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Leselupe.de > Kurzgeschichten
arbeitslos-mittellos
Eingestellt am 21. 01. 2009 18:41


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Klatschmohn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2009

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Inzwischen bin ich einige Male eingeschlafen. Wieder aufgewacht. Habe mir eine neue Zigarette angez├╝ndet. Auf dem R├╝cken gelegen und an die Decke gestarrt. So verging der Nachmittag. Wie die vielen Nachmittage zuvor auch schon.
Es dreht sich der Schl├╝ssel im Schloss der Wohnungst├╝r. Quietschend ├Âffnet sich diese. Gl├╝cklich winselnd srpingt Leo, unser kleiner, schwarzer Michlingshund, in das Wohnzimmer. Zu mir auf das Sofa und schlappert seelige meine Wangen ab. Ich streichel ihn ├╝ber den Kopf. W├Ąhrend Mike zur T├╝r herein tritt.
Mike ist mein Partner. Vor gut einem Jahr haben wir uns in einer berauschenden Disconacht kennengelernt und landeten. F├╝hlten uns k├Ârperlich so stark zueinander hingezogen, dass wir kaum ein Wort gesprochen hatten, als wir zusammen in der Kiste landeten. In meiner Kiste.
Am n├Ąchsten Morgen verschwand er, ohne ein Wort. Und am fr├╝hen Nachmittag mit einem Rucksack voll schmutziger W├Ąsche und dem ausgehungerten Leo wieder vor der T├╝r zu ziehen. Irgendwie haben wir nie dar├╝ber gesprochen, aber ab diesem Tag lebten wir beide zusammen.
Geredet haben wir auch in dem hinter uns liegenden Jahr nicht viel. Immer wieder miteinander geschlafen, zu Beginn leidenschaftlich, irgendwann routiniert.
So wie auch heute. Nachdem er, ohne ein Wort der Begr├╝├čung, auf Toilette ging, kam er. Setzte sich nah neben mich. Sein Vorspiels beschr├Ąnkte sich darauf, mir die Hose auszuziehen, dann schlief er mit mir. Spritze schnell in mich hinein. Zog sich an und hockte sich vor den Computer. Da sitzt er jetzt noch. Ein Bier neben sich stehend. Und irgendein d├Ąmliches Kriegsspiel spielen.
Ich bin Manu. Manuela Kaminski. Ich bin 21 Jahre jung. Arbeits- und mittelos. Ich habe eine Ausbildung begonnen, zur N├Ąherin. Ein "besserer" Beruf war nicht drin, ohne Schulabschluss. Nach zwei Monaten verlie├č ich g├Ąnzlich die Lust und ich warf den Kram hin. Wozu N├Ąherin werden? Hab bis jetzt ja nicht mal einen Knopf angen├Ąht, in meinem Leben.
Mike? Sein Vater Franzose. Die Mutter Italienerin. Das ist alles, was ich von seiner Familie wei├č. Wenn ich dar├╝ber nachdenke, wei├č ich nicht mal, wo er zuvor gelebt hat. Vor dem Tag, an dem er mit Rucksack und Leo vor meiner T├╝r stand. Wenn ich es mir recht ├╝berlege, wei├č ich auch nicht, wo er ist, wenn er am Tag f├╝r vier bis zehn Stunden verschwindet. Was ich wei├č - auch er ist arbeitslos. Und hat keinen Knopf Geld in der Tasche.
Wir leben von Hartz IV, was man uns dann wann zu streichen androht, wenn wir mal wieder - eines der Gott sei Dank seltenen - Vorstellungsgespr├Ąche verpasst haben.
Es klingelt an der T├╝r. Leo kl├Ąfft. Mike steht auf. Er ├Âffnet die Wohnungst├╝r. Stimmen von M├Ąnnern, die sich freundlich begr├╝├čen. Drei junge Kerle kommen mit Mike zur Wohnzimmt├╝r herein. Sie setzten sich auf Hocker und St├╝hle rund um den PC. Leo springt ihnen aufgeregt zwischen den Beinen herum. Er wird es bald aufgeben, denn keiner wird sich um sie k├╝mmern. Sie werden spielen. Diese beknackten Kriegsspiele, bis tief in die Nacht. Wie fast jeden Tag. Ich brenne mir eine Zigarette an. Da kommt der Kleine schon gelaufen. Er springt auf die Decke, die auf meinen Beinen liegt und kuschelt sich zwischen meine Beine. Ich atme den Rauch durch meine Nasenl├Âcher aus. Lege mich den Hinterkopf auf ein Kissen und starre wieder zur Decke.

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