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Leselupe.de > Kurzgeschichten
assassinato?!
Eingestellt am 12. 11. 2002 14:50


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elocin
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2001

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assassinato?!

Ich kann nichts schreiben, sagen, geben, dass es besser macht fĂŒr dich. Kann nur still vor dir sitzen und deinen Worten lauschen. Er geht vorbei, der Schmerz, die Sehnsucht und die Wut auf dich und den Rest der Welt. Dein Herz wird wieder lieben können, strahlend schön und warm und gut. Er zieht vorbei, dieser stĂŒrmische Wind. Die SchĂ€den sind behoben. Du denkst, du bist tot, einsam und krank, das geht vorĂŒber. Es wird nichts bleiben, gar nichts.

Es ist gelogen.

Die Frage ist doch, warum lebst du noch, obwohl er weg ist, warum schreibst du mir, obwohl du leer bist, was hÀlt dich noch?


Ich fĂŒhle nichts, noch nicht mal Schmerz oder Hass, Wut oder Trauer, Liebe... Was fĂŒr ein großes Wort. Ich weiß, was es heißt und du weißt es. Ich liebe dich so sehr, dass ich dein Herz rausreißen möchte, dich mit Benzin ĂŒbergießen, um deine Flammen zu sehen. Ein Tisch und ein Stuhl, so habe ich es mir vorgestellt... Was tun sie hier? Ich habe es mir gemĂŒtlich gemacht, es ist bequem. Der Stuhl ist nicht so hart wie er aussieht. Ich liege meistens, eigentlich immer, aber es ist manchmal ganz schön unbequem. Vorallem wenn man zehn Stunden geschlafen hat und dann nochmal einschlafen will, muß... Das tut weh, sehr sogar. Ich habe es hĂ€ufig gemacht, mir tat es gut, ich wĂŒrde es wieder tun. Kennen sie das, wenn da gar nichts ist? Und man fragt sich, geht das ĂŒberhaupt? Ich bin kein Mensch, ich bin kein Mensch. Menschen fĂŒhlen, riechen, schmecken... Das Essen schmeckt nicht mehr, seit tausend Tagen oder zweitausend. Es riecht nach Tod, Verwesung, auf keinen Fall Verbesserung. Das Gras ist immer noch grĂŒn, aber eine dĂŒnne Eisschicht legt sich darĂŒber, ich rutsche, der Hund zieht nur noch mehr, es scheint ihn zu freuen, er macht sich ĂŒber mich lustig. Wie die anderen...


Was treibst du? Warum antwortest du mir nicht? Ich bin fĂŒr dich da, denk‘ daran! Aber ich will dich nicht aufhalten.


Ich glaube, es begann im vorletzten Sommer. Er war schön, der Sommer. Nicht zu warm, nicht zu kalt. KurzĂ€rmlig, Shorts, Sandalen... Ich zĂŒnde die Zigarette an. Er nimmt mich in die Arme, kĂŒsst mich. Er ist schön, viel zu schön. Wir diskutieren, streiten, Versöhnung, fahren ans Meer. Nie zuvor habe ich so einen Himmel gesehen. Da war dieses GefĂŒhl, ganz kurz in diesem Augenblick. Perfekt? Der Sand war hart, ich verletzte mich, er tröstete mich, als wĂ€re ich ein Kind. Ich stieß ihn weg und zog ihn wieder heran. Er ist gut fĂŒr mich. Ich will es nicht, es ist mir zuviel. Ich kann damit nicht umgehen. Er versteht das, er versteht mich. Ich liebe ihn, ich brauche ihn. Er braucht mich auch, sagt er. Ich glaube ihm nicht, ich sehe es in seinen Augen, er will gehen, nicht weg von mir, aber weg von der Situation.


Danke fĂŒr deine Antwort! Ich freue mich, dass du geschrieben hast. Da ist etwas nicht wahr? Ich habe dir doch davon erzĂ€hlt. Es macht mich froh, dich „lĂ€cheln“ zu sehen. Ich lĂ€chle auch gerade, kannst du dir das vorstellen? Du wirst „nein“ sagen und ich werde wieder lĂ€cheln;-)


Das Programm war schlecht, ich werde es nicht mehr sehen. Kalauer an Kalauer gepaart mit sinnlosen, idiotischen ZĂŒgen. Ich frage mich, was er macht. Ich bin alleine. Zum fĂŒnften Mal in dieser Woche. Es ist Freitag. Er ist nicht bei mir, er liegt auf der Couch. Er lacht. Dann mag ich ihn nicht. Wir sind zu verschieden. GegensĂ€tze ziehen sich an. Mein Glas, meine Zigaretten, mein Feuerzeug. Aufgereiht, direkt neben meiner linken Hand. Ich bin LinkshĂ€nder. FrĂŒher sagte ich immer „LinkshĂ€ndler“, das fanden sie lustig. Ich freute mich auch, im ersten Moment. Ich bin nicht hier im Raum, die Asche fĂ€llt von der Zigarette. Ich könnte ihn umbringen. er macht es sich zu einfach. Ich gehe ins Bett. Hier bin ich sicher. Der Hund ist auch da. Ich lass ihn unter die Decke. Er mag das nicht, er wird ihn verjagen. Ich halt ihn fest, diesmal lassen wir uns nicht verjagen, diesmal nicht. Er ist so warm und gut und er liebt mich, in jeder Situation. Aber manchmal bin ich gemein und ich trete ihn und schreie ihn an. Er ist da, aber er ist traurig, ich kann es nicht wiedergutmachen. Er versteht es nicht, wie soll er auch? Ich verstehe es ja selbst nicht. Wir lachen, es ist ein schlechter Witz. Aber wir lachen zusammen, ehrlich. Wie lange ist das her? Er kĂŒsst mich, ich denke nicht darĂŒber nach, ich kĂŒsse ihn auch einfach. GlĂŒcklich... (Auszug aus meinem „Traumland“)
Er liegt neben mir, der Hund auch, jetzt liebe ich ihn. Er trĂ€umt, er ist glĂŒcklich. Ich bin glĂŒcklich. Wir sind nicht glĂŒcklich. Ich gehe weg, nehme das Glas im Wohnzimmer. Er schmeckt gut, der Wein. Jetzt muß ich raus hier. Es ist wieder soweit, es drĂŒckt und zerrt. Es reißt und will und will und will. Es ist warm, zu warm fĂŒr diese Nacht. Warum ich? Ich bin schon wieder hier! Die Zigarette schmeckt nicht. Wo bin ich? Ich weiß es seit einer Woche. Was soll ich tun? Ich will nicht oder doch? Er wĂŒrde wollen. In einem anderen Leben sicherlich. Nicht mit mir, sondern mit mir. Ich habe Falten bekommen, seit letztem Jahr sind sie gewaltig. Er sagt, das stimmt nicht. Ich glaube ihm nicht. Er ist auch Ă€lter geworden, aber er ist interessant. Soll ich es ihm sagen? Was wird er sagen?


Du musst es ihm sagen, es ist wichtig! Es geht um euch beide, er hat auch seine Rechte! Wie naiv bist du? Verrennst dich in deinem Selbstmitleid, steh‘ auf. Ich wĂŒrde verstehen, wenn er geht, jeder wĂŒrde es verstehen! Sieh es doch als Chance fĂŒr einen neuen Anfang. Du hast so viel GlĂŒck, das weißt du gar nicht! Wie lĂ€uft die Therapie, was sagt er?


Du macht es dir einfach! Schreib‘ nur, schreib‘, ich will dir nicht mehr schreiben, das sind die letzten Zeilen. Dann geh‘ doch, geh‘, ich brauche euch nicht! Es ist nicht, ich suche und finde es nicht. Sagen sie mir, wie es sich anfĂŒhlen soll. Vielleicht kann ich es mir erschaffen. Das geht immer gut in diesen Phasen. Ich kann ihnen nicht helfen, wenn sie sich so sperren. Wie wĂ€re es mit einer Tagesklinik? Sie werden von morgens bis nachmittags betreut. Verschiedene Therapien, etc.
Ich nehme, was ich kriegen kann...


Es tut mir leid! Auch ich habe manchmal keine Lust mehr. Aber ich weiß, das ist nicht gut. Ich nĂ€hre mich von dir, weißt du das? Du tust mir gut! Warum kann ich dir nicht helfen? Sag etwas, beschimpf‘ mich, melde dich, bitte!



Er hat Hoffnung. In beiden Dingen ĂŒberlĂ€sst er mir die Entscheidung. Hilft er mir damit? Wir haben geredet. Ich war nicht da. Er hat es gemerkt. Er war mir nicht böse. Die Nacht war toll. Wir haben miteinander geschlafen. Er war glĂŒcklich. Ich war glĂŒcklich.
Ich finde es lustig, sie sind nett. Es ist eine Farce! Sie sind leicht zu durchschauen. Die anderen sind interessant, sehr interessant... Von ihn kann ich lernen. Aber was? Nicht das, was sie sich erhoffen! Es verfehlt seinen Zweck. Ich gehe nicht mehr hin. Er ist sauer, sagt es aber nicht. Er hat es ihr gesagt. Sie hatte VerstÀndnis. Sie ist verlogen, ich spreche nicht mehr mit ihr.


Melde dich! Bitte! Wir mĂŒssen reden! Wir wollen dir doch nur helfen! Melde dich!!!!


Wir! Da haben wir es doch! Wir machen uns Sorgen. Wir reden! Wir reden ĂŒber dich! Wir reden miteinander! Wir, wir, wir...Wir ficken. Du kannst ihn haben, ich schenke ihn dir. Ich will ihn nicht mehr.


Was soll das? Du weißt, das ist nicht wahr! Du verrennst dich, wie immer! Wie lange willst du das noch spielen? Na los, spring‘! Ich halt dich nicht auf!


Ich liebe es. Menschen sind in der Liebe oft verlogen. Du bist sauer, du bist ehrlich. Er hat es mir gesagt. Ich glaube ihm nicht, das weißt du! Auch schon vor dieser Sache. Ich bin dagegen. Er hat nichts gesagt! Morgen ist es soweit! Werde ich hingehen? Es muß sein. Ich habe alles durchdacht, es geht nicht. Nicht mit ihm, nicht mit ihr. Es tut immer noch weh. Ich schlafe viel. Es stört ihn nicht, er ist froh darĂŒber! Er kĂŒmmert sich nicht um den Hund. Er hat ins Wohnzimmer gepinkelt. Er hat ihn getreten. Ich konnte nichts tun. Das Bett, es ging nicht. Er ist mit ihm draußen. Er kommt zu mir, ich lasse ihn unter die Decke. Er ist traurig und froh. Ich zĂŒnde die Zigarette an, ich rauche im Bett. Er mag es nicht. Er liegt auf der Couch, er kommt nicht wieder. Sie haben mich nach Hause gebracht, in dieser Nacht. Er hat es ihnen erklĂ€rt. Sie bemitleideten ihn. Ist schon gut! Gut! Gemeinsam zurĂŒck. Er glaubt mir nicht, ich verstehe ihn nicht. Er will es. Ich werde ihm keinen Gefallen tun. Das ist vorbei. Es gehört mir nicht. Nicht mehr. Es hat mich schon lĂ€ngst zerfressen. Ich wĂ€re nicht gut darin. Er auch nicht. Ich hör‘ dich schon. Ich will es aber nicht hören. Ich habe es getan!


Es ist okay! Es gab Zeiten, da konntest du solche Entscheidungen nicht selbstÀndig treffen. Jetzt kannst du es. Verantworten, Verantwortungen, vielleicht spÀter? Du musst dich nicht rechtfertigen, nicht vor mir!


Ich bin tot! Es war richtig! Es liegt nicht in meinen HĂ€nden. Dem Hund geht es schlecht. Er liegt neben mir. Talkshow-Marathon seit vielen Tagen. Die Kotze ist getrocknet. Er ist nicht da. TrĂ€gheit. Zigaretten sind alle. Leine und Geld. ZurĂŒck. Ich habe sie weggewischt. Es geht nicht besser. HĂ€tte ich sie nur gelassen. Herbstgeruch, sagt er am Telefon. Ich rieche nichts. Er merkt es, ist nicht böse. Redet und redet. Wie viel die Menschen doch reden. Über Unwichtiges, Blödes, Larifari,...Ich kann es nicht mehr hören. Ein Kuss durchs Telefon. Aufgelegt. Ja, ja ich lebe noch, es geht mir, so wie immer. Seine Nase stupst mich an. Kuscheltier. Werfen. Keine Kraft. Der Dienst ist da. Abstellen. LĂ€cheln. Gehen. Wegwerfen. Ich traue mich nicht raus. Es tut mir leid um ihn. Er legt sich wieder neben mich. Tröstet. Du kannst mich nicht mehr retten, ich liebe dich. Aber das reicht nicht mehr. Schon lange nicht. Ich schleppe mich raus. KĂ€lte. Nur kurz. Bett. Traumland. Der Dienst. LĂ€chelt bemitleidend. Aufstehen. Kurz. Abstellen. LĂ€cheln. Gehen. Der Hund isst. Bett. Ich brauche sie nicht. Er weiß es nicht. Ich sage es niemandem. Telefon! Er sagt, es ist alles wieder gut. Weißt du noch, damals? Du hast einen Wunsch frei! Schwarze Kapuze, der Tod. Komm nĂ€her. Alptraum. Telefon! Er ist es. Freut sich auf mich und die Situation. Ich habe ihn belogen. Es macht ihn glĂŒcklich. Ich reiße mich zusammen.


Warum tust du das? Hör‘ auf damit! Ich kann es nicht mehr hören! Was ist denn mit mir? Das hĂ€lt doch nur kurz an, du kannst das nicht machen! Warum hörst du nicht auf mich?


Es hat funktioniert! Er lĂ€chelt. Manchmal liebe ich sein LĂ€cheln. Jetzt gerade. Fairness. Er hat es verdient. Es war gut. Ich glaube fĂŒr uns beide. Ich muß raus. Er schlĂ€ft. Leise. Hund. Ausrede. Es könnte Schmerz sein. Sie spricht mich an. Ein schöner Hund. Wir laufen miteinander, nebeneinander. Stille. Gut. Tasche. Faust. Gebell. Wut. Aufstehen. Gehen. Wunden. Gesicht. Schramme. Gedanken. Verwirrung oder Klarheit? HaustĂŒr. Abschnallen. Der Wasserhahn tropft. Ich setze mich an den KĂŒchentisch und lausche. Es ist schön. Das ist mein Heim. Sternenhimmel. Er kommt. Er lĂ€chelt, obwohl ich weiß, dass er es nicht will. Er will mich nicht verletzen. Der Hund hat gekotzt. Gras gefressen. Ich wische es weg. Bett. Er geht. Ich schlafe. Steh‘ doch auf! FrĂŒhstĂŒck. Bin schon weg. Eine Wiese. Blumen. Kinder. Gedankenverwerfung. Ich kann nicht, verstehst du das nicht, es geht nicht. Ich will, aber kann nicht. Ich will doch. Du glaubst mir nicht. Du hast mir nie geglaubt. Er auch nicht. Wir glauben alle nicht. Gemeinsamkeit!


Ich bin verwirrt. Ich habe es nicht verstanden, tut mir leid. Versuch es zu erklĂ€ren. Ich weiß nicht, was ich mit dir machen soll. Ich will dir doch helfen. Ich helfe doch allen, warum gelingt es mir bei dir nicht? Bitte gib dich, gib mich nicht auf! Ich warte auf deine Antwort!


Gedichte geschrieben. Geschichten gelesen. Es war schön, wie frĂŒher! Er hat mir vorgelesen, wie frĂŒher. *American Beauty* geguckt. Ich habe mich köstlich amĂŒsiert. Dann *Fight Club*. Ich habe mich köstlich amĂŒsiert. Marathon. Aber gut. Es ging mir nie besser. Er bleibt heute. Wir essen und reden, trinken und lachen. Es schmeckt nicht. Er weiß es. Er will es nicht wissen. Nicht getrĂ€umt, aber geschlafen. Er will mich warm halten. Mir ist kalt. Ich bin schon wieder weg. Ich kann es kontrollieren. Er denkt, es wĂŒrde mich kontrollieren. Das tut es nicht! Besserung. GemĂŒsestand. Äpfel. Ich kann sie riechen. Er schaut mich an. Ich muß lĂ€cheln. Ich habe nicht darĂŒber nachgedacht. Wir wollen zusammen weggehen. Kino. Samstag? Er sagt ja. Ich habe es ihm natĂŒrlich nicht gesagt, nicht alles. Er schenkt mir diesen Apfel. Er schmeckt gut. Schon wieder geschrieben. Ich kann mich nicht erinnern. Aber es war viel schönes dabei. Ich kann es nicht finden. Er hat es gefunden. Es gefĂ€llt ihm nicht. Er ist sauer. Ich gehe, werde mich verspĂ€ten. Er ist nicht sauer, ich glaube ihm. *Mulholland Drive*. Gut! Genau das Richtige! Ich tue das öfter, aber diesmal ist es anders. Wegen ihm. Was tue ich hier? Er kennt mich nicht, es interessiert mich nicht! Lust auf was? Neuigkeiten kreuzen die Bahn. Ich werde ihn nicht wiedersehen. Er weiß nichts von ihm. Ich weiß von ihr. Ich habe sie gesehen. Sie ist hĂŒbsch. Sie tut ihm gut. Mir geht es gut.


Es ist nicht wahr! Wir haben telefoniert. Er kennt das ja schon! Ich habe nicht viel Zeit, die Arbeit wartet. Es ist nicht wahr.


Ich bin aufgewacht. Ich war im BĂŒro. Sie waren nett, zu nett, als dass es ehrlich war. Mein BĂŒro ist groß. Die Blumen sind verdorrt. Ich bin wĂŒtend. Ich schreie sie an. Sie zeigen VerstĂ€ndnis. Davon werden die Blumen auch nicht wieder gesund. Ich schmeiße sie weg. Im Klo. Ich gehe. Er weiß es. Kein LĂ€cheln, keine Geste. Ich wĂŒrde sie vermutlich auch wegstoßen. Aber die Nichtbeachtung ist unertrĂ€glich. Heute war er da. Der Neue. Der Eine von circa zwanzig? Ich glaube schon oder dreizig oder zehn. Er fragt, er erzĂ€hlt, er will mein Freund sein. Ich durchschaue dich. Was ist passiert, damals? Er duzt mich. Ich bin nicht ihre Freundin! BedrĂŒckt geguckt. Ich bleibe hart. Etwas neues fĂŒr mich. Ein Wundermittel. Ich gehe ins Bett. Es war schlimm. Ich soll es probieren. Zwei Wochen zur Gewöhnung. Musik gehört. *Ich brauch Perspektive um fortzubestehen, such Hoffnung und Liebe, wo Ängste mich lĂ€hmen...* Macht mich nur noch nachdenklicher. Er stellt es aus. Er sitzt gegenĂŒber. Er will reden. Sei ehrlich. Ich kann ihm nichts sagen. Er hat diesen *Kevin Spacey-Blick*. Er ist traurig. Ich wĂŒrde gern traurig sein. Ich bin es nicht. Es tut mir leid, wirklich. Ich hatte Spaß mit ihm. Er kennt die Geschichte. Er wĂŒrde mit mir flĂŒchten, sagt er. Er lĂŒgt, weiß es nur nicht. Ich kenne den Tag.


Er tut dir gut?! Genieß es! Du warst positiv gestimmt oder war das nur meine Einbildung? Wie viel empfinden wir fĂŒreinander? Können wir uns gegenseitig retten?


Es gibt kein „Wir“. Ich habe dir das schon tausendmal gesagt. Ich habe keine Lust mehr mit dir zu reden. Warum willst du das nicht wahrhaben? Du willst mir einen Gefallen tun? Warum lĂ€sst du mich nicht los? Du willst nicht mir helfen, du willst dir helfen. Der Mensch ist ein Ich-Mensch. Bla bla... Ich bedanke mich nicht! WofĂŒr? Ich kann dich nicht mehr hören. Ich schalte den Fernseher an! *Harald Schmidt* Gut, sehr gut! Kurzweilig. Aber gut. Der Tag ist da. In meinen Gedanken meine ich. Du willst so sein, wie ich! Nicht wahr? Jetzt habe ich dich, du brauchst nichts zu sagen, ich muß lachen. Ein sarkastisches Lachen. Keine Freude. Ich fĂŒhle mich gut. Ich tue es ihm zuliebe. Schon seit Tagen. Er braucht das. Er hat mir viel gegeben, warum soll ich es nicht auch mal tun? Er hat es verdient! Beides meine ich. Er wird sie dann wiedersehen. Trost. Angst. Wut. Hass. Liebe. Es sei ihm gegönnt. Er kĂŒsst mich. Er hĂ€lt mich in den Armen. Mir ist kalt. Ich will es nicht. Aber was soll ich denn tun? VerdrĂ€ngung bringt doch nichts!


Du willst nicht mit mir reden? Ich akzeptiere das! Ich kann dir nicht helfen, aber das hast du gewusst, die ganze Zeit. Was soll ich denn tun? Ich habe keine Antworten mehr fĂŒr dich! Ich muß mir selbst helfen, ich gehe kaputt, du machst mich kaputt! Es tut mir leid, fĂŒr dich, ihn und den Rest der Welt.


Und nun stehe ich hier am GelĂ€nder. Die BrĂŒcke ist tot. Seit vier Jahren. Ich war oft hier, rauf und runter, die Autos, der Fluß... Ich liebe es hier zu sein. Er kommt auf mich zu, fragt nach einer Zigarette. Ich habe aufgehört vor drei Monaten. Er ist traurig! WĂŒtend? Er geht weiter, schaut sich nicht um, lĂ€chelt nicht mehr. So Ă€ndern sich die Dinge. Belanglosigkeiten, Triebe, Macht...Es freut mich, soll er sich doch Zigaretten kaufen, ich bin nicht Schuld an seiner AbhĂ€ngigkeit, soll er sich doch alleine umbringen. Er macht mich verantwortlich...Aber er wird mich vergessen, in 1-2 Minuten. Da lĂ€uft ein Paar, er stoppt, bekommt eine Zigarette, bedankt sich und geht. Auch sie wird er vergessen. Ich vergesse ihn nicht, obwohl er es verdient hĂ€tte...
Es fĂŒhlt sich gut an, sehr gut.

Ein Stein ist auf dem Wasser aufkommen...


__________________
Leider ist er gestorben. Ich habe ihn stets nur vorwÀrts gehen sehen. Niemals sah ich ihn bei Erreichtem stehenbleiben.
(Konfuzius)

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Rainer
???
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hallo elocin

das nenn ich mal intensivst, erinnert mich irgendwie an Don DeLillo. gut seziert, das innenleben deiner protagonistin.
nach rechtschreibefehlern habe ich nicht geschaut, es sind mir halt keine ins auge gestochen. sicher ist es keine klassische kurzgeschichte, aber ich weiß auch nicht, wo du sie hĂ€ttest sonst in der ll unterbringen sollen.

gruß

rainer

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elocin
Wird mal Schriftsteller
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hallo rainer,

vielen dank;-) nach langer zeit der (selbstgemachten) abstinenz endlich mal wieder etwas auf papier gebracht. erleichterung...

elocin
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