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Leselupe.de > Kurzprosa
barmherziger Samariter
Eingestellt am 11. 07. 2001 20:24


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[aZrael]
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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Hallo Leute!

Meine Religionslehrerin hatte mich gefragt, ob ich mich an einer Intepretation des barmherzigen Samariters fĂŒr den ökumenischen Gottesdiesntes an unserer Schule versuchen wĂŒrde und ich habe mich darauf eingelassen....

Hier ist nun das Ergebnis, bin ja mal gespannt, ob mir was gutes gelungen ist und was ihr geschÀtzten Leser davon haltet.

mfg, [aZrael]

P.S. Ich bin mir der Ironie voll und ganz bewußt, das aZrael der Todesengel ĂŒber den Samariter schreibt


Entwurf einer Interpretation des barmherzigen Samariters

Liebe deinen nĂ€chsten wie dich selbst; diese tĂ€uschend einfachen Worte dienen Jesus als Antwort auf die Frage nach einem erfĂŒllten Leben. So tĂ€uschend einfach und doch gibt Jesus auch gleich ein Beispiel, wie schwer es scheinbar ist, nach diesem Gebot zu handeln, denn nur einer von 3 Reisenden hilft dem Opfer der RĂ€uber.
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter kennt nun fast jeder Mensch und wenn man es auf die moderne Zeit anwendet, so wird eigentlich sofort klar, wovor Jesus warnt: Vor der Angst vor Fremden.
Doch was ist das, Angst vor Fremden?
Liebe deinen nÀchsten wie dich selbst ist die zentrale Aussage, sich selbst erkennen und akzeptieren und dann so den anderen, den fremden annehmen.
Doch genau hier entstehen die Probleme, die es uns oft unmöglich machen, Fremden oder, wenn man von den heutigen VerhĂ€ltnissen ausgeht, AuslĂ€ndern ohne Angst und Vorurteilen gegenĂŒber zu treten.
Denn jeder Mensch hat Seiten an sich, die er selbst so an sich nicht akzeptieren kann, die ihm Angst oder Scham bereiten. Aber wenn man sich seinen DĂ€monen nicht stellt, dann kann man sich nicht wirklich selbst lieben und akzeptieren, das SelbstwertgefĂŒhl ist beschĂ€digt. Damit wir jedoch mit diesen negativen Seiten besser umgehen können, ĂŒbertragen wir sie auf die uns fremden, wir thematisieren, was bei uns fremd ist.
Wenn ich jedoch schon Angst habe, bei mir selbst auf unbekannte und fremde Dinge zu stoßen, so wird daraus Panik, wenn ich einem Menschen begegne, der dies verkörpert, nĂ€mlich das Anderssein an sich, oder besser gesagt, wie soll ich lieben, wenn ich mich nicht selbst liebe?
Diese Panik löst bei einigen Menschen plötzlich Zorn und Hass aus, sie werden mit ihren Ängsten konfrontiert und haben das GefĂŒhl, selbst fremd zu werden, fremd vor sich und anderen und nun außerhalb jeder Gemeinschaft zu stehen.
Sie fĂŒhlen sich isoliert und suchen andere Menschen, denen es gleich ergangen ist. Plötzlich wird aus dem Zorn eines einzelnen der Zorn vieler, es entsteht eine Bewegung, die das Unbekannte ausmerzen möchte, dass sie in ihren Augen hat fremd werden lassen.
Aus der Angst vor dem Unbekannten ist Fremdenhass, ist nun Rassismus geworden.
Damit es nicht so weit kommt, muß jeder Mensch anfangen, sich selbst voll und ganz zu lieben, jede Seite, mag sie gut oder schlecht sein, als das akzeptieren, was sie ist: eine Facette seines einzigartigen Charakters.
Das Fremde des anderen ist das fremde in uns selber.
Doch eigentlich sind alle Menschen im innersten gleich. Wir alle spiegeln das Wesen Gottes wieder, sind somit ein Teil von ihm und er ein Teil von uns. Nur die Fassung des Rahmens unterschiedet sich von Mensch zu Mensch, doch gerade sie ist nicht Ausdruck von Fremdartigkeit, sondern unserer IndividualitÀt.


Begegne ich einem „fremden“ Menschen, so hĂ€lt er mir auch gleichsam einen Spiegel vor, in dem ich mich selbst erkenne. Ich muß lernen, mein Spiegelbild zu lieben, denn dann kann ich auch den TrĂ€ger des Spiegels lieben.


__________________
Die klimatischen Bedingungen in der Hölle sind sicher unerfreulich, aber die Gesellschaft dort wÀre von Interesse.

Oscar Wilde (1854-1900), ir. Schriftsteller

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