Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5553
Themen:   95287
Momentan online:
424 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
das tier im manne
Eingestellt am 26. 01. 2002 23:55


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Stefan_Senn
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 148
Kommentare: 108
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Stefan_Senn eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

das TIER im manne

Eine laue Sommernacht in einer Gro√üstadt. Eine Parkanlage in der Dunkelheit. Mattes Licht von vereinzelten Laternen. Und Zigarettenrauch. Die Lippen eines Zeittotschl√§gers saugen mehr aus Langeweile denn aus Nikotinsucht. Ein weiterer Zug. Stachelige, bleiche Beine in schlechtsitzenden beigen Shorts. Graue F√ľ√üe in grauen Wollsocken. Und braue Sandalen. Ein zielloses Schleichen. Mehr aus Langweile denn aus Bewegungsdrang. Ein volumin√∂ser Hintern nimmt Platz auf einer Parkbank. Scheue Augen sp√§hen in die Leere. Ein K√∂nigreich f√ľr ein Kollektiv gedruckter Buchstaben. Der Versuch in eine Welt der Gedanken zu fliehen scheitert. Grillen zirpen den Mond an. N√§mlicher scheint zu schmunzeln. √úber die Gestalt auf der Parkbank. Ein kurzer Blickkontakt zwischen den beiden. L√§hmende Langweile wirkt stumpfend auf die F√§higkeit der Beobachtungsgabe. Eine feuchte Hand greift in die Ges√§√ütasche. Ein Kunststofffeuerzeug als Ventil eines ungez√ľgelten Spieltriebs. Ungepflegte N√§gel erzeugen Blitze. Immer und immer wieder.
Schritte in der Dunkelheit. Eine wei√üe Gestalt n√§hert sich. Das Feuerzeug klickt immer noch. Eine helle Stimme erklingt und verursacht ein Zusammenzucken. Ein scheuer Blick erfasst weibliche Rundungen. Schlecht geb√§ndigt von engem wei√üen Stoff. Und nackte F√ľ√üe. Und einen Hauch von schwarzer Rumpfbekleidung. Blitze teilt man gerne. Mehr wollte der Engel nicht. Ein sehnsuchtsvoller Blick nach dem sich entfernenden Wesen. Blaue W√∂lkchen hat es hinterlassen. Und kleine Ameisen. Die regen sich jetzt, werden lebendig und kribbeln. In des Mannes Bauchmitte. Eine Bombe und eine Lunte. Die Blitze haben sie gez√ľndet.
Trance. Ein zitternder K√∂rper erhebt sich. Wie ein Roboter. Schritte-erst z√∂gerlich, dann bestimmt. Die Witterung ist aufgenommen. Der wei√üe Fleck am Horizont wird gr√∂√üer. Gr√∂√üer wird auch das Kribbeln. Die Ameisen werden √ľberm√ľtig. Bet√§uben Nervenenden und den Verstand.
Ein Hecheln. Wie ein Hund in Erwartung eines Leckerbissens. Und größer wird der weiße Fleck. Und der Hund wird zur Katze. Schleicht mit verringerter Atemfequenz. Und fährt die Krallen aus. Ansatzlos. Ein gellender Schrei verhallt in der Finsternis. Gleich darauf reißt Stoff-weißer Stoff.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Werbung