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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Zwischenzeit
Eingestellt am 09. 03. 2004 11:38


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jimKaktus
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Zwischenzeit


Du sitzt in der Rettungsstelle und siehst das Profil eines Mannes. Er hat eine Stupsnase, gerötetes Gesicht, blaue Augen mit schwarzen Stecknadelpupillen, bohrend. LÀngliche, schmale Ohren, der Knorpel, die Rundung: dick, rot. Er Àhnelt jemandem, den du kennst. Mundwinkel runtergezogen, wenig Kinn. Irgendwo in dir blinkt ein LÀmpchen. Déja-vu! Déja-vu!

Vermutlich sollte man nie mit Fremden Kontakt aufnehmen. Immer schön im eigenen Leben bleiben, im eigenen GlĂŒck, eigenen Schmerz.

Du siehst ihn an. Braune Haare, die ergrauen. Wangenknochen niedrig wie bei Micky Maus. Ein fröhliches Gesicht ernst. Du siehst auch andere Leute an, aber dein Blick kehrt immer wieder zu ihm zurĂŒck. Dir fĂ€llt ein, an wen er dich erinnert. Aber es hilft dir nicht. Du kannst ihn ja nicht fragen.

Du beschließt zu warten, bis er zu dir rĂŒber kuckt, und dann zu fragen. Du rĂ€usperst dich. Du kippelst mit dem Stuhl. Er kuckt.

«Ja», sagt er trocken, «ich bin der Vater von A.» Du hast ihn gefragt, ob er eine A. kennt, Mitte zwanzig so wie du. Er scheint an keinem GesprÀch interessiert zu sein und schaut wieder nach vorn. Du lÀsst nicht locker.

«Ich hab sie lange nicht gesehen. Wie gehts ihr?»

Er musterte dich mit den irgendwie schönen stechenden Augen.

«Sie hatte einen Motorradunfall, wollte einen Lastwagen ĂŒberholen. Er hat sie nicht gesehen.»

Vor deinen Augen spielen sich grÀssliche Bilder ab, die du aber sofort verdrÀngst. A.s Vater strahlt Ruhe aus. Es kann so schlimm nicht sein.

«Haben Sie mit ihr geredet.» Du willst mehr wissen, ohne direkt zu fragen.

«Nein. Sie haben mich angerufen ... Du kannst ruhig du zu mir sagen. Wir sind ja irgendwo Schicksalsgenossen, nicht wahr?» Er lacht und sieht sich um, ob nicht noch jemand im Raum mitlachen will.

«Können Sie mir 40 Cent fĂŒr einen Cappuccino leihen?»

Er lehnt sich zurĂŒck, schaut in die Luft, wĂ€hrend er in seiner Hosentasche kramt. Dann wirft er die MĂŒnzen auf den Tisch, als spieltet ihr Poker.

Als du dich wieder, deinen Becher balancierend, hinsetzt, hat er sich von dir abgewandt. Sein Kopf lagert auf der Faust, der Ellenbogen auf der Ecke des Tisches. Er massiert sich die SchlÀfen, einhÀndig.

«Weswegen bist denn du hier?»

«Eine Freundin ist schwanger. - Aber es gab Komplikationen», fĂŒgst du hinzu. Du möchtest noch mehr hinzufĂŒgen. Du wartest wahrscheinlich gar nicht am richtigen Ort. In die Notaufnahme hast du sie gebracht, weil es ein Notfall war. Dann haben sie sie mitgenommen. Du hoffst, es wird sich jemand an dich erinnern und dich holen. Du möchtest nicht gleich einen dieser vielbeschĂ€ftigten Ärzte nerven.

Schweigen.

«Es ist nicht mein Kind», sagst du.

«Herzlichen GlĂŒckwunsch», sagt er. Du bist verdutzt. Ein Warum? verfĂ€ngt sich zwischen deinen Lippen.

Da lacht er, lacht die Decke an. Es war nur ein Witz.

«Ich gebe Ihnen das Geld wieder. Ich gebs A.» sagst du, lÀchelst.

Er sieht dich an und sieht weg. Er hat die Augen geschlossen, die Hand massiert wieder die SchlÀfen. «Eigentlich darf ich keinen Kaffee trinken.»

Er steht auf und greift in die Hosentasche. Du springst auf. Du willst ihm den Kaffee holen. Er nimmt an, legt ein paar MĂŒnzen in meine Hand und sagt: «Schwarz.»

Das irritiert dich, doch weiß er gar nicht, dass dein Nachname Schwarz ist. Wie du die MĂŒnzen in den Automaten zĂ€hlst, wĂŒnschst du dir, du hĂ€ttest A. nĂ€her gekannt. Du hĂ€ttest gern gesagt: «A. war fĂŒr mich immer die Person mit der grĂ¶ĂŸten FĂŒrsorge fĂŒr andere Menschen. Wie sie damals ins Altersheim gegangen ist, um alten Leuten auf ihrer Blockflöte vorzuspielen ...» Oder: «A. hat mal zu mir gemeint, es wĂ€re schön, wenn es weniger Kriege gĂ€be. Dann gĂ€be es weniger Tote. Das hat mich sehr beeindruckt.»

Irgendsowas hĂ€ttest du sagen sollen. Aber du wusstest rein gar nichts von ihr und wolltest nichts erfinden. Ihr seid jahrelang in dieselbe Klasse gegangen. Alles was du von ihr weißt ist, dass sie frĂŒher die Kelly Family verehrte.

Du hasstest die Kelly Family. Alle Mitglieder hatten Schweinsnasen und verdienten viel zu viel Geld. Sie waren eine irische Musikmafia, die sich durch Inzest vermehrte und von ihren Opfern Geld erpresste, indem sie sie zu willenlosen Feuerzeugschwenkern ummodelte, die sich selbst hypnotisierten und dann die CDs der «Familie» kaufen gingen.

DĂŒ-di-dit! Ein junger Mann transportiert einen Kaffee zu einem Tisch. DĂŒ-di-dit! Behutsam wie ein erfahrener KranfĂŒhrer senkt er die Fracht auf die LadeflĂ€che des Tisches. DĂŒ-di-dit! Hektisch reißt er sein Handy aus der Tasche, drĂŒckt - sieht - verarbeitet - wird bleich. Die Augen sind weit geöffnet, in seinem Gesicht steht ein mittleres Entsetzen. Er saugt Luft ein und hĂ€lt sie. Drei lange Sekunden lang. Der Mund bleibt auch offen ... So ungefĂ€hr muss es ausgesehen haben.

«Meine Freundin hat mich verlassen», die Worte klingen alarmierend.

A.s Vater nickt langsam. «Vor einem Jahr ist meine Frau gestorben», erwidert er. Du starrst ihn verstĂ€ndnislos an. Dein Mund ist immer noch auf. Du steckst zu sehr in deinem eigenen UnglĂŒck, um Mitleid zu empfinden und zu Ă€ußern. Der junge Mann fĂ€llt auf einen Stuhl und starrt vor sich hin. Er scheint den Tisch niederstarren zu wollen. «Ob es hier irgendwo was zu trinken gibt?»

A.s Vater zuckt die Schultern. Er sieht aus, als wĂŒrde er einen Wodka mittrinken.

«Ich bin gleich wieder da», sagst du als wĂŒrdest du sagen: «Halten Sie aus, ich hol Hilfe!» Du bist entschlossen. Du hast eine Aufgabe.


Du gehst durch die GlastĂŒr nach draußen, wo kĂŒhle, klare Nacht wartet. Nach ein paar Metern zielstrebiger Bewegung bleibst du stehen. Wohin gehst du eigentlich?

Ein Bus kommt die Straße herunter. Es ist fĂŒr dich das Signal, zur Haltestelle zu rennen, dem Glaskasten, der fĂŒnfzig Meter vor dir glimmt wie eine Verheißung. Aber du rennst nicht, um den Bus zu kriegen, sondern um dein Leben, um dein sinnerfĂŒlltes Leben. Nicht nur dass es ein GefĂŒhl von StĂ€rke ist, als du schnaubend und keuchend dem Fahrer deine Monatskarte zeigst. Irgendwo entfernt spĂŒrst du, dass du verzweifeln könntest, wenn du jetzt an einer Haltestelle wartest oder auf gut GlĂŒck nach einem Imbiss suchst. Du denkst an den Wodka und daran, ihn zu trinken, mit A.s Vater. Der Bus wird dich in eine Straße mit Leuchtreklame bringen, und du wirst wissen: hier steigst du aus, hier wirst du fĂŒndig.

Der Bus bringt dich in den Wedding. Eine vor Endstation steigst du aus und wendest dich stracks Richtung Mauerpark, Prenzlauer Berg, weithin sichtbar wegen der vier Flutlichter des Max-Schmeling-Stadions, die aussehen wie gigantische ZahnbĂŒrsten. Du eilst. Du willst unverletzt ins Krankenhaus zurĂŒckkehren und keinesfalls, bevor du eine Flasche Wodka intus hast. Die Straßen sind leer. HĂ€user und die Autos davor schlafen. Du denkst, es liegt am Bezirk, aber als du in den Mauerpark kommst, ist der auch leer.

Schlendernd gehst du die Straße entlang, die hindurch fĂŒhrt. Wo sind alle? Links der Hang, die SteinrĂ€nge des Freilichttheaters: leer. Rechts auf der Wiese lĂ€uft jemand. Du siehst es erst beim zweiten Hinsehen. Der Jemand schlendert genauso wie du und du glaubst, er hĂ€lt eine Hundeleine zusammengelegt in der Hand. Einen Hund siehst du nicht. Dann ist der Jemand weg. Du betrittst die Wiese, und da ist Feuer etwas weiter in Wegrichtigung. Das Feuer wirkt anziehend. Die Menschen wirken anziehend. Es sind Jongleure. Im Hintergrund ragen Mietskasernen und Scheinwerferkegel durchstöbern graue Wolkenberge. Und der Fernsehturm erscheint, verschwindet, erscheint ... in blauem Licht. Die StĂ€be der Jongleure zeichnen Feuerkreise in die Luft. Sie sind zu zweit, einer lĂ€sst einen brennenden Stab rotieren, der andere gleich zwei. Die StĂ€be rasen. Es faucht und summt. Erst von nahem kannst du unterscheiden, dass die StĂ€be an beiden Enden brennen. Die MĂ€nner sind hochkonzentriert oder in Trance. Eine mittelgroße Gruppe MĂ€nner, Frauen und Kinder sitzt anbei und unterhĂ€lt sich raunend. Alle sehen aus wie Hippies, aus Kalifornien eingeflogen. Oder mit der Zeitmaschine hergeschafft. Die StĂ€be des Jonglierers, die ineinander greifen wie ZahnrĂ€der: so stellst du dir die Zeitmaschine vor. Die Flakscheinwerfer am Himmel sind der Zweite Weltkrieg und der blinkende Fernsehturm ein Gruß aus der Zukunft. Dieser Abend hat etwas zu bedeuten.

In der Oderberger Straße langweilen sich Bars ohne GĂ€ste. Es ist doch Sonnabend. Kursiert eine Grippe? Der Inder oder Indonesier im SpĂ€tverkauf sieht gesund aus. Er grinst ĂŒberfreundlich und wĂŒnscht dir einen schönen Abend, wĂ€hrend du den Borisov Wodka in deine UmhĂ€ngetasche steckst, wo nun endlich etwas drin ist. Du fĂŒhlst, dieser Abend wird ein erfĂŒlltes Ende nehmen. Du wirst lernen, dass dein Liebeskummer lĂ€cherlich ist verglichen mit A.s Unfalls (von dem sie wieder genesen wird!) und angesichts des neuen Lebens, das heute noch auf die Welt kommen wird oder schon da ist. Du wirst das Baby im Arm halten und A.s Vater und wirst weinen vor GlĂŒck.

J. hat dich verlassen. Per SMS. Wahrscheinlich bist du unmodern. A.s Vater ist bestimmt auch unmodern. Er wird dich verstehn. Ihr seid irgendwo Schicksalsgenossen. Hat er gesagt.

Du machst dich auf den RĂŒckweg. Wieder durch den Mauerpark. Die FeuerkĂŒnstler und ihr Kreis sind verschwunden. So plötzlich wie J. verschwunden war. Vermutlich hat ihnen irgendwer eine SMS geschickt. So schnell geht das. Du machst einen Abstecher auf die Wiese. Es muss Spuren geben. Hatten sie nicht ein Lagerfeuer? Du suchst nur kurz, musst zurĂŒck zu A.s Vater, ehe der auch weg ist. Warum bist du ĂŒberhaupt Wodka kaufen gegangen? Du klemmst dir deine Wodkatasche unter den Arm und beginnst zu laufen. Von außen solltest du wie ein HandtaschenrĂ€uber aussehen. Aber niemand sieht dich. Vielleicht ist das alles nicht wahr.



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jimKaktus
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bin sehr interessiert an kommentaren ...

jim

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Bonnie Darko
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 1
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Ja, sieht so aus, als hÀttest du deinen ersten Fan, Jim.

Ich konnte mich nach einer Weile gut hineindenken, kam leider zwischendurch ein paarmal raus (am Bildschirm lesen, das alte Problem, ich hĂ€tte es mir fĂŒr abends aufsparen sollen).


Daß die Geschichte ab der zweiten HĂ€lfte (nach der Szene im Krankenhaus) eine andere Richtung einschlĂ€gt und dann offen endet, gefĂ€llt mir am besten. Zu Beginn dachte ich, es lĂ€uft auf irgendeinen 'komischen Zufall' oder eine gewöhnliche Pointe hinaus.

FĂŒr mich kommt ein GefĂŒhl der Entfremdung rĂŒber. Etwas Einschneidendes passiert, man lĂ€uft los, auf einmal ist man irgendwo gelandet und fragt sich: Was mache ich eigentlich hier? Nicht nur im geographischen Sinne. Alles ist auf einmal fremd und seltsam. Diese Odyssee durchs nĂ€chtliche Berlin gefĂ€llt mir von der Stimmung her am besten.


Ich muß die Geschichte aber noch mal ausgedruckt lesen, das ist nichts fĂŒr Zwischendurch.

Gruß,
Bonnie

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filechecker
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo jim,

die Geschichte verwirrt mich. Nicht nur dass du mit den Zeiten durcheinander gekommen zu sein scheinst. Einmal schreibst Du im PrÀsens, dann wieder im Perfekt.

Der Standort des ErzÀhlers ist nicht eindeutig. Einmal schreibst Du:

[Du sitzt in der Rettungsstelle und siehst das Profil eines Mannes. Er hat eine Stupsnase, gerötetes Gesicht, blaue Augen mit schwarzen Stecknadelpupillen, bohrend. LÀngliche, schmale Ohren, der Knorpel, die Rundung: dick, rot. Er Àhnelt jemandem, den du kennst. Mundwinkel runtergezogen, wenig Kinn. Irgendwo in dir blinkt ein LÀmpchen. Déja-vu! Déja-vu!]

Wer soll denn Du sein?
Nach einem Absatz fÀhrst Du dann fort:

[Ich sehe ihn an. Braune Haare, die ergrauen. Wangenknochen niedrig wie bei Mickey Mouse. Ein fröhliches Gesicht ernst. Ich sehe auch andere Leute an, aber mein Blick kehrt immer wieder zu ihm zurĂŒck. Mir fĂ€llt ein, an wen er mich erinnert. Aber es hilft mir nicht. Ich kann ihn ja nicht fragen]

Hier verwendest Du den "internen ErzÀhler" (Ich-ErzÀhler).

Viele GrĂŒĂŸe
filechecker


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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
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Hallo jim, die wechselnden Zeiten und Personen verwirren mich auch; "Du" und "ich" ginge ja noch, dann aber noch "der junge Mann"?
Andererseits sind die BrĂŒche so auffallend, daß ich Absicht vermute - vielleicht steht "ich" so sehr neben sich, als er die SMS erhĂ€lt; das passiert gar nicht ihm. So etwa?

Warum ist es notwendig, die Vornamen abzukĂŒrzen? Soll damit ausgesagt werden, daß die MĂ€dchen in der Geschichte letzten Endes keine Rolle spielen?

Gruß,
Gabi

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jimKaktus
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 13
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Hi Bonnie,

wenn ich dich richtig verstehe, dann ist die Geschichte so angekommen wie ich sie abgeschickt hab. Alles ist sehr fremd, ein Erwachen in eine Unwirklichkeit.

GrĂŒĂŸe!
Jim

PS: Hab grad noch mal geschraubt, ein paar blöde Worte ausgetauscht.

---

Hallo Filechecker,

ich musste selbst erst mal drĂŒber nachdenken. Es erscheint mir so: bei dem ErzĂ€hler handelt es sich um einen Ich-ErzĂ€hler mit verschiedenen Perspektiven. Es schaut auch manchmal nur zu. "Du" ist sehr nah dran. Mit "er" betrachtet sich das Ich von außen, schaut seinem eigenen Tun zu, und hat es in dem Moment nicht unter Ich-Kontrolle.

Diese beiden Perspektiven, "du" und "er" sind fĂŒr mich auch mit einer gewissen Spannung behaftet, wĂ€hrend in den Ich-Teilen das Ich Regent seines Tuns ist. Darum ist die "Ich"-Perspektive irgendwie lockerer und sozial nĂ€her am Leser dran, weshalb "Ich" wohl auch die Perspektive der Dialoge ist.

Die Zeitformen verwende ich zum Teil Àhnlich intuitiv. Denn sie markieren neben der Zeitebenen-Unterscheidung auch verschiedene Grade von Unmittelbarkeit. Welche Zeitebene (und welche Person) im Zweifels-Fall gemeint, ergibt sich (hoffe ich, beim aufmerksamen Lesen) aus dem Zusammenhang.

Gruß,
jim

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