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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
aus einem Lesebuch
Eingestellt am 07. 03. 2003 22:47


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
Kommentare: 977
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07.3.2003


Krankenpflege und Hilfe der Frauen 1813 von Gustav Freytag

Lauter wurde das Get├Âse des Krieges, grimmiger der Zusammensto├č der Massen; Siegesjubel und bange Sorge nahmen
in schnellem Wechsel die Herzen der Zur├╝ckgebiebenen gefangen. Nach der Schlacht bei Gro├čg├Ârschen wurde verk├╝ndet, dass den Verwundeten Hilfe nottue: Decken, Binden, Verbandzeug.
Da begann ├╝berall im Volk ein Sammeln von Leinwand und ein Scharpierzupfen. Unerm├╝dlich zogen Kinder und Erwachsene die F├Ąden alter Leinwand auseinander, die Frauen schnitten Binden, der Lehrer sogar schnitt in der Schule mit der Papierschere die Lappen zurecht, die ihm M├Ądchen und Knaben
nach seiner Forderung von Hause mitgebracht hatten, und mit hei├čen Wangen zerzupften die Kinder, w├Ąhrend er lehrte, ihre St├╝cke zu gro├čen Ballen. Es wurde eine gew├Âhnliche Abendarbeit der Familien. Es konnte den Kriegern doch ein wenig helfen.
In der N├Ąhe der verb├╝ndeten Heere, in den Hauptst├Ądten
wurden gro├če Lazarette errichtet, ├╝berall traten die Frauen helfend dazu, Hofdamen, Schriftstellerinnen und treue Hausm├╝tter. In einem gro├čen Lazarett Berlins waren Frau Fichte und Frau Reimer die Vorsteherinnen der weiblichen Pflege.
Das Lazarett war durch die heimkehrenden Franzosen zu
einem Pestort geworden; b├Âsartige Nervenfieber herrschten und die Phantasien der Kranken machten den Aufenthalt entsetzlich. Der Gattin Fichtes graute vor dem Furchtbaren,
er aber suchte sie in seiner gro├čen Weise festzuhalten.
Da wurde auch sie vom Nervenfieber befallen; er pflegte die Erkrankte, wurde angesteckt und fand selbst den Tod. Auch Reil, der gro├če Arzt und Gelehrte, erlag dort in seiner menschenfreundlichen Arbeit. Frau Reimer aber hielt aus. Ihr Haus war von dem Kriege ein Sammelpunkt f├╝r die preu├čischen Patrioten gewesen, jetzt stritt ihr Hausherr als m├Ąrkischer Landwehrmann unter Putzlitz.
Die Sorge um den Gatten, um sein Gesch├Ąft, um ihre kleinen Kinder, das alles nahm der tapferen Frau nicht Mut, nicht Zeit, vom Morgen bis zum Abend, das Fr├╝hjahr, den Sommer war sie in der aufregenden T├Ątigkeit; unerm├╝dlich teilte sie sich zwischen dem Hause und der Krankenpflege, unzerst├Ârbar erschien ihr selbst ihr Leben.Dem Gatten, den Freunden, den Zeitgenossen war dieser Eifer nat├╝rlich
und selbstverst├Ąndlich. In ├Ąhnlicher Weise haben deutsche Hausfrauen an allen Orten ihre Pflicht erf├╝llt, mit gr├Â├čter Selbstverleugnung, opferfreudig, in stiller dauerhafter Kraft.

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