer "Unglück" kommen sieht, leidet dagegen oft tiefer daran.

quote:
Und GlĂĽck und UnglĂĽck sind die beiden Stoffe von denen Lyrik und Prosa sowie die Spannung ihrer Texte lebt.

(Komma hinter "Stoffe")
Keins von beiden ist ein "Stoff" – physikalisch natürlich schon mal gar nicht (, so meist du es ja auch nicht), aber auch übertragen nicht. Nicht mal beim Thema "Schreiben" – da wäre "eine glückliche Ehe" ein (wenn auch langweiliger) Stoff oder "sie wurden unglücklich, weil die Gesselschaft ihr Glück nicht wollte" wäre einer oder noch ein anderer Stoff: "sie wurden unglücklich, weil die Schicksalschläge zu hart waren".
Und: Es sind nicht die beiden Zustände, von denen Literatur lebt (und Spannung erst recht nicht). Lyrik oder "lyrische Passagen in der Prosa" mögen ja noch stark von einem dieser Zustände getragen werden, aber Leben (!) wird der Literatur durch den "Konflikt" eingehaucht.

quote:
Kaum etwas ist langweiliger als ein durchkonstruiertes Gedicht oder eine durchkonstruierte Geschichte.

Falsch! Ich kann dir aus dem Stand ein halbes Dutzend Dinge allein aus dem Geschichten-Bereich aufzählen, die langweiliger sind. Zum Beispiel eine Story, die so wenig konstruiert ist, dass sie strukturlos vor sich hinplätschtert. Oder eine "intuitive" Geschichte, die Klischee an Klischee reiht. Oder eine "nicht zu konstruierte Geschichte", die nichts hat außer Kulisse. Oder eine durchschnittlich gemachte Geschichte über das Liebesleben der Nacktschnecke. Oder eine durchchnittlich gemachte Geschichte, die ich so oder ähnlich schon hundertmal gelesen habe. Oder eine Pointen-Geschichte, bei der ich beim ersten Satz schon weiß, was nun kommt. Oder …
Und nochmal falsch! Man kann durchaus eine Geschichte (bei Gedichten muss man wohl meist sogar) so durchkonstruieren, dass sie spannend, erregend, erheiternd oder sonstwie un-langweilig ist.

quote:
Langweilen sie doch ebenso die Sinne wie ein nach rein nĂĽtzlichen Gesichtspunkten errichteter moderner BĂĽrozweckbau.

… du behauptest damit, dass "durchkonstruiert" und "nach rein nützlichen Gesichtspunkten konstruiert" identisch wäre. (Wobei in der Literatur "die Sinne ansprechen" ja ein durchaus nützlicher = der Sache nutzender Effekt ist, womit sich in dieser Satz irgendwie im Kreis zu drehen beginnt.)

quote:
Daher steige ich spielerisch schreibend in meine Geschichten ein, versuche in ihnen zu planen …

Warum? Welche der bisherigen Betrachtungen bringt dich zum planen?

quote:
…, auszuprobieren, in Sackgassen zu gehen, sie wieder zu verlassen und mich zum nächsten Ziel vorzutasten. Wie im richtigen Leben eben und dennoch hier in der Fantasie.

… das "dennoch" versteh ich nicht. "Dennoch" heißt: Etwas müsste laut Logik/Erfahrung/Vorschrift etc. so sein, dennoch ist es (mehr oder weniger überraschend) anders. Das macht diesen Satz zu: "Ich schreibe, wie ich mich im echten Leben bewegen würde. Unerwarteter Weise tue ich das in der Fanstasie."
Und hier manifestiert sich schließlich noch einmal ein "Argumentations-Problem", das sich für mich durch den ganzen Text zieht: Was hat "ich mach es beim Schreiben wie im richtigen Leben" mit dem anfänglichen "Menschen sind im Tran am kreativsten" zu tun? Du versetzt dich in einen Trance-Zustand und das ist dann so, wie du auch dein Leben lebst?
Oder mit dem dann entwickelten "Zufall ist die Würze"-Prinzip? Ein Schreibergebnis mag einen selbst überraschen, ist aber so gut wie nie zufällig – nicht mal, wenn man in Trance schreibt, dann ist es nur noch deutlicher Spiegel des Unter- oder gar Unbewussten.


__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Bearbeiten/Löschen    


petrasmiles
Häufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2005

Werke: 31
Kommentare: 868
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um petrasmiles eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Alle Achtung!

Jon, Du bist einmalig!
Wo andere (z.B. ich ) einfach dem BauchgefĂĽhl Ausdruck verleihen, gehst Du in die akribische Faktenanalyse. Und darum bist Du auch Lektorin: Da hat der Autor mehr von.
Ich bin schwer beeindruckt!

Liebe GrĂĽĂźe
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug fĂĽr Gutwerter!

Bearbeiten/Löschen    


Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 850
Kommentare: 4772
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Sehr differenziert

Liebe Jon,
zunächst einmal ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Kritik. Ich habe gar nicht erwartet, dass ich mit meinem kurzen Text so viel auslöse. Er war gedacht für eine Literaturzeitschrift und sollte dort ein wenig anregen und ein wenig provozieren.
Aber da du dir die viele Arbeit gemacht hast, möchte ich jetzt auch im Einzelnen auf Teile deiner Kritik eingehen.
Selbstverständlich erhebe ich mit dem Beitrag nicht den Anspruch, möglichst alle Beweggründe für das Schreiben aufzuführen. Im Gegenteil - ich habe eine kleine und sehr persönliche Auswahl getroffen.
Da es ein Beitrag für einen Literaturzeitschrift ist - spreche ich naturgemäß ausschließlich Autorinnen und Autoren an - in diesem Fall auch vorwiegend Lyriker und Kurzprosaschreiberinnen und -schreiber.
Ich kann nicht erkennen, dass ich behaupte, es gebe im Traum- ein Wachbewusstsein. Jenes "während" ist nicht temporal gemeint sondern hat hier die Bedeutung von "im Gegensatz dazu".
Kindliches Spiel ist m. E. nicht der bewusste Verzicht auf Logik. Im Gegenteil Spiel folgt durchaus einer Logik - aber eben oft einer, die außerhalb jener liegt, die Erwachsene für Realität halten.
An keiner Stelle habe ich behauptet. Albernheit sei ein Maßstab für Kreativität.
Wenn ich hier kichernde Teenager erwähne, dann schließt es für mich, auch wenn ich sie nicht ausdrücklich aufführe, die Albernheiten der männlicher Pubertierender mit ein. Und wenn sich männliche wie weibliche Jugendliche in der Pubertät nicht einschränken lassen, ist m. E. eine ihrer Chancen zu selbstbewussten Erwachsenen zu werden (unter Einschluss von Kreativität und "gesunder Verrücktheit"). In späteren Machtkämpfen ist nach meiner Erfahrung nicht selten sehr viel Kreativität gefragt.
Dass Schriftstellerei auch immer wieder der Versuch ist, dem Chaos eine Ordnung zu geben, bestätige ich dir gern. Da war ich ungenau.
Auch Glück und Unglück als literarischen Stoff zu bezeichnen ist nicht ganz korrekt. Dennoch geht es in der Lyrik und Prosa immer wieder um Glück und Unglück bzw. um den möglichst spannungsreichen Weg dorthin.
Mit durchkonstruiert langweiligen Geschichten meine ich vor allem jene, die Überraschungsmomente über eine zu durchschaubare Konstruktion praktisch ausschließen. Außerdem habe ich ("Kaum etwas ist langweiliger..") nicht behauptet, gut aufgebautet Geschichten seien langweilig. Schließlich lässt sich auch Spannung aufbauen und damit konstruieren.
Warum soll ich mich ĂĽbrigens im "richtigen"
Leben nicht auch meiner Fantasie ĂĽberlassen und meine Fantasie
nicht Teil meines richtigen Lebens sein. AuĂźerdem "weiĂź" auch "ich, dass ich nichts weiĂź".
Und das Bewusstein hat zudem bekanntlich nur einen recht geringen Anteil, während das Unbewusstsein uns wesentlich mehr beeinflusst. Damit will ich aber keinesfalls eines höher bewerten als das andere. Die Mischung macht es doch. Im Übrigen kann es (laut neusten Ergebnissen der Hirnforschung) durchaus möglich sein, dass wir uns jene kreative Freiheit sogar nur einbilden.
Also ich gebe gern zu, dass ich manche Begriffe ungenau verwandt habe. Allerdings erhebe ich für meinen kurzen Beitrag keinen wissenschaftlichen Anspruch - noch nicht einmal im Sinne eines Essays. Mir ging es vor allen darum, persönliche Schreib- und Kreativitätserfahrungen mitzuteilen und die Zeit zwischen "Traum und Wirklichkeit" als eine (wie mir scheint) besonders (und nicht eine ausschließlich) kreative darzustellen.

Ich bin dir allerdings auch sehr dankbar, dass du mir eine größere Genauigkeit abverlangst.
Herzliche GrĂĽĂźe
Karl












__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂĽck zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!