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Leselupe.de > Gereimtes
aderlass
Eingestellt am 30. 12. 2010 18:46


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Rhea_Gift
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trauer schwärzt die tinte tiefer
jedes wort - ein schattenflug -
dunkel tropft es aus dem mieder
das mein lächeln heut noch trug
sanft entschn√ľrt -
die brust hebt leichter
sich nach diesem aderlass -
liegt geehrt, was dir geb√ľhrt
nicht mehr oben auf dem speicher

und wer weiß, was heut als blasser
hauch aus meiner seele fuhr
zeigt mir morgen eine spur
zu dem längst vergess'nen etwas

freier atem - leben pur

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

Version vom 30. 12. 2010 18:46

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Aurora
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Liebe Rhea,

der Anfang ist ausgesprochen stark! Das hat fast schon was Magisches. Und G√§nsehaut bekomme ich sonst nur bei Temperaturen unter 27¬į

Aber ab der Mitte - man, schade, dass du die Form aufgegeben hast! Das hat mich voll raus gerissen; ich bin f√∂rmlich dr√ľber gestolpert. Warum? War es Intrention?

Dabei g√§ben es deine Verse ohne Probleme her, es "rein" zu belassen (was ja auch dem Thema zuspielen w√ľrde). Zu "wirren, emotionalen" Inhalten finde ich klare Formen stets einfacher, angenehmer. Sag was:

trauer schwärzt die tinte tiefer
jedes wort - ein schattenflug -
dunkel tropft es aus dem mieder
das mein lächeln heut noch trug
sanft entschn√ľrt - die brust hebt leichter
sich nach diesem aderlass -
hat verlassen ihren speicher
straft den ganzen zwang mit hass.


und wer weiß, was heut als bleicher
als hauch aus meiner seele fuhr
macht mich andern tages reicher -
zeigt mir die verlor'ne spur:


freier atem - leben pur


__________________
"Confront your enemies,
avoid them when you can.
A gentleman will walk, but never run."

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Rhea_Gift
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Hi Aurora,

ich seh nicht wirklich, was deine Form ändert oder reiner macht... zudem kommt plötzlich hass hinein, der da nicht hingehört... und rein ist das Ganze von Anfang an nicht - siehe tiefer, mieder, leichter, speicher

Da is mir der Sinn wichtiger... und den √§ndern deine Vorschl√§ge, denn auch blass ist ander als bleich... daher mag ich nix √§ndern... aber danke f√ľr die Auseinandersetzung mit meinem Gedicht

LG, Rhea
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Aurora
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die ewig unverstandenen silbenzähler... ich oute mich, dazu zu gehören. das meinte ich auch. am anfang waren die hebigkeiten und das metrum konstant, dann nicht mehr. ich weiß, dass es darum nicht in erster linie geht; aber mich hat es irritiert, dass sich das änderte. das mit den endreimen hat mich nicht gestört, da es phonetisch sehr eng verwandte endungen waren.

als nicht ganz talentfreie autorin hast du nat√ľrlich jedes recht, deinen "dennoch" sehr gelungenen text so zu belassen.

wie auch immer: daumen hoch und bitte, bitte weiter so!
__________________
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avoid them when you can.
A gentleman will walk, but never run."

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Rhea_Gift
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achso, das Metrum - bei "rein" denk ich halt gleich an reine und unreine Reime - die hier ja nunmal gegeben sind

Mit dem Metrum hast du recht - das stimmte aber nur in einer Zeile nicht - behoben. In diesem Sinne - danke, hab da geschlonzt Denn - um mich zu outen - Silben zähle ich durchaus auch... wie du auch dem ein oder anderen Gedicht von mir ansehen kannst

LG, Rhea
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Heidrun D.
Guest
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Liebe Rhea,

formal gefällt mir die 2. Version deutlich besser, weil ich nun mal auch zu den unerbittlichen Stolperfeinden gehöre.

quote:
trauer schwärzt die tinte tiefer
jedes wort - ein schattenflug -
dunkel tropft es aus dem mieder
das mein lächeln heut noch trug
sanft entschn√ľrt -
Nee, wie herrlich schön, dass bei dir die Trauer aus dem Mieder tropft! Über dem Herzen. Aber trägt das Mieder auch ein Lächeln? Ist es nicht doch eher der Mund? Ich fände:
quote:
trauer schwärzt die tinte tiefer
jedes wort - ein schattenflug -
dunkel tropft es aus dem munde
der mein lächeln heut noch trug
sanft entschn√ľrt -
denn die Vorstellung des entschn√ľrten L√§chelns behagt mir sehr. "Munde" und "trug" schmiegen sich mindestens ebenso sch√∂n wie "Mieder" und tiefer" und es gestaltet sich ein wenig logischer, vor allem aber poetischer, finde ich jedenfalls.
quote:
die brust hebt leichter
sich nach diesem aderlass -
liegt geehrt, was dir geb√ľhrt
nicht mehr oben auf dem speicher
m√§kelfrei, denn nat√ľrlich ist der K√∂rper in Mitleidenschaft gezogen, bei einem W√∂rter/Blutsturz.
quote:
und wer weiß, was heut als blasser
hauch aus meiner seele fuhr
zeigt mir morgen eine spur
zu dem längst vergess'nen etwas

freier atem - leben pur
Diese Passage gefällt mir außerordentlich gut, weil exzellent pointiert.

Wenn du das Mieder änderst, nimmst du auch die (ungewollt?) komische Note aus dem Text. - Traurig genug, dass ich dir das als Freundin jener Schmuddellyrik sagen muss ...

Was meinst du zum Vorschlag, meine Liebe?
Heidrun

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