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Leselupe.de > Ungereimtes
andere gehn sonntags in die kirche
Eingestellt am 21. 07. 2003 01:23


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Jongleur
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andere gehn sonntags in die kirche


das licht
steckt in kurzen schatten
aber die klagende klarinette
gehört schon dem nachmittag
eines fauns

zu früh
ist das korn dran
steht gelb
doch niedrig und schmal
zum schnitt

glas küsst
porzellan
in den gärten
hinter der hecke
manchmal auch silber-
klirren dabei

sie decken?
- nein, sie räumen,
gewiss - räumen sie ab:
den sommer
und ihre zeit

man sollte
verblühtes ausknipsen
nachdenken
über herbst-
chrysanthemen?

kalter kaffee
ich geh weiter
mit dem becher
in der hand
durchs gehölz

bin noch nicht eingerichtet
in meinem tag
hab mich verspielt
letzte nacht
beim dreizehnten
sonnuntergang

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george
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Schon allein wegen Deines nickname schaue ich mir Deine Texte an. Aber inzwischen weiss ich, dass mich mein Gefühl nicht trog. Du kannst eben auch mit Worten jonglieren.
Habe keine Verbesserungsvorschläge.
Gefällt mir einfach sehr gut!
Jonglier' weiter!
__________________
© Jürgen Locke

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Jongleur
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Freu mich.
Jongleur, dankt für Lesen, Gefallen, Lob!!

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Rhea_Gift
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Hi Jongleur,

sehr gelungene und wahre Bilder! Manch verstaubtes Glas und Porzellan sollte man wegschmeißen statt es nur für den ebenso staubgrauen Sonntagskaffee zu benutzen, sich nen Pappbecher kaufen und damit sonntags wie Du durch den Wald rennen statt in die Kirche... höchstens als Spieleinsatz wärs noch was wert - frei ist, wer nichts zu verlieren hat und: alt ist, wer seine Gewohnheiten nicht mehr ändern kann

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Jongleur
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sonntags

frei ist, wer nichts zu verlieren hat und: alt ist, wer seine Gewohnheiten nicht mehr ändern kann
Hu, bin ganz schön unfrei - es gibt so viel zu verlieren, woran der Schöpfer des Sprichworts sicher nicht dachte (weil er wohl die materiellen Abhängigkeiten meinte): Gesundheit, Augenlicht, Kraft, Freude, Zeit ...

Dank Dir fürs Lesen, Rhea, hab mich entschlossen, das Gedicht umzutiteln in "SOMMERSONNTAG". Weiß nur noch vage, dass mich beim (späten) Kaffeekochen der Blick aus dem Fenster auf die Kirchgängernachbarn infiziert hatte .... zum Kirchgangtitel.

Grüße vom Jongleur

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Rhea_Gift
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titel

Hi Jongleur,

find den Original-Titel passend - und mit dem Sprichwort hast Du wohl recht
Jedoch: Vielleicht ging der Schöpfer des Sprichworts davon aus, daß man erst mit dem Tod richtig frei ist? Und je mehr man verliert desto freier? So ungern ich blind wäre - vielleicht befreit es aber auch von einer Wahrnehmung, die uns auch in diese Art der hauptsächlichen Weltwahrnehmung einsperrt ("Man glaubt nur, was man sieht" - welch Widerspruch eigentlich... Glauben mit Wissen verwechselt...)? Und schenkt einem dafür eine andere? Freude und Zeit verliert man nie, da man sie nicht "besitzen" kann... Zeit ist ein so interessant vieldeutiger Begriff - Zeit haben heißt ja nur, daß man eine Zeit lang tun kann, was man will, von Verpflichtungen FREI ist - letztendlich denke ich aber auch, daß man nie von etwas ganz frei ist, auch nicht nach dem Tod - wie die Physik sagt: Energie geht nicht verloren. Die Frage ist nur, was dieses "man" dann ist...

LG, Rhea
__________________
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Jongleur
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Freiheit

Liebe Rhea,
danke Dir für die ausführliche Beschäftigung mit Gedicht und Fragen der materiellen und inneren Freiheit.
Gerade der Wahrnehmungsaspekt ist sehr interessant. Die Augen sind das primäre Instrument, allerdings sind alle anderen Sinne, wie ich meine, auch beteiligt.
Nun - will ich keinesfalls von der Wahrnehmung frei sein. Das - und die daraus folgende Kommunikation/Interaktion mit Mensch (auch Natur) macht doch Menschsein, Leben aus.
Und bis zur totalen Freiheit von allem Irdischen - also bis zur Begegnung mit dem Gevatter Tod - hoffe ich noch auf ein Lebensweilchen. Mit Wahrnehmung und allem Drum und Dran!
Du auch, schätze ich.
Aber je nach Autor, könnte das Zitat einen solchen religiösen Ursprung haben.

Freude und Zeit verliert man nie, da man sie nicht "besitzen" kann ...
Hier am Rande noch schnell ein kurzer: Einspruch!!
Der Zugang zur Freude kann je nach Lebensumständen und seelischer Gesundheit sehr wohl "vermauert" sein. Krankheit, Angst, Trauer, Tod, Depression ... - Insofern hat jemand in solchen Zeiten auch die Freude verloren.
Auch "Zeit" hat viele fremdbestimmte Komponenten, die einen ungewollt "frei" machen , wobei sich hier die Bedeutung verschiebt, wie Du schon darauf hingewiesen hast.

Lieben Gruß, in voller Wahrnehmung der herrlichen Kühle und eines Blauhimmels mit ziehenden Wolken! Tief durchatmen. Das mit der Zeit -- na, lassen wir das und arbeiten weiter!

Der Jongleur


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