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Leselupe.de > Kurzgeschichten
angstneurosen
Eingestellt am 29. 01. 2018 19:49


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georg
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2017

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Der Patient

Frank senkte vorsichtig seinen unförmigen Hintern auf den einzig freien Sitzplatz im Raum. Er senkte ihn so vorsichtig, als fĂŒrchte er, seine Khakihose könnte jeden Augenblick in der Naht sich entzweien. Er spĂŒrte die Blicke der anderen Patienten auf seinem Körper, wie sie ihn musterten und analysierten. Schweißperlen sammelten sich auf seinem SchlĂ€fenbein. Instinktiv strich er ĂŒber die Stirn, plumpste im nĂ€chsten Moment auf die Lehne und ließ einen lauten Furz erklingen. Der Schall durchzog den gesamten Aufenthaltsraum im Nu. Jetzt hat er es geschafft. Der komplette Raum spendete dem neuen Gast die volle Aufmerksamkeit. Ein leises Kichern einer FĂŒnfjĂ€hrigen schallte aus der Spielecke zurĂŒck. Franks Gesicht verfĂ€rbte sich rot. Nackt und dick saß er in einem vollgefĂŒllten Wartezimmer einer noblen Zahnarztpraxis. Alles um ihn herum wurde schwarz, der Druck im Kopf, die Scham, schwĂ€rzten seine Sicht. Das Fenster denunzierte ihn mit seinem Tageslicht. Die Sonne warf ihren krĂ€ftigen Schein auf sein rotes Gesicht. Er fĂŒhlte sich ertappt, die Haut brannte unter den Herbststrahlen. Die Situation ĂŒberforderte ihn, sein Hals schnĂŒrte sich zu einem Nadelöhr. Frank stieß kurze Hustlaute von sich, die rechte Hand verkrampfte. Er schob beide HĂ€nde in seine Hosentaschen. Der Anfall, es beginnt wieder. Ein weiteres Kichern gesellte sich zum fĂŒnfjĂ€hrigen MĂ€dchen. Beide Kinder brachen in schallendes GelĂ€chter. Frank war gefangen, zu seiner Verwunderung jedoch, in einem sehr bequemen Stuhl. Er dachte, wie schön der Stuhl und wie unpassend er darauf aussahen. Er erinnerte sich an seine Tasche aus Rindsleder, die am Stuhlbein lehnte. In Gedanken ertastete er diese, verkniff sich jedoch den Handgriff. Die HĂ€nde wollte er auf keinen Fall ins Licht fĂŒhren, man könnte sonst denken, er wĂ€re nicht ganz normal. Die Verkrampfung war dieses Mal unheimlich schmerzhaft. Seine Handballen fĂ€rbten sich weiß.
Franks panische Angst vor ĂŒberfĂŒllten RĂ€umen, ZahnĂ€rzten, Werkzeugen in seinem Mund, AufzĂŒgen, Insekten und anderen gewöhnlichen Situationen gehören zu wenigen seiner Angstneurosen. Die Zahnarztvisite, die ihn alljĂ€hrlich zwingt, den Mund aufzureißen und die Zunge auf Befehl auszustrecken, ist einer der ausgeprĂ€gtesten Angststörungen in Franks Repertoire. Doch hier sitzt er jetzt mit anderen Patienten in einem hellen Wartezimmer im 33 Stockwerk in einem fĂŒrstlichen Wolkenkratzer und versucht jeden weiteren Gedanken daran zu verdrĂ€ngen, dass er nach der Behandlung all die 1.122 Stufen nach unten absteigen muss (beim Hinaufsteigen hat er sie gezĂ€hlt)
Frank ist schĂŒchtern und die SportbetĂ€tigung fĂ€llt unter eine weitere Störung. Albino mit einer Million Sommersprossen im Gesicht und einer weiteren Milliarde auf seinem Sack.
Das Kichern erstarb, die Blicke wandten ab. Eine Ă€ltere Dame (dem Aussehen nach zu urteilen 500 Jahre) mit thronenden HĂ€nden auf ihrem ein Meter langen Gehstock, womöglich mit Quasimodo verwandt, schĂŒttelt tadelnd am anderen Ende des Wartezimmers ihren vom Schaal umhĂŒllten alten Kopf. Frank lenkt seinen Blick zum Fenster, eine KrĂ€he im Sturzflug blitze augenblicklich auf. Die alte Dame fixiert Frank weiterhin. Er streckt seine Hand in den Raum und enthĂŒllt seinen dicken Mittelfinger. Erstaunlicherweise hat niemand in diesem Augenblick darauf geachtet. Zwei Cowboys duellieren in dieser Sekunde in einem Wartezimmer. Frank zieht seinen kleinen 38er Revolver, richtet ihn auf den Alten grauen Quasimodo und drĂŒckt ab. Die Kugel saust durch die Zahnarztpraxis von Dr. Gold mit Lichtgeschwindigkeit, die der alten Dame die GesichtszĂŒge auf der Stelle Richtung Boden zieht. Der alte Cowboy mit seiner langen Winchester ist erledigt.
Die alte Lady lenkt beschĂ€mend ihren Blick in die Wolken, die sich hinter dem Fenster bewegen. Frank hat gewonnen. Innerlich triumphiert sein kleines Herz. Er kann es noch. Er hat noch Eier in der Hose, zwar kleine aber sie reichen gerade noch aus um eine alte Dame zu verscheuchen. »Missis Deborlyn« ertönte eine sanfte Stimme eines Engels. Frank drehte seinen Kopf hin und her. Fragende Blicke wanderten durch die wartende Menge. Einige Sekunden spĂ€ter ertönte die Stimme erneut. Diesmal mit etwas mehr Hektik »Miss Deborlyn, der Doktor wartet«. Diesmal war die Lautsprecherstimme etwas lauter und reichte sogar aus, dass die Alte zusammen zuckte und Ihren Cowboy Blick auf das neben ihr sitzende MĂ€dchen richtete. Das MĂ€dchen, mit dicken Kopfhörern auf dem Kopf, so groß wie zwei Töpfe ausgerĂŒstet, war in die Illusion der Teenagermusik versunken. Das Einzige an Ihr, das nicht von schwarzer Farbe verschluckt worden ist, war ihr blasses Gesicht, doch auch dieses hatte zwei schwarze Ringe um die Augen. Es zischte etwas durch die Luft und landete mit einem dumpfen Knall auf dem »nazi-Schuh« des Gothik MĂ€dchens. Es erstarrte, riss schlagartig ihre schwarzumrandeten Augen auf und stiess einen kurzes »Aaa!« aus.
»Der Doktor wartet auf dich, du Teufels Braten« fauchte die Alte.
Im selben Augenblick ertönte die Stimme der Assistentin aus dem Lautsprecher zum dritten Mal. »Natalie Deborlyn bitte zur Rezeption«. Das MÀdchen sprang schlagartig vom Stuhl schnappte ihr schwarze Tasche und humpelte hinaus. Beide warfen sich gegenseitig drohende Blicke zu. Die alte Dame legte stolz ihre beiden HÀnde verschrÀnkt auf Ihre ein Meter lange Gehstockflinte und hob ihren Kinn. (So das hÀtten wir erledigt, jetzt gehts wieder an die regulÀre Wartezeit. Diesem kleinen Teufel habe ich eingeheizt. Das hÀssliche schwarze Ding, dachte befriedigend die alte Dame)
Der Schmerz erinnerte Frank weshalb er in diesem hellen Zimmer saß. Sein Weisheitszahn hatte sich entzĂŒndet. Ein stechendes Pochen bohrte sich in sein rechtes Auge. Der Furz war auf der Stelle vergessen. Seine HĂ€nde erweichten, das Blut floss wieder in ihre vorgesehenen Gassen mit normaler Geschwindigkeit. Frank nahm eine der Zeitschriften vom Stappel und vertiefte sich atmete durch. (Diese verdammten AnfĂ€lle, dachte Frank).
Zwei MĂŒtter unterhielten sich ĂŒber ErnĂ€hrung und DiĂ€ten. Frank schaute auf die Zwei spielende Kinder in der Spielecke und dann wieder zu den MĂŒttern. Eindeutig. Es waren zwei MĂŒtter mit Ihren Töchtern.
»Ich versuche momenta die Slim10 DiĂ€t. Diese verspricht in 10 Tage ĂŒber vier Kilo abzunehmen« sagte die Mutter mit dem großen Arsch in zu engen Leggings und einige Lumpen ĂŒber dem Oberkörper. »wow, wirklich?! du musst mir unbedingt das rezept geben« sagte die andere mutter mit einem noch grĂ¶ĂŸeren Arsch in einem zu kurzgeratenen Kleid. Ihre fetten Knie waren permanent an der frischen Luft spazieren. Frank schaute die beiden mit gerunzelter Stirn an. (Du brauchst Slim100 und einen Sadomasokeller damit du ansatzweise auf eine normale Figur kommst, dachte Frank) und schaute zu den spielenden MĂ€dchen in die Spielecke.
»Mister Ditrich, bitte!«
Die Geschwindigkeit erhöhte sich, das Blut schoss aus der Gasse auf die Autobahn, das Herz klopfte an den Unterkiefer. Frank sprang schneller von seinem bequemen Stuhl, als sein Geist ihm folgen konnte und bevor der Schall vom Lautsprecher aufhörte nachzuhallen, stand Frank da und starrte in die Menge. Alle Blicken waren wieder ihm gegönnt. TrĂ€ge Gesichter schauten Ihn an. Er hastet durch den ewig niemals endenden zehn Meter des Wartezimmers mitten in Frankfurter Großstadt an einem Donnerstag Vormittag.

Die GlastĂŒr hinter ihm schloss sich und Frank lehnte sich dagegen und atmete durch. Sein Kopf im Nacken. Ihm viel augenblicklich ein, dass die TĂŒr aus Glas ist und man ihn von der anderen Seite aus sehen kann. Je nĂ€her am Glas desto klarere das Bild. Jeder kann sein rotes Poloshirt jetzt sehen. Er kam zu sich wie eben aus einem Alptraum erwacht, riss seine HĂ€nde von der heißen TĂŒrflĂ€che und presste diese an seine brust, warf ein Ă€ngstlichen blick hinter sich und stapfte mit kleinen Schritten Richtung Rezeption.
»Hallo, ich bin Mister Ditrich« sagte er zu dem weißen Engel mit blonden Haaren.
»Hier entlang Mister Ditrich« antwortete die Assistentin mit einem breiten LÀcheln, den Arm sanft Richtung Korridor ausgestreckt.
»Die letze TĂŒr, bitte! Der Doktor erwartet Sie« sagte Sie, weiter lĂ€chelnd. Frank dachte an einen Robotermensch, einen Hybriden. Keiner lĂ€chelt so lange und so konstant und sieht gleichzeitig so traumhaft schön aus. Dachte Frank. Er drĂŒckte seine Aktentasche fest an seine Brust und machte kleine Schritte Richtung TĂŒr, Richtung letzte TĂŒr im Korridor. Malerreien glitten an ihm vorbei. Er interessierte sich absolut nicht fĂŒr Kunst, aber in diesem Augenblick wollte er an jedem GemĂ€lde, welches auf beiden Seiten des Korridors hing stehenbleiben und diese lange und ausgiebig betrachten. Einfach stehen und betrachten, und darauf hoffen, dass der Doktor herauskommt, und sagt, die Zeit wĂ€re abgelaufen Herr Ditrich, ich muss leider Ihnen einen neuen Termin vergeben. Trotz starker Schmerzen in seinem Mund.

Die TĂŒr reißt plötzlich auf, der Windstoß verfĂ€ngt sich im Kittel des Doktors und wedelt diesen wie eine gespannte Segel eines Katamaran, ein sommerliches Kleid eines Schiffes, zur Seite hoch und wieder runter. (da steht er, der Supermann, der mir gleich die ZĂ€hne einschlagen wird, denkt Frank). Frank erstarrt augenblicklich und setzte fortan ein affektiertes LĂ€cheln auf und bewegt sich auf den weißen Superman zu.
»Herr Ditrich, lange nicht gesehen!? Kommen Sie herein!« Der Doktor streckt seinen langen Arm in voller Montur aus. Der Arm bereit zum GrĂŒĂŸen wie ersteift, in sanftem weiß gekleidet. Unter dem weißen Ärmel kann Frank ein StĂŒckchen des Hemdes herausschauen sehen. Eine Art von Hemden, die aus Seide oder Ă€hnlich teuerem Stoff gemacht sind und bestimmt nicht in Thailand oder Taiwan, ganz sicher nicht, denn Fairtrade kann sich der Doktor sehr wohl leisten, bestimmt eher unbewusst als gewollt. Die Farben schillern, der Manschettenknopf saugt das von der Decke ausgestrahlte Licht auf und reflektiert es in schönstem Gold wieder zurĂŒck, direkt in die Pupille von Franks Auge. Frank muss kurz blinzeln, wĂ€hrend er gleichzeitig die Hand zum Doktor streckt. Als die krĂ€ftige Hand die seine umklammert und fest zusammenpresst, fĂ€llt Frank ein kleiner Tropfen Blut auf dem KittelĂ€rmel auf. (Das wars, er wird mich hier gleich fertig machen. Hat sogar das Blut des VorgĂ€ngers nicht weggewischt. Wo ist eigentlich der Patient, der vor mir hier war? War es nicht dieses EmomĂ€dchen. Oh nein, er konnte sie auch nicht leiden und hat bestimmt diese die kompletten 33 Stockwerke nach unten befördert, nach dem er mit ihr fertig war. DafĂŒr besitzt er mit Sicherheit ein speziell fĂŒr diese Zwecke eingerichteten Schacht, so einen wie fĂŒr die MĂŒllbeförderung, direkt nach unten in den Keller in einen speziellen Raum mit einem Container. Nein er hat keinen Container, er hat bestimmt einen dieser Superverbrennungsöfen unten stehen, die böse Patienten verschwinden lassen). Frank trat durch die TĂŒrschwelle so vorsichtig, als könnte diese unter Ihm ein Mechanismus auslösen und eine Messersschneide wĂŒrde mit einem Wisch seinen Körper zerteilen und der Doktor lĂ€sst ihn sofort ohne Behandlung im Schacht, welcher zum Verbrennungsofen fĂŒhrt verschwinden.
»Nehmen Sie Platz, Herr Ditrich« wies der Doktor ihn auf den Superapparat der aussah wie ein monströser Stuhl. Es errinnerte Frank an den Stuhl aus der Alien-Reihe, bloß war dieser komplett in weißes Leder verkleidet, so wie alles in diesem Raum. Frank sah sich, wĂ€hrend er auf den Monsterstuhl zuging, um, er scannte die FlĂ€chen ab und suchte nach weiteren Blutstropfen, dann schaute er sich die WĂ€nde an, er suchte nach diesem Menschenschacht in einerden WĂ€nden, nichts. Kein Blut keine ScChĂ€chte, dann fiel ihm eine kleine TĂŒr in der hinteren Ecke des Behandlungsraumes auf. (ja da muss es gewesen sein.) Plötzlich öffnet sich die TĂŒr und eine blonde Assistentin tritt heraus, in einer Hand eine schwarze Stofftasche, einer dieser Taschen, die man umhĂ€ngen kann, mit einer großen Zunge zum Aufklappen, um an den Innenraum zu gelangen. An der Tasche sind viele AnsteckEmblems, mit unbekannten Symbolen in verschiedenen Farben. Auf einem steht EMP. (Irgendwo hab ich diese Tasche schon gesehen). Frank wirde es plötzlich kalt. (Die Tasche gehört diesem MĂ€dchen aus dem Wartezimmer. Verdammt, der verbrennungsoffen hat seinen Zugang in diesem hinteren Zimmer, na klar, sonst wĂŒrde es auffallen. Und die Tasche hat sie nicht verbrannt, warum nicht?)
»Was soll ich damit machen« fragte die Assistentin den Doktor
»Bring es an die Rezeption, die wissen schon« sagte der Doktor mit einem leichten LÀcheln.
(Was wissen Sie denn, dachte Frank, vielleicht dass das MĂ€dchen bereits nach unten befördert worden ist und man die Sachen durchwĂŒllen sollte und diese ebenfalls dann entsorgen). Frank war gelĂ€hmt. Sein Puls raste. Es geht wieder los, dachte er und ließ sich entmutigt auf den monströsen Stuhl gleiten. (Jetzt bin ich erledigt) dachte er.
Hohes Suizidrisiko besteht in den Medizinberufsgruppen. ZahnĂ€rzte sind auf der Liste ganz oben angesiedelt. Frank ĂŒberlegt warum ausgerechnet ZahnĂ€rzte derart an Depressionen leiden. Das sieht man dem Doktor nicht an, er scheint sehr zufrieden zu wirken. Und all diese hĂŒbschen Assistentinen um ihn herum, er besĂ€nftigt bestimmt zwischen den einzelnen Terminen seinen ZahnarztstĂ€nder und befördert all diese jungen Assistentinen ins Weltall der Euphorie. Vielleicht ist das der Grund warum sie alle so nett und gut gelaunt sind, dauerglĂŒcklich wie in einem Garten Eden. Das Böse wird dann schön sĂ€uberlich in einem Schacht in einem Hinterzimmer entsorgt und weiter gehts mit dem Himmelstag. Aber meinen Doktor kenne ich seit ĂŒber zehn Jahren. Vielleicht lebt er nur deswegen weil dieser Schacht der zum Verbrennungsofen fĂŒhrt ihm seine Depressione nimmt, weil er alles an seinen Patienten auslĂ€sst, diese verschwinden lĂ€sst und je weniger es werden desto magerer der Terminkalender. Oder entledigt er sich deren, die ihm unsympathisch sind und ihn schlecht stimmen? Vielleicht steht er einfach nicht auf schwarz oder schwarzegekleidete MĂ€dchen. Frank sitzt auf dem weißen Ledersessel und starrt an die Decke.
Dr. Gold ist sich bewusst, dass Frank ein sogenanntern Angstpatient ist. So nennt man diese unter den Ärzten. Ein Patient welcher außerordentliche Angst vor ZahnĂ€rzten oder einfach ausgedrĂŒckt eine Phobie hat. Der Doktor weiß, dass Frank eine andere Behandlung benötigt als andere seiner Patienten. Dr. Gold muss die Vertrauensbasis zwischen Frank und ihm stĂ€rken bevor er sich an seine ZĂ€hne wagt. Obwohl Frank sehr gepflegte ZĂ€hne hat, zwingt ihn seine Mutter (Frank ist ĂŒber 40) jĂ€hrlich zum Zahnarzt zu gehen und seine ZĂ€hne untersuchen zu lassen. Frank spielt immer mit dem Gedanken auszuziehen, aber der Gedanke an seine alte alte Mutter packt ihn immer wieder am Nacken und zieht zurĂŒck in die Wohnung. Es ist mehr die Arroganz, als die Gebrechlichkeit seiner Mutter die ihn daran hindert immer wieder vor der EingangstĂŒr zu stehen, den EingangsschlĂŒssel zitternd in der Hand vor dem Schlosszylinder zurĂŒckzuhalten. Irgendwann rattert das innere des Zylinders und die TĂŒr lĂ€sst das warme Licht hinaus, den Geruch des Bratens, welcher gerade aus dem Ofen genommen wird. Dies ist wieder einer der Momente, in denen Frank versinkt und fĂŒr immer darin baden möchte. Die Stimme seiner Mutter zieht ihn an seinen Haaren, die RealitĂ€t hat ihn, Frank ist voll da und sich jetzt völlig bewusst wer die dicken Eier in der Hose hat, er jedenfalls nicht. JĂ€hrlich ergibt er sich seiner Phobie und tut das was seine Mutter glĂŒcklich macht, er lĂ€sst eine professionelle Zahnreinigung ĂŒber sich ergehen.
<<Herr Ditrich, wie geht es ihnen heute?<<
»gut« abwesend durch den Doktor
»Fein, Herr Ditrich. Was kann ich heute fĂŒr sie tun, haben sie irgendwelche Beschwerden?«
Frank richtet seinen Blick auf die Assistentin die direkt hinter dem Doktor steht und neugierig ihren Blick auf Franks Mund gerichtet hĂ€llt. Sie ist regelrecht auf seine gleich zur Vorschau kommenden ZĂ€hne fixiert. Kaum zu erwarten ihr Ausbildungswissen sofort in die Analyse einfliessen zu lassen. Als sie jedoch bemerkt, dass Frank sie anschaut, fĂŒhlte sie sich leicht ertappt, setzte sofort ein affektiertes LĂ€cheln auf und lichtet ihre perfekten ZĂ€hne in einem StahlgerĂŒst ummantelt. Frank kann einige Essensreste, breiige weiße StĂŒckchen zwischen der Stahlkonstruktion und den leicht gelblich emaillierten ZĂ€hnen erkennen. Sie sind zwar sehr ordentlich aneinandergereiht, denkt Frank, doch seine Zunge wĂŒrde er da nur ungern reinstecken, obwohl diese blasse Blondine einen Körper eines Models hat fĂŒr den die VictoriaSecret Angestellten sterben wĂŒrden, soweit er das durch das weiße Kittel beurteilen kann. Denn einen wohlgeformten Körper kann man im Gesicht und an den HĂ€nden eines Menschen erkennen, hatte Frank in der Frauenzeitschrift im Aufenthaltsraum gelesen. Auf eine Zahnspange wĂŒrde Frank in nicht absehbare Zeit gerne verzichten. Die Vorstellung, nicht lĂ€cheln zu können, weil das Mittagessen unweigerlich dem GesprĂ€chspartner ins Gesicht lacht, wĂŒrde Frank nicht ertragen können. Vom Geruch, der dadurch entstanden FĂ€ulnis, abgesehen. Und vor allem dem stĂ€ndigen Edelstahl im inneren seines Mundes ausgesetzt, ist ein Gedanke, der bereits jetzt Schmerzen bereitet.
»Keine Beschwerden« erwidert der Patient.
Unweigerlich wandert Franks Blick auf das Instrumententischchen links von ihm. All die spitzen, fein sĂ€uberlich angeordneten FoltergerĂ€te, die aussehen wie Mistgabeln eines aus MĂŒnchhausen MĂ€rchengeschichten Liliputaner Menschen. Zangen mit geöffnet MĂ€ulern, die darauf warten Fleisch zu schnappen, frisches Fleisch, Fleisch von Patienten, Zahnfleisch von Frank samt ZĂ€hnen. SchwannenhalsĂ€hnliche Zahnstocher. Einige der Instrumente erinnern Frank an eine Sense, eine Miniatur Sense, eine wie der Tod mit sich trĂ€gt. Diese kleinen Sensen sind jedoch in zig facher AusfĂŒhrungen vorhanden, gebogen, eckig, nach oben zeigende Zacken, zur Seite zeigene Zacken. Ein Instrument hat bereits Rost zwischen den seinen Gelenken angesetzt. Das ist bestimmt das Werkzeug, welches nie benutzt und aus hygienischen GrĂŒnden stĂ€ndig gesĂ€ubert wird und deswegen sich Rost ansammelt. Neben dem Tisch steht eine Art ĂŒbergrosser Staubsauger, auf Kopfhöhe aus der Liegeposition betrachtet. Aus dem mehrere SchlĂ€uche wie aus Medusas Kopf hervortreten und an den Enden sich nicht Schlangenköpfe, sondern Stahlstifte, Ă€hnlich elektrische ZahnbĂŒrste ohne BĂŒrstenkopf, befinden. Einige haben Spitze AufsĂ€tze, andere wiederum mit großer Öffnung versehen, gekrĂŒmmte und geknickte HĂ€lse, nebeneinander gereiht wie Rekruten, die gierig mit klaffenden MĂ€ulern auf Franks Schritt starren und nur darauf brennen loszulegen, als wollen sie nicht nur seine ZĂ€hne, sondern auch seine Eier bearbeiten.
Der Doktor greifft in die Instrumentenmenge mit seinem routinierten Griff und plötzlich befindet sich ein gerieffeltes StĂ€bchen, an desen Ende ein kreisrunder Spiegel sitzt. Eine Art VergrĂ¶ĂŸerungsspiegel denkt Frank, die man im Badezimmer hat und nur hineinschaut, wenn man bereit ist, sich mit dem Mikrokosmos seines Köspers auseinander zu setzen oder einfach nichts Besseres zu tun hat als an seiner Haut herrumzudrĂŒcken und die kleinen lĂ€stigen mikro Vulkane auf der Haut zum erodieren zu bringen.
>>Bitte einmal ein langes Ahhh<< Der Doktor öffnet seinen Mund, als wolle er Frank prÀsentieren wie schön seine eigenen ZÀhne sind.
Frank öffnet steif seinen Mund, als mĂŒsse er fĂŒrchten, dass ihm gleich die Zunge herausgerissen wird. Desinfektionsmittel und Seife schmeckt er. Der kleine Spiegel klirrt gegen die ZĂ€hne, tastet sich durch seine Mundhöhle vor und zurĂŒck als wĂŒrde er nach etwas brauchbarem suchen. Aus dem Winkel bemerkt Frank, dass die blonde VictoriaSecret Assistentin hinter Dr. Gold seiner Schulter in seinen Mund hineinlugt, als wĂ€re Frank eine Attraktion und das was in seinem Mund sich möglichweise befĂ€nde sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Frank errötet bei dem Gedanken eine Frau schaue ihm in sein Inneres. Er kann ihren Blick auf seiner Speiseröhre spĂŒren, den Doktor hatte er bereits vergessen, da er ein Mann ist, aber wenn eine Frau in seinen Rachen blickt, ist es was anderes. In den letzten Jahren blickte nur eine einzige Frau in seinen Mund, nĂ€mlich seine Mutter. Und das machte ihm nichts aus.
»Leichte KarriesbelÀge auf der rechten Seite der Hinteren ZÀhne, auch bekannt als WeisheitszÀhne. Sie haben ja noch alle WeisheitszÀhne Herr Dietrich, haben Sie Zahnfleischbluten?«
Frank ĂŒberlegte, was er antworten sollte. Er wollte keine falsche und keine richtige Antwort geben, um ja nicht sich in weitere Behandlungen reinzureiten.
»Kein bluten« log er.
Der Doktor hat mittlerweile einer dieser Zahnstocher mit gekrĂŒmmten Hals in seiner Hand, in der anderen immer noch den kleinen Spiegel haltend ohne ihn aus dem Mund abzusetzen. Frank fĂŒhlte wie eine Schweißperle an seinem RĂŒcken in seine Arschritze hinunter glit und leicht kitzelte. Er verdrĂ€ngte den Gedanken sich zu kratzen. Jetzt befanden sich zwei GegenstĂ€nde in Franks Mund.
»Interessant, ihr Zahnfleisch sieht an dieser Stelle ziemlich gereizt und geschwollen aus« tippte der Doktor auf den wunden Weisheitszahn. Frank zuckte zusammen, packte mit einem Griff eines wahnsinnigen den Unterarm des Doktors. Der Doktor erstarrte augenblicklich. War jedoch nicht ĂŒberrascht ĂŒber die Reaktion seines Patienten.
»Alles gut, alles gut Herr Ditrich, ich werde sofort alle Instrumente aus ihrem Mund entfernen, wenn sie mich loslassen<< Frank lockerte zögernd seinen Bergsteigergriff. Dr. Gold legte vorsichtig beide Instrumente beiseite und drehte sich professionell auf seinem kleinen Hocker zu seiner Assistenten und gab einige Anweisungen, welche Frank nicht verstand, weil der Doktor so leise gesprochen hat, als wolle er das, was er gesagt hat auf keinen Fall zu Franks Ohren kommen sollte. Die Assistenten verschwand daraufhin im Hinterzimmer.
Das Hinterzimmer. Der Blutfleck auf dem Ärmel. Der Rauchgeruch. Der Kittel von Dr. Gold roch leicht nach verbranntem. Frank musste die ganze Zeit unweigerlich daran riechen, als Dr. Gold in seinem Mund nach Gold schĂŒrfte. Er dachte wieder an den Schacht an desem Fuße ein Verbrennungsoffen mit weit geöffneten Maul sich befand. Wartend auf Patientenfleisch. Eine weitere Schweissperle glit Franks WirbelsĂ€ule hinunter, doch diesmal verschwand das GefĂŒhl auf halben Wege. Bestimmt von seinem Shirt eingezogen, dachte Frank.
Dr. Gold weiß, dass er jetzt zum unangenehmen Teil ĂŒbergehen sollte und dass die Phobie seines Patienten es ihm unmöglich erlauben wird seine Arbeit zu verrichten.
»Herr Ditrich, möchten Sie sich vielleicht etwas entspannen?« Riss der Doktor Frank aus seinen Gedanken, dass es Frank im Kopf fast schon weh tat sich an die Gedankenumstellung einzustellen. Frank wusste was jetzt kommen wird. Er bekommt eine Atemmaske aufgesetzt, der monströse Stuhl wird leicht nach hinten durch die elektrische Motoren, die sich irgendwo im hinter teil befinden, befördert und in ein paar Sekunden wird die Behandlung auch schon wieder vorbei sein. Frank versuchte zu verstehen warum er jedes Jahr sich dieser Tortour hingab, ach ja seiner Mutter zuliebe, aber dennoch macht der Doktor immer das gleiche. StĂ€ndig die gleiche minimalistische Prozedur. Liegt bestimmt an dem MundspĂŒlmittel welches er jedes mal nach der Behandlung erhĂ€lt, wenn alles vorbei ist. Wahrscheinlich ist es eine Art Supermundwasser, welches man nicht kaufen kann und ein Speziall Rezept von Dr. Gold. Deswegen sehen auch die ZĂ€hne immer so sauber aus, wenn Frank sich wieder Zuhause Minuten lang im Spiegel betrachtet.
»Ja« erwiderte Frank
Der Doktor setzte seinen Fuss auf eine der Pedalle, die unten am Boden lagen und sofort setze sich die Liege mit einem summenden GerĂ€usch in eine Kippbewegung. Die Assistentin stand auf der anderen Seite und hielt eine Atemmaske in der Hand. Frank kannte diese Atemmaske bereits. Diese Maske erinnert Frank an einen umgedrehten durchsichtigen Pissoir. Die Umrandung die an den Mund gepresst wird ist mit einem gepolstertem gummikissen umrandet und fĂŒr gewöhnlich in grĂŒn gehalten. Dieses Mal war die Umrandung jedoch in orange.
»ist es was anderes, warum ist das jetzt orange?« Erkundigte Frank sich panisch
>>Alles ist wie gehabt Herr Ditrich, wir haben neue Modelle ins Haus bekommen, dass Entspannungsmittel ist das selbe« Der Doktor legte besÀnftigend seine Hand auf Franks Schulter und neigte seinen Kopf leicht zu Seite, als Versuche er ein verstörtes Kind zu beruhigen, dessen Luftballon geplatzt ist und sein Vater ihm verspricht sofort ein neues zu besorgen. Frank gibt sich geschlagen.
An dessen Ende ist ein Schlauch befestigt und verlĂ€ft wieder in ein GerĂ€t, das aussieht wie ein Staubsauger, aber diesmal ist es ein kleiner Staubsauger mit einem Display darauf, auf dem irgendwelche Zahlen stehen. Frank interessiert es nicht weiter was fĂŒr ein GerĂ€t das ist, Hauptsache es beruhigt ihn und die Behandlung sei danach vorbei und er kann seinen Mund mit dem Supermanmundwasser ausspĂŒlen und endlich nach Hause gehen und einen ErledigungshĂ€ckchen neben dem heutigen Eintrag in seinem Kalender setzen.
Die Assistentin legt die orangene Maske auf Franks Mund und fummelt gleichzeitig mit der anderen Hand am GerÀt. Eine leichte Brise strömt an Franks Mund und Nase. Er atmet tief die feuchte Brise durch die Nase und muss unweigerlich diese krÀuseln.
»Meine nase juckt« stampfte frank gedĂ€mpft durch das mundstĂŒck
»Ist gleich vorbei, nur ein Nebeneffekt, Herr Dietrich.«
Frank verspĂŒrte einen herrlichen Geschmack von sĂŒĂŸen FrĂŒchten und die juckende Nase ist vergessen.
»So! Herr Ditrich! Können Sie mir sagen, ob sie das Innere Ihres Mundraumes fĂŒhlen?«
Frank lallt irgendetwas UnverstĂ€ndliches, seine Zunge ist bereits betĂ€ubt. Er greift nach seinem Mund und wundert sich, dass er absolut nichts spĂŒrt. Mit seiner Hand ertastet er seine Lippen und stellt ĂŒberrascht fest, dass die untere wie ein Lappen sabbernd hinunterhĂ€ngt und er keinerlei Kontrolle darĂŒber hat. Seine Augen werden rund wie Murmeln. Er starrt zum Doktor auf eine Antwort hoffend, warum er wie ein in der Sommerhitze sabbernder Bernhardiner die HĂ€lfte seines Gesichts nicht spĂŒrt und nur debile Laute von sich gibt.
»Herr Dietrich, es ist alles in Ordnung, ihr Mund ist leicht betĂ€ubt, damit wir heute ausnahmsweise eine kleinen Behandlung durchfĂŒhren können.« Diesmal legte der Doktor nicht seine Hand auf Franks Schulter und neigte nicht den Kopf zur Seite und legte nicht diesen tröstenden Heiligenblick an. Diesmal war Doktor Gold verdammt ernst. Diesmal war Frank verdammt angespannt.

»waafĂŒ Lee bewaalfung?« Stammelte Frank, wĂ€hrend die Sabber ihm auf sein Poloshirt in langen FĂ€den hinunter glitt.
»Es ist gleich vorbei« erwiderte der Doktor.
Kaum hat sich Frank versehen, hatte Doktor Gold bereits eine dieser monströsen Zangen bei dem der weitgeöffnete Maul zur Seite anstatt nach oben wie bei gewöhnlichen Baumarkt-Zangen zeigte. Frank versteinerte in seinem Stuhl. Sein RĂŒcken war mittlerweile völlig durchnĂ€sst. Er spĂŒrte das kĂŒhle Oberteil auf seiner Haut.
»Waf follen sie mit tel fane« stammelte wieder der Patient.
»Bitte den Mund aufmachen, Herr Dietrich«
Frank drĂŒckte beide HĂ€nde auf seinen Mund. Augen kreisrund und blutunterlaufen.
»Herr Ditrich, das ist aber nicht die feine Art sich als Patient in meiner Praxis aufzufĂŒhren.« Der Doktor lehnte sich leicht zurĂŒck und legte seine mit Werkzeuggeladenen HĂ€nde in seinen Schoss. Frank starrte die seltsam verbogene Zange in Doktors Hand an. Die Zange starrte zurĂŒck, als wolle sie ihm mitteilen, dass sie dennoch an seine ZĂ€hne kommt, ob er das will oder nicht.
»Nehmen Sie die HĂ€nde von ihrem Mund und ich verspreche, dass ich die Behandlung hiermit abbreche und sie gehen dĂŒrfen« Der Doktor legte sein Folterwerkzeug zur Seite und warf einen Blick zu seiner Assistentin. Frank senkte zaghaft seine HĂ€nde. Im nĂ€chsten Augenblick wurde seine Sicht durch etwas verdeckt, er spĂŒrte die weichen Kissen um seinen Mund und den sĂŒĂŸlichen Geschmack von Obst. Die Assistentin hatte ihn von hinten attakiert. Verdammt. Dieses MisststĂŒck. Seinen linken Arm konnte er nicht bewegen. Franks Augen verdrehten sich zum Doktor. Was er jetzt zu sehen bekam, hatte er nicht erwartet. Die Fratze seines Doktors verzerrt vor Wut und Anstrengung. Pulsadern auf seiner Stirn so dick wie eine ĂŒberkochte Spagehttinudel, pulsierte hin und her. Jetzt war er nicht alleine der sabbernde Idiot auf dem Stuhl, denn der Doktor konnte auch flĂŒssiges nach außen befördern und das prĂ€sentierte er jetzt in voller Montur schreiend seinem Patienten ins Gesicht.
»Na, wer wird da denn so unartig werden Herr Ditrich. Wir haben mit der Behandlung noch nicht angefangen. Das ist erst das Vorspiel gewesen« der Doktor drĂŒckte Franks Arm mit seinem vollen Körpereinsatz auf die Armlehne. Er schnaufte und zog die Speichel mit zischenden GerĂ€uschen wieder in seinen Mund, immerhin was er davon einfangen konnte, der Großteil landete auf Franks Poloshirt. Franks Nase begann heftig zu jucken. Er versuchte die zu kratzen, doch traf diese nicht unter der OberflĂ€che der Atemmaske. Er kratze an der PlastikoberflĂ€che. Seine AugĂ€pfel verdrehten sich und drifteten davon, sein Kratzen wurde unkontrollierter, das Kratzen wurde zum sanften Streicheln, im nĂ€chsten Augenblick fiel sein Arm tot um.
Die Assistentin setzte die Maske ab. Frank öffnete seine Augen und erblickte wieder die gleiche Zange in der Hand des Doktors. Diesmal konnte er seine beiden HÀnde und Beine nicht bewegen. Mit aller Kraft hob er seinen Kopf und schaute an sich hinunter, er war fixiert.
»Ich habe etwas geblufft Herr Ditrich, wir sind noch nicht ganz fertig« grinste der Doktor ihn an.
Franks Mund fĂŒhlte sich seltsam trocken und kalt an. Eine Art Spannung verzog sein Gesicht. Es stecke irgendetwas darin. Im letzten Augenwinkel konnte er erkennen, dass irgendetwas auf seinem Gesicht sass, etwas glĂ€nzendes. Frank drehte und wendete seinen Kopf in alle Richtungen, bis er die Spiegelung in der großen Lampe ĂŒber ihm im Edelstahlrahmen bemerkte. Er konnte nicht genau erkennen, was es war, aber es sah aus wie eine Spinne die in seinem Mund sass, eine Stahlspinne, ein Mundspreitzer. Verdammt diese Arschlöcher haben mich betĂ€ubt, fixiert und meinen Mund wie ein Arschloch geweitet. Das muss ich meiner Mutter erzĂ€hlen, vielleicht kann ich mit den Behandlungen aufhören. Was sie wohl dazu sagen wird. Ich denke das wird ihr nicht gefallen, wie sehr sie Ihren Sohn missbraucht haben, dachte Frank.
»Jetzt kommen wir zum eigentlichen teil Herr Dietrich« der Doktor neigte sich zum Frank und schob die Zange in seinen Mund. Frank konnte seinen Kopf nicht mehr drehen. Die Assistentin hat in der Zwischenzeit einen LedergĂŒrtel darĂŒber gespannt und somit die letzte Bewegungsfreiheit dem Patienten genommen. Die Assistentin legte einen saugenden Schlauch in Franks Mund und es zischte. Frank dachte daran wie Sabber durch den Schlauch wandert anstatt sich auf seinem Poloshirt sich zu verteilen. In dieser Hinsicht waren sich alle einig. Es knirschte etwas, so als wĂŒrde man zwei Steine aneinander reiben. Der Doktor legte eine Hand auf Franks Stirn, die andere zog an der Zange. Franks Kopf zuckte zurĂŒck. Die Zange klirrte gegen andere ZĂ€hne, spitze GerĂ€usche. Das zischende GerĂ€usch des Saugers war langsam zu einem Blubbern ĂŒbergegangen. Frank wunderte sich ĂŒber die Menge der Speichelausscheidung. Schwitzt sein Mund so heftig. Mit einem Ruck zog der Doktor und schleuderte seinen Körper so heftig gegen den Lederstuhl, dass es Frank beinahe schwarz wurde. Die Zange hoch ins Licht haltend, als wĂŒrde er triumphierend prĂ€sentieren, dass er einen Flocken bei seinem Goldrausch geschĂŒrft hatte. Die Zange verbiss sich wĂŒtend an dem schwarz roten StĂŒck etwas. Frank konnte zuerst nicht erkennen was es war. Hatt er einen schwarzen Tumor aus mir entfernt, dachte Frank. Aber warum einen Tumor, aus welchem verdammten Winkel meines Rachen konnte er einen Tumor entfernen. Ich hoffe, er hat sich nicht bis zu meinem Gehirn durchgebissen, dieser verfluchte Doktor Goldrausch. Das Blut ran unter den Kittel direkt in Doktor Gold seinen Ärmel. Jetzt begriff er warum der Doktor die Blutflecken auf seinem HemdĂ€rmel hatte. Der Doktor drehte das etwas immer noch ins Licht haltend und bestaunte mit geöffneten Mund und glĂ€nzenden Augen seine Beute.
»Was fĂŒr ein PrachtstĂŒck, Nummer eins Herr Ditrich« der Doktor sprach mit dem Zahn auf seiner Zange, als wĂ€re der Zahn zum Herrn Ditrich geworden.
Frank begann wie ein grosses Baby an zu stöhnen, als er begriff, dass es einer seiner ZĂ€hne war. Es war kein Tumor. Die Speichel war nicht der Grund des blubberns, es war das viele Blut, dass aus einem vom Doktor gemachten Loch in seinem Mund heraussprudelte. Es war sein Zahn mit dem ganzen Rest von Zahnfleisch und Wurzeln daran, sein gesunder Zahn, von vielen seiner gesunden ZĂ€hnen, von allen seinen gesunden ZĂ€hnen. Es war so blutig, dass es schwarz wirkte. Der Doktor streichelte mit dem Zeigefinger ĂŒber die Kuppe des Weisheitszahns als wolle er ihn trösten.
»Ja alles wird gut, jetzt bist du frei kleiner mann« redete Doktor auf die blutĂŒberströmte Folterzange in seiner Hand ein. Die Assistentin stand grinsend da immer noch den saugenden Schlauch in der Hand hoch haltend.
»Machst du uns etwas sauber, Lorietta?« Sprach der Doktor ohne den Blick vom Goldflocken abzuwenden. Wie hypnotisiert streckte die Assistentin in Zeitlupe den Schlauch zu dem blutĂŒberströmten Handgelenk. Langsam glitt die Assistentin mit ihrem zischenden Schlauch den Arm entlang Richtung handgelenkt. Saugte genĂŒsslich jeden Blutstrofpen, so als wĂŒrde sie fĂŒr jeden Milliliter eine PrĂ€mie bekommen. An der Zangenspitze angelangt griff der Doktor sie an der saugenden Hand.
»Vorsicht, nicht das Fleisch, ich will es ganz haben« schob er ihre Hand langsam weg von seiner TrophÀe.
Er legte die Zange zur Seite, drehte sich zum Herrn Ditrich und sprach voller Begeisterung.
»Welche Zange darf es diesmal sein, Herr Ditrich?«
Frank starrte wie eine Kuh, der gerade am Schwanz gezogen wird und dieser die Augen aus dem SchÀdel quellen und versuchte »nein« zu rufen doch es kamen nur unverstÀndliche Laute, die der Doktor zwar verstand, dennoch ignorierte.
»Ich besitze so viel Werkzeug hier Herr Ditrich und brenne darauf alles auszuprobieren« verkĂŒndete der Doktor euphorisch. Ohne seinem Patienten weiter Beachtung zu schenken, griff er nach der rostigen und hĂ€sslichsten Zange, die Zange, die abseits lag, die Zange vor der Frank den aller grĂ¶ĂŸten Respekt hat, die Zange, die brutal aussieht, die Zange, die Frank am aller wenigsten in seinem Mund spĂŒren wollte. Falls er noch etwas spĂŒren konnte.
»So, Herr Ditrich, dann wollen wir uns mal die andere Seite anschauen«
Frank schlingerte sich wie ein Wurm in seinem Stuhl. Sein Kopf, seine HĂ€nde und seine FĂŒĂŸe sind entmachtet. Das Innere seines SchĂ€dels beginnt wieder zu pochen. Die Haut brennt unter den Fesseln. Frank versucht zu reflektieren, was hier in dieser Praxis geschieht. Langsam schleicht sich die MĂŒdigkeit ein. MĂŒde von Doktor Gold, mĂŒde vom gefesseltwerden. Der Doktor verwandelte sich in eine schmelzende MonstrositĂ€t, sein Kopf schrumpft und versinkt hinter dem seidenden Kragen seines mit goldenen Manschetten versehenen Hemdes. Die Wolken hinter dem Fenster beginnen an zu glĂŒhen und schwellen an, sie wachsen und wuchern. das grelle Licht wird intensiver. Die Fenster sind gĂ€nzlich vom Licht verschluckt, alles wird grell. Der Doktor schmilzt in seinen Kittel hinein, der Kittel leuchtet auf und verschmelzt mit dem Licht im Raum. Das DrĂŒcken in Franks Kopf wird penetranter. Ein Summen begleitet das Licht. Es schwillt an, der Ton steigert sich, das Summen wird zu einem Piepsen. Schwarz und Still. Frank schwebt im Nirgendwo, in einer Leere, es gibt weder Licht noch Ton. Er spĂŒrt nichts. Es ist okay, denkt Frank. Etwas dringt zu ihm durch. Ein leises Echo, ein Rufen
»Herr Ditrich?!« Mit einem explodierenden Knall in seinem Kopf, die volle Wucht von Akustik, medizinische GerĂŒche, ĂŒberwĂ€ltigende Wucht von Licht drĂŒckt ihm die reale Faust in sein Gesicht und Frank wieder in die Praxis, der Schmerz in seinem SchĂ€del bestĂ€tigt dies.
»Herr Dietrich, geht es Ihnen gut?« Die Assistentin beugt sich ĂŒber ihn und rĂŒttelt an seiner Schulter. Frank schaut an sich hinunter. Keine Fesseln, er kann sich freibewegen, sein Mund ist geschlossen, kein Spinne, der Doktor sitzt auf seinem Hocker und lĂ€chelt wie ĂŒblich mit seiner dĂ€mlichen Visage.
»Wir sind fertig Herr Dietrich, jetzt nur noch den Mund ausspĂŒlen und dann gehts in den Ofen«
Frank zuckt. Ofen? Dieser verdammte GoldschĂŒrfer meint doch nicht den verdammten Ofen hinter dem womöglich sitzenden Schacht in der Wand in diesem kleiner Hinterzimmer. Nein, das hat er nicht gesagt. Ich habe mich bestimmt verhört.
»Lorietta, mach bitte alles bereit« die Assistentin nickt brav und verschwindet im Hinterzimmer. Was alles bereit machen? Dachte Frank, doch nicht den Ofen bereit machen. Frank reibt seine HĂ€nde an seiner Hose, die SchweißdrĂŒsen versagen völlig. Als er sich auf seine Hose konzentriert, muss er unweigerlich auf den Linoleumboden starren, etwas hat seine Neugier geweckt. Etwas Kleines glitzert auf diesem gepunkteten graublĂ€uchlichen Gummiboden. Frank beugt sich leicht vor. Der Doktor sitzt zwar auf seinem Hocker und sortiert penibel seine Werkzeuge. Frank schießt es plötzlich in seinen Kopf, sticht durch die Augen, der Schmerz ist wieder voll da, sein Gebiss meldet sich zum Dienst, auf dem Boden liegt ein Zahn, nicht irgendein Zahn sondern der Zahn mit der Krone die Frank letztes Jahr verpasst bekommen hat. Schweissperlen bedecken sein Sommersprossen bedecktes Gesicht. Der Tunnelblick setzt wieder ein. Der Raum verdunkelt sich kreisförmig. Der Krampf in der einen Hand schreit. Frank weiss was jetzt geschehen wird, er wird sich gleich vollkommen verkrampfen. Nein, das darf nicht passieren. Er greifft nach der Mistgabel, die am nĂ€chsten zu ihm liegt, der Doktor schreckt auf und folgt mit seinem Blick die sich entfernende Gabel von seinem gerade ebene geordneten Tischchen. Als könnte er nicht wahrhaben, dass irgendein Instrument von irgendeiner Hand, außer seiner, sich erlaubt hat seine Lieblinge anzufassen. Der Doktor schaut Frank an, dieser starrt mit seinem zehn Kilometer Marathon Gesicht, schnaufend in Doktor seinen dummen Gesichtsausdruck. Der Doktor sucht mit seinen Augen nach seinem Instrument, senkt seinen Blick und blickt auf den Hinterteil des geriffelten Griffes seiner Mistgabel. Er neigt leicht den Kopf und betrachtet die volle LĂ€nge abzĂŒglich der zwei drei Zentimeter die sich in seinen Knie sich gebohrt haben.
»Lorietta! Schnell den Ofen« schreit der Supermann
Dieser verdammte Doktor, er hatte es wieder gesagt, der Ofen, es gibt diesen tatsÀchlich, der hatte sich unmöglich zweimal verhört, dachte Frank.
Die Assistentin schisst aus dem Hinterraum, Frank greifft blind in die Foltermenge und hat einen BĂŒndel bunter Spielzeuge in der Hand, die so schön im Zahnarztlicht glitzern, dass er selbst zuerst etwas staunen muss. Die Gasmaske umklammerte in nĂ€chsten Moment sein Auge, seine Sicht war halbiert. Die Assistentin konnte nur mit MĂŒhe dem wiselenden Mund des Patienten folgen, sie setzte die Maske ab, griff ein BĂŒschel haare an Herrn Ditrich seinem Kopf, zog daran und stöpselte ihm die Urinale auf sein klaffendes dunkles Loch. Der Doktor griff in der Zwischenzeit nach Franks FĂŒssen und zog daran, als wolle er seinen Patienten vom Stuhl zerren, weg von hier, es reicht, die Behandlung ist zu ende, verzieh dich. Frank schwang seinen Arm nach hinten und verspĂŒrte einen Widerstand. Das BĂŒndel Spielzeuge war irgendwo eingerastet. Der Druck auf der Maske lies nach. Frank schmeckte intensiv einen Bananengeschmack, seine Nase wollte ihm vor Jucken aus dem Gesicht springen, doch bevor er seine freie Hand zum Gesicht fĂŒhren konnte, ging das Licht aus.
Die schwarze Leere hatte ihn wieder. Schmerzlose Leichtigkeit umgab ihn. Frank fĂŒhlte sich weich und wohl. Taub. BetĂ€ubt. Alles war betĂ€ubt. Sein verdammtes Gesicht war betĂ€ubt, er spĂŒrte nichts, absolut Garnichts. Er versuchte zu schreien, sich zu bewegen. Keine Auswirkung. Er wollte wieder nach Hause, er wollte wieder zurĂŒck in die Wohnung, in die Wohnung wo seine Mutter die Eier hatte, er wollte wieder zu seiner Mama. Vergessen waren die Gedanken an seine eigene UnabhĂ€ngigkeit, Frank wollte einfach wieder nach Hause, weg aus dieser Leere, weg aus dem Stuhl in dem er lag. War er noch in der Praxis, ĂŒberlegte Frank. Wo war er wirklich. Die Behandlung war doch schon lĂ€ngst beendet, hatte nicht der Doktor ihm gesagt, er kann seinen Mund ausspĂŒlen und danach sofort gehen. Frank versuchte sich zu errinern. Da war doch irgendetwas anderes, Frank konnte sich nicht erinnern. Der Tunnel kam wieder. Fahrende Dieselmotoren in einem VerkehrsĂŒberfĂŒllten Tunnel. Sie sausten an Frank vorbei, die grellen Spots zischten ĂŒber seinen Kopf hinweg. Sie waren klein, doch im nĂ€chsten Moment wucherten diese, wuchsen zu einem großen Ball an. Jetzt sausten große helle MedizinbĂ€lle ĂŒber seinen Kopf hinweg. Es wurde lauter. Die unsichtbaren Autos um ihn herum wurden schneller, die Motoren heulten, alle miteinander, alle gleichzeitig, als wollen sie sich ĂŒbertönen, schreien. Das GerĂ€usch der einzelnen Motoren wurde zu einer undefinierten gigantischen Teufelsmaschine. Einer der MedizinbĂ€lle löste sich von der Decke und sauste mit bestialischer Geschwindigkeit in Franks Gesicht. Augen weit geöffnet. Das runde ĂŒberdimensionale Auge, welches von der Decke der Praxis hing und in Franks Gesicht starrte, wurde plötzlich mit einem lauten klack dunkel. Frank sprang vom Liegestuhl als hĂ€tte ihn eine Wespe in der Arsch gekniffen.
»Herr Dietrich, sie haben ihr Mund noch nicht ausgespĂŒlt.«
Das volle Glas mit milchiger FlĂŒssigkeit darin dem Patienten hinhaltend. Der freundlichen Empfehlung von Doktor Gold.
Frank konnte nicht Nein sagen, denn er wusste, wie wunderbar diese MundspĂŒlung ist. Eine SuperspĂŒlung. Doch gleichzeitig verspĂŒrte er Furcht gegenĂŒber dem Supermann. Sein Blick wurde vom Knie des Doktors angezogen, da war nichts. Der Kittel sauber und ĂŒber dem Knie hĂ€ngend, alles war normal. Bis auf die Assistentin. Sie war nicht da. Frank traute sich nicht danach zu erkundigen. Er stand mitten im Raum und konnte jederzeit zur TĂŒr hinausgehen. Doch fĂŒr gewöhnlich machte ihm der Doktor die TĂŒr auf, drĂŒckte ihm liebevoll die Hand und beide trennten sich an der TĂŒrschwelle mit einer Erleichterung.
»Herr Ditrich, die SpĂŒlung bitte! Danach sind wir fertig« Doktor Gold stellte das Glas neben dem Spuckbecken, welcher in dem ĂŒbergroßen Staubsauger integriert war. Frank setze einen Schritt nach vorn und griff vorsichtig nach dem Glas mit Milch. Er roch daran, alles wie immer, nahm einen Schluck, spĂŒlte seinen Mund, beförderte die FlĂŒssigkeit in den Waschbecken. Es war rosa, nicht weiß. Frank starrte die rosa strudelnde FlĂŒssigkeit, die vom Abflussrohr hineingezerrt worden war. Seine Augen wanderten zum Doktor ohne den Kopf vom Becken abzuwenden.
»Ein bisschen Blut ist normal Herr Ditrich, vielleicht haben sie sich auf die Zunge gebissen wÀhrend der Entspannung«.
Frank war sichtlich erleichtert. Sein Mund war zwar immer noch betĂ€ubt, aber nicht mehr so stark, dass die Sabber ihm unkontrolliert davon lief. Er nahm noch einen riesen Schluck bewegte seine vollen Wangen und pustete den gesamten Inhalt in den Becken den Blick auf Doktors Gold strahlendes Gesicht fixiert. Diesmal verschwand eine rote FlĂŒssigkeit im schwarzen Loch und bevor Frank diese betrachten konnte, war sie auch wieder verschwunden. Er stellte das Glas ab, der Doktor stand auf und bewegte sich schnellen Schrittes Richtung TĂŒr. Sein Supermann Umhang hob und senkte sich im Windstoß der Gehgeschwindigkeit. Ab hier war alles einer NormalitĂ€t gefolgt.
»Bis zum nÀchsten Mal Herr Ditrich«
Doktor Gold drĂŒckte Franks Hand fest und herzlich.
Frank ging abwesend an der Rezeption vorbei, immer noch nachdenkend, was passiert ist. Irgendwie war alles weit weg und verschwommen. Er versuchte sich zu erinnern, wie die Behandlung verlaufen ist, irgendetwas war sonderbar am heutigen Tag. Er betrat das Wartezimmer. Alle sassen noch genau so da wie vor der Behandlung. Das MĂ€dchen mit den grossen Kopfhörern war wieder auf ihrem Platz, die alte grimmige KrĂŒcke neben ihr ebenfalls. Die zwei spielenden MĂ€dchen in der Ecke und Ihre fetten MĂŒtter. Seltsam, dachte Frank. Die MĂŒtter unterhielten sich immer noch ĂŒber das Abnehmen, die Kinder kicherten, das MĂ€dchen hörte nach wie vor Musik, welches sie mit einem leichten Kopfnicken bestĂ€tigte. (War sie nicht bereits gegangen, dachte Frank. Ihre Behandlung war doch lĂ€ngst vorĂŒber.) Er schritt ganz langsam durch das volle Wartezimmer zu seinem leeren Platz, bĂŒckte sich und griff nach seiner Ledertasche, die er liegenlassen hat. Ich hatte die Tasche doch mitgenommen, Frank griff sich an seinen Kopf, es pochte. Keiner in dem Zimmer schien sich fĂŒr ihn zu interessieren. Als wĂ€re er nicht da. Mir solls recht sein, dachte Frank.
Auf der GĂ€stetoilette der Praxis bleckte er seine ZĂ€hne vor dem Spiegel. Sie sind weiß. Frank fĂ€hrt einige Male mit seinem Zeigefinger ĂŒber die vordre Reihe als wolle er diese Putzen, glatt, alles weiss und glatt. Er öffnet seinen Mund und sieht erst mal schwarz. Das Licht ist zu schwach, denkt er sich, schaltet die Spiegelbeleuchtung an, die frontal auf Franks Gesicht einige hunderte Lux wirft und seinen Rachen bis in s Arschloch ausleuchtet. Franks Knie lassen leicht nach, er muss sich am Waschbeckenrand mit einer Hand abstĂŒtzen. Er greift wieder nach seinem betonschweren Kopf und stĂŒtzt diesen mit der anderen Hand.
»Tein!....tat tan nit sein« lallt Frank zum Abflussrohr.
Er hebt seinen Kopf und schaut nochmal hinein, sĂ€mtliche hinteren ZĂ€hne fehlen und anstelle deren erblickt Frank dunkle tiefe Krater. Sein komplettes Mundinnere ist mit hunderten Schnittwunden ĂŒbersĂ€ht und die HĂ€lfte seiner Zunge fehlt.
Seine Knie versagen völlig. Jetzt mit beiden HĂ€nden am Waschbecken abgestĂŒtzt. Wie ein KrĂŒppel steht er mit seinen ĂŒberkreuzten Beinen in der noblen Zahnarztpraxis auf der GĂ€stetoilette. Die Beine hin und her schaukelnd wie ein Mongolide ohne vollstĂ€ndige ZĂ€hne und mit einer halben Zunge. Langsam legt sich die Dunkelheit um Franks Spiegelbild. Die grelle Lampe, die im ins Gesicht lacht wird heller und heller. Franks beide Elbogen knicken plötzlich ein und er verliert den Halt. Seine Stirn berĂŒhrt hart den Rand des Waschbeckens. Das Waschbecken entblösst einen Riss. Auf dem kĂŒhlen Kachelboden ausgestreckt verspĂŒrt Frank den starken Drang seine Nase zu kneten, um dem lĂ€stigen Jucken endlich ein Ende zu bereiten.

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DocSchneider
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Hallo georg, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

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Hallo georg,

viele Passagen in deiner Geschichte gefallen mir ausgesprochen gut. Auch den Schluss finde ich klasse - statt der erwarteten Entwarnung stellten sich die Ängste als berechtigt heraus! Allerdings ist sie unzumutbar lang. Etliche “Nebenhandlungen” wĂ€ren fĂŒr die eigentliche Story entbehrlich und halten beim Lesen nur auf. Andere Beschreibungen wirken langatmig und verwĂ€ssern die beklemmende AtmosphĂ€re, statt sie zu verstĂ€rken.

Der Text enthĂ€lt sehr viele kleine Schlamperfehler, die du bei sorgfĂ€ltigem Durchlesen sicherlich auch selbst aufspĂŒren kannst. Nur einige davon habe ich markiert. Passagen, die mir besonders gut gefielen, habe ich unterstrichen. Sind ĂŒbrigens ziemlich viele. Gibt es eigentlich einen bestimmten Grund, weshalb du die Gedanken der Protagonisten in Klammern schreibst?

Viele GrĂŒĂŸe
Lord Nelson

quote:
als fĂŒrchte er, seine Khakihose könnte sich jeden Augenblick in (an?) der Naht sich entzweien.

quote:
Die Situation ĂŒberforderte ihn, sein Hals schnĂŒrte sich zu einem Nadelöhr. Frank stieß kurze Hustlaute von sich aus (oder: gab ... von sich), die rechte Hand verkrampfte.

quote:
Der Anfall, es beginnt begann wieder.

quote:
Beide Kinder brachen in schallendes GelÀchter aus.

quote:
Die Zahnarztvisite, die ihn alljĂ€hrlich zwingt, den Mund aufzureißen und die Zunge auf Befehl auszustrecken, ist einer der ausgeprĂ€gtesten Angststörungen in Franks Repertoire. Wieso in diesem Abschnitt auf einmal wieder PrĂ€sens? Die Zeiten wechseln hĂ€ufig.


quote:
Die alte Lady lenkt beschÀmend (passt hier nicht, "beschÀmt" auch nicht) ihren Blick in die Wolken,

quote:
»Der Doktor wartet auf dich, du Teufels Braten Teufelsbraten« fauchte die Alte.

quote:
Das MĂ€dchen sprang schlagartig vom Stuhl Komma schnappte ihre schwarze Tasche und humpelte hinaus.


quote:
und hob ihren Kinn.


quote:
Frank nahm eine der Zeitschriften vom Stappel und vertiefte sich atmete durch.???

quote:
den ewig niemals endenden zehn Metern des Wartezimmers mitten in Frankfurter Großstadt an einem Donnerstag Vormittag.

quote:
Ihm viel fiel augenblicklich ein,

quote:
Je nÀher am Glas desto klarere das Bild.

quote:
»Die letze TĂŒr, bitte! Der Doktor erwartet Sie« sagte Sie, sie


quote:
Malerreien glitten an ihm vorbei.

quote:
Die Farben schillern, der Manschettenknopf saugt das von der Decke ausgestrahlte Licht auf und reflektiert es in schönstem Gold wieder zurĂŒck, direkt in die Pupille von Franks Auge. Frank muss kurz blinzeln, wĂ€hrend er gleichzeitig die Hand zum Doktor streckt. Als die krĂ€ftige Hand die seine umklammert und fest zusammenpresst, fĂ€llt Frank ein kleiner Tropfen Blut auf dem KittelĂ€rmel auf.

quote:
Frank trat durch die TĂŒrschwelle Komma so vorsichtig, als könnte diese unter Ihm einen Mechanismus auslösen und eine Messersschneide wĂŒrde mit einem Wisch seinen Körper zerteilen und der Doktor lĂ€sst ließe ihn sofort ohne Behandlung im Schacht, welcher zum Verbrennungsofen fĂŒhrt Komma verschwinden
.


quote:
»Bring es an die Rezeption, die wissen schon« sagte der Doktor mit einem leichten LÀcheln.
(Was wissen Sie denn, dachte Frank, vielleicht dass das MĂ€dchen bereits nach unten befördert worden ist und man die Sachen durchwĂŒhllen sollte und diese ebenfalls dann entsorgen). Frank war gelĂ€hmt. Sein Puls raste.


quote:
Dr. Gold ist sich bewusst, dass Frank ein sogenanntern Angstpatient ist. So nennt man diese unter den Ärzten. Ein Patient welcher außerordentliche Angst vor ZahnĂ€rzten Komma oder einfach ausgedrĂŒckt eine Phobie hat. Der Doktor weiß, dass Frank eine andere Behandlung benötigt als andere seiner Patienten. Dr. Gold muss die Vertrauensbasis zwischen Frank und sich ihm stĂ€rken bevor er sich an seine ZĂ€hne wagt.
schönes TÀuschungsmanöver!

quote:
»Fein, Herr Ditrich. Was kann ich heute fĂŒr sie Sie tun, haben sie Sie irgendwelche Beschwerden?«

quote:
Frank richtet seinen Blick auf die Assistentin Komma die direkt hinter dem Doktor steht und neugierig ihren Blick auf Franks Mund gerichtet hÀllt.

quote:
Und vor allem dem stÀndigen Edelstahl im inneren seines Mundes ausgesetzt, ist ein Gedanke, der bereits jetzt Schmerzen bereitet.
»Keine Beschwerden« erwidert der Patient
.

quote:
Unweigerlich wandert Franks Blick auf das Instrumententischchen links von ihm. All die spitzen, fein sĂ€uberlich angeordneten FoltergerĂ€te, die aussehen wie Mistgabeln eines aus MĂŒnchhausen MĂ€rchengeschichten Liliputaner Menschen. Zangen mit geöffnet MĂ€ulern, die darauf warten Fleisch zu schnappen, frisches Fleisch, Fleisch von Patienten, Zahnfleisch von Frank samt ZĂ€hnen.

quote:
SchwannenhalsÀhnliche Zahnstocher.

So, ab hier ist Schluss mit Fehlersuche - den Rest findest du bestimmt selber. Von hier an habe ich nur noch meine persönlichen Highlights markiert, die alleine schon fast eine ganze Kurzgeschichte ergeben.

quote:
Desinfektionsmittel und Seife schmeckt er. Der kleine Spiegel klirrt gegen die ZĂ€hne, tastet sich durch seine Mundhöhle vor und zurĂŒck als wĂŒrde er nach etwas brauchbarem suchen. Aus dem Winkel bemerkt Frank, dass die blonde VictoriaSecret Assistentin hinter Dr. Gold seiner Schulter in seinen Mund hineinlugt, als wĂ€re Frank eine Attraktion und das was in seinem Mund sich möglichweise befĂ€nde sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Frank errötet bei dem Gedanken eine Frau schaue ihm in sein Inneres. Er kann ihren Blick auf seiner Speiseröhre spĂŒren,


quote:
»Interessant, ihr Zahnfleisch sieht an dieser Stelle ziemlich gereizt und geschwollen aus« tippte der Doktor auf den wunden Weisheitszahn. Frank zuckte zusammen, packte mit einem Griff eines wahnsinnigen den Unterarm des Doktors.

quote:
Das Hinterzimmer. Der Blutfleck auf dem Ärmel. Der Rauchgeruch. Der Kittel von Dr. Gold roch leicht nach verbranntem. Frank musste die ganze Zeit unweigerlich daran riechen, als Dr. Gold in seinem Mund nach Gold schĂŒrfte. Er dachte wieder an den Schacht an desem Fuße ein Verbrennungsoffen mit weit geöffneten Maul sich befand. Wartend auf Patientenfleisch. Eine weitere Schweissperle glit Franks WirbelsĂ€ule hinunter,


quote:
Frank lallt irgendetwas UnverstĂ€ndliches, seine Zunge ist bereits betĂ€ubt. Er greift nach seinem Mund und wundert sich, dass er absolut nichts spĂŒrt. Mit seiner Hand ertastet er seine Lippen und stellt ĂŒberrascht fest, dass die untere wie ein Lappen sabbernd hinunterhĂ€ngt und er keinerlei Kontrolle darĂŒber hat. Seine Augen werden rund wie Murmeln. Er starrt zum Doktor

quote:
»waafĂŒ Lee bewaalfung?« Stammelte Frank, wĂ€hrend die Sabber ihm auf sein Poloshirt in langen FĂ€den hinunter glitt.

quote:
Frank versteinerte in seinem Stuhl. Sein RĂŒcken war mittlerweile völlig durchnĂ€sst. Er spĂŒrte das kĂŒhle Oberteil auf seiner Haut.
»Waf follen sie mit tel fane« stammelte wieder der Patient.




quote:
»Jetzt kommen wir zum eigentlichen teil Herr Dietrich« der Doktor neigte sich zum Frank und schob die Zange in seinen Mund. Frank konnte seinen Kopf nicht mehr drehen. Die Assistentin hat in der Zwischenzeit einen LedergĂŒrtel darĂŒber gespannt und somit die letzte Bewegungsfreiheit dem Patienten genommen. Die Assistentin legte einen saugenden Schlauch in Franks Mund und es zischte.


quote:
Die Zange verbiss sich wĂŒtend an dem schwarz roten StĂŒck etwas. Frank konnte zuerst nicht erkennen was es war. .... Ich hoffe, er hat sich nicht bis zu meinem Gehirn durchgebissen, dieser verfluchte Doktor Goldrausch. Das Blut ran unter den Kittel direkt in Doktor Gold seinen Ärmel. Jetzt begriff er warum der Doktor die Blutflecken auf seinem HemdĂ€rmel hatte. Der Doktor drehte das etwas immer noch ins Licht haltend und bestaunte mit geöffneten Mund und glĂ€nzenden Augen seine Beute.

quote:
Die Speichel war nicht der Grund des blubberns, es war das viele Blut, dass aus einem vom Doktor gemachten Loch in seinem Mund heraussprudelte. Es war sein Zahn mit dem ganzen Rest von Zahnfleisch und Wurzeln daran, sein gesunder Zahn, von vielen seiner gesunden ZĂ€hnen, von allen seinen gesunden ZĂ€hnen. Es war so blutig, dass es schwarz wirkte. Der Doktor streichelte mit dem Zeigefinger ĂŒber die Kuppe des Weisheitszahns als wolle er ihn trösten.

quote:
Frank schlingerte sich wie ein Wurm in seinem Stuhl.

quote:
Der Doktor verwandelte sich in eine schmelzende MonstrositĂ€t, sein Kopf schrumpft und versinkt hinter dem seidenden Kragen seines mit goldenen Manschetten versehenen Hemdes. Die Wolken hinter dem Fenster beginnen an zu glĂŒhen und schwellen an, sie wachsen und wuchern. das grelle Licht wird intensiver. Die Fenster sind gĂ€nzlich vom Licht verschluckt, alles wird grell. Der Doktor schmilzt in seinen Kittel hinein, der Kittel leuchtet auf und verschmelzt mit dem Licht im Raum. Das DrĂŒcken in Franks Kopf wird penetranter. Ein Summen begleitet das Licht. Es schwillt an, der Ton steigert sich, das Summen wird zu einem Piepsen. Schwarz und Still. Frank schwebt im Nirgendwo, in einer Leere, es gibt weder Licht noch Ton. Er spĂŒrt nichts. Es ist okay, denkt Frank. Etwas dringt zu ihm durch. Ein leises Echo, ein Rufen


quote:
»Wir sind fertig Herr Dietrich, jetzt nur noch den Mund ausspĂŒlen und dann gehts in den Ofen«
Frank zuckt. Ofen? Dieser verdammte GoldschĂŒrfer meint doch nicht den verdammten Ofen hinter dem womöglich sitzenden Schacht in der Wand in diesem kleiner Hinterzimmer. Nein, das hat er nicht gesagt. Ich habe mich bestimmt verhört.

super - hier denkt man noch, alles war Einbildung.


quote:
Etwas Kleines glitzert auf diesem gepunkteten graublĂ€uchlichen Gummiboden. Frank beugt sich leicht vor. Der Doktor sitzt zwar auf seinem Hocker und sortiert penibel seine Werkzeuge. Frank schießt es plötzlich in seinen Kopf, sticht durch die Augen, der Schmerz ist wieder voll da, sein Gebiss meldet sich zum Dienst, auf dem Boden liegt ein Zahn, nicht irgendein Zahn sondern der Zahn mit der Krone die Frank letztes Jahr verpasst bekommen hat. Schweissperlen bedecken sein Sommersprossen bedecktes (Wiederholung) Gesicht. Der Tunnelblick setzt wieder ein. Der Raum verdunkelt sich kreisförmig. Der Krampf in der einen Hand schreit.

quote:
Frank schmeckte intensiv einen Bananengeschmack, seine Nase wollte ihm vor Jucken aus dem Gesicht springen, doch bevor er seine freie Hand zum Gesicht fĂŒhren konnte, ging das Licht aus.
Die schwarze Leere hatte ihn wieder. Schmerzlose Leichtigkeit umgab ihn. Frank fĂŒhlte sich weich und wohl. Taub. BetĂ€ubt. Alles war betĂ€ubt. Sein verdammtes Gesicht war betĂ€ubt, er spĂŒrte nichts, absolut Garnichts. Er versuchte zu schreien, sich zu bewegen.


quote:
»Herr Dietrich, sie haben ihren Mund noch nicht ausgespĂŒlt.«
Das volle Glas mit milchiger FlĂŒssigkeit darin dem Patienten hinhaltend. Der freundlichen Empfehlung von Doktor Gold.
...
»Herr Ditrich, die SpĂŒlung bitte! Danach sind wir fertig« ... Frank setze einen Schritt nach vorn und griff vorsichtig nach dem Glas mit Milch. Er roch daran, alles wie immer, nahm einen Schluck, spĂŒlte seinen Mund, beförderte die FlĂŒssigkeit in den Waschbecken. Es war rosa, nicht weiß. Frank starrte die rosa strudelnde FlĂŒssigkeit, die vom ins? Abflussrohr hineingezerrt (Alternative: vom Abflussrohr hinuntergezerrt) worden war. Seine Augen wanderten zum Doktor ohne den Kopf vom Becken abzuwenden.
»Ein bisschen Blut ist normal Herr Ditrich, vielleicht haben sie sich auf die Zunge gebissen wÀhrend der Entspannung«.
Frank war sichtlich erleichtert. Sein Mund war zwar immer noch betÀubt, aber nicht mehr so stark, dass die Sabber ihm unkontrolliert davon lief.

"Sabber" kommt ziemlich hÀufig vor!

quote:
Er greift wieder nach seinem betonschweren Kopf und stĂŒtzt diesen mit der anderen Hand.
»Tein!....tat tan nit sein« lallt Frank zum Abflussrohr.
Er hebt seinen Kopf und schaut nochmal hinein, sĂ€mtliche hinteren ZĂ€hne fehlen und anstelle deren erblickt Frank dunkle tiefe Krater. Sein komplettes Mundinnere ist mit hunderten Schnittwunden ĂŒbersĂ€ht und die HĂ€lfte seiner Zunge fehlt.


quote:
Auf dem kĂŒhlen Kachelboden ausgestreckt verspĂŒrt Frank den starken Drang seine Nase zu kneten, um dem lĂ€stigen Jucken endlich ein Ende zu bereiten.
Ein gut passender Schlusssatz.

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