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Leselupe.de > Kurzprosa
aus meinen memoiren: mein spielzeug
Eingestellt am 25. 05. 2001 14:36


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flammarion
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Mein Spielzeug

Als ich noch sehr klein war, besa├č ich eine gro├če Menge von kleinem Spielzeug. Ich erinnere mich daran, da├č ich gelangweilt am Daumen lutschend auf dem K├╝chenfu├čboden inmitten meines gesamten Spielzeugs lag und nicht mehr wu├čte, wonach ich jetzt wohl noch greifen sollte. Da erstand mein gesamter Bauernhof (er war aus Pre├čpappe, bunt bemalt und lackiert, jedes Tier und jeder Baum oder Zaun festgemacht auf Pappe), Kuh an Kuh, Pferd an Pferd, Schwein an Schwein, vor meinem inneren Auge an der Decke der K├╝che, und ich begann mit ihnen ein Gespr├Ąch, d.h. ich res├╝mierte die Gespr├Ąche der Erwachsenen: "Ach, hallo, Frau Dings, ist ihr Mann endlich aus der Kriegsgefangen-schaft gekommen? Wie sch├Ân f├╝r Sie und ihre Kinder! Ich gratuliere Ihnen!" - "Guten Tag, Frau Dings, ja, es ist schrecklich in dieser Zeit! Nichts, buchst├Ąblich nichts bekommt man f├╝r sein gutes Geld! Man kann sich anstellen wie man will, es ist alles nur zum Argen, nur zum Argen, Frau Dings, ja, dann bis auf Weiteres, Frau Dings, bis auf Weiteres!" Ich h├Ârte derartige Gespr├Ąche so oft, da├č ich mir die Namen der Ansprechpartner nicht merken konnte. Aus der Auswechselbarkeit der Namen hatte ich ersehen, da├č es der Ida nicht allzu ernst war mit ihren Bemerkungen. Aber ich setzte ihre Dialoge fort: "Jetzt, wo der Herr des Hauses wieder da ist, wird Wohlstand einziehen. Die Kinder werden nicht mehr nach Brot und Liebe schreien, das wird alles da sein mit der R├╝ckkunft des Hausherrn. Der Krieg ist zu Ende, alle trachten nach Harmonie und Wohlstand, auch der Heimkehrer, der vor allen Dingen." Onkel Bruno war so ein Heimkehrer, auf ihn setzte ich all meine Hoffnungen in Bezug auf Harmonie, ich glaubte allen Ernstes, da├č er mein Leben zum Besseren wenden k├Ânnte.
Ich hatte wirklich viel Spielzeug, viele kleine Dinge; Ida war der Meinung, da├č kleine Kinder auch nur kleines Spielzeug haben m├╝ssen. Da waren Bilderb├╝cher aus Pappe, besagter Bauernhof mit H├Ąusern, Z├Ąunen und allem, was sonst noch zu einem Dorf geh├Ârt. Auch alle Tiere, die man auf einem Bauernhof h├Ąlt, waren vertreten. Diese Teile waren zwischen einem und zehn Zentimetern gro├č. Durch unsachgem├Ą├če Lagerung gingen sie der Reihe nach entzwei, wor├╝ber ich sehr traurig war, denn ich spielte sehr gern mit ihnen. Manch-mal reparierte Irma mir die zerbrochenen Teile.
Zu meinem Spielzeug geh├Ârte auch eine Unzahl von Spielkarten aller Art und Gr├Â├če, u.a. zwei komplette Skatbl├Ątter, ein deutsches und ein franz├Âsisches. Ich gab den Buben, Damen und K├Ânigen Namen und lie├č sie sich miteinander unterhalten. Die Asse waren Generale, die Luschen waren Bauern und Soldaten. Ich dachte mir viele Geschichten aus, die ich mit den Karten nachspielte. Dennoch gab ich ohne zu murren die Skatbl├Ąt-ter ab, als zuerst Alfred und dann auch Herr L. mich darum baten. Alfred ben├Âtigte die Karten zum Spielen, Walter L. hoffte auf einen Nebenverdienst.
Desweiteren besa├č ich sehr viele glitzernde Perlen, aus denen ich Ketten zusammenlegte (Ida gab mir keinen Faden zum Auff├Ądeln, das hielt sie f├╝r Verschwendung). Auch legte ich die Perlen zu h├╝bschen Mustern auf einem unserer Stubenst├╝hle aus. Dieser Stuhl hatte n├Ąmlich eine aus d├╝nnem Rohr geflochtene Sitzfl├Ąche, wobei sich ein symmetrisches Lochmuster ergab. Ida betrachtete meine Werke mit ver├Ąchtlichem Kopfsch├╝tteln. F├╝r sie war das kein Spiel, son-dern der pure Bl├Âdsinn. Als meine Tochter sp├Ąter ganz von allein ebenfalls ihre Murmeln auf einem Stuhl zu bunten Mustern auslegte, dachte ich voller Gl├╝ck: "Also war ich DOCH ein ganz normales Kind!"
Unter meinem Spielzeug befanden sich auch viele aus Illustrierten ausgeschnittene Damen und Herren und Kinder und H├Ąuser und Autos. Logischerweise waren sie bald arg zerknittert, was mich aber nicht im geringsten st├Ârte. Ich spielte immer wieder gern mit ihnen, indem ich ihnen diverse Dialoge unterlegte.
Auch einen Pferdewagen besa├č ich, ein etwa 15cm langes Gef├Ąhrt aus d├╝nnem Holz, wo man zwei kleine Pferdchen anschirren konnte. Das Zaumzeug war sehr fein, und ich mu├čte gut aufpassen, da├č es sich nicht verhedderte. Das geschah jedoch immer wieder, so wurde der Pfer-dewagen samt allem Zubeh├Âr in den Ofen gesteckt.
Ich hatte noch anderes Spielzeug auf R├Ądern - ein Entenp├Ąrchen, das beim Fahren abwech-selnd mit dem Kopf nickte. Aber da war ich schon zu alt, um diesen "Nachl├Ąufer" als Spielge-f├Ąhrten zu akzeptieren.
Ein weiteres geliebtes Spielzeug war ein aus sehr d├╝nnem, buntem Papier zusam-men-geklebter F├Ącher, bestehend aus drei unterschiedlich breiten, girlandenf├Ârmigen Teilen. Sie wa-ren zwischen zwei feste Pappen geklebt, und wenn man diese Pappen gegeneinander legte, dann verdrehte sich der F├Ącher zu farbenfrohen Ornamenten.
Fast ebensoviel Spa├č hatte ich an einem etwa 30cm gro├čen Hampelmann. Ich zog ganz vor-sichtig an seiner Schnur, ich wollte nicht, da├č er die Arme ├╝ber dem Kopf zusammenschlug, aber Waltraud und die L.-Kinder lie├čen ihn so arg tanzen, da├č seine Schnur ri├č. Dreimal hat Irma mir die Schnur geflickt, dann wurde der Hampelmann in den Ofen gesteckt. Ein ├Ąhnliches Schicksal erlitt der metallene Kletteraffe. Wenn man an seiner Schnur zog, dann kletterte er jeweils etwa 30cm hoch, bis er am oberen Ende der Schnur angekommen war. Lie├č man die Schnur los, rutschte er lustig zappelnd zum unteren Schnurende. Als ihm die Schnur ri├č, kam er in den M├╝lleimer. Diese beiden Spielzeuge waren damals an der K├╝chenwand befestigt, neben meinem Sitzplatz. Alles andere wurde in einer gro├čen Spielzeugkiste aufbewahrt (ein Persilkar-ton). Im Winter 1950 beschlo├č Ida, die Spielzeugkiste abzuschaffen. Sie sagte: "Du kommst jetz bald in ne Schule, da brauchst de det Beebischpielzeuch nich mehr!" Ich freute mich auf die Schule und betrachtete die Vernichtung meines Spielzeugs als ersten Schritt zur Klugheit. Ich hieb selber kr├Ąftig mit dem Feuerhaken auf den gro├čen Karton ein, um ihn zu zerst├Âren. Dabei holte ich leider auch einen Kochtopf vom Herd. Ich f├╝rchtete, da├č ich Dresche bekommen w├╝rde, aber der Kochtopf war leer und er war auch heil geblieben, so lachte Ida nur und schimpfte mich einen entsetzlichen Trampel, eben "janz die Elli".
F├╝r ein paar Monate besa├č ich - dreij├Ąhrig - ein Schaukelpferd. Es machte mir sehr gro├čen Spa├č, darauf zu reiten. Es ging mir kaum wild genug, h├Ąufig schaukelte ich so heftig, da├č das Pferd fast senkrecht stand. Ida schimpfte dann, auch, weil das Pferd bei seinen Be-wegungen knarrte. Letztendlich verschenkte sie es an die L.-Kinder, wo ich dann beobachten konnte, da├č ihm so nach und nach der Schwanz, die Ohren und das Zaumzeug abgerissen wur-de.
Kurzzeitig besa├č ich - ebenfalls Dreij├Ąhrig - auch ein Dreirad. Mein Vater hatte es zum Ver-schrotten bekommen. Ida sagte: "Dreirad is Jungsschpielzeuch, det brauchst de nich!" und ver-schenkte es an die L.-Kinder. In Wahrheit stand es ihr im Weg. Unsere Wohnung war nicht so gro├č, da├č man ein Dreirad im Flur zu stehen haben konnte. Ganz anders verhielt es sich mit den Puppenwagen. Die waren zwar gr├Â├čer als das Dreirad, hatten aber bequem Platz im Flur. Zu jedem M├Ądchen geh├Ârte nach Idas Meinung ein Puppenwagen. Der eine Wagen war aus Holz und Pappmache zusammengef├╝gt und hatte ein Verdeck aus Wachstuch, welches sich sehr schwer bewegen lie├č, man h├Ątte drei H├Ąnde gebraucht, um es zusammen- bzw. auseinander-zufalten, denn die Falten ergaben sich nicht von selbst, man mu├čte sie mit den H├Ąnden formen. Der Wagen war pastellrosa gef├Ąrbt und trug wei├če Verzierungen. Der andere war ein so-genannter "Sportwagen" mit kleiner R├╝ckenlehne und sehr hohem Lenker. Ich wei├č nicht mehr genau, welcher davon mir geh├Ârte und welcher Waltraud, das war v├Âllig unwichtig f├╝r mich, denn wir tauschten unser Spielzeug nach Bedarf hin und her. Der Sportwagen war genauso schwer wie der andere, lie├č sich aber noch viel schwerer lenken, seine R├Ąder waren starr, im Ganzen wirkte der Wagen recht klobig.
Ebenso kurzzeitig wie das Dreirad besa├č ich einen kleinen Rummel. Auch ihn hatte mein Vater zum Verschrotten bekommen. Da war eine etwa 20cm gro├če Losbude, ein etwa 50cm hohes Kettenkarussell und eine zweischiffige Luftschaukel, beides der Realit├Ąt getreu nachgebildet. Nur zweimal durfte ich damit spielen, dann wurde alles an einen mir unbekannten Nachbarsjungen verkauft. Ida stoppte meine Tr├Ąnen mit einigen Bonbons, die sie - nach ihrer Darstellung - nicht h├Ątte kaufen k├Ânnen, wenn sie den Rummel nicht verkauft h├Ątte. Die Bonbons haben mir nicht geschmeckt. Ich h├Ątte lieber mit dem Rummel gespielt. Aber ich war ja nur ein Kind und hatte zu gehorchen.
Ein weiteres Spielzeug, mit dem ich nur ein einzigesmal (unter strenger Aufsicht) spielen durfte, war ein Puppenkochherd. Man konnte ihn mit Petroleum oder mit kleinen Kerzen betreiben. Da ich nicht alleine mit dem Herd spielen durfte (Messer, Gabel, Schere, Licht d├╝rfen kleine Kinder nicht! - so bekam ich es zu h├Âren, andernorts hie├č es "ist f├╝r"), verlor ich jegliches Interesse an ihm. Es war mir gleichg├╝ltig, als er eines Tages - ich wei├č nicht, an wen - verschenkt oder verkauft wurde.
Ebensowenig k├╝mmerte es mich, da├č die kleine Lokomotive - sie war etwa 50cm lang und ebenfalls von meinem Vater als "M├╝ll" mitgebracht worden - nur einen Tag lang in meinem Besitz war. Sie hatte einen naturgetreu nachgebildeten Antriebsmotor, konnte also wie eine richtige Dampflok fahren, ben├Âtigte dazu aber keine Schienen. Sie konnte sogar wie eine Dampflok pfeifen, wie Walter L. uns begeistert demonstrierte. Sie wurde auf dem Schwarzmarkt verkauft. Ich war stolz, durch den Verzicht auf Spielzeug zum Lebensunterhalt der Familie beigetragen zu haben, zumal ich mit diesem Jungsspielzeug "naturgem├Ą├č" ohnehin nicht RICHTIG h├Ątte spielen k├Ânnen.
Bei all diesem Metallspielzeug sagte Ida: "Wat der Otto det allet hier herschleppt! Warum jibt er det denn nich seine S├Âhne? Naja, der Manfred und der Paul sin ja noch du├člicha als die Christa . . ."
Als ich im Winter 48 mit einer leichten Lungenentz├╝ndung tagelang das Bett h├╝ten mu├čte, bettelte ich mit aller Inbrunst um Bausteine. Ida tobte: "Det is Jungsschpielzeuch! Wat willst DU damit?!" Aber ich weinte und bat, bis sie sich erweichen lie├č. Sie brachte mir einen Kasten mit bedruckten W├╝rfeln mit, aus denen sich M├Ąrchenbilder zusammensetzen lie├čen. Zuerst pl├Ąrrte ich in gro├čer Entt├Ąuschung, da├č das keine Bausteine seien, dann machte Irma mir die h├╝bschen M├Ąrchenbilder schmackhaft und sagte abschlie├čend: "Wenn de die Bilda nachher ├╝ba hast, kannste imma noch T├╝rme aus die Steine baun!" Ich setzte also die M├Ąrchenbilder zusammen und hatte sogar viel Freude daran. Ich war besch├Ąftigt und mu├čte nicht mehr daumenlutschend an die Zimmerdecke starren. Als Waltraud aus der Schule kam, besch├Ąftigte sie sich f├╝nf Minuten mit dem Mosaik und sagte dann: "Mensch, is det piepeleinfach! Kiek ma, wenn de die Reihe umdrehst, denn haste schon den Anfang von t neechste Bild, un denn drehste die neechste Reihe um un imma so weita, denn is det Bild fertich! Un wenn de die lange Reihe nimmst, denn brauchste die ooch blo├č umzudrehn, un schon f├Ąngt det neechste Bild an!" Nun brauchte ich nicht mehr nach den passenden Steinen zu suchen, ich brauchte nur noch die Steine reihenweise umzudrehen. Was mich den ganzen Vormittag erfreut hatte, langweilte mich jetzt schon nach f├╝nf Minuten. Nun baute ich T├╝rme aus den W├╝rfeln.
Zu Weihnachten bekam ich einen richtigen Baukasten. Ein sauber gearbeitetes kleines K├Ąstchen mit Schiebedeckel, in welchem etwa 50 zierliche Holzbausteine verstaut waren. Da gab es rot bzw. gr├╝n gemusterte Ziersteine, gr├Â├čere und kleinere Dreiecksteine f├╝r Ziergiebel, Fenster mit roten Kunststoffscheiben und sogar vier gedrechselte S├Ąulen von paarweise unterschiedlicher Gr├Â├če. Nat├╝rlich gab es auch unterschiedlich lange einfache Vierkantsteine, aber aus alledem lie├čen sich zwar fantastische Schlo├čfronten errichten, doch keine H├Ąuser. Dennoch spielte ich fast t├Ąglich mit den Bausteinen, bis sie im n├Ąchsten Winter den ├╝blichen Weg all meines Spielzeugs nahmen.
Irgendwoher bekam ich einen Kaufmannsladen. Die Verkaufstheke reichte mir bis an die Brust. Sie hatte vorn und hinten viele F├Ącher, wo man das Verkaufsgut lagern konnte. Zu diesem Kaufmannsladen geh├Ârten allerlei Nachbildungen von Lebensmitteln, und man konnte auch bereits vorhandenes Spielzeug in die Auslagen tun. Ich dekorierte den Kaufmannsladen, so sch├Ân ich konnte, und das war es dann auch schon, denn niemand spielte mit mir. Unber├╝hrt lag das Spielgeld in der Ladenkasse. Es war mir streng verboten, fremde Kinder in unsere Wohnung mitzubringen. Eines Tages klingelte es wiederholt an der Wohnungst├╝r. Ich glaubte, Ida h├Ątte vielleicht den Schl├╝ssel nicht dabei und ├Âffnete die T├╝r. Da stand eine Frau, von der ich wu├čte, da├č sie meine Mutter war, aber mir war eingesch├Ąrft woren, sie wie jede andere Frau "Tante" zu nennen, Tante Elly in diesem Fall. Ich jubelte: "Tante Elly, sch├Ân, det du kommst, Oma is nich da, aba vielleicht spielst de n bi├čchen mit mir?" Unschl├╝ssig trat meine Mutter ein und spielte dann doch mit mir zusammen mit dem Kaufmannsladen. Es wurde einer der sch├Ânsten Tage in meinem Leben. Erstmals durfte auch ich meine Spielw├╝nsche ├Ąu├čern! Mama ging auf alles ein und wir am├╝sierten uns k├Âstlich ├╝ber die vielen nicht vorhandenen Artikel, die ich an sie verkaufen wollte oder von ihr zu kaufen w├╝nschte. Was f├╝r herrliche Ausreden hatte sie parat, um mir zu erkl├Ąren, da├č der geforderte Artikel nicht zu haben war! Z.B. sagte sie: "Der K├Ânich von Latifundien hat wat dajejen, da├č in einem Kr├Ąmerladen Goldbarren verkauft werden!" Ich bat sie inst├Ąndig, bald wiederzukommen, als sie dann doch gehen mu├čte.
Nat├╝rlich erz├Ąhlte ich Ida von unserem lieben Besuch. Sie tobte: "Wat, du l├Ą├čt fremde Leute in de Wohnung? Hab ick dir nich dausendmal jesaacht, det de die D├╝re nich uffzumachn hast, wenn ick nich da bin?"
Zum Weihnachtsfest 1950 hatte Irma mir einen Satz Kasperlepuppen geschenkt. Da war der Kaspar, seine Grete, der Teufel, ein K├Ânig, eine Prinzessin und ein Prinz. Das Krokodil besa├č ich schon l├Ąnger, Waltraud hatte es oft in der Hand und drohte mir: "Wenn de nich aatich bist, bei├čt dir det Krokodil die Neese ab!"
Nun konnte ich meine selbst erdachten M├Ąrchen mit den Puppen nachspielen. Aber bald war es mir zu m├╝hselig, st├Ąndig die Puppen f├╝r die einzelnen Rollen mitten im spannendsten Text wechseln zu m├╝ssen. Ich sehnte mich nach einem Spielpartner und sprach - da Waltraud nicht greifbar war - als erstes Ida an. Sie lachte mich aus: "Mit so n Bl├Âdkram schpiel ick nich!" Dann kam Waltraud vom Weihnachtsurlaub bei ihren Eltern zur├╝ck und ich offerierte ihr eine Hauptrolle in meinem Kaspertheater. Sie h├Ârte sich meine Texte an und sagte dann: "Det schdimmt ja allet nich! So wat doowet schpiel ick nich mit dir!" Als ob M├Ąrchen je dem wahren Leben entsprochen h├Ątten! Bei Gerda hatte ich ebenfalls Pech, sie gab vor, keine Zeit zu haben. Nun wandte ich mich nochmals an Ida, bettelte und bat. Sie lief aufgebracht zu Irma: "Du hast die J├Âre die bl├Âdn Puppn jeschenkt, nu schpiel ooch mit se!" Aber Irma hatte eine Verabredung, die sie nicht verpassen wollte. So wurden die Puppen letztendlich an die "Moabiter" verschenkt.
Zu meinem siebenten Geburtstag schenkte Gerda mir eine Kinder-Post. Ida lachte: "Wat soll denn die bl├Âde J├Âre damit?" Gerda meinte: "Na, die jeht doch jetz in ne Schule, da kann se denn denn doch ooch ma Briefe schreim." Ida lachte: "An wem denn?" und verbot mir, irgendwelche Briefe zu schreiben. Das Briefpapier und die Umschl├Ąge wurden weiterverschenkt, ebenso Stempel und Stempelkissen. Ich h├Ątte ja Tintenflecke damit machen k├Ânnen, wie Ida f├╝rchtete. Nur die Briefmarken waren mir geblieben. Aus Zorn dar├╝ber, da├č Ida schon so viel von meinem Spielzeug verschenkt bzw. verkauft hatte, klebte ich die unn├╝tzen Briefmarken an unseren Kleiderschrank. Als Ida das ein paar Tage sp├Ąter sah, verpa├čte sie mir eine saftige Tracht Pr├╝gel. Die Marken lie├čen sich zwar mit Wasser und Seife entfernen, aber es blieben h├Ą├čliche Flecke zur├╝ck. Da bekam ich die zweite Tracht Pr├╝gel f├╝r ein und dieselbe Aufs├Ąssigkeit.
Nachdem die Spielzeugkiste verheizt war, besa├č ich nur noch die Puppen. Sie sa├čen tags├╝ber auf meinem Bett. Die Art, wie Ida mit ihnen umging, gab mir das Gef├╝hl, da├č ihr diese Puppen lieber waren als ich, so z├Ąrtlich behandelte sie sie. Wenn ich mit den Puppen spielte, ├╝berwachte sie mich gew├Âhnlich streng, damit ihnen ja nichts zustie├č.
Da war als erstes die Bettpuppe, ein unaussprechlich h├Ą├čliches, etwa 30cm langes Monstrum aus Stoff. Sie war dunkelblau gekleidet und hatte H├Ąnde und F├╝├če aus rosa Pl├╝sch. Ihr Gesicht war mit bunter Wolle aufgestickt. Ich fand das Ding zum F├╝rchten, bekam es aber lange Zeit zum Schlafen ins Bett. Wo ich nun nicht mehr so viel Spielzeug hatte, begann ich, dieses verha├čte Ding zu zerst├Âren. Unauff├Ąllig l├Âste ich Tag f├╝r Tag einige F├Ąden aus dem Gesicht, bis Ida sagte: "Na, die is ja nu so h├Ą├člich jewordn, du hast sicha nischt dajejen, wenn ick se in n Ofn stecke." Endlich war ich sie los! ├ťbrigens war dies das einzige mal, da├č sie fragte, bevor sie ein Spielzeug verschwinden lie├č.
Der bunte Harlekin gefiel mir viel besser. Er hatte ein lustiges Gesicht, war rot-wei├č gekleidet und ebenso gro├č wie die Bettpuppe. Aber nach ein paar Tagen verlor er die Schelle von der Zipfelm├╝tze. Das war f├╝r Ida ein Grund, ihn in den Ofen zu stecken. Oder tat sie es, weil er mir von meiner Mutter geschenkt worden war? Ich wei├č es nicht.
Dann waren da die Lotte-Puppen. Es waren sogenannte Schildkrot-Puppen, aus einem empfindlichen Material gearbeitet. Sie hatten zarte, sehr h├╝bsche Gesichter, ihre Haare waren nur aufgemalt, aber erhaben aus dem selben Material gepre├čt wie der ganze Puppenkopf. Genaugenommen war der Puppenkopf - ebenso wie der K├Ârper und die Extremit├Ąten - nur eine Kunststoffblase. Diese Puppen hatten herrlich blaue Augen, einen h├╝bschen Mund und einen engelsgleichen Gesichtsausdruck. Das waren meine Lieblingspuppen. Zuerst geh├Ârte Waltraud die kleinere der beiden Puppen, weil sie ein klein wenig h├╝bscher war als die gr├Â├čere, vor allem aber hatte sie ein h├╝bscheres Kleid an als die gro├če. Sie nannte ihre Puppe Liese und ich nannte meine Puppe der Moabiter-Tante Lotte zu Ehren Lotte (genaugenommen Onkel Bruno zu Ehren, Lotte war ja seine Frau). Auf die Namen Liese und Lotte war Waltraud durch das Buch "Das doppelte Lottchen" von Erich K├Ąstner gekommen, wie ich sp├Ąter erfuhr. Ich hatte meine Puppe nach ihrem Willen "Lotte" zu nennen und dachte mir meine eigene Begr├╝ndung aus.
Nachdem Waltraud und Doris ein Jahr lang mit diesen Puppen gespielt hatten ("Du hast ja noch n pa andre Puppn, Krille, borch uns ma die Lotte-Puppe!"), bekam die kleine Puppe anl├Ą├člich eines Streites ein kleines Loch in den Kopf. Es wurde mit einem Pflaster ├╝berklebt. Die Puppe war nun nicht mehr so niedlich wie vorher, darum ├╝berredete Waltraud mich, die Puppen zu tauschen. Mir war es gleich, ob mir nun die gro├če oder die kleine Puppe geh├Ârte. Die h├╝bschen Kleider waren l├Ąngst zerschlissen, beide trugen nun das gleiche von Gerda gen├Ąhte Kleid. Auch das Loch im Kopf machte mir nichts aus. Ich hatte "den Invaliden" (so bezeichnete Waltraud sie) daf├╝r um so lieber. Nun hie├č die kleine Puppe Lotte. Waltraud taufte die gro├če um. Ich habe mir den neuen Namen nicht gemerkt. Wieder spielten Waltraud und Doris mit den Puppen, bis auch die gro├če bei einem Streit ein Loch in den Kopf bekam, an der selben Stelle! Es stellte sich heraus, da├č die M├Ądchen sich gegenseitig mit den Puppen geschlagen hatten, daher die L├Âcher. Nun geh├Ârten mir beide Puppen, und sie hie├čen beide Lotte.
Des weiteren hatte ich eine Puppe mit echten schwarzen Haaren. Sie waren in 20 cm lange Z├Âpfe geflochten, und es war mir verboten, die Z├Âpfe zu l├Âsen. Ihre Gelenke waren sehr starr, es kostete einige Kraftanstrengung, sie zu bewegen. Aber sie hatte h├╝bsche braune Schlafaugen. Diese Puppe sa├č mit ausgestreckten Armen immer nur herum. Zu einem Weihnachtsfest bekam ich ein "Rotk├Ąppchen", damit konnte ich noch weniger anfangen. Das rote K├Ąppchen war auf den superfeinen strohblonden Haaren festgeklebt und l├Âste sich schon nach kurzer Zeit ab, wobei sichtbar wurde, da├č nicht der gesamte Puppenkopf mit Haaren bedeckt war. Auch die schwarzen Lackschuhe l├Âsten sich auf, das K├Ârbchen ebenfalls. Aber diese Puppe wurde sonderbarerweise nicht von Ida weggeworfen, ebensowenig wie die glotz├Ąugige Babypuppe, zu der mir ├╝berhaupt keine Spielidee kam. Der Strampelanzug war auf ihrem K├Ârper festgen├Ąht, ebenso die Zipfelm├╝tze auf dem Kopf. So konnte man sie weder an- noch ausziehen, oder Trockenlegen, von waschen oder frisieren ganz zu schweigen. Einzig ihr qu├Ąkendes "Mama" war f├╝r mich von Bedeutung. Man hatte mich auf "Puppenmutti" getrimmt, und nun hatte ich eine Puppe, die "Mama" zu mir sagte. Doch schon nach kurzer Zeit ertrug man es nicht, da├č ich die Puppe st├Ąndig pl├Ąrren lie├č. Es war meine einzige M├Âglichkeit, mit meinem neuen Puppenkind zu spielen, und es wurde mir verboten. So montierte ich die Stimme heraus. Das war nat├╝rlich sehr ungezogen von mir, ich hatte die teure Puppe kaputt gemacht. Da sie nun keine Stimme mehr hatte, wurde sie weggeworfen.
Als ich neun Jahre alt war, hatte ich eine sehr h├╝bsche und auch preiswerte Negerpuppe in einem Spielzeugladen gesehen, das war die einzige Puppe, die ich mir jemals wirklich w├╝nschte. Sie sah aus wie ein ganz normales einj├Ąhriges Kind und war auch so gekleidet. Ich h├Ątte mir denken k├Ânnen, da├č ich sie nicht bekommen w├╝rde. Ich bekam stattdessen eine lediglich mit einer grellroten kurzen Hose bekleideten Negerpuppe aus Stoff, ein h├Ą├čliches Ding mit breitem roten Mund, riesigen H├Ąnden, schwarzen, krausen, strohigen Haaren und angeklebten gro├čen goldenen Papp-Ohrringen. Na, das war ein Weihnachten! Ich konnte die Tr├Ąnen nicht zur├╝ckhalten und wurde wieder einmal f├╝r ├Ąu├čerst undankbar gehalten, weil ich es wagte, zu sagen, da├č die Puppe nicht meinen Erwartungen entsprach. Da hatte man mir nun schon eine Negerpuppe geschenkt - "Wie kann man sich nur eine Negerpuppe zu Weihnachten w├╝nschen!" - und es war obendrein nicht die Rechte! Ida schimpfte mit mir und Gerda lachte sie aus: ÔÇťWat h├Ârste uff die J├Âre!ÔÇť
Da ich nur die Puppen zum Spielen hatte, mu├čte ich mir auch einfallen lassen, was ich denn nun ├╝berhaupt mit ihnen spielen konnte. An- und ausziehen durfte ich sie nicht, geschweige denn waschen oder k├Ąmmen. Also setzte ich sie eines Tages hoch oben auf die Schr├Ąnke. Ida kam ins Zimmer und fragte erschrocken: "Wat machn denn die Puppn da uff n Schrank?" Ich antwortete wahrheitsgem├Ą├č: "Die machn ne Feerjenreise int Jebirje." Kopfsch├╝telnd meinte sie: "Du hast aba ooch wirklich nur Bl├Âdsinn im Kopp! Je ├Ąlta det du wirst, desto du├člicha wirste!"
Dann kam die Zeit der Anzieh-Puppen. Sie waren aus sehr d├╝nnem Karton ge-schnitten, und zu jeder geh├Ârten mehrere unterschiedliche Kleidungsst├╝cke aus demselben Material. Man konnte die Puppen je nach Geschmack und Laune einkleiden. Waltraud und Doris bastelten ihnen zu meinem gro├čen Vergn├╝gen noch zus├Ątzliche Kleider und andere Assessoires aus Papier, um noch weitere, nicht vorgegebene Situationen nachempfinden zu k├Ânnen. Auch diese Puppen ├╝berlie├č ich auf Verlangen der Doris. Gl├╝cklicherweise machte sie sich nicht allzuviel aus diesem Spiel, so blieben meine Puppen heil und Waltraud schenkte mir obendrein auch noch die ihrigen. Bis zur n├Ąchsten Heizperiode konnte ich mich ungest├Ârt an ihnen erfreuen. Ging etwas an ihnen entzwei (was ja bei so d├╝nnem Karton sehr leicht geschehen konnte), bat ich Irma, es mir zu flicken, denn nur sie besa├č Klebstoff.
Von meinem zehnten Geburtstag an w├╝nschte ich mir nur noch B├╝cher zu Weihnachten und zum Geburtstag und bekam auch welche. Anfangs sogenannte "M├Ądchenb├╝cher", deren Titel ich heute nicht mehr wei├č und deren Inhalte mich nicht fesselten, dann aber auch "Die Kinder des Kapit├Ąn Grant" von Jules Verne und eine von Afrika handelnde Reisebeschreibung von Hans Schomburgk. Die "M├Ądchenb├╝cher" benutzte ich als Pre├čmaterial f├╝r Trockenblumen.
Einiges von Waltrauds Spielzeug war bei Ida geblieben, als sie - inzwischen dreizehnj├Ąhrig - endlich wieder bei ihrer Mutter leben durfte. So z.B. ein Spielemagazin, bestehend aus Dame, M├╝hle, Halma und Puff. Letzteres hatte sie oft und gern mit Doris gespielt. So, wie die beiden mir die Spielregeln erkl├Ąrten, waren sie mir unbegreiflich. Aber Dame und M├╝hle hat Waltraud oft mit mir gespielt. Wenn sie gewann, lachte sie mich aus: "Hast valoorn, Valiiiera! Valiiiera!", bis ich weinte. Dann warf sie mir vor, ein schlechter Verlierer zu sein. Entgegnete ich: "Un du bist n olla Schdenka!", wies sie mich zurecht: "Zieh nich imma von dir uff andre!" Ich war mir zwar keiner Schuld bewu├čt und habe auch nie einen Spielgef├Ąhrten zum Weinen gebracht, aber durch ihre Zurechtweisung - wenn auch ungerechtfertigt - lernte ich, f├╝r andere mitzudenken. Da ich allerorts abgelehnt wurde, wu├čte ich, da├č ich anders bin als andere, und versuchte, mich nicht nur anzupassen, sondern auch die Handlungen der anderen voraus zu sehen (was mir h├Ąufig nur schlecht gelang).
Nun waren diese Spiele mein, und ich spielte stundenlang mit wachsender Begei-sterung Halma zu sechst mit mir alleine. Ich ordnete die einzelnen Farben nicht existierenden Personen zu. Der blaue war der Ungl├╝cksrabe, ich sorgte daf├╝r, da├č er fast immer verlor. Er war ich.
Kam Onkel Erich im Winter zu Besuch, brachte er sein Schachspiel mit. Ich hatte gr├Â├čtes Vergn├╝gen an diesem Spiel. Irma besa├č auch ein Schachspiel, so forderte ich sie einmal zu einer Partie heraus. Sie fragte mitleidig: "Und wenn de valierst?" (sie hatte oft genug meine Streitereien mit Waltraud durch die Wand hindurch angeh├Ârt). Ich versicherte: "Beim Schach jibt et keene Valiera. Wenn die Partie zu Ende is, hahm beede Spiela wat jelernt, un von dir kann ick janz beschdimmt ne Menge lern!" Nun setzten wir uns an das Brett, und Irma freute sich, da├č ich schon mehrere Er├Âffnungen kannte und auch das Sch├Ąfer-Matt beherrschte. Dennoch gewann sie jede Partie, sie war entschieden der st├Ąrkere Spieler. Nun wu├čte wenigstens sie, da├č ich es durchaus ertragen konnte, ein Spiel zu verlieren und da├č Waltraud mich absichtlich zum Weinen brachte.
Zum n├Ąchsten Weihnachten schenkte Irma mir ein eigenes Schachspiel. Nun konnte ich auch mit meinem gro├čen Bruder Schach spielen, wenn er mich besuchen kam. Er gab anfangs die Dame vor, wenn wir ein Spiel begannen, damit ich eine Chance hatte, zu siegen. Ich hatte nie zuvor und niemals wieder einen so geduldigen, liebenswerten, humorvollen und freundlichen Spielgef├Ąhrten wie meinen Bruder Manfred.
Manchmal spielte ich mit den Figuren auch ohne Brett. Dann dachte ich mir Geschichten aus, gab den Figuren Namen wie seinerzeit den Spielkarten und spielte Bauernkrieg und anderes.
Als ich dreizehn Jahre alt war, f├╝hlte ich mich oft sehr einsam und verlassen. Da nahm ich - zu Idas gro├čem Gel├Ąchter - manchmal die kleine Lotte-Puppe mit ins Bett. Ich rieb ihr den Saft aus meiner Scheide zwischen die Beine und stellte mir vor, sie w├╝rde dadurch ein richtiges kleines M├Ądchen werden, an dem ich dann den Leuten in meiner n├Ąchsten Umgebung demonstrieren k├Ânnte, wie man mit einem Kind umgeht. Eines nachts hatte ich mich im Schlaf auf sie gelegt und sie dabei zerdr├╝ckt. Das tat mir sehr leid, und ich nahm nie wieder eine Puppe mit ins Bett. Puppen sind ohnehin hartkantig. Ida kannte den Begriff "Kuscheltier" noch nicht, er erstand erst viele Jahre nach ihrem Tod. Zu ihrer Zeit hie├č das noch "Bettpuppe" f├╝r M├Ądchen und "Teddy" f├╝r Jungs. Es war mein Fehler, da├č ich mich vor der Bettpupppe f├╝rchtete und sie ├╝berhaupt nicht kuschelig fand. Au├čerdem ist eine Puppe kein Ersatz f├╝r m├╝tterliche F├╝rsorge. Ida gab mir eine Puppe und nahm mir die Mutter. Sie war ja so stark! Was hatte sie nicht alles vollbracht! Sie hatte Bruno aufgezogen, Gerda vom nahen Tode befreit, Irma aus dem Waisenhaus erl├Âst . . . Das erkenne ich alles an. Aber an mir hat sie ges├╝ndigt!



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Old Icke

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Willi Corsten
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Hallo oldicke

wieder ein gut geschriebenes Kapitel aus deinen Memoiren. An viele der erw├Ąhnten Spielsachen erinnere ich mich noch, weil ich entweder selbst damit spielte, oder sie f├╝r meine j├╝ngere Schwester repariert habe.
Der letzte Satz klingt mir ein wenig zu bitter. Ich kenne deine Ehrlichkeit, kann auch gut verstehen, wie dir heute noch zumute ist. Und dennoch! Vielleicht schaffst du es eines Tages, als vers├Âhnlichen Ausklang zu schreiben: ...- vielleicht war sie ja auch nur ├╝berfordert.
H├Ârt sich einfach sch├Âner an, finde ich.
Es gr├╝├čt dich lieb
Willi

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flammarion
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hallo,

lieber willi! vielen dank f├╝r deine netten worte. was den letzten satz betrifft - sie h├Ątte sich mit mir nicht ├╝berfordern m├╝ssen, sie h├Ątte mich bei meinen eltern lassen k├Ânnen, die wohnten 2 querstra├čen weiter, und das erfuhr ich erst, als ich schon 3 oder 4 jahre alt war. sie hat sich mir aufgehalst aus der dummen ├╝berzeugung heraus, da├č sie ihre enkeltochter leichter erziehen k├Ânnte, wenn da noch n kleineres kind ist. so war es, als sie ihre geschwister zu erziehen hatte, so war es, als sie ihren neffen bzw. ihre adoptivtochter zu erziehen hatte. sie h├Ątte mich ├╝berhaupt nicht dieser waltraud vorzusetzen brauchen, ich hatte zwei br├╝der, die mir wahrscheinlich weniger zugesetzt h├Ątten. aber is lieb gemeint von dir. man liest sich. lg
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Old Icke

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urte
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Hallo, Flammarion -
wieder habe ich einen Teil Deiner Autobiographie gelesen, mit Interesse und, wie Willi, mit vielen eigenen Erinnerungen dabei (Baukasten, rot hinterklebte Fenster, Kaufladen, Schildkr├Âtpuppe, Babypuppe usw.). Wieder mu├čte ich das kleine Kind bedauern, dem aber auch immer alles wieder weggenommen wurde. Das ist ein Motiv, das sich bis zu dem Zeitpunkt hindurchzieht, an dem es - mit dem Schachspielen - endlich die Initiative ergreifen konnte.
Du hast vielleicht gesehen, da├č in der Allg. Diskussion jemand ein Thema "Autobiographisches Schreiben" er├Âffnet hat. Das w├Ąre doch etwas f├╝r Dich zum Mitdiskutieren. Ich werde da immer mal vorbeigucken, weil mich Biographien sehr interessieren, obwohl ich nie Memoiren schreiben werde. Ich habe eine zeitlang massenhaft (auch Auto-)Biographien gelesen und kann Dir das auch sehr empfehlen, wenn du mal ein Ganzes aus Deinen vorliegenden Teilen machen m├Âchtest. Und kommt denn erstmal eine "Gebrauchsanweisung" ?
Viele Gr├╝├če, Urte
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(C)Urte Skaliks-Wagner

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flammarion
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ja,

liebe urte, vielen dank f├╝r dein interesse und den hinweis auf das diskussionsforum. da la├č ich mich selten blicken, weil die zeit zu knapp ist.
eine gebrauchsanweisung f├╝r meine memoiren - nun ja, das einfachste w├Ąre, erst die kapitel zu lesen, die einen namen in der ├╝berschrift haben wie waltraud oder gerda und danach alle anderen, ich glaube, so kann man der sache am besten folgen. ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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