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Leselupe.de > Gereimtes
der alte
Eingestellt am 08. 03. 2016 19:27


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Mondnein
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    der alte


reinigung hei├čt die barocke
gipsbaracke wo sie ihre
bl├╝ten waschen bis sie wei├č wie
zehn hoch elf billiarden lire

die zu mottengift zerstoben
sind - die kopula am ende
schlie├čt den kreis zur konjunktion bis
schnee verschmilzt zur sonnenwende

mit dem satz und sieg gebankten
kapitals im kapitellen
plunder plastiniert mit plastik
gliedern die zum platzen schwellen

biegst du ein zur metzen-theke
wo t├╝rkis gold fliegen schweben
eichel-junge reizt sie heute
spielst du dich um leib und leben


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Mondnein
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plunder plastiniert mit plastik
gliedern die zum platzen schwellen

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Mondnein
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"der alte" ist bei Skatbr├╝dern die Bezeichnung f├╝r den Eichel-Buben.


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Mondnein
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Ich sehe: Es interessiert kein Schwein au├čer dieses Arschloch von Anonymus. Es ist ├╝brigens schon seine dritte Drei unter meine opuscula diese Woche.

Traurig macht es mich schon, da├č meine multidimensionale Schreibweise - die Texte so zu formulieren, da├č sie auf mindestens zwei verschiedene Weisen lesbar sind, auch durch verschiedene grammatische Bez├╝ge der Satzteile aufeinander und m├Âbiusschleifige Selbstbez├╝glichkeiten - nichts f├╝r Leser in der Leselupe sind.
Es ist, als ob Dalis mulitidimensional und polyvalent "lesbare" Bilder - z.B. die Venus von Milo im "Halluzinogenen Torero" oder die Hand im "Narzi├č" - keinen hinter dem Ofen hervorlockten. Aber das w├Ąre absurd. Dalis Kippbilder sind der Hammer. Es ist Surrealismus-Substanz, Durchbruch der Bilder, die unter der Bewu├čtseinsschwelle liegen, nicht blo├č ironisches Teekesselchen. Ich kann mich daran nicht sattsehen, und so schreibe ich auch: wenns keine Ohrw├╝rmer sind, sind sie nichts wert. Ich schreibe nur meine Ohrw├╝rmer auf, nichts sonst.

Das sind schon Sprachspiele, die vielleicht erst bei einem mehrmaligen Lesen aufgehen. Beim Nichtlesen (und sei es das Nichtlesen vieler) wohl weniger. Logisch.

Ich verstehe das Spiel auf diesem Lyrikerforum nicht.
Ich verstehe nicht, da├č die Leselupe in der Tat kein Lyrikforum ist.
Ich verstehe nicht, da├č Lyrik hier derartig runtergeputzt werden kann, wenn sie sprachspielt.

Eigentlich unglaublich, unfa├čbar.

Was tue ich eigentlich hier? Was habe ich hier verloren?


__________________
sato bandhum asati nir avindan
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Tula
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Hallo Mondnein

mal ganz ehrlich, ich las dieses mehrmals, rang verzweifelt nach einer Deutung und gab dann auf.
Es mag so spektakul├Ąr surrealistisch sein, wie du schreibst, aber es ist inhaltlich f├╝r mich nicht zu entschl├╝sseln. Vielleicht geht gerade deshalb die beabsichtigte Wirkung verloren. Ich lasse mich als Leser gern ins Labyrinth ziehen; irgendeinen Faden (muss ja nicht immer knallrot sein) solltest du mir dann trotzdem reichen.

Nun ja, um die Bilder zu sehen, m├╝sste ich sie auch gut kennen, was zugegebenerma├čen nicht der Fall ist. Aber auch den Eingeweihten der Malerei und Anh├Ąngern Dali's sollte dieses nicht leicht gefallen sein. (ok, der war ja nur ein Vergleich). Ein richtungsweisender Titel ist mitunter sehr hilfreich, um den Leser zumindest in die beabsichtigte Richtung zu schicken.

Geht also auch mal kritisch
Dali mag ich trotzdem. Aber wer wei├č, ob ich seine Bilder auch verstehe? ...

LG
Tula

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Mondnein
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Na gut, hol ich mir also die Pr├╝gel ab daf├╝r, da├č ich meine eigenes Lied kommentiere:


    der alte
Das ist ein alter Mensch, oder ein bekannter. Vielleicht der Pate, der pater familias einer w├Ąschernden Sippe.
Zugleich der Eichel-Bube (siehe letzte Zeile), h├Âchste Trumpfkarte.

    reinigung hei├čt die barocke
    gipsbaracke

In der Regel sind "Reinigungen" Reinigungen. Wenn darin Geld gewaschen wird, hei├čen sie selten "Reinigung". Das ist Ironie.
Barocke Gipsbaracken entsprechen dem Geschmack geldwaschender Mafiosi. Oft noch mit viel viel Goldfarbe auf den Verzierungen (bei amerikanischen Immobilienhaien).

    wo sie ihre
    bl├╝ten waschen

"Bl├╝ten" sind der handels├╝bliche Ausdruck f├╝r Falschgeld. Das mu├č unbedingt gegen anderes ausgetauscht werden, am besten in Einrichtungen, in denen viel Geld umgew├Ąlzt wird, so da├č die falschen Scheine in der Menge der wahren untergehen. Casinos sind beliebte Geldwaschanlagen. "Casino" hei├čt "H├╝tte", aber ich finde "Reinigung" vielsagender, gerade weil dieser Name f├╝r ein Casino leider nie genommen wird. Kann mir also auch keiner Urheberrechte anmelden.

    bis sie wei├č wie
    zehn hoch elf billiarden lire

Eine ma├člose Hyperbel (also eine "richtige" ├ťbertreibung), egal, ob ich nur 10 hoch 11 rechne, also 100 Milliarden Billiarden Lire z├Ąhle, oder Zehn hoch elf Billiarden rechne, im Dezimalsystem schwer aufschreibbar, und damit auf eine Anzahl von Lire komme, die die tats├Ąchlich je existiert habenden Geldscheine der italienischen W├Ąhrung nimmer h├Ątten erreichen k├Ânnen, selbst nicht mit Falschgeld, Hyperinflation, Virtualit├Ąt, Virtuosit├Ąt oder Vertuschung.
Das gewaschene Geld verst├Ąubt infinitesimal. Wei├čes Rauschen, wei├čer Staub, Mottentgift, Schnee (von gestern ...)

    die zu mottengift zerstoben
    sind

1. Lesart: Das Partizip "zerstoben" steht elliptisch, so da├č diese Zeile ein geschlossener Relativsatz ist; das in der n├Ąchsten Zeile folgende "sind" ist dann die "Kopula am Ende" des Nebensatzes, der mit "bis" eingeleitet wird.
2. Lesart: das folgende "sind" ist Kopula zum Pr├Ądikatsnomen "zerstoben".
Aber das Lied enth├Ąlt selbst die Anweisung, wie der vorhergehende Satz grammatisch zu gliedern sei. Ich konmmentiere hier also nich von au├čen, sondern nur gewisserma├čen wiederholend von innen, es steht alles da.
Das ist nat├╝rlich eine ├ťberforderung des Lesers. Eine Gemeinheit, den Verst├Ąndnisschl├╝ssel gleich noch mitzuliefern. Oder ist es eine Falle? Vertuschung der Geldw├Ąsche? Vielleicht sogar eines im Casino inflation├Ąr verschleierten Rauschgifthandels ("Schnee" ... !!?) - siehe im Folgenden:

     - die kopula am ende
    schlie├čt den kreis zur konjunktion bis
    schnee verschmilzt zur sonnenwende

Es ergibt sich f├╝r Menschen, die von Grammatik und Syntax nichts in einem Gedicht lesen wollen (vor allem dann, wenn der Syntax-Hinweis noch auf das Lied selbst zu beziehen ist) die astronomisch-astrologische Lesart: Eine Konjunktion (welcher Planeten?) bis zur Schneeschmelze am 21. Juni.

Werde gerade zum Essen gerufen. Breche ab.

tsch├╝├č

mit dem satz und sieg gebankten
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biegst du ein zur metzen-theke
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spielst du dich um leib und leben

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