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Leselupe.de > Ungereimtes
den rolladen auf halbmast
Eingestellt am 03. 01. 2003 14:23


Autor
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margot
???
Registriert: Mar 2002

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heute ist ein heller tag
aber kalt
der sturm ebbt ab
ein wunder, dass heute noch
leute von bäumen erschlagen werden
diese verdammte welt gibt
eine menge rätsel auf
zum beispiel die pyramiden
oder wie das leben auf die
erde kam
ich verabredete mich mit
armin in der billard-kneipe
ich will nicht den ganzen tag die
wohnung putzen
zwischendurch ein gedicht schreiben
und stundenlang radio hören
neige sowieso zur schwermut
das universum breitete sich kurz nach
dem big bang
f√ľr den bruchteil einer sekunde
mit √ľberlichtgeschwindigkeit aus
womit sich die √ľberaus hohe
gleichmäßige verteilung der
galaxien, sterne, nebel
an unserem nachthimmel erklären
lässt
inzwischen sind wir bei minus
270 grad celsius angelangt
kein wunder, dass
mir kalt ist
manchmal vermisse ich einfach
die wärme eines lebewesens
das sich anschmiegt und um mich herum
streicht wie eine katze
ich w√ľnschte, die nahtod-erfahrungen
von menschen, die erfolgreich
wiederbelebt wurden, wären wahr
denn zugegeben habe ich riesige angst vor
dem tod
und was danach kommen mag
oder nicht
ich möchte gar nicht drumrum rätseln
vielleicht werde ich erleuchtet
ganz unerwartet
womöglich beim nächsten sturm von
einem baum erschlagen
oder dumm und alt aus der wäsche gucken
ein greiser narr
der sich von der welt verabschiedete
lange bevor
der tod ihn zu sich holt


__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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Waldemar Hammel
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Och je, Du Armer...

Es gibt nicht "den Tod", es gibt auch nicht "das Leben". Solche Begriffe sind versubstantivierte Adjektive oder Verben ("gr√ľn" -> "das Gr√ľne")

Man kann leben, geborenwerden, sterben. Mehr nicht. Das Geheimnis besteht daraus, daß absolut keines da ist.
Den ganzen Zirkel nennt man in einem stets zum Hypostasieren veranlagten Denken und Wahrnehmen "Vergänglichkeit".

Diese V. ist aber nicht einfach eine bedauerliche Negativeigenschaft der Welt, sondern eine Grundeigenschaft, aus der √ľberhaupt die Existenzm√∂glichkeit alles Seienden stammt, denn neutral beschrieben, ist Verg√§nglichkeit nur eben die Notwendigkeit permanenter Wechselwirkung von Allem mit Allem. Und da eine jede WW die jeweils beteiligten Partner ver√§ndert, sind diese niemals stabil (nennt man "nicht-selbstidentisch").
Und das gilt f√ľr Berge, Sonnen, Elektronen, Menschen, Fr√∂sche, f√ľr alles Existierende.

Verstehst? Etwas, was keinerlei Wirkung in dieser Welt machen w√ľrde, existierte eben deshalb auch nicht, und bei jedem Wirkungmachen (Existieren) ist es eben Wechselwirkung, d.h., der Schu√ü geht immer unver√§nderlich in beide Richtungen los, was den Wirkenden jeweils stets mit ver√§ndert.
Existieren ist also Veränderung, anders gehts nicht.
Und eine Form der Veränderung ist eben auch der Systemuntergang bei jener Wandlung, die man magisch "Tod" genannt hat.

Was danach geschieht? Geheimnisvoll?
Eher nicht: Es geschieht danach dasselbe, was vor Deiner Geburt geschah: F√ľr "Dich" nix mehr, einfach weil Du nicht mehr bist.
(Das Bild auf dem TV ist auch nicht mehr, wenn das Gerät kaputt ist.)

Wenn Dich die Tanatologie interessiert (sog. "NachtodErfahrungen"), dann lies K√ľbler-Ross, aber Warnung: Glaub nicht dran!
Du bist Dein Gehirn (und Dein Körper), und, wenn die zerfallen, bist Du nicht mehr, einfach so.

Die Angst vorm "Tod", dem Sensenmann, dem Freund Hein, kann auch die Hinwendung zur Religion bewirken. Aber Du weißt selbst mit welchem Effekt: Die Angst vorm Tod wird gepushed und noch vergrößert, statt verkleinert, denn es gibt ja dann Himmel/Hölle/Fegefeuer usw...

Psychologisch ist anzumerken, da√ü die Angst vorm Tod umso gr√∂√üer ist, je weniger direkte, pers√∂nliche Erfahrungen mit dem Sterben vorliegen. Ich kann dies aus meiner Erfahrung nur best√§tigen, denn pers√∂nlich miterlebt man Sterben genau wie Geb√§ren als die nat√ľrlichste Sache der Welt.

Sehr oft auch ist scheinbare Todesangst bei näherem Hinsehen eine sich versteckende Lebensangst, denn nicht der Tod, sondern das Leben ist jenes Problem, an welchem Viele von uns scheitern.
(Wäre dies nicht so, wären Viele sogar noch zu dumm zu sterben!)

André Heller fasste dies im Satz zusammen: "Nicht an der Fähigkeit zu sterben, sondern an der Unfähigkeit zu leben gehen die Meisten zugrunde."

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sternchen700
Guest
Registriert: Not Yet

Also, Waldemar Hammel!

Ich finde nicht, da√ü man die Gedanken, die sich jemand macht, nicht derart analysieren (oder sich gar dar√ľber lustig machen) sollte.
Ich glaube, viele haben √§hnliche Gedanken oder √Ąngste.
Ist jetzt nicht böse gemeint, aber glaubst Du, daß Du alles weißt???
Keiner wei√ü doch genau, was z.B. nach dem Tod mit uns passiert - wenn √ľberhaupt...
Das "nicht wissen" mag zum Teil auch sehr be√§ngstigend sein, doch andererseits: Wer will schon alles ganz genau wissen? Was w√§re das f√ľr ein Leben?
Gruß Nicole.

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wolfsfrau
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St√ľrme des Lebens

Hi Ralph

Bei deinen Gedichten dringt f√ľr dich deine eigene perl√∂nliche Weisheit durch, die ich eher nachvollziehen
kann wie diese allgemeinen Betrachtungen √ľber Leben und
Tod. Zur Zeit lese ich Stanislaw Lem die Sterntage-
b√ľcher. Ich bin begeistert von seiner Phantasie. Und was
die Welt wirklich zusammenhält werden wir wohl nie erfahren.

Viele liebe Gr√ľ√üe
die Wolfsfrau

__________________
Wo ist das letzte Einhorn?

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margot
???
Registriert: Mar 2002

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liebe wolfsfrau, stanislaw lem kann ich dir nur
empfehlen. ich erlag desöfteren seinen phantasien.
manchmal auf dem klo, während ich einfacher maschinen-
bediener war. manchmal am strand eines baggersees,
während ich auf den busen einer schönen braut schielte.

ralph
__________________
schlagt mich bitte nicht tot. ich bin kitzlig.

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