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Leselupe.de > Kurzgeschichten
der bauarbeiter josef g.
Eingestellt am 10. 03. 2002 02:28


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Stefan_Senn
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Mit tr├╝ben Augen blickte er in den neuen Tag, aufgeweckt vom Rasseln des Weckers der wie an jedem Arbeitstag um genau 5.57 Uhr seine Pflicht erf├╝llte, indem er seinen Besitzer durch lautes Rasseln um den Schlaf brachte. Er blickte aus dem Fenster, er der Bauarbeiter Josef Golodkowski, erkannte, dass der Himmel grau und wolkenverjangen war und empfand ob dieser Tatasache so etwas wie eine kleine Freude. Heute an diesem Sommertag w├╝rde er nicht von hei├čen Sonnenstrahlen gequ├Ąlt und erm├╝det werden. Heute w├╝rde eine dicke Wolkenschicht die auszehrenden Sonnenstrahlen abhalten. Was f├╝r eion Lichtblick!
Josef begab sich ins Badezimmer um sich der K├Ârperpflege zu widmen. Eigentlich waren ihm Wasser, Seife, Duftw├Ąsserchen und dererlei Utensilien schon seit jeher suspekt und wurden zeit seines Lebens nur in sehr begrenztem Umfang eingesetzt. Doch in letzter Zeit hatten sich Beschwerden seiner Kollegen geh├Ąuft, die seinen starken K├Ârpergruch monierten und behauptet hatten mit einem "Stinktier" wie ihn sei einen Zusammenarbeit unm├Âglich.
Da aber alle verbalen Aufforgerung an Josef, sich intensiver mit der K├Ârperpflege zu besch├Ąftigen nicht gefruchtet hatten, ebensowenig wie demonstratives Sichabwenden, war man an den Besitzer der Baufirma, dem "Kappo" wie dieser im Jargon der Bauarbeiter genannt wurde, herangetreten. Jener hatte seinen langj├Ąhrigen Mitarbeiter freundlich aber bestimmt ermahnt, auf das gute Verh├Ąltnis der beiden verwiesen und dass er nicht verstehe, wieso es durch so eine, eigentlich Lappalie, Schaden nehmen sollte.
Jedenfalls, Josef hatte sich diese Worte zu Herzen genommen uind betrieb, wenn auch manchmal wiederwillig seine t├Ągliche K├Ârperpflege.
Mittlerweile hatte er seine Dusche beendet, sich abgetrocknet und seine Arbeitshosen angezogen.
Nun stand er mit nacktem Oberk├Ârper vor dem Spiegel, um sich die Barthaare aus dem Gesicht zu schaben.
Ja, Rasieren , die einzige Hygienema├čnahme, die er, seit seine Barthaare kr├Ąftig genug waren um abgetrennt zu werden, hingebungsvoll pflegte.
Das ist m├Ąnnlich, vor dem Badezimmerfenster zu stehen, mit blanker Brust, den Bizeps spielen lassen, seinen mit der Zeit an Volumen zunehmenden Bierbauch zu betrachten undsich zu rasieren.
Ein m├Ąnnliches Privileg: Josef Golodkowski war ein Mann-er genoss es, ein Mann zu sein, ein wie man so sagt "richtiger" Mann.
Was essen richtige M├Ąnner wohl zum Fr├╝hst├╝ck? Wir wissen es nicht, k├Ânnen es vielleicht auch nicht pauschalisieren. Josef Golodkowski jedenfalls schw├Ârte auf R├╝hrei mit angebratenem Speck und einer Dose Pils aus dem Billigsupermarkt.
Gest├Ąrkt machte er sich auf zur Arbeit, in die Baustelle mit dem ├╝berf├╝llten Bus, in dem sich die halbe Stadt zu dr├Ąngeln schien.
Arbeiterschweiss, vermischt mit s├╝├člichem Frauenparfum und herben M├Ąnnerd├╝ften. ein Cocktail an D├╝ften. Ein Cocktail von Menschen. wie ├ľlsardinen aneinandergepresst: Schulkind neben Rentner, Arbeiter neben Bankier.
Josef hatte seine Haltestelle erreicht. Er stieg aus.
Kurz vor seiner Baustelle lag eine Kiosk, an dem er sich wie jeden morgen sein so genanntes Arbeiterfr├╝hst├╝ck f├╝r die 9.30 Uhr-Pause holte: Eine Schachtel Zigaretten und eine reichbebilderte deutsche Boulevardzeitung.
5 Minuten vor Arbeitsbeginn traf er an seinem Arbeitsplatz ein-gerade noch gen├╝gend Zeit, um sich umzuziehen.
Josef galt unter seinen Kollegen als Liebling der Vorgesetzten. Dieses machte ihn leider h├Ąufiger zum Opfer von Streichen. So auch diesmal. Der gelber Schutzhelm mit seinem Namensschriftzug bleibt verschwunden. Zeit ist Geld. Josef entschlie├čt sich, ohne Helm zu arbeiten.
In der 9.30 Uhr Pause bleibt die Zigarettenschachtel unge├Âffnet. Auch die Boulevardzeitung bleibt ungelesen in Josefs Spind. Ein vom Ger├╝st herabfallender Ziegelstein hatte aus einem kleinen Spass unter Kollegen blutigen Ernst gemacht



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violent sorrows seem
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flammarion
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hallo,

stefan, tolle geschichte. aber da├č josef als liebling der vorgesetzten galt, glaub ich nicht so recht. nur weil der kappo nicht gleich eingeschritten ist bei der frage der k├Ârperpflege? josef benimmt sich doch ansonsten so, wie es das bauarbeiterklischee verlangt.
der schlu├č deiner geschichte ist echt super.
noch ne frage: ist "kiosk" wirklich weiblich? ist ja aus m franz├Âsischen . . . lg
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Old Icke

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annabelle g.
Guest
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hallo stefan,

... es gibt da diese rechtschreibprogramme, warum soll ich mir eigentlich dauernd den kopf ansto├čen an wolkenverjangen, aufforgerung,wiederwillig und diese aneinanderpappenden worte; ihr m├╝sst das doch einfach nur durch dieses programm jagen! oder wollt ihr keine antwort ... also ehrlich.

zwei formulierungen, die ich zu gestelzt fand:
empfand ob dieser tatsachen
um sich der k├Ârperpflege zu widmen

und im letzten absatz die dopplung bleibt/bleibt.

die story ist ja ganz nett.
ich w├╝rde - aber das bin nat├╝rlich ich - jedoch noch einen gag einbauen. zum beispiel, dass der gute josef im bus mit all den ger├╝chen so richtig sauer dar├╝ber wird und tierische kopfschmerzen wegen dem parf├╝m der tussi neben ihm kriegt, sich nicht mehr beherrschen kann und sie ankeift.

sch├Âne gr├╝├če, annabelle

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Stefan_Senn
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hallo anabelle, entschuldige bitte sollte ich jemands asgepr├Ągten sinn f├╝r korrekte orthographie verletzt haben, man muss vielleicht erw├Ąhnen, dass ich keines dieser rechtschreibprograme besitze, sondern nur das mit windows 98 mitgelieferte textverarbeitungsprogramm "word pad", das keine rechtschreibtestende funktion besitzt. spenden, um mir ein modernes textverarbeitungsprogramm mit integrierter rechtschreibpr├╝fung kaufen zu k├Ânnen werden aber gerne entgegengenommen

mit dem allerfreundlichsten aller gr├╝├če

stefan senn
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annabelle g.
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geld

lieber stefan, bin gerade selbst ein bisschen knapp bei kasse ... und wie findest du meine idee, dass er die frau noch wegen dem parf├╝m ankeift? annabelle

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