Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
94 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zwischen den Welten
Eingestellt am 31. 05. 2006 00:36


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Godjes
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2004

Werke: 22
Kommentare: 8
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Godjes eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Zwischen den Welten

Sie sitzt weinend an ihrem Platz am See. Um sie herum ist alles still. Die Vögel singen ihre Lieder. Niemand sonst ist da, es ist zu kalt. Gerade mal MÀrz, noch keine Badesaison.
Ihre Gedanken schweifen umher. Ihr Blick starr auf das Wasser gerichtet. „Was soll ich tun?“ diese Frage kreist ununterbrochen in ihrem Kopf umher. Doch sie findet keine Antwort darauf. Eine einzelne TrĂ€ne bahnt sich ihren Weg hinunter zu ihren zarten Lippen.

Plötzlich durch diesen DĂ€mmerschleier die Frage: „Kann ich mich zu dir setzen?“ Sie schreckt auf, Wischt sich die TrĂ€nen aus den Augen. Ihr trĂŒber Blick schnellt in die Höhe. Neben ihr erblickt sie einen, ihr schon lange bekannten, Mann. Er lĂ€chelt ihr freundlich zu. Erkennt aber sofort ihre Traurigkeit und setzt sich, auch ohne ein Wort von ihr. Schweigend sitzen sie nebeneinander. Ihr Blick ist wieder auf den See gerichtet. Auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Sees stehen zwei KirchtĂŒrme. Egal wo man in dieser kleinen Stadt auch ist, sie sind immer sichtbar und wirken zwei Haltepunkte in einem Bottich kochenden Wassers.
Wie oft hat sich schon versucht diese beiden TĂŒrme auf einem Blatt Papier zu verewigen. Doch sie wird ihnen nie vollends gerecht.

Sie wird nervös, da sie nicht weiß, was sie sagen soll. Sie kann ja nicht einfach neben ihm sitzen und schweigen. „Warum sagt er denn nichts?“

Stockend fĂ€ngt sie an zu erzĂ€hlen, auch ohne Aufforderung. Sie weiß ja, dass er deshalb da ist.
„ Es ist schon komisch. Vor ein paar Wochen oder Monaten hĂ€tte ich nie gedacht, dass es so endet.“ sagt sie.

„Aber es ist noch nicht zu Ende. Es ist nie zu ende, hörst du. Es geht weiter!“ erwidert er, seiner Sache sicher.



„So oft habe ich mir gewĂŒnscht hier mit ihnen zu sitzen und zu reden, doch jetzt bin ich mir da irgendwie nicht mehr so sicher.“

„Du weißt, wir können ĂŒber alles reden. Ob nun hier oder anderswo. Wenn du reden möchtest dann tue es ansonsten lasse ich dich wieder allein. Willst du das ich gehe?“

„Nein“ kommt es prompt zurĂŒck. „Nein ich will nicht, dass sie gehen. nein.“

„Ich habe dir doch schon vor Monaten das DU angeboten, warum siezt du mich immer noch?“
„Das ist nicht so einfach. Schließlich waren sie lange Zeit mein Lehrer. Ich duze ja nicht mal Leute, die ich schon viel lĂ€nger kenne und die nur wenig Ă€lter sind als ich. Schon komisch. Das ist so drin, bei mir. Ich kann kaum was dagegen tun.“

Sie wirkt gefasster, doch er sieht ihr sofort an, dass sie den TrĂ€nen nahe ist. Doch er kann nichts tun. Er will sie nicht bedrĂ€ngen und muss sie mit viel FingerspitzengefĂŒhl anfassen.
Wie einen kleinen Fisch aus feinstem Porzellan, der sofort zerspringen wĂŒrde, sobald man zu fest zupackt.

Sie starrt wieder aufs Wasser.

„Weißt du, auch bei mir lĂ€uft nicht immer alles glatt. Aber reden hilft? mir eigentlich immer. Oder auch ein Gebet zu Gott.“


Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!