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Leselupe.de > Ungereimtes
buchenwald, zur konzentration
Eingestellt am 26. 04. 2004 16:24


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samuel
gesperrt
???

Registriert: Feb 2004

Werke: 354
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buchenwald, zur konzentration

es war schön im kz
fĂŒr die kinder
mit dem blick ins tal
in der sonne
wo die dichter standen
goethe und schiller

schön

im kz
__________________
Es nehmet aber
Und giebt GedĂ€chtniß die See,
Und die Lieb’ auch heftet fleißig die Augen.

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IKT
Guest
Registriert: Not Yet

Schön?

Hi Samuel, ich weiß zwar, wie du es meinst, das "es war schön". Aber ob man das so schreiben kann?
Auf alle FÀlle waren die Kinder doch schon von Eltern und anderen Angehörigen getrennt, hatten viel Schlimmes auf dem Transport erlebt, bei der Ankunft im KZ...
Die Schönheit der Natur rings um das Lager mag ja da gewesen sein. Aber ob diese Kinder dafĂŒr noch einen Blick hatten? DarĂŒber lĂ€ĂŸt sich sicher streiten. Allerdings, wenn man sich mit diesen Sachen beschĂ€ftigt dann fĂ€llt auf, dass einem gerade durch die Wiederholung der Worte "es war schön", die ganze AbsurditĂ€t bewußt wird.
Dies ist nur meine Meinung und als Gedicht finde ich es gelungen.
Liebe GrĂŒĂŸe! IKT

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
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Hallo, Samuel

Was mir an deinem Gedicht besonders gefÀllt, sind zum einen die so unterschiedlichen Möglichkeiten, es zu interpretieren. Zum anderen zeigt es mir sehr deutlich die Grenzen meines Wissens.

Spricht das Gedicht von den Kindern, die wĂ€hrend der Nazi-Zeit in Buchenwald gefangen waren? Hatten die Sowjets dort nicht nur Erwachsene interniert? Handelt es sich um den vom Lehrplan fĂŒr Schulen verordneten GedenkstĂ€ttentourismus? Kann man vom LagergelĂ€nde aus eigentlich das Goethe-Schiller-Denkmal sehen?

Alles Fragen. Keine Antworten, jedenfalls keine im Text. DafĂŒr eine eigentĂŒmlich schwebende Stimmung, deren Sog ich mich kaum entziehen kann.

Hier ist die Textarbeit: Du siehst an den Fragen, wie der Text in mir arbeitet. Die letzten beiden AbsĂ€tze finde ich fĂŒr meinen Geschmack ein bisschen zu pĂ€dagogisierend. Auf mich wĂŒrde es eindrucksvoller wirken, wenn du einfach die erste Zeile wiederholtest. Aber dann wird die Zerrissenheit der abgehackten Zeilen nicht mehr so deutlich.

Was auch immer du nun "wirklich" mit deinem Gedicht sagen wolltest: Du hast mich nachdenken gemacht. Das allein schon hebt deinen Beitrag in meinen Augen hervor.

Schöne GrĂŒĂŸe von blaustrumpf
__________________
DafĂŒr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
Kommentare: 791
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hallo samuel,

eigentlich haben ikt und blaustrumpf schon alles zum text gesagt, was auch mir durch den kopf geht.
natĂŒrlich wĂ€re es schön, wenn du uns ein bißchen die augen öffnen wĂŒrdest, was du mit diesem text bewirken wolltest.

zur frage von frau blaustrumpf, ob man das dichter-denkmal sieht - ich weiß es nicht, hat mich noch nie interessiert.
ich glaube auch, dass dieser punkt nicht wichtig ist; ich interpretiere diese zeilen anders (in der interpretation, dass es sich um die kinder von damals handelt):
goethe und schiller im tal, bei den "anderen". bei denen (auch den weimaranern), die nichts gewusst haben wollen, die sich erstaunt gaben, was dort oben passiert sein soll.
es ist nicht die welt dieser kinder; die fremde welt liegt im ilm-vernebelten tal, legendenhaft, sagenumwoben und unerreichbar fĂŒr sie.

auf der anderen seite könnte natĂŒrlich auch nicht das denkmal gemeint sein, sondern, dass hier oben wenigstens goethe (von schiller weiß ich banause es nicht) schon gestanden hat (die goethe-buche/eiche(?) stand auf dem kz-gelĂ€nde) und ins tal schaute, so wie die kinder jetzt...

dem vorschlag von frau blaustrumpf wĂŒrde ich folgen: die letzten beiden zeilen streichen und durch die wiederholung der ersten zeile ersetzen. dies wĂŒrde den gesamtem text hermetisch schließen; so wie die welt der kz-kinder war.

die bewertung gibt es fĂŒr die kĂŒrze der worte, die auf grund ihres provokanten inhaltes so viel zu transportieren vermögen und eine intensive beschĂ€ftigung erfordern.
so sollte literatur sein.

viele grĂŒĂŸe + anregende diskussionen

rainer (leider erst am montag wieder da)
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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samuel
gesperrt
???

Registriert: Feb 2004

Werke: 354
Kommentare: 605
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goethe und schiller standen schön im kz

hallo ikt/blaustrumpf/rainer!

danke fĂŒr eure rĂŒckmeldungen und fĂŒr die gedanken, die ihr euch gemacht habt!ich will ein wenig zu antworten versuchen:

1. das gedicht ist mindestens drei- oder vierdeutig; diese bedeutungen erscheinen und ausfĂŒhlen/austasten zu lassen war meine absicht.

2. ihr habt recht: die letzten beiden zeilen sind problematisch; vielleicht wirken sie so, aber sie sind nicht pÀdagogisierend gemeint; ich stelle sie mir gesprochen höhnisch-bitter-spöttisch und damit provozierend vor.
vielleicht sollte ich die zeilenaufteilung Àndern, aber die wortfolge am schluss ("die dichter standen goethe und schiller schön im kz")möchte ich nicht zerstören.

also: danke! liebe grĂŒĂŸe samuel
__________________
Es nehmet aber
Und giebt GedĂ€chtniß die See,
Und die Lieb’ auch heftet fleißig die Augen.

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