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Leselupe.de > Kurzgeschichten
das tier im manne
Eingestellt am 26. 01. 2002 23:55


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Stefan_Senn
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das TIER im manne

Eine laue Sommernacht in einer Gro├čstadt. Eine Parkanlage in der Dunkelheit. Mattes Licht von vereinzelten Laternen. Und Zigarettenrauch. Die Lippen eines Zeittotschl├Ągers saugen mehr aus Langeweile denn aus Nikotinsucht. Ein weiterer Zug. Stachelige, bleiche Beine in schlechtsitzenden beigen Shorts. Graue F├╝├če in grauen Wollsocken. Und braue Sandalen. Ein zielloses Schleichen. Mehr aus Langweile denn aus Bewegungsdrang. Ein volumin├Âser Hintern nimmt Platz auf einer Parkbank. Scheue Augen sp├Ąhen in die Leere. Ein K├Ânigreich f├╝r ein Kollektiv gedruckter Buchstaben. Der Versuch in eine Welt der Gedanken zu fliehen scheitert. Grillen zirpen den Mond an. N├Ąmlicher scheint zu schmunzeln. ├ťber die Gestalt auf der Parkbank. Ein kurzer Blickkontakt zwischen den beiden. L├Ąhmende Langweile wirkt stumpfend auf die F├Ąhigkeit der Beobachtungsgabe. Eine feuchte Hand greift in die Ges├Ą├čtasche. Ein Kunststofffeuerzeug als Ventil eines ungez├╝gelten Spieltriebs. Ungepflegte N├Ągel erzeugen Blitze. Immer und immer wieder.
Schritte in der Dunkelheit. Eine wei├če Gestalt n├Ąhert sich. Das Feuerzeug klickt immer noch. Eine helle Stimme erklingt und verursacht ein Zusammenzucken. Ein scheuer Blick erfasst weibliche Rundungen. Schlecht geb├Ąndigt von engem wei├čen Stoff. Und nackte F├╝├če. Und einen Hauch von schwarzer Rumpfbekleidung. Blitze teilt man gerne. Mehr wollte der Engel nicht. Ein sehnsuchtsvoller Blick nach dem sich entfernenden Wesen. Blaue W├Âlkchen hat es hinterlassen. Und kleine Ameisen. Die regen sich jetzt, werden lebendig und kribbeln. In des Mannes Bauchmitte. Eine Bombe und eine Lunte. Die Blitze haben sie gez├╝ndet.
Trance. Ein zitternder K├Ârper erhebt sich. Wie ein Roboter. Schritte-erst z├Âgerlich, dann bestimmt. Die Witterung ist aufgenommen. Der wei├če Fleck am Horizont wird gr├Â├čer. Gr├Â├čer wird auch das Kribbeln. Die Ameisen werden ├╝berm├╝tig. Bet├Ąuben Nervenenden und den Verstand.
Ein Hecheln. Wie ein Hund in Erwartung eines Leckerbissens. Und gr├Â├čer wird der wei├če Fleck. Und der Hund wird zur Katze. Schleicht mit verringerter Atemfequenz. Und f├Ąhrt die Krallen aus. Ansatzlos. Ein gellender Schrei verhallt in der Finsternis. Gleich darauf rei├čt Stoff-wei├čer Stoff.

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