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Leselupe.de > Ungereimtes
dank weniger worte
Eingestellt am 05. 01. 2006 23:34


Autor
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Stern
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dank weniger worte


wenige worte rinnen
die kehle hinunter und
w├Ąrmen die eingeweide

erinnerung taucht auf
aus der vergessenheit
an die oma in ihren
letzten tagen
als sie flie├čend fremdl├Ąndisch
sprach in unverst├Ąndlichen
silben und lachte
in unsummen gr├Â├čer
als immer sonst
wenn sie verh├Ąrmt
pudding kochte und pl├Ątzchen
backte f├╝r eine fremde
enkeltochter

im krankenzimmer
erf├╝llt von unverst├Ąndlichen silben
jugendlicher liebe
und gel├Ąchter
begleiteten wir uns in
ihren tod




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ENachtigall
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???

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hallo Stern,

mir gef├Ąllt die nat├╝rliche Leichtigkeit, die hier in Bezug zum Thema vermittelt wird. Sie verleiht eine sehr menschliche Note, die nicht nur in der Erinnerung, sondern auch in der tats├Ąchlichen Sterbebegleitung gut tut.

Gr├╝├če von

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Zarathustra
Routinierter Autor
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Auch ich war dabei beim Tod meiner Alzheimerkranken Mutter.

Fremdl├Ąndisch, ja ungarisch war ihr Reden und "geistreich" ihr Lachen.

Doch der Tod liebt die Stille...

Sehr gut getroffen; - mit wenigen Worten.

Liebe Gr├╝sse aus M├╝nchen
Hans
__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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Stern
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Guten Morgen Elke,

sch├Ân, dich hier anzutreffen, gibt es doch zumindest eine entfernte ├ähnlichkeit zu dem einnehmenden Text von dir, den ich neulich kommentierte. Es fiel mir erst hinterher auf...

Ja, es war eine Zeit mit gro├čer Leichtigkeit und sonderbarerweise auch mit viel Ber├╝hrung, was es vorher nicht so gab zwischen uns. Dass dies meine letzten Erinnerungen an sie sein w├╝rden, war mir allerdings damals nicht klar... - Sch├Ân, dass die Leichtigkeit r├╝berkommt. Mein Gott, was haben wir gelacht!

Danke f├╝r deine R├╝ckmeldung und viele Gr├╝├če an dich von

Stern *



Lieber Hans,

ich freue mich wirklich, dass ich dich mit diesen Zeilen ber├╝hren konnte. Ich war dankbar f├╝r den Erinnerungsansto├č -wie schon der Titel sagt- und vielleicht geht es dir auch so.

Ungarisch? Erstaunlich - kam sie dort her? Meine Oma redete Chinesisch oder was weiss ich was und es war so fliessend, als h├Ątte sie ihr Leben lang nichts anderes gesprochen. Allerdings sprach sie dazwischen auch Deutsch - GottseiDank, sonst h├Ątten wir vielleicht nicht ganz soviel miteinander gelacht...

Dreik├Ânigliche Gr├╝├če von mir,

Stern *

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Zarathustra
Routinierter Autor
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@natalie

Hallo Natalie,

nein, meine Mutter kam nicht aus Ungarn.. sie kam aus Oberbayern. Aber meine Kinder sagten immer.. sie redet ungarisch.

Alzheimer Demenz hat ihr die Sprache genommen und das Mitteilen. Aber sicherlich war die Wprde bis zum Letzten Tag gegeben.

Nichts find ich interessanter als die Auseinandersetzung mit dem Tod.
Dir ist es wirklich gut gelungen.
Wenn du interesse hast, kannst du meine Geschichte ja auch mal lesen, ... du findest sie da:

Hier klicken

Sch├Ânen Feiertag noch
Hans
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Inu
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Hallo Natalie

Dein Gedicht gef├Ąllt mir gut. Nur dieser eine Satz bleibt mir ein R├Ątsel

quote:
wenige worte rinnen
die kehle hinunter und
w├Ąrmen die eingeweide

Normalerweise rinnen Worte aus der Kehle heraus
oder
sie gehen durch die Geh├Ârg├Ąnge ins Herz, in die Seele, ins Gem├╝t ... aber Worte, die durch die Kehle hinunterfahren und die Eingeweide w├Ąrmen ... f├╝r mich ist das irgendwie zu weit hergeholt und kein stimmiges Bild.

Alles andere aber ist sehr atmosph├Ąrisch. Besonders der Schluss

quote:
im krankenzimmer
erf├╝llt von unverst├Ąndlichen silben
jugendlicher liebe
und gel├Ąchter
begleiteten wir uns in
ihren tod

finde ich sehr originell und gut beobachtet.

Liebe Gr├╝├če
Inu



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