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Leselupe.de > Horror und Psycho
auch dieses ist Horror:
Eingestellt am 06. 03. 2002 15:11


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Haget
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... auch so etwas mit „Horror“ gemeint??
(Schloss Gottorf beherbergt jetzt in Schleswig das Landesmuseum)

H i n - G e r i c h t e t !
Haget 405

Ich durft’ in frĂŒher Jugend Tagen
ins Schloss die Giftkanister tragen,
und zusehn, wie nun Gottorfs Hallen
von Laus und Floh befreit und allen
Krankheitskeimen, die so verstreut,
von Wohnern in der Nachkriegszeit.

Ich konnt’ durch alle RĂ€ume streifen,
im Geiste auch Partei ergreifen,
fĂŒr einen den ‘s Gesetz ereilt:
Wurd’ - an der Decke! - viergeteilt!
Ein Bild aus lĂ€ngst vergang’ner Zeit
- wie tat mir der Zerriss’ne leid!

Und irgendwo an einer Wand
- ein Bild, dass Àhnlich schlimm ich fand -
gebeugten Haupt’s, im Vordergrund,
kniete in seiner letzte Stund’
ein wohl Böser, der ĂŒberfĂŒhrt,
schlimmer Tat, die damals passiert.

Ganz streng bewacht von vier Henkersknechten
- Scharfrichter mit Axt - allein zur Rechten -
und ganz leicht erhöht noch im Hintergrund,
der Richter in fĂŒhrender BĂŒrger Rund,
ganz außen noch Teile vom Publikum
- ob es genau weiß wieso und warum?

Mich hat dieses Bild noch mehr gequÀlt,
als mir dazu die Wahrheit erzÀhlt:
Die Edlen der Honoratioren-Bank,
zogen alle zum Urteil am gleichen Strang,
der „Böse“ passt’ in ihre PlĂ€ne schlecht,
Hilf’ brachten Richter, Gesetze und „Recht“!

Einem war bei seiner Kundenpflege,
der „Böse“ als Konkurrent im Wege,
anderem dessen Villa und Grund,
erstrebenswert seit Jahr’ und Stund’
und der BĂŒrgermeister wusste genau,
ideal fĂŒr mich wĂ€r’ des „Bösen“ Frau!

Hauptzeuge war einst Herr Pastor:
Solch’ GlĂŒck komme nie auf Erden vor,
der Erfolg des „Bösen“ sei ĂŒbertrieben
- der hab’ seinen Geist dem Teufel verschrieben!
Was der Gotteshirte sich wohl selbst gedacht?
Er hat hier sein SchÀfchen Gott nÀher gebracht!

Entsprechend ging das Verfahren aus,
einem die Axt - dem Richter ein Haus,
der Verdienst war nicht vom Schlechten,
fĂŒr den Henker und den Knechten,
und es war so grausig-schön,
was fĂŒrs Publikum zu sehn,
der einzig „Gerechte“ in der Runde
- kniete grad’ wartend im Vordergrunde.

StÀrker als Schloss mit Hallen und RÀumen,
den weiten Hof, den sÀumenden BÀume,
hab’ ich dies Bild in NĂ€chten und Tagen
- oft quÀlend deutlich - in mir getragen. -
Zur Bildnis-Geschichte fÀllt mir noch ein:
Könnte sie Ă€hnlich heut’ auch Wahrheit sein?





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jorunn
Hobbydichter
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Ein wahres Horrorgedicht,

wĂŒrde ich sagen. Da ich mich gerne mit Historie beschĂ€ftige und da hauptsĂ€chlich Mittelalter, weiß ich, dass die von Dir geschilderten Hinrichtungen noch das Harmloseste waren, was diese Zeit zu bieten hatte. Nur zum Beispiel, heutzutage kriegen GeldfĂ€lscher Knast. In Straßburg im jahre 14hundertnochwas wurden FalschmĂŒnzer gesotten. Auf dem Marktplatz, zur Abschreckung.
Ich fĂŒhre dieses Beispiel immer in Diskussionen an, wenn sich gewisse Mitmenschen darĂŒber aufregen, dass fĂŒr solches und jenes hĂ€rtere Strafen eingefĂŒhrt werden mĂŒssten, zur Abschreckung. Denn wenn noch nicht mal bei lebendem Leibe gekocht werden abschreckt, dann hat die heutige Justiz zu diesem Thema wohl nichts zu bieten.
Zum GlĂŒck, meint
Jorunn

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Haget
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MoinMoin Jorunn,
auch wenn die SĂŒnder nicht mehr gesotten werden - die mit der "weißen Weste" kochen noch immer ihr SĂŒppchen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Hans-Georg
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Daniel J.
???
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Hallo Haget,
haettest du mich nicht darauf hingewiesen, ich waere im Leben nie in diesem Forum gelandet. Zu deinem Gedicht: Das ist nicht auch, sondern gerade Horror. Der alltaegliche Horror, der im Laufe der Zeit nur ein schoenes Facelifting bekommen hat. Neulich erst habe ich eine Studie darueber gelesen, dass die Polizei in den U.S.A. immer mehr dazu neigt, bei Verbrecherjagd erst zu schiessen und dann die Identitaet zu pruefen. Das Gerichtsurteil waere dann jawohl ueberfluessig. Trotzdem einen unbeschwerten Tag noch. Auf dann.
__________________
Ich ist ein Anderer (Rimbaud)

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Haget
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Danke,
also hierher muss man wirklich mit sanfter Gewalt locken, der reinste Horror!

Gruß
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