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Leselupe.de > Kurzgeschichten
das fenster
Eingestellt am 24. 02. 2002 13:33


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Sunny
Hobbydichter
Registriert: Feb 2002

Werke: 3
Kommentare: 2
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kalt, alles ist so kalt. ich sitze hier auf der fensterbank und schaue zu wie der regen auf das dach des gegen├╝berliegenden hauses prasselt. dort hat er gewohnt.
obwohl die heizung auf der h├Âchsten stufe steht friere ich.
so langsam wandern meine blicke an dem haus runter. jeden abend jeden verdammten abend mache ich das und hoffe, dass wenn ich zu seinem fenster schaue das licht angeht und er an seinem fenster steht, doch das licht geht nicht an, es geht nie mehr an. es bleibt dunkel, dunkel und kalt wie in meinem herzen. ich wende mich ab um an etwas anderes zu denken, doch es geht nicht, ich kann einfach nicht vergessen zu gro├č ist der schmerz. egal was ich mache immerzu denke ich an ihn, an seine dunkelblonden haare, an seine wundersch├Ânen blauen augen und an seine wunderbaren lippen.
er sah gut aus, ja er sah wirklich gut aus. doch abends tut es am meisten weh. jeden abend hab ich den gleichen traum, jeden verdammen abend habe ich den gleichen schrecklichen traum. jeden abend muss ich im traum den unfall aufs neue miterleben. jedesmal sehe ich nocheinmal wie wir im auto sitzen, wie wir noch ├╝ber den film reden. wir waren ja im kino -das letzte mal. er wollte mich nach hause fahren und dann wollten wir uns noch ein bisschen drau├čen hinsetzen um noch ein bisschen zu reden. doch dazu kam es ja nicht mehr. vorher kam ER uns ja entgegen. ER der alles kaputt machte. ER der all meine tr├Ąume platzen lie├č. ER der bertrunkene autofahrer der in der dunkelheit ohne licht auf der falschen stra├čenseite fuhr. wir sahen ihn zu sp├Ąt keiner konnte mehr ausweichen. ich kann mich dann nur noch daran erinnern das es einen heftigen sto├č gab. ab da wei├č ich dann nichts mehr. ich wachte dann erst im krankenhaus auf. total benommen sah ich das meine mutter weinend neben mr sa├č. es dauerte ein paar minuten bis ich einigerma├čen klar denken konnte. der erste gedanke der mir duch den kopf schoss war er. wo war er? er mein freund? ich sah meine mutter an und frage sie. da nahm sie mich in den arm und erz├Ąhlte mir was passiert ist. ich konnte es nich glauben. ich wollte es nicht glauben. ich lag noch eine woche im krankenhaus, kaum ansprechbar und mit gro├čen schmerzen.
nich wegen ein paar br├╝chen, prellungen und schrammen. nein sondern weil er nicht da war. auf seiner beerdigung konnte ich nicht weinen. ich schwankte immer zwischen wut, schuldgef├╝hlen und abgrundtiefer traurigkeit. und auf der beerdigung f├╝hlte ich wut, einfach nur hass auf ihn. WARUM? warum musste er mich ins kino einladen? h├Ątte er nicht etwas anderes vorschlagen k├Ânnen? aber dar├╝ber nachzudenken macht doch keinen sinn mehr. es ist eh zu sp├Ąt. gleichzeitig mach ich mir vorw├╝rfe musste ich denn zustimmen? was in den darauf folgenden wochen passiert ist wei├č ich nicht. es war und ist mir auch schei├čegal. jetzt sitz ich hier auf meiner kalten fensterbank und weine wieder. wie gerne w├╝rde ich jetzt bei ihm sein. wie gerne in seine augen schauen und ihm sagen das ich ihn liebe. doch das geht nicht mehr.... aber. aber warum nicht? ich bin ganz alleine zuhause und sie w├╝rden auch ganz gut ohne mich klarkommen. aber ich, ich kann nicht ohne ihn LEBEN es geht einfach nicht. ich gehe runter in die k├╝che und h├Ąnge meinen abschiedsbrief den ich schon vor drei tagen geschrieben habe an die k├╝hlschrankt├╝r. drin steht warum ich nicht mehr leben wollte, das ich sie alle lieb hab und das sie nicht traurig sein sollten. ich nehme mir das messer mit hoch und setze mich wieder auf die fensterbank. das erste mal seit dem unfall kann ich wieder l├Ącheln ja ich l├Ąchle und schaue zu seinem fenster. die klinge wandert wie von selbst meinen arm entlang. immer fester dr├╝cke ich zu bis ich merke das etwas an meinen armen hinunterl├Ąuft ich lege das messer beiseite und schaue weiterhin zu seinem fenster. da geht das licht an ganz verschwommen sehe ich wie seine mutter auf das fenster zugeht sie hat hat mich gesehen ich winke ihr zu schenke ihr mein letztes l├Ącheln und schlie├če meine augen, ja mein schatz gleich bin ich bei dir...............

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greetz sunny ;-)

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