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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
brief an mein ich
Eingestellt am 05. 12. 2003 00:21


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Venus
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brief an mein ich


und die zeit ĂŒbermalt und besprenkelt
so wie du
krieglkroglkratzwirdschonnoch
wenn du den pinsel wieder und wieder
abtupfst und erwĂŒrgst zwischen den fingern
mit fetzenleben im wasserbecher ersÀufst welches
schon aus prinzip nicht gegen neues
außer es passiert was auch schon mal vorkommt
wenn dich die kunst verdiktatuiert
besagtes wasser mit der kaffeetasse
deren inhalt genauso vom vorletzten atemzug und im
geruch ja Àhnlich weil eben kunst
dich ausmacht oder nicht weil du es ja bist
wie du sagst die kunst
du ringsherum gehimmeltes immerdu
dann seh ich dich wieder zögern und zaudern im
wissen verhagelkornt und im geist durchleuchet mit
durchgebrannten drÀhten herausfunkeln aus dem glas
in dem du verschwimmst weil dir die
eingeschlafenen beine ins hirn gewachsen
und jeder gedanke den nĂ€chsten schon zigmal verließ
und die antwort grinsend seit vor fĂŒnf jahren
darauf lauert dass du endlich nachkommst ins
morgen wo du viel zu lange schon wartest
und viel zu viel rauchst und die nĂ€chte verjĂŒngst
spitz zu laufend wie die resultate aus solchen
ĂŒberlegungen die du dann glĂŒcklich wie frisch
gewaschene alte socken auf der leine zum
verwindeln prÀsentierst
dich kein bisschen darĂŒber wunderst wenn durch
die wolken deiner moorgrauen gitterstÀbe kein mensch mehr
hindurchversteht
obwohl du doch schon morgen
ernsthaft neu gelocht und abgeheftet
darĂŒber nachgedacht haben willst
dass es wiedermal an der zeit gewesen war
den teppich aufzusaugen auf dem du stehst und hoffst

dass er fliegen lernt


© Venus

__________________
den wind im rĂŒcken, sterb ich mich ein
in den großpassat -
und lebe erst recht

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gareth
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Liebe Venus,

ja, herrschaftszeiten, wie soll denn ein Mensch da was versteng, herst :o)
Was ich aus dem Brief herausspĂŒre ist, dass da jemand malt (Du, nehm ich mal an) und sich um den Pinsel doch auch Gedanken macht aber auch ĂŒber sich selbst und zu viel raucht und zu wenig schlĂ€ft und schon von daher damit rechnet, dass sie von anderen eher nicht ohne weiteres verstanden wird und dass es vor 5 Jahren irgend ein wesentliches Erlebnis gab und dass sie ein bißchen trĂ€umt von zauberischen Sachen und aber doch am nĂ€chsten Tag wieder abgeheftet wird nachdem sie vorher ernsthaft neu gelocht wurde. Sag, dass ich das falsch verstanden habe.
Liebe GrĂŒĂŸe gareth

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Venus,

Nach den vielen guten Texten, die ich von dir las, sei dir dieser hier verziehen. Schon nach den ersten 5 Zeilen nervte er mich und ich zwang mich, durchzuhalten bis zum Ende.

Zuviel des Guten an Verballhornung meint

Lotte Werther

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Bernd
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Ein sehr metaphernreicher Text. In jeder Zeile tut sich eine neue Welt auf, ein neuer Mosaikstein, ein neuer Pinselstrich, ein neues Erleben.
Mir hat es gut gefallen.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Venus
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Lieber Gareth,
psscht!
Nicht Àrgern, auch nicht fluchen ;o)

Aber jetzt mußte ich selbst nochmal nachsehen, ob ich den Text vielleicht doch unter „Biografisches“ eingestellt hatte... ;o)

Neinnein... Er steht ganz brav unter „Experimentelles“ und da wollte er auch sein.
...ein kleiner Versuch mit surrealistischer Bildsprache und alogischen grotesk-absurden Elementen.

Anders gesagt: unsere gewöhnliche Dualistische Logik trennt. Das Denken kann nur trennen, denn dies ist die einzige FĂ€higkeit, die das Gehirn hat oder die ihm gegeben ist. Die Tatsache aber, dass das Denken an sich nur trennen kann, bedeutet keineswegs, dass dasselbe bezĂŒglich der Existenz als TotalitĂ€t betrachtet der Fall wĂ€re, dass sie also auch so sein mĂŒsste.

Also lieber Gareth, lass dich einfach los. Hör auf zu denken, was gedacht sein wollte.
Doch du wirst sehen, dass das sehr schwer sein wird ;o)
Es ist beinahe unmöglich, sich vom eigenen Denken zu entfernen, denn das hat niemand gelernt.

Danke dennoch, fĂŒr deine Gedanken ;o)
Liebe GrĂŒĂŸe,
Venus
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Venus
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Liebe Lotte Werther,

dein Besuch freut mich wie immer sehr!
Herzlichen Dank.

Nein, verballhornen wollte ich hier niemanden.
Ganz und garnicht!

Es ist ein Versuch mit einer weiteren Lyrikform, die mir außerordentlich gefĂ€llt.

Und irgendwo ist es wirklich ein Brief, an einen sehr, sehr guten Freund. Ein Mensch, der nur noch in und mit Kunst lebt, um ĂŒberleben zu können. Jedes „gerade“ Wort, hĂ€tte ihn niemals mehr erreicht.

Gerade deshalb, noch einmal recht herzlichen Dank fĂŒrs „Durchhalten“ beim Lesen.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Venus
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