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Leselupe.de > ErzÀhlungen
der Umgang mit Bildschirmen
Eingestellt am 05. 12. 2015 01:23


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Appolinaire
Hobbydichter
Registriert: Dec 2015

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Die Bildschirme : ErzÀhlung
AnlĂ€sslich eines Aufenthalts in Nieland eines Vaters mit seinem Sohn bei der Heimatsfamilie sollte das Kind feststellen, dass die Welt gewissermaßen anders ist.
Bei der Ankunft am Flughafen sagte der Vater seinem Sohn(17 Jahre): „du wirst deine neue Familie treffen. Wir sind lange in Neinland geblieben. Vergiss deine herkömmliche Lebensweise, denn hier wirst du eine andere dekuvrieren, die mehr als 17 ist.“ Darauf reagiert der Junge hochmĂŒtig: „lass mal sehen! ZunĂ€chst muss ich essen!“
Am Flughafen gab es die sog. Familie zusammengesetzt aus einem jungen MĂ€dchen, einem Jungen, die fĂŒr diese Gelegenheit gekommen war, um die GĂ€ste aufzunehmen. Die Familie hatte ein Gebrauchsauto fĂŒr diesen speziellen Tag ausgeliehen. Mari, so hieß der Junge aus Neinland, nahm sofort Platz im Wagen und verließ sein GepĂ€ck auf dem Boden. Er hatte nur seinen Rucksack auf sich, worin, wie er es sagte, es sein „Leben“ gab. Die Kinder an seiner Stelle rangierten das GepĂ€ck im Autokoffer. Sie waren alle bereit, nach Hause zu gehen. Unterwegs danach sprach niemand niemandem. Sie warteten vielleicht darauf, dass sie zu Hause ankamen. Dieser friedhofsĂ€hnliche Ruhe ĂŒberdrĂŒssig eröffnete der Junge Mari seinen goldenen Rucksack „Dolce Gabbana“. Drin gab es nur zwei Sachen: die Tablette und die IPhone und deren jeweiligen LadegerĂ€te. Er nahm seine Iphone daraus. Die anderen Passenger starrten an ihn neugierig und verstanden nicht, wer und warum er jetzt anrufen wollte, aber das war nicht sein Ziel. ZuzĂŒglich der IPhone nahm er die entsprechenden Kopfhörer. Er trug seine Kopfhörer, schaltete sein Handy ein und tritt in seine Playlist ein und erhielt freien Zugang zu seiner beliebten und meistgehörten Musik. Auf einmal Ă€nderte sich der Gesichtsausdruck des Jungen; er schien nun ruhig, unzugĂ€nglich, als ob er in einem einsamen bevölkerten Planet wĂ€re. Seine Kusine, Julie, sprach zu ihm in einem schweigenbrechenwollenden Versuch, indem sie ihm von ihr selbst erzĂ€hlte. Körperlich war er da, aber geistlich anderswo.
Nach einer Stunde fahrt in der schmutzigen Stadt kamen sie endlich alle zu Hause an. Obwohl der Junge seine Augen geschlossen hatte, um seine Musik mit alle Sinnesorgane zu konsumieren, stellte er fest, dass das Auto einen Halt gemacht hatte; die anderen waren schon aus dem Wagen ausgestiegen, sodass er sich hinter ihnen eilte, um das Haus zu betreten. Julie stand auf der Schwelle der TĂŒr und nahm in die Hand. Innerhalb des Hauses waren der Großvater, die Großmutter und andere Kinder prĂ€sent, die hierher fĂŒr die Ferien gebracht wurden. Der Junge und sein Vater grĂŒĂŸten die Familienmitglieder und lernen sich kennen zugleich. Sie unterhielten sich ein wenig zusammen und wandten sich danach dem Jungen Mari ab, der das Zentrum der SchwĂ€tzereien war, da es das erste Mal war, dass er seine Großeltern besuchte. Er hatte vor kurzem seine Kopfhören hĂ€ngen lassen und antwortete auf die teilweise neugierige und dumme Fragen. Das Essen brachte man gerade aus der KĂŒche. Der Junge wollte mitmachen, aber der Großvater fragte ihn höflich gesessen zu bleiben.
Er gehorche, aber ohne keine Fragen zu stellen: „warum darf ich aber nicht helfen Grand pa?! Ich will doch an dem Tischdecken partizipieren!“. Wie in der nielĂ€ndischer Art antwortete ihn der Großvater durch eine Frage: „Hast du die anderen Jungen in der KĂŒche gesehen?“. Der Junge hatte nicht verstanden, dass es eine rhetorische Frage war zum Ziel der Entmutigung zu Weiterfragen und antwortete dennoch darauf mit einem „Nein!“. Dieses Nein gab dem Großvater Anlass zum Weitersprechen: „Bei mir ist es verboten, fĂŒr Junge ebenso wie MĂ€nner- darunter ich selbst- sei es irrtĂŒmlich oder fĂŒr irgendwelche GrĂŒnde die KĂŒche zu betreten sogar zu besuchen“. Dieser autoritĂ€re Ton fĂ€llt dem Jungen komisch ein. AutoritĂ€t hatte er niemals geliebt; er war trotzdem von guter Erziehung.
Die Tischdeckung kam zu Ende. Alle kamen zum Tisch, aber bevor sie zu essen anfingen, mussten sie Gott beten. Es gab noch immer ein Problem bei dem Neuangekommenen: er trug immer seinen Hut auf dem Kopf. Dies galt als unhöflich so angezogen mit Ă€lteren zu essen. Der Vater empfahl seinem Vater den Hut anzunehmen und diesmal ohne Fragen zu stellen, gehorchte er. Das Gebet konnte nun gesagt werden von der Großmutter. Dem Jungen schmeckte nicht wirklich das, was er aß; er aß trotzdem, um den anderen nicht zu missfallen trinkend frisches Wasser aus dem Hahn.
Als der Junge seinen Teller leerte, servierte er sich nicht weiter; er trank nur Wasser wartend darauf, dass das Essen zu Ende kam. Er wollte nach seinem Geschmack das Essen fröhlich machen, aber er war ihm Angst, dass der Großvater mit seinen Prinzipien seine Geste falsch interpretiert und vorwarf. Er lancierte sich dennoch und zaghafterweise sagte er: „bon appetit“. Erfreulicherweise wurde das gut rezipiert und alle auf dem Tisch antworteten: „merci. A toi de mĂšme!“. Wieder Ruhe. Der Vater brach das Schweigen: „Also mein Sohn, wie geht es mit unserer AffĂ€re?“. Das Anwenden des Possessivpronomen „unser“ lĂ€sst sich dadurch begrĂŒnden, dass der Erfolg des Sohnes den Stolz des Grandpas machte und auf keinen Fall ein Hauch von Misserfolg. Maris Vater, der niemals seinen Vater enttĂ€uschen sollte, antwortete wie erwartet: „alles gut Vater! Ich plane bald meine eigene Firma zu kreieren“. „Oh! Das ist doch eine tolle Nachricht! Du bist wirklich mein Sohn!“, sagte der Vater.
Der Enkel wollte sich in die Konversation einmischen, aber die Art, wie der Großvater auf ihn starrte, machte ihn verstehen, dass er gar keine andere Wahl hatte als den Mund zu halten. Ihn noch mit Worten wiederzurufen, dass es bei ihm verboten war, am Tisch zu plaudern, wobei Mari nicht verstand, warum die anderen das Recht hatten am Tisch zu sprechen und er nicht. Schritt fĂŒr Schritt sah der Junge ein, dass diese Familie eine Familie von Prinzipien war, worin der Grandpa allein das Wort hatte. Im Vergleich zu was auf ihn warte, war es aber nichts. Nach dem Essen glitten die MĂ€nner zu einem anderen Raum, wĂ€hrend Großmutter und die MĂ€dchen die Sauberkeit im Esszimmer machten.
Fortsetzung(heute den 11. 08. 2015)
Dieser Raum war mehr als jeglicher andere war die DomĂ€ne des Großvaters. Er saß immer im Fernsehzimmer mit der Culotte allein auf sich und ein Bier neben sich mitunter. Die Fernsehbedienung war sein privates Eigentum. Es gab drei in seinem Leben: schlafen, essen und fernsehen, wobei die letzte ihn mehr Zeit kostete- mindestens 15 Stunden pro Tag. Der Raum war mit einem kleinen KĂŒhlschrank, Toilette mit Dusche und einem aus Leder gemĂŒtlichen CanapĂ© ausgestattet, wo der alte Greise seinen dicken Bauch ruhen liess, als er todmĂŒde war, ohne den anderen Mitgliedern freien Zugang zu seinem „schatz“ zu geben, indem er sich auf das Apparat hinlegte oder aber es in seiner geballten Faust hielt, sodass niemand außer ihm, wenn er hin und wieder aus seinem Schlaf erschrak, den Fernsehkanal wechseln konnte. Vor seinem Kanapee gab es einen Tisch, er sehr oft sein Essen setze. Zum Essen hier war er der einzige, der dieses Recht hatte. UnglĂŒck fĂŒr alle, die sich fĂŒr das numerische Fernsehen-mit mehr als hunderte KanĂ€le- interessierte, war, dass der Vater ĂŒberdies im Ruhestand war und aufgrund seines unschönen Verhaltens einen mitgliederarmen Freundeskreis hatte, die nicht sehr hĂ€ufig zu Besuch kamen, sodass nichts ihn von seinem „Schatz“ sogar fĂŒr eine Sekunde entfernen konnte. Es gab immer Probleme im Hause, wenn die Großmutter zu Erinnerung Juliens ihre Soaps fernsehen wollte. Dies Ă€rgerte der Vater, der mitunter gleichzeitig auf ein anderes seinem Geschmack nach interessanterem Programm konzentriert war. Aber mit der Zeit wurde er ein treuer Konsument der zahlreichen Telenovelas.
Ein Fan aller Fernsehprogramme war der Vater. Allein die Zeichentrickfilme, die das Hauptgericht der Jugendlichen waren, waren in seiner Tagesordnung fehl am Platz. Es kommt aber-einmal in einem Monat- selten vor, dass in einem Moment von HumanitÀt oder wenn er erschöpft war, dass er sich unbewusst bei einem Zeichentrickfilmkanal hielt. Seine HumanitÀt war nur eine minutenlange AffÀre und dies erschien oft nach der selten gekochte Mbongotchobi-speise.
FĂŒr den Neuling war solch eine AttitĂŒde völlig neu, dass man sich quĂ€len musste, um sein Lieblingsfernsehprogramm zu genießen. Es war ihm, so hatte er eingangs gedacht, einerlei, da er seine Tablette und Fernsehen mitgebracht hatte. EigentĂŒmlicher fĂŒr ihn war, dass er nur einen einzigen Fernsehapparat in einem so weitrĂ€umigen Haus gab. Das, was er ignorierte, war, dass diese Situation grossvatergewollt war. In der Tat das Vorhandensein eines einzigen Fernsehapparates und die Tatsache, dass er derjenige war, der alltĂ€glich die Fernsehbedienung innehatte, war ihm ein Mittel, seine Familie zusammenzuhalten, da sein Haus vor dem Fernsehkauf immer leer war. Die Grossmutter Babuschka und die Kinder waren stets bei den Nachbarn, mit denen sie FernsehprogrammaffinitĂ€ten teilten.
Indem er sein modisches Fernsehen kaufte, verbot der Grossvater Ärgerlinaire das Rausgehen zu den Nachbarn. Es gab drei Programme, die nach der Anwesenheit der Jungen des Hauses verlangte: Nachrichten, Fussballspiele und Pferdrennen. Fernsehnachrichten, denn der Alte die Wissen-Macht- Dialektik gut kannte. Fussballspiele und Rennen, weil er ein grosszĂŒgiger Wetter war. Es kam sehr oft vor, dass er sich fĂŒr eine Weile einschlief. In diesem Fall hatten die Jungen die Aufgabe die Spielergebnisse und die Ankunftsordnung des Pferdrennens sorgfĂ€ltig zu notieren. Sie wusste, dass Grandpa Ă€rgerlinaire sich heftig Ă€rgern wĂŒrde, wenn er bis morgen einschlief ohne seine Ergebnisse. Wenn seine Ergebnisse positiv waren, stand er ausnahmsweise frĂŒh, um das verdiente Geld zu sammeln bei einer Wettagentur. Der Junge Mari fand es demĂŒtigeng so exploitiert zu werden.
Er aber konnte vor und nach den obligatorischen Programmen in sein Zimmer fliehen, um seine eigenen Lieblingsprogramme zu kosten. Er vermisste seinen Vater, der nach 24 Stunden in Neinland zurĂŒckgekehrt war und die Situation wurde sich noch verschlimmert. Es kam zu einer Zeit, wo der Strom zwischen 06 und 11:45 Uhr ausfiel; FĂŒr den Grossvater war er die schönste Sache der Welt, denn er schlief bis zu 11:30 Uhr. WĂ€hrenddessen mussten die Jugendlichen ab 07 Uhr aufstehen, um den Haushalt zu machen. Es fing an mit dem Geschirr, dann Kleidungen und schlussendlich die biblische Studie-die harten Arbeiten waren wĂ€hrend Maris Aufenthalts verboten. Der Grossvater, den ĂŒberwiegent im Fernsehzimmer ĂŒbernachte, ging sofort in die darin existierende Dusche nach seinem sofortigen Aufwachen. Grossmutter Babuschka inzwischen machte das FrĂŒhstĂŒck bereit. Mari, Aziz und Julie sassen schon im Esszimmer und warten lediglich darauf, dass Grandpa Ärgerlinaire den Essenanfang pfiff. FĂŒr das erste Essen des Tages war die ganze Familie immer am Tisch versammelt. Das Licht kam ganz genau um 12:30: das bedeutete nur eine Halbstunde nach dem FrĂŒhstĂŒck. Der Greise liess sich nicht beten, um in seinem Bunker zu gehen, denn die Nationalnachrichten verpasste er um keinen Preis.
Der junge Mari, der sich immer in seinem Herz beklagte, sah die im Haus herrschende AtmosphĂ€re sowie das Lebensrhythmus als freiheitsvernichtend an: von Morgen bis Mittag hinderte ihn die Stromunterbrechung, von seiner Iphone und Tablette zu profitieren und demzufolge eine obwohl in einem niedrigen Grad gewisse IntimitĂ€t zu haben. Von Mittag bis Abend sollte er die geschmackslosen Programme der Grandpas tolerieren. Noch freiheitseinengner war die Tatsache, dass alle RĂ€ume des Hauses-ausser dem Bunker natĂŒrlich, der um dieser Uhr der einzigen ewigen Person bevölkert war- eingeschlafen werden sollten. Dies bedeutete, dass ebenfalls in Schlafzimmer Dunkel und stumme Ruhe herrschen sollte und herrschte tatsĂ€chlich.
In diesem Haus fĂŒhlte sich Mari wie in einer drohenden Insel, wo die Gefahr allgegenwĂ€rtig und ĂŒberall war. Bis im Schlaf war er von den Verboten Grandpa Ärgerlinaires hantiert und fand immer nicht die Ataraxie. Im Endeffekt nach einer Woche kam er zu der Einstellung, dass er immer vor einer ihm nicht gut schmeckenden RealitĂ€t geflohen war zugunsten der maschinellen RealitĂ€t: die entweder RealitĂ€t der Tablette oder der Iphone. Er hatte nun die Entscheidung getroffen, der nielĂ€ndischen RealitĂ€t entgegenzuhalten. Da er nicht mehr nach seinem Willen ĂŒber seinen „Schatz“ verfĂŒgen konnte, entschloss er sich dazu, fĂŒr seinen wochenlangen Aufenthalt die Iphone nicht ohne die Tablette sowie auszuschalten und von ihm fern zu halten.

Fortsetzung(13/08/2015)
Er trug wohl seinen Vornamen- Marie. Er fĂŒhrte fast immer wohlĂŒberlegte Aktionen und in diesem Sinne lag ihm fern beispielsweise Marihuana zu konsumieren oder weiter die Marionette zu spielen. Er hatte sein Wochenprogramm aufgerĂ€umt, sodass er Profit machen konnte von den restlichen freien Momenten. Er ĂŒberzeugte seine BrĂŒder davon, dass sie von nun an frĂŒher aufstehen und Hobbyvereine beitreten sollten. Da sie nicht lange Freizeit hatten, mussten sie tief ĂŒberlegen, um richtig auszuwĂ€hlen, was Profitables sie machen konnten. Sie waren drei und also musste sich jeder eine AktivitĂ€t aussuchen, die ihm am besten gefiel. Mari entschied sich fĂŒr Literatur, Raoul fĂŒr Schachspiel und Julie fĂŒr Sport bzw. Fußball, denn er kombiniert alle anderen Sportsarten. Wer Fußball spielt, der lĂ€uft, springt, lanciert und Weiteres. Ein Literaturklub gab es in Neinland nicht, so nahm Marie ein Abo in der Stadtbibliothek. Ein Schachspielklub gab es erfreulicherweise fĂŒr Raoul, der sich schnell und mĂŒhelos darin einschrieb. Viele Fußballvereine gab es ins Unermessliche in Neinlands Hauptstadt. Aber das Problem lag darin, dass die alltĂ€glichen Trainings ab 12 anfingen und die Eischreibung hatte Julie ausschließen sollen. Wie sollten sie das nun tun, ohne dass der Großvater es wusste, da er hatte das Rausgehen aus dem Haus verboten, wobei sein Verhalten sie zu Ungehorsam getrieben hatte? So lautete die zu beantwortende Frage bei den Jugendlichen.
Die Strategie fĂŒr sie war einfach: frĂŒher denn je aufwachen, das Haus putzen und dann weg, wĂ€hrend Grandpa Ärgerlinaire noch schlief. Dagegen hatte Großmutter Babuschka nichts. Sie warnte nur die Kinder davor, dass sie vor 12 schon zu Hause tunlichst sein sollten. Weil es Julie nicht gelungen war, einen Klub zu finden, zeugten ihr Raoul und Mari SolidaritĂ€t, indem sie laufend, springend und oft mit einem Ball in den FĂŒĂŸen in die jeweiligen Hobbygemeinschaften gingen.
Jeder kam spĂ€testens in seiner SozietĂ€t spĂ€testens um 08 Uhr an, so dass er fĂŒr drei Stunden mindestens eine andere gutgelaunt stinkende Luft einatmen konnte. Marie las manchmal in der Bibliothek der Hauptstadt oder am besten lieh das Buch aus, um es Satzglied fĂŒr Satzglied in den beruhigten NĂ€chten zu Hause mit der Lampe oder mit dem Lichts seines Handys konsumieren zu können. Er nĂŒtzte auch mitunter seine Freizeit um, falls Julie mit ihm gekommen war, mit ihr auf dem Zentralhof hinter der Bibliothek Fußball zu spielen. Raul, der zeitlebens schachspielend sich zu amĂŒsieren gehofft hatte, besuchte die Initiationsklasse, wo man Zeit nahm, um den Neulingen die Funktionen jeder Figur beizubringen. Die Funktion, die er fĂŒr das Spiel hatte zuzĂŒglich der Tatsache, dass Großvater Ärgerlinaire wĂ€hrend seiner Kindheit, vor dem Fernseher mit ihm spielte, machten, dass er sehr schnell und mit großem Erfolg die A1 Klasse verließ zugunsten deren fĂŒr Fortgeschrittene und alldies nach einer Woche allein. Mari seinerseits hatte schon mehr als 15 Texte, vorwiegend ErzĂ€hlungen und Novelle, in einer Spanne von einer Woche gelesen- ein Rekord fĂŒr ihn, der bisher mit LĂ€uten und Bildern vertraut war.
Zu diesen rasanten Fortschritten trug die Mutter in höherem Masse bei: sie half den Kindern Grandpa Ärgerlinaire das Geheimnis zu kaschieren. Sie ist es, die darĂŒber hinaus ihre Geliebten Raum und Ausreden zur VerfĂŒgung stellte. Sie wollte das Geschirr abends nach 22 Uhr spĂŒlen haben, um das Veto zu konterkarieren. Von dieser Ausrede profitierten die Kinder, um ihr jeweiligen VergnĂŒgungsende zu retardieren, indem sie lasen, hörten oder aber Schach spielten. Die Großmutter, die in einer vaterzentralistischen Gesellschaft geboren war, zuhörte, wenn Mari las; wĂ€hrenddessen spielten Raoul und Julie Schach, damit der erste sich fĂŒr den in drei Wochen stattfindenden nationalen Schachwettbewerb.
Großmutter Babuschka war diejenige, die am besten seine „Kinder“ verstand. Sie hatte Zeitlebens in einer phallokratischen Gesellschaft gelebt. Diese Gesellschaft, die ihn seine Kindheit geraubt hatte. In der Tat hatten die MĂ€dchen zu ihrer Kindheit nicht die Genehmigung Schule zu besuchen, aber das bedeutete nicht, dass sie unerzogen blieben. Die Differenz lag darin dass, die MĂ€dchenerziehung ganz besondere Akzentsetzungen hatte im Vergleich zu den Jungen. Schon noch ein Fötus wurde sie Grandpa Ärgerlinaire versprochen, der sie als Frau erst im Alter von 13 nahm. Sie hatte allein in seinem Leben 03 Klassen abwechselnd und wiederholend besucht zwischen Markt, KĂŒche und Ehebett, so dass sie ihr erstes von 11 Kindern erst im Alter von 14 zur Welt brachte. Ihre HumanitĂ€t und Mutterliebe hatte sie seither aber nie verloren. Sie nahm großes VergnĂŒgen von den LektĂŒren, die Mari fĂŒr sie tat. Ihre Neugier machte, dass sie auch schnell die Basis des Schachspiels lernte. Sie bat Mari ihr Lesen zu lehren. Mari lieh dann jeden Abend LektĂŒrebĂŒcher fĂŒr seine Oma aus. Mari und Raoul schritten stĂ€ndig fort: Mari las nun Romane und klassische PhilosophiebĂŒcher vor kurzem, er fing auch an, seine eigene ErzĂ€hlung zu schreiben. Raoul seinerseits war eine Woche vor dem Anbeginn des Wettbewerbs völlig bereit. Julie, die Fußballspielerin, gelang es nach 02 Wochen Verzweiflung einer Mannschaft beizutreten und deren Trainingsprogramm frĂŒher in den Tag zu deplatzieren.
Jeder war einigermaßen glĂŒcklich und dies war nicht Grandpa Ärgerlinaires Verdienst. Dies hatte der Greise festgestellt, er, der-seinem Empfinden nach- sein Beste gegeben hatte, damit seine Familie harmonisch lebte. Diese VerrĂŒcktheit nach dem Fernseher fand seine BegrĂŒndung darin, dass Fernsehen eine Erfindung seiner Zeit war. Der bauchfreie Greise ist bedauerlicherweise in einer Epoche aufgewachsen, wo die Zerstreuung eine orale Kommunikationsform hatte. Grandpa Ärgerlinaire in seiner Kindheit tötete den MĂŒĂŸiggang, indem seine Eltern und Großeltern ĂŒberwiegend ihm MĂ€rchen von „Kul die Schildkröte, „Zeh der Panther und anderen Tieren erzĂ€hlte. Bemerkenswert bei diesen MĂ€rchen waren, dass man sie erzĂ€hlte um ein Holzfeuer herum versammelt, auf dem man Maiskolben und Pflaumen schmorte, und dass sie immer „Kul“ das klĂŒgste aller Tiere gegen andere inszenierten. Wenn er sein kleines Dorf fĂŒr Weiterstudium in die Stadt verließ, entdeckte er eine neue Art Abende zu verbringen. Die Kommunikationsart war bildlich und mĂŒndlich. Es war das schwarz-weiße Fernsehen. Zu dieser Zeit war es ein Luxus einen Fernsehapparat zu besitzen und das Haus des Besitzers wurde immer zu einem Versammlungsort fĂŒr all das Viertel: es gab Erwachsene, die ebenso wie Kinder akzeptieren gerne, sich am kalten nackten schmutzigen Boden zu setzen. Sie sollten HöhngelĂ€chter und Beschimpfungen des Gastgebers ertragen. Alldiesem hatte Großvater Ärgerlinaire unterliegen mĂŒssen. Daher kann man leicht verstehen seine Befriedigung und Stolz darauf, dass seine Familie nicht zu erdulden hat das, was er erduldet hatte. Seine Absichten waren gut; allein die Art, wie er sie unternahm zu konkretisieren, war falsch. Er wurde so tief von aufgefallen von dem HöhngelĂ€chter ĂŒber ihn, der da am Boden saß, um fernzusehen, dass, er, indem er ein verkabeltes digitales Fernsehen installierte, sicher davon war, den Seinigen irgendwelche DemĂŒtigungsform wegen Fernsehens zu ersparen. Er hatte nie festgehalten, dass seine Familie nie in seiner PrĂ€senz gefiel. Erst 3 Wochen nach Maris Ankunft wurde ihm die wachsende Distanz und Ekel wahrnehmbar.
Es war ein Mittag, als Grandpa herkömmlicherweise nach Essen fragte: „Bring mir mein Essen Weib! Worauf wartest du? Ich bin doch hungrig!“ so hĂ€tte Grandpa nicht sprechen sollen; er stellte nun fest, dass, obwohl sein Weib mit den Nachbarinnen nicht sprach und das Haus lediglich, um rapide EinkĂ€ufe zu machen quittierte, Grandma Emanzipationsluftzuge inhaliert hatte. Sie antwortete darauf vehement mit einer Gegenfrage: „du bist hungrig? weißt du nicht, wo man einkauft und wie man kocht? Glaubst du, dass meine Arbeit leicht ist? Bin ich deine Putzfrau allein“. Sie fĂŒhrte ihre Monolog fort: „du hast aber Recht ĂŒber etwas:“ sagte sie in einer ironischen Weise „ja, ich warte. Ich warte auf den Papst, um den Tisch zu decken und zu servieren“. Grandpa blieb wortlos; er war verwirrt und hatte eine Weile Angst vor ihr. Seine Frau, die niemals auf seine Fragen mit mehralsauszweiwörternzusammengesetzten Antworten reagiert hatte, hatte ihm diesmal eine Rede gehalten. Herkömmlicherweise hĂ€tte sie nur mit einem „sofort“ beantworten. Sie eilte sich dennoch nach ihrer Reaktion, das Essen zu servieren, da es eine Tradition war, am Mittag zusammen zu essen. Der Tradition war sie respektvoller als der Gewöhnung-des Mannes. Ein anderer Grund dafĂŒr, dass sie gehorchte, war, dass sie nicht die Kinder zur Rebellion angesichts ihres Mannes verleiten wollte.
Auch wenn diese Situation fĂŒr ihn völlig eigentĂŒmlich und neu war, machte er sie von seinen Gedanken weg mit Argumenten wie „Frauenhysterie und –menopause“. Überdies machte er tabularasa von dem Vorfall, als er den ersten Bissen vom brennenden Mbongotchobi verschlang.
Fortsetzung(14/08/2015)
FĂŒnf Tage spĂ€ter hörte man noch im Hause eine Querele zwischen Julie und Mari. Von gutem Herz hatte nicht Mari die Nachricht aufgenommen, dass Julie schlussendlich einen Fußballverein gefunden hatte und Fußball in der angemessenen Zeitspanne spielen konnte und sogar an dem Viertelturnier teilnehmen konnte, denn er hatte nicht mehr jemand, den ihm Gesellschaft leisten wurde seine LektĂŒrezusammenfassungen zuhörend. Als Julie Grandma von ihrem ersten Turniertag erzĂ€hlte, mischte sich Mari vor Eifersucht in die Diskussion ein, um der Interessante zu machen und somit die Aufmerksamkeit auf ihn hin zu richten. „Grandma, Grandma! Ich habe heute Nietzsche gelesen!“ sagte Mari. Er wollte das nie geschriebene „die Situation der Hausfrau in der patriarchalischen Gesellschaft“ gelesen haben.
Julie, deren bester Charakterzug Altruismus ist, fragte schnell in einer wissgierigen Weise: „echt?! Wovon handelt es? Kannst du fĂŒr uns ein ResĂŒmee machen? Bitte, bitte!“. Diese Reaktion hatte Mari vorhergesehen und antwortete in der neinlĂ€ndischen Art: „Spielst du nicht mehr dein Fußball? Du hast Fußball mir zuungunsten bevorzugt. Du bist dumm und faul. Du hast und du wirst niemals ein Buch aufschlagen. Du sitzt da und wartest mit deinen großen Augen, dass dein Sklave, den ich bin, alle Texte der Weltliteratur auslieh, liest und fĂŒr dich resĂŒmiert. Es war frĂŒher. Ich habe es satt. Ich bin nicht daran schuld, dass du kein Buch hast oder dass du nicht lesen will!“. Es herrschte ein friedhofsĂ€hnliches Schweigen herrschte in der KĂŒche. Raoul und Großvater inzwischen schliefen schon vor einer Stunde ein. Julie musste reagieren, sie konnte das nicht aus, so wĂŒrde es heißen, Feigheit vorĂŒbergehen lassen: „Mari! Lass mich dir etwas sagen: du bist mein Bruder genauso wie Raoul und von dir solche Worte zu hören, bricht mein Herz. Ich spiele Fußball, weil ich faul und Analphabet bin. Dazu gibt es keinen Zusammenhang. Fußball ist nicht der Faulen Sache. Es ist meine Bedingung als Frau, die mich dazu fĂŒhrt. Dumm auch bin ich ĂŒberhaupt nicht: ich bin 17 und habe mein Abitur dieses Jahr bestanden. Wenn du etwas von den LebensumstĂ€nden in Neinland gespĂŒrt hĂ€ttest, wĂŒrdest du mir auf keinen Fall mit Dummheits- und Faulheitsattributen charakterisiert. Ich werde dich nun in der neinlĂ€ndischen Weise beantworten: bist du einmal in deinem intelligenten und fleißigen Leben magenleer schlafen gegangen? Hast du einmal in deinem intelligenten und fleißigen Leben so etwas machen mĂŒssen, um die gegen deinen Willen lange Fastenzeit zu ĂŒberwinden? Erinnerst du dich an die von dir zu sammelnden broteinpackenden Zeitungspapiere, die dir als Buchersatz dienten? Bist du einmal in deinem Leben 10 Kilometer gegangen, um in der Schule pĂŒnktlich zu sein und nach Hause zurĂŒckzukehren? Außer Nietzsche, den du von Namen kennst, der niemals „die Situation der Hausfrau 
“ geschrieben hatte, aber ein „Also sprach Zarathustra“, welcher Philosoph kennst du noch? Ich habe Mongo Beti, Valentin MudimbĂ©, Ngugi wa Thiong’o, Daniel Mepin, Camara Laye, Leopold Senghor usw. gelesen. Den Schmerz muss man in sich fĂŒhlen bzw. atmen, um das GlĂŒck zu messen, das man hat, zu haben, was man hat. Der Schmerz hat mich aufmerksam auf die Notwendigkeit, die wĂŒrdevolle Misere zu beseitigen und wenn ich nu Fußball spiele, ist es weil man Schmerz und Leid mit Genuss und Kameradschaft ĂŒberwinden kann. In meiner Mannschaft gibt es keine Geschlechtsbarrieren. Auf dem Stadion fĂŒhlt man die Liebe und die Leidenschaft in dem sich perfekt wollenden von der Kameradin oder dem Kameraden geschickten Pass. Ich vermeide es möglichst ĂŒber mein Leben zu klagen oder sogar Neinland zu verfluchen. Es dient sogar zu nichts. Über den Schlaf sagt man bei uns: I Loh i nkorop bĂ©Ă©! “
Fortsetzung und Ende(am 27/ 09/ 2015 getippt, obwohl geschrieben seit dem 24/ 08/ 15)
In dieser heftigen Streiterei hatte Grandma Babuschka entschieden neutral zu bleiben und nicht zu intervenieren, denn sie glaubte, es wĂ€re besser, dass jeder sein Herz leert. Von dem, was Julie gesagt hatte, wurde Mari sehr berĂŒhrt. Er lebte in Neinland mit der gewissermaßen nielĂ€ndischen GemĂŒtlichkeit. Er hatte nie in seinem Leben unter dem Mangel an BasisbedĂŒrfnissen gelitten. Er floh in sein Zimmer ohne weiteres zu sagen. „ich bin ein imbĂ©cile“ sagte er zu sich selbst. „Egoistisch vor allem. Ich lebe seit 03 Wochen mit Leuten, die ich ĂŒberhaupt nicht kenne. Aber wie hĂ€tte mir vorstellen können, dass sie unter Misere lebt? Sie ist doch immer so nett, froh, gutlaunig kurz klaglos. Mir entgegen, der nicht hochzuschĂ€tzen weiß, was er verfĂŒgt. Ich muss das erkennen: all das, was sie gesagt hatte, macht Sinn.“ Er ließ sich einschlafen von diesen Gedanken ĂŒberschwemmt. Julie und Großmutter wĂŒnschten einander eine „stille Nacht!“ und gingen schlafen, ohne ein Wort ĂŒber den Disput auszutauschen.
Die Nacht war kurz, als das Haus sich mĂŒde der nĂ€chste Tag aufwachte. Der Herr des Hauses, der unherkömmlicherweise frĂŒher aufgestanden war, wartete auf die anderen Hausbewohner. Die gestrige Diskussion hatte Grandpa Ärgerlinaire versteckt zugehört. Er war darĂŒber Ă€rgerlich-was nicht selten geschah-, dass die Kinder ihm ungehorsam gewesen waren. Verboten hatte er doch ihnen, das Haus zu quittieren. Er wartete in seinem Raum, dass die Kinder die Grossmutter ein „bis nachher!“ sagten und trat heraus. Er lud sie alle ins Esszimmer. Der Gesichtsausdruck Ă€nderte sich, denn sie wussten alle, dass ihre jeweiligen Programme fĂŒr heute und vielleicht fĂŒr immer annulliert werden mussten. Grandpa Ärgerlinaire kam zu Wort: „wohin gehen Sie so begeistert mit RĂŒcksacken?“ Julie wollte ihn ĂŒbers Ohr hauen und sagte: „Grandma schickt uns zum Markt!“. „Warum gehst du nicht selbst Weib?! Und warum so frĂŒh vor sieben. Der Markt ist doch noch zu!“ Grandma zögerte damit, eine Antwort zu geben. Es ist Mari, der sich letztendlich dazu entschied, die Wahrheit zu erzĂ€hlen: „Grandpa! Wir hatten es satt, den ganzen Tag im Haus gefangen wie in einer Geisteskrankenhaft zu bleiben. Wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, das Haus bis vor 12 entfernt zu desertieren, indem wir auch Profit machen von unserer Freizeit, um sich zu amĂŒsieren. Ich arbeite in der Bibliothek, Raoul spielt Schach in einem Verein und Julie Fussball.“ Der alte Mann erwiderte in der nielĂ€ndischer Art: „wisst ihr etwas Jugendliche: die LĂŒge hatte zu Beginn kurze Beine, hat sie noch mittlerweile und wird sie fĂŒr immer haben. Warum ‚flieht‘ ihr das Haus? Wisst ihr nicht, dass Haus sich auf Geborgenheit reimt? Sie haben alles in diesem Haus: es ist weitrĂ€umig und haben ĂŒberdies ein schönes modernes Fernsehen mit mehr als hundert KanĂ€le. Was kann man noch von Gott erwarten? Sie sind ewige Unbefriedigte. Mari war der einzige, der sich zu antworten erlaubte: „die Familienharmonie kann sich auf keinen Fall auf das Fernsehen, sei es schön, hĂ€sslich, modern, alt, beschrĂ€nken. Ich muss zugeben, dass das Vorhandensein eines einzigen Fernsehapparats in einem so weitrĂ€umigen Haus von vornherein schockierend fĂŒr mich war. Das Fernsehen als Bindendes Element der Familie finde ich die Idee gut. In Nieland, wo ich wohne gibt es in unserem noch weitrĂ€umigeren Hochhaus den RĂ€umen zahlengleiche Fernseher. Gemeinsam zwischen mein Nieland und hier ist, dass Fernsehen ein Zerstreuungsmittel ist. Die Konsequenz aber von so vielen Bildschirmen ist die Vereinzelung der Familienmitglieder. FĂŒr diejenigen, die nicht die Gesellschaft der anderen mögen, bewegt man sich in einen anderen Raum oder aber diesmal etwas privater deplatziert man das Programm auf das Handy oder Tablette. Aber bei ihnen zum Beispiel 
“. Der Vater liess nicht fortsetzen und unterbrach: „ich habe dich nicht danach gefragt, von euren Leben zu erzĂ€hlen und eure Lebensweise mit der unsrigen zu vergleichen. Oder bist du dabei, mich zu moralisieren? Etwas ist klar: ihr habt mir Ungehorsam gezeugt und dies mit meiner Frau EinverstĂ€ndnis. Ich werde bestrafen. Dieses Haus dĂŒrft ihr nicht mehr unter keiner Ausrede verlassen. Auch fernzusehen, ist ihnen verboten. Als der Urteilsspruch verkĂŒndet wurde, gingen die Kinder in ihre jeweiligen Zimmer enttĂ€uscht und traurig, als hĂ€tten sie eine Trauernachricht gehört. Raoul und Julie hatten den Anfang des nationalen Schachspielwettbewerbs und Stadtfussballmeisterschaft jeweils zu versĂ€umen. Sie weinten und assen nichts den ganzen Tag. Grossmutter hatte versuchen sie zu trösten aber umsonst.
Die Kinder verpassten ihre Tage in ihren Zimmern. Der Grossvater war der erste, der sich nicht mehr in der herrschenden AtmosphĂ€re wohl fĂŒhlte. Indem er Ungehorsam bestrafen wollen hatte, hatte er im Gegenzug Vereinzelung und totales Schweigen in seinem Haus eingeladen. Er sollte darauf reagieren. Er wusste wohl, dass seine Enkel ihn hassen und wollte aber nicht, dass sie ein solches Bild von dem Vater ihrer VĂ€ter im Kopf behalten, nachdem von Ferien zurĂŒckkehrten.
Er lud sie eines Abends ein- also 05 Tage nachdem UrteilspruchverkĂŒndigung. Er profitierte auch von der PrĂ€sens von einem seines Sohnes: Maris Vater. Die Ferien waren fast fertig und letzterer war natĂŒrlich gekommen, um seinem Sohn nach Hause zu begleiten. „Liebe Familienmitglieder! Ich habe sie alle diesen Abend berufen, weil ich mit ihnen diskutieren möchte. Ich weiss, dass sie mir vieles vorwerfen und ich auch. Aber dieser Abend möchte ich nur die Kritik ihnen seitens kommend hören. Sie werden bitte abwechseln zu Wort kommen. Wir machen das Trichterspiel und ich bin der EmpfĂ€nger„. Es war das erste Mal, dass sie ihn hörten, Wörter wie „möchte“ und „bitte“ vor allem anwenden. Es waren Beweise fĂŒr sein Seriössein.
Grandma Babuschka meldete sich zu Wort als erste an: „das was ich von dir erwarte, ist die Höflichkeit allein. Sie kostet wenig, aber kauft vieles!“. Maris Vater sollte normalerweise folgen, aber er lehnte ab, indem er den Kindern erlaubte vor ihm etwas zu sagen. So Raoul: „ich frage mich immer, welches Image ich von dir bewahren werde. Ein negatives, positives oder aber ein gemischtes? Die Lust noch einmal in meinen jungen Leben in demselben Huas zu sein, habe ich nicht. Ich bedauere nur die Epoche, wo wir zusammen Schach spielten“. Auf ihn folgte Julie: „Wenn du mir bloss einmal auf einem Fussballterrain observierte, wĂŒrdest du du verstehen die Notwendigkeit mir zu erlauben, Fussball frei zu praktizieren. Anstelle mir von deinen Verboten zu erzĂ€hlen, habe ich immer auf MĂ€rchen und Legende gewartet.“ Mari war der nĂ€chste: „Bevor ich zu ihnen ankam, liebte ich die Ordnung nicht und sogar mittlerweile. Ich habe aber bei dir gelernt, dass Verbote und Ordnung essentiell sind. Das, was ich aber kritisiere, ist die ExzessivitĂ€t. Ich will nicht mehr hier kommen 
“ Sein Vater unterbrach ihn: „Du hast recht lieber Sohn! Ich freue mich trotzdem zu sehen, dass du ein anderer mit deiner Zeit hier geworden bist. Scheisse aber! Es gibt Leute, die die Zeit nicht Ă€ndert. Vielleicht fĂŒr sie könnte nur den Raum etwas machen. Wenn du seit 40 Jahren ein kompromissloses Leben fĂŒhrt, wirst du es nicht so von heute auf morgen Ă€ndern; so ist es!“
„Wisst ihr alle? Ich habe meine IrrtĂŒrmer eingesehen.“ Du hast Recht mein Sohn man Ă€ndert nicht so einfach wie jemand, der Kleider wechselt. Aber ich glaube Schritt fĂŒr Schritt und mit unermesslichen Anstrengungen fertigzubringen. Der erste Schritt ist es, vor ihnen um Verzeihung zu bitten. Ich bin gestern in die Stadt gegangen und ich weiss, dass sie an Wettbewerben teilnehmen. Ich habe nachgefragt, ob sie noch spielen dĂŒrfen nach der langen Abwesenheit und die Organisatoren haben mit einem „ja, natĂŒrlich!“ geantwortet. Dies bdeutet, dass sie nicht mehr bestraft sind. Sie dĂŒrfen morgen wiedergehen und ich verspreche, dass ich jeden Tag kommen werde, um sie anzufeuern. FĂŒr dich, meine Frau habe ich einen Tisch morgen Abend in Mitumba- Restaurant reserviert.“
Das Gesicht der Anwesenden drĂŒckte vieles auf einmal zwischen Erstaunen und Freude. Sie glaubten vorab einen Scherz zu hören. Der Grossvater fĂŒgte hinzu: „man ist nie genug alt, um zu Ă€ndern. Es gibt keine Feigheit bzw. Scham, sein Unrecht anzuerkennen. Es sind nur die Idiote, die nicht Ă€ndern!“
Es ist diese Geschichte des Zusammenlebens mit dem Grandpa, die Mari als seine erste ErzÀhlung schrieb.

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Ralph Ronneberger
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Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

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Und noch etwas. Ich habe verdammt lange gezögert, ehe ich mich entschließen konnte, den Text freizuschalten. Ich gebe zu, es ist hier normalerweise nicht ĂŒblich, einen mit so vielen Fehlern behafteten Text in unser Repertoire aufzunehmen. Ich habe aber Respekt vor jemanden, der trotz sichtlich vorhandener SprachmĂ€ngel eine solch relativ lange Geschichte schreibt. Wundere dich also nicht, wenn dein Werk ĂŒber kurz oder lang in unserer "Textklinik" landet, wo du dann gemeinsam mit anderen Lupenkollegen daran arbeiten kannst.

Viele GrĂŒĂŸe von Ralph Ronneberger

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Rumpelsstilzchen
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Uff.
Steißlage und Nabelschnur dreimal um den Hals gewickelt. Aber Ralph hat Recht, so viel Mut verdient unsere Aufmerksamkeit und UnterstĂŒtzung.

Habe mich jetzt ein paar Male durch den Text gearbeitet und weiß immer noch nicht recht, wo anfangen. Vielleicht bei meinem spontanen ersten Eindruck: Französisch durch den Google-Wolf gedreht oder vom Babelfisch verdaut. Vielleicht auch nicht Deine Muttersprache, Appolinaire, aber Dir möglicherweise vertrauter als das Deutsche. Nicht zuletzt die im Text genannten frankophonen GeistesgrĂ¶ĂŸen (mir als eurozentrisch Eingebildetem zugegebenermaßen meist unbekannt) scheinen mir in diese Richtung zu deuten.

Sollte ich mit dieser Vermutung richtig liegen, tĂ€te sich ein möglicher Weg auf, aus diesem rohen Klumpen vielleicht ein Juwel zu schleifen: Den französischen (?) Originaltext in der Rubrik "Fremdsprachiges und MundART" einstellen und dann unter Mitwirkung einer Lupine, die beider Sprachen mĂ€chtig ist, eine angemessene Übersetzung erarbeiten. Ich selbst muss dabei leider in's Glied zurĂŒck treten, außer ein paar Floskeln ist da nix mit parlieren. Beim Feinschliff will ich dann gerne wieder helfen.

Geneigt verbogen
und abgezogen
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Ich glaube
an das Gesetz
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